Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
FC Rot-Weiß Erfurt
FC Rot-Weiß Erfurt1:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
16. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 26. November 2016, 14:00 Uhr
Steigerwaldstadion, Erfurt
Zuschauer: 8.216
Schiedsrichter: Storks (Velen)
FC Rot-Weiß ErfurtTorfolgeChemnitzer FC
T Klewin
A Odak
A Erb
A NikolaouGelbe Karte (87. Aydin)
A Sumusalo
M Menz
M Bergmann (69. Baumgarten)
M TyralaGelbe Karte
M Benamar (76. Brückner)
S BieberGelbe Karte
S Kammlott

Trainer: Krämer
0:1 Dem (21.)
1:1 Kammlott (48.)
1:2 Frahn (75.)

T Kunz
A StenzelGelbe Karte
A Dem
A Conrad
A Bittroff
M Reinhardt
M Jopek
M Mast (88. Baumgart)
M Danneberg
M Grote (61. Türpitz)
S Frahn (92. Hansch)

Trainer: Köhler
Spielbericht

Ein gutes Pferd…

Von jb

…springt manchmal wirklich nur so hoch wie es muss, selbst wenn es sich erst zwei Tage vorher ordentlich vor einer Apotheke (bzw. im Rathaus) ausgekotzt hat. Schickes Intro im CFC-BlockNoch vor Spielbeginn wurden die Erwartungen gedämpft, fiel doch kurzfristig Anton Fink aus (Mysteriös auch die Meldung im CFC-Liveticker, es wäre eine Trainingsverletzung aus der Woche - in der PK vorm Auswärtsspiel wurde das nicht erwähnt, und auch Trainigskiebitze konnten sich darauf keinen Reim machen). Für ihn spielte Dem und ging in die Innenverteidigung, Reinhardt rutschte ins defensive Mittelfeld und Danneberg nahm die Position hinter Frahn ein.

Vorm Anpfiff gab es in beiden Fanblöcken eine schicke Choreographie: der CFC-Block wurde mit Folien in eine weiße und eine blaue Hälfte geteilt, mittig präsentierte man ein schwarz-weißes FCK-Logo. Auf Heimseite feierten die Erfordia Ultras ihren 20. Geburtstag, und das standesgemäß: vor dem Block hing ein überdimensionales Gruppensymbol, umrahmt von vielen Bengalos. In den Nachbarblöcken wurde das Bild noch von vielen roten und weißen Folienfahnen abgerundet. War sehr schön anzusehen, ob sich RWE jedoch über die zu erwartende Strafe freuen wird ist eher fraglich.

Schalparade im GästeblockDer Schiedsrichter pfiff pünktlich an, was ich wegen der dichten Rauchwolke rund um das Tor vorm RWE-Block nicht nachvollziehen konnte. Wäre es in den ersten 2-3 Minuten dort zu einer strittigen Szene gekommen weiß ich nicht, wie der Schiri oder seine Assistenten dort hätten was sehen wollen…
Das Spiel selbst begann sehr verhalten, mit mehr Spielanteilen für die bemühten Erfurter. Nach 15 Minuten standen lediglich zwei harmlose Kopfbälle (1x von Kunz gefangen, 1x drüber) zu buche, vom CFC kam gar nichts. In der 18. min wurde es dann auf einmal brandgefährlich, Kammlott steht nach einem langen Ball völlig frei am Fünfmeterraum, legt uneigennützig ab zum zentral postierten und ebenfalls völlig freien Bieber, der den Ball aus 4 Metern unbeholfen neben das Tor stolpert. Sowas sollte einem Profi nicht passieren. Kurz darauf gab es in Höhe der Mittellinie nach einem Foul eine kleine Rangelei (scheint ja gerade Mode zu sein), wobei der ja meist besonnene Stenzel Gelb sieht.

Jopek und ein Erfurter im Laufduell Nach gut 20 Minuten dann die erste Offensivaktion des CFC, Conrad schlägt einen langen Ball auf Mast, der aber noch von Sumusalo abgelaufen und zur Ecke geklärt wird. Diese wird von Mast hereingebracht, mehrere Spieler beider Teams springen dran vorbei und Dem hält zentral aus 5 Metern seinen Fuß hin – 0:1! (Ausgerechnet Dem muss man an dieser Stelle sagen, denn ansonsten wirkte er heute in mehrere Szenen eher wie ein Unsicherheitsfaktor – vielleicht merkt man ihm die fehlende Spielpraxis besonders an.) Sowas nennt man wohl effektiv, und beinahe hätte es einen Doppelschlag gegeben, denn Mast tauchte nur eine Minute später wieder rechts am Strafraum auf und zog in die Mitte, sein Schuss ließ leider nur das Außennetz wackeln. Damit war die Anfangsoffensive der Erfurter plötzlich eingestellt, aber auch vom CFC kam bis zur Pause keine einzige Offensivaktion mehr. Also konnte man sich wieder dem Geschehen neben dem Platz zuwenden, und hier nochmal ein Lob an den vollen Auswärtsblock: beim Wedeln der Schals haben fast alle mitgemacht (im Gegensatz zu den meisten Heimspielen), so dass sich ein wirklich gutes Bild ergab. Von der Lautstärke einiger Lieder ganz zu schweigen, hat man selbst neben dem RWE-Fanblock sehr gut vernommen. Nun zurück zum grünen Viereck, kurz vor der Pause tauchte Erfurt nochmals im CFC-Strafraum auf, aber Conrad klärt vor Kammlott zur (bedeutungslosen) Ecke.

Yesss!! Riesenjubel nach dem 2:1 durch DF11.Nach der Pause gab es noch die Geburtstagsgrüße für eine anderer Erfurter Fangruppierung, wieder mit rotem Leuchten untermalt. Wie zu Spielbeginn kamen die Rot-Weißen etwas wacher aus der Kabine und übten Druck aus. Bereits in der 47. min ergab sich eine Situation, an der die halbe Mannschaft des CFC eine Aktie hat: Danneberg geht einem aus der Abwehr geschlagenen Ball nicht richtig entgegen; Reinhardt, Jopek und Grote greifen Tyrala nicht an (Zuordnung?!); Conrad rutscht weg und Dem und Bittroff können zu zweit Kammlott nicht am Torschuss hindern – 1:1, Kunz chancenlos. Schöner Spielzug der Erfurter, aber ohne die Vielzahl an Fehlern in dieser Situation wäre der Treffer nicht gefallen. Nun wollten die (heute wieder mal) Solargrünen scheinbar zeigen dass sie auch guten Fußball spielen können. Reinhardt behauptet den Ball gut im Mittelfeld und spielt einen schönen Steilpass auf Mast am linken Strafraumrand, der legt zurück auf den nachrückenden Grote welcher auf Danneberg weiterleitet. Leider verzieht er vom Elfmeterpunkt aus, knapp rechts vorbei. Damit war die kurze Kombinationsphase des CFC schon wieder vorbei, es gab viele unpräzise Zuspiele auf beiden Seiten, und die wenigen halbwegs gefährlichen Aktionen konnte RWE verbuchen (Kunz hält Schuss aus 20 m und klärt großartig außerhalb des Strafraums nach einem völlig verpeilten Rückpass von Mast).
Sinnbildlich - Tradition stirbt nie...Erst nach etwa 70 Minuten traute sich der CFC mehr zu. Mast mit einem tollen Diagonalball auf die rechte Seite zu Danneberg, dessen scharfe Flanke leider etwas zu hoch für Frahn am langen Pfosten war. Wieder auf der rechten Seite kombinierten sich dann Stenzel und Reinhardt in Strafraumhöhe und legten quer auf den heraneilenden Türpitz (für den heute etwa blassen Grote eingewechselt), der mit dem Ball in den Strafraum zieht und einen Eckball herausholt. Diese wird wieder von Mast getreten, aber leider abgewehrt. Der Konter über Kammlott rollte, in Höhe der Mittellinie war Bittroff jedoch zur Stelle und luchste ihm den Ball ab, flankt in die Mitte wo erst ein Erfurter ein Luftloch schlägt und dann Frahn das Runde in das Eckige hämmert – 1:2 (75.). Kurz darauf gab es einen Freistoß für den CFC am Strafraum. Türpitz führte aus und schoss mit voller Wucht Richtung Tor, wo RWE-Schlussmann Klewin den Ball nach vorn prallen lassen musste, zum Glück für ihn ohne Folgen. Bemerkenswert ist diese Szene trotzdem: es ist die erste und einzige echte Parade, die auf beiden Seiten heute zu sehen war. Alle anderen Chancen außer den Toren waren unplatziert und halbherzig. Auch die verletzten Endres und Fink feiern den AuswärtssiegTürpitz war heute nach seiner Einwechslung überhaupt sehr auffällig, nicht nur offensiv sondern auch beim Verteidigen, selbst im eigenen Strafraum. Der CFC hätte dann doch noch den Sack zubinden können, einen Konter treibt Danneberg weit in die gegnerische Spielhälfte, auf 3 Abwehrspieler laufen 3 Angreifer zu, und Danneberg schiebt den Ball in die Füße des Gegners. Schade. Dann wurde es auf der anderen Seite nochmals brenzlig, eine Flanke aus dem rechten Halbfeld segelt in den Strafraum zu Bieber, welcher von beiden Chemnitzer Innenverteidigern gestört wird und den Ball nicht trifft, aber am langen Pfosten steht noch Kammlott völlig frei (sollte bei einer Führung kurz vor Abpfiff nicht passieren…) und verfehlt Ball und damit Tor nur um wenige Zentimeter. Auch die allerletzte Aktion des Spiels gehörte den Gastgebern, einen Freistoß schon nach Ende der (mit 2 Minuten überraschend knapp bemessenen) Nachspielzeit schießt Tyrala glücklicherweise nur in die Mauer. Direkt danach gab es den Abpfiff, und Mannschaft und Fans feierte noch einige Minuten die drei Punkte.

Noch ein kurzer Abschnitt zu Stadion, Zuschauern und Preisen. Das Gesamtbild aus Laufbahn, neuen (eckigen) Tribünen und der irgendwie verloren wirkenden alten Haupttribüne sieht sehr merkwürdig aus. Da können wir froh sein, dass uns sowas erspart geblieben ist. Trotz neuem Stadion, großer Werbeaktion und im VVK deutlich verbilligten Tickets kamen heute auf Heimseite nur etwas mehr als 6.500 Leute, auch da stehen wir im Vergleich ganz ordentlich da. Und für alle, die bei uns auf die Ticketpreise schimpfen: Stehplatz Heimseite 15 €; Sitzplatz im Block zwischen Haupttribüne und Kurve 34 € (! – das ist kein Schreibfehler).

Fazit: Wichtig sind die 3 Punkte. Trotzdem muss man erneut die Defensivleistung kritisieren. In vielen Szenen scheint die nötige Konsequenz im Zweikampf zu fehlen, bzw. ist man gedanklich oft einen Schritt langsamer als die Gegenspieler. Man kann sich nicht permanent darauf verlassen, dass der Gegner viele Chancen auslässt und man selbst mit der starken Offensive immer ein Tor mehr schießt.

Besten Dank für die Bilder geht an Lenny

Wertung: 3,5 (gut waren das Ergebnis und die Effektivität, der Rest verbesserungswürdig)

Beste Himmelblaue: Conrad, Mast, Türpitz

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Ich freue mich über den Sieg. Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Wir wussten nach unserer Führung, dass Erfurt Druck machen würde. Nach den schlechten Anfangsminuten der zweiten Hälfte waren wir dann wieder aktiver. Ich war auf jeden Fall zufrieden, dass das Spiel in unsere Richtung ging."

Stefan Krämer (RWE) bei mdr.de:
"Ich kann meinem Team heute keinen großen Vorwurf machen. Wir waren von Beginn an im Spiel gewesen und haben aber vor dem 1:0 der Chemnitzer nicht unsere Chancen genutzt. Wir haben es dann noch einmal geschafft, das Ergebnis auf 1:1 zu stellen. Das 1:2 war unglücklich. Danach haben wir versucht, nochmal alles in die Waagschale zu werfen. Leider ist uns der Ausgleich nicht mehr gelungen. Ein Remis wäre verdient gewesen."

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