Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:2Holstein Kiel
Holstein Kiel
15. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 19. November 2016, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.262
Schiedsrichter: Alt (Heusweiler)
Chemnitzer FCTorfolgeHolstein Kiel
T Kunz
A StenzelGelbe Karte
A Conrad
A Reinhardt
A Bittroff
M Danneberg
M JopekGelbe Karte (59. Dem)
M Mast (84. Türpitz)
M Fink
M Grote
S FrahnGelbe Karte

Trainer: Köhler
1:0 Frahn (12.)
1:1 Drexler (61.)
2:1 Frahn (62.)
2:2 Lewerenz (70.)

T Kronholm
A HerrmannGelbe Karte
A Schmidt
A Czichos
A Sicker (46. Salem)
M Hoheneder
M SchindlerGelbe Karte (60. Lewerenz)
M Siedschlag (71. Fetsch)
M DürholtzGelbe Karte
M Bieler
S Drexler

Trainer: Anfang
Spielbericht

Störche widersetzen sich der Stallpflicht

Von jb

Obwohl wegen der Vogelgrippe aktuell Stallpflicht für alle Vögel herrscht, tummelten sich heut einige Störche auf der tiefen und feuchten Fischerwiese. Anstelle von Fröschen hatten sie es auf Punkte abgesehen, und am Ende konnte sie tatsächlich einen ergattern und zufrieden den Heimflug Richtung Norden (Falsche Richtung für diese Jahreszeit!) antreten.

Die über 6000 Fans auf der Fiwi sahen ein packendes Spiel Der CFC mit der Stammformation der letzten Wochen, dazu mit dem wieder fitten Kapitän Conrad in der Innenverteidigung. An seiner Seite etwas überraschend Reinhardt statt Mbende. Die Anfangsphase gehörte den Gästen, sie störten früh und versuchten sich Richtung CFC-Strafraum zu kombinieren, nennenswerte Chancen gab es jedoch nicht. Der CFC spielte das erste Mal in der 12. Minute einen gefährlichen Angriff, und dieser war gleich erfolgreich. Bei einem langen Ball in das linke Mittelfeld setzt sich Fink gegen einen Kieler Abwehrspieler durch (mancher Schiri hätte dabei wohl Foul gepfiffen), schlägt den Ball diagonal in den Strafraum zum langen Pfosten, wo Daniel Frahn im Rücken der Abwehr heransprintete und den Ball volley ins kurze Eck nagelt. Damit war die Kieler Drangphase erst mal beendet, und der CFC nahm das Heft des Handels in die Hand. Nach knapp 20 Minuten gab es dann ein kleines Gerangel zwischen Bittroff und einem Kieler um einen Einwurf, wobei sich der Kieler durchaus eine Gelbe Karte verdient hätte, der Schiri beließ es aber bei einer Ermahnung. Rückblickend war das wohl ein Fehler, denn im späteren Spielverlauf wurde es in einem eigentlich fairen Spiel doch sehr hektisch und hitzig. In den folgenden Minuten gab es mehrere Gelegenheiten für den CFC: 2x Frahn (aus spitzem Winkel vorbei nach Jopek-Freistoß, vom Torwart gehalten nach Stenzel-Flanke), 2x Fink (Schuss von der Strafraumgrenze nach Zuspiel von Mast vom Torwart zur Ecke geklärt, aus ähnlicher Situation nach schönem Spielzug über Bittroff und Mast knapp verzogen). Jubel nach dem Treffer von Frahn Kiel kam vor der Halbzeit nur noch einmal gefährlich vor den Kasten von Kevin Kunz. Sie konnten sich auf Rechts schön durchsetzen und eine gute flache Flanke von der Eckfahne in die Mitte bringen, wo drei Spieler knapp verpassten, dabei sah der Schiri ein Foul und es ging mit Freistoß für den CFC weiter. Die letzten 5-10 Minuten vor der Pause drückte Kiel nochmal, aber wie zu Spielbeginn wurde es nicht wirklich gefährlich.
Dann folgte bald der Halbzeitpfiff, die Himmelblauen konnten mit dem Spielverlauf und Ergebnis bis hierhin zufrieden sein, lediglich bei der Chancenverwertung war man nicht so effektiv wie in den letzten Ligaspielen.

Mit dem Wiederanpfiff stürmte Kiel sofort wieder in Richtung CFC-Tor und kam gleich zu einem Eckball. Dieser war durchaus umstritten, denn bevor die CFC-Abwehr die Kugel ins Aus beförderte, sahen so ziemlich alle Anwesenden die Kugel schon vom Kieler Angreifer über die Linie befördert (der Ball war aber noch nicht komplett über der Linie, somit alles korrekt). Anzumerken dabei, dass der Assistent auf Tribünenseite nicht auf Ballhöhe war und so die Situation nicht wirklich beurteile konnte. Die Ecke wurde gefährlich, aber Kunz ist auf dem Posten und hält den Ball. Etwas später gab es Hektik und Rudelbildung vor der CFC-Bank. Eine unübersichtliche Szene nach einem Foul, vollkommen unnötig. Dabei sah auch Jopek Gelb und wurde kurz danach ausgewechselt, es kam nach seiner Verletzungspause Jamil Dem. Eine Stunde war schon gespielt, als Chemnitz wieder eine Chance hatte. Gästekeeper Kronholm stand oft weit vor seinem Kasten und Fink erfasste eine günstige Situation und hielt von der Mittellinie (!) einfach mal drauf. Der Ball wurde immer länger und senkte sich über dem zurückeilenden Kronholm Richtung Tor, klatschte aber leider an den Außenpfosten.
Gelbe Karte für den DoppeltorschützenDirekt im Anschluss spielte Kiel einen weiten Ball auf die linke Seite, die CFC-Abwehr reklamierte Abseits. Da es keinen Pfiff gab ging es weiter, der Ball landete im Strafraum, der ersten Schussversuch konnte noch geblockt werden aber die Gäste blieben am Ball und spielen diesen flach vors Tor und er springt von Conrads Beinen unglücklich zu Drexler, der keine Mühe hat zu verwandeln. Völlig unverständlich, dass er anschließend ziemlich provozierend vor der Südkurve feierte eigentlich eine verwarnungswürdige Unsportlichkeit. Ebenso unverständlich das Chaos in der CFC-Hintermannschaft, nach dem ersten Abpraller gehen 3-4 Leute Richtung des ballführenden Spielers, und Conrad hat plötzlich zwei Gegenspieler, da muss ja einer frei stehen. Und der CFC? Reagierte so, wie man es sich vorstellt. Keine zwei Minuten später die erneute Führung, Dem geht im Strafraum bis zur Grundlinie und legt den Ball in die Mitte in den Rücken von Frahn, den abgewehrten Ball erkämpft sich Stenzel und spielt auf Fink, dessen Schuss Frahn entscheidend ablenkt und durch die Beine eines Kieler Abwehrspielers versenkt. Punktverlust gegen die Störche. Köhler unzufrieden.Kiel steckte aber nicht auf, versuchte immer wieder nach vorn zu spielen. Dabei lief viel über Links, bzw. die rechte Abwehrseite der Himmelblauen. So auch in der 70. Minute, Lewerenz vernascht Mast, Stenzel und Danneberg sind zu weit weg um einzugreifen und dann folgt ein schöner Schlenzer vom Strafraumeck, den Pechvogel Conrad noch ablenkt. Vermutlich wäre der Ball aber auch so im Netz gelandet.
In den letzten 20 Minuten ging es auf dem Feld hin und her, wobei die Gäste leichte Feldvorteile hatten. Chancen gab es auf beiden Seiten, aber die Torhüter Kunz und Kronholm sowie mangelnde Zielgenauigkeit konnten weitere Treffer verhindern. Die letzte Möglichkeit im Spiel hatte der eingewechselte Türpitz in der Nachspielzeit, sein Schuss aus spitzem Winkel wurde aber erneut von Kronholm entschärft.

Zwei Tore aber nur einen Punkt - DF11Direkt nach dem Schlusspfiff flog aus der Südkurve noch ein Böller absolut unnötig und einfach nur dumm! (und für den CFC sicher wieder ein paar Tausend Euro Strafe) Und wie immer wird der Werfer wieder viel zu feige sein, um sich seiner Verantwortung für die Tat zu stellen.

Fazit: Der CFC mit etwas mehr und besseren Chancen, die Kieler über weite Strecken der Partie bissiger insofern geht das Unentschieden in Ordnung. In Halbzeit 2 fehlte im Mittelfeld die Ordnung und die Bälle wurden zu schnell verloren, was den Gästen Auftrieb gab. Das Schiedsrichtergespann ohne wirklich grobe Fehler, aber mit einem sehr unglücklichen Auftreten für die zunehmende Hektik verantwortlich.

Wertung: 2,5 (intensives Spiel mit guten Szenen auf beiden Seiten)

Beste Himmelblaue: Kunz, Frahn, Fink

Trainerstimmen

Markus Anfang (Kiel) bei mdr.de:
"Wir haben ein intensives, gutes, spannendes und hektisches Spiel gesehen. Nach der kontrollierten Anfangsphase haben wir einen fragwürdigen Gegentreffer bekommen und auch unsere Linie etwas verloren. Wir hatten keine Ruhe in unseren Aktionen und der CFC hatte ein Übergewicht. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas umgestellt und haben uns gut durchs Zentrum kombiniert. Meine Mannschaft wollte unbedingt gewinnen. Wir haben auf Risiko gesetzt und wollten unbedingt drei Punkte. Wir bekamen nach dem Ausgleich im Gegenzug den erneuten Rückstand. Das hat meiner Mannschaft nicht das Genick gebrochen. Sie hat nochmal richtig Gas gegeben und sich mit dem 2:2 belohnt und hatte sogar noch zwei, drei Möglichkeiten für den Siegtreffer."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Wir haben ein intensives Spiel gesehen und ich brauche zum Ablauf der 90 Minuten eigentlich nicht mehr viel sagen. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die guten Fußball gespielt hat. Wir haben verpasst in der ersten Halbzeit in unserer besten Phase höher führen zu können. In der zweiten Halbzeit war es eine Dramaturgie, die jeden Spielausgang zugelassen hätte. Wir haben aber bis zum Schluss unsere Chance nach vorn gesucht. Am Ende war es ein gerechtes Unentschieden."

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