Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
SC Preußen Münster
SC Preußen Münster1:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
17. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Freitag, 02. Dezember 2016, 19:00 Uhr
Preußenstadion, Münster
Zuschauer: 6.333
Schiedsrichter: Schult (Hamburg)
SC Preußen MünsterTorfolgeChemnitzer FC
T Schulze Niehues
A Tritz
A Kittner
A Mai
A Al-HazaimehGelbe Karte
M Wiebe
M SchwarzGelbe Karte (90. Özkara)
M Rühle
M Rizzi (62. Bischoff)
M Stoll (73. Kara)
S Warschewski

Trainer: Möhlmann
1:0 Warschewski (52.)

Besondere Vorkommnisse:
Rote Karte für Bittroff wegen Notbremse (17.)

T Kunz
A Stenzel (90. Reinhardt)
A DemGelbe Karte
A Conrad
A BittroffRote Karte
M Jopek
M Danneberg (86. Hansch)
M Mast
M Fink
M GroteGelbe Karte (86. Türpitz)
S Frahn

Trainer: Köhler
Spielbericht

Ein gebrauchter Tag im Münsterland

Von Pierre Schönfeld

Die Pessimisten hatten es schon vorher geunkt. Die Himmelblauen konnten an diesem kalten Dezember-Freitag den Sprung an die Sonne, sprich den ersten Platz, der dritten Liga schaffen. Das konnte doch nur schief gehen. Es ging schief.

Bitter! Rote Karte für Bittroff nach 17 Minuten. Trainer Köhler konnte in Münster wieder auf den zuletzt an Knieproblemen laborierenden Fink zurückgreifen. Für ihn musste Reinhardt auf die Bank. Der CFC begann gut, bis zur 17. Minute. Da gab es einen langen Paß von Münster in die Spitze - Schwarz befand sich im Laufduell mit Bittroff, Kunz kam raus. Schwarz fällt an der Strafraumgrenze theatralisch, zuvor hatte es wohl einen leichten Kontakt am Oberkörper mit Bittroff gegeben. Bittroff bekam von Schiri Schult die glatt rote Karte und der Club musste in Folge 75 Minuten in Unterzahl spielen.
Grote rückte nun auf die Linksverteidigerposition und Fink wechselte von der zentralen auf die linke Offensivseite.
Münster nun in Überzahl aber trotzdem merkwürdig zurückhaltend. Nur eine echte Torchance konnten Sie in Halbzeit 1 verbuchen (Kopfball Mai, 31. - drüber). Auf der Gegenseite hatte Danneberg nach einer halben Stunde nach einer Hereingabe am langen Pfosten die große Gelegenheit den Club in Führung zu bringen, traf das Leder aber nicht richtig und so war die Chance vertan. So ging es mit einem verdienten 0:0 in die Pause.

Transpi zur aktuellen Finanzmisere im GästeblockAufgrund der roten Karte hätte man eine Punkteteilung bei den zuletzt auf den aufsteigenden Ast befindlichen Münsteranern unterschrieben. Doch die Null hielt nur bis zu 52. Minute. Da entwickelte sich au seinem Angriff des CFC ein Konter der Münsteraner über links. Stenzel liess seinen Gegenspieler flanken, in der Mitte stand Warschewski - Annahme, Drehung, Tor. 1:0 für die Preussen. Nur kurz darauf verhinderte Frahn vor der Linie stehend bei einem Kopfball von Rühle den zweiten Gegentreffer. Der CFC war nun von der Rolle mit teils slapstickhaften Einlagen (Conrad, Kunz). Zwar versuchte man nach vorne zu spielen, liess aber jegliche Durchschlagskraft vermissen. Da brachten auch die viel zu späten Einwechslungen von Köhler (Hansch, Türpitz in der 86. Minute, Reinhardt in der Nachspielzeit) keine Besserung. So schaukelten die Preussen ihren vierten Sieg in Folge ohne weitere Probleme über die Zeit.

Warmer Empfang der Mannschaft um 4 Uhr im SportforumDoch es gibt auch Positives zu berichen. Da gab es ein bemerkenswertes Halbzeitinterview im MDR-Livestream mit Thorsten Heinrich alias Thorti. Sachlich, souverän und mit viel himmelblauem Herzblut beantwortete Thorti die durchaus bohrenden Fragen des Reporters. Grundtenor - gerade in solch kritschen Zeiten müssen Fans und Verein zusammen stehen, die Misere sachlich statt emotional aufgearbeitet werden.
Und als die Mannschaft gegen 4 Uhr von ihrer verkorksten Dienstreise im Sportforum ankamen, bereiteten ihnen 200 der treuesten Fans mit Gesängen und Bengalos einen warmen Empfang. Einfach nur großartig!

Fazit: Mund abputzen. Weiter geht's! Der Auftritt in Münster war dürftig - keine Frage. Aber es war auch nicht das wahre Leistungsvermögen des CFC. Gegen Regensburg in einer Woche muss die Fiwi gerockt werden und dann geht es zum Jahresfinale nach Rostock. Auf geht's CFC!

Besten Dank für die Bilder geht an gentleman.

Wertung: 4,5

Bester Himmelblauer: Dem

Pressestimmen

www.liga3-online.de

Strittige Szenen am 17. Spieltag: Die Analyse von Babak Rafati

Szene 2: Bei einem Laufduell mit Alexander Bitroff (Chemnitzer FC) geht Benjamin Schwarz (Preußen Münster) zu Fall. Schiedsrichter Patrick Schult wertet die Aktion als Notbremse und zeigt Bittroff glatt Rot.
Babak Rafati: Bittroff und Schwarz berühren sich im Laufduell kurz vor dem Chemnitzer Strafraum. Der Schiedsrichter hat von hinten einen guten Blick auf die Szene. Der Verteidiger von Chemnitz macht überhaupt keine Anstalten seinen Gegenspieler durch Foulspiel stoppen zu wollen. Im Gegenteil, er zieht zurück. Schwarz ist etwas zu schnell und kommt dadurch schon vor dem leichten Kontakt mit Bittroff ins Straucheln und fällt anschließend. Die Berührung mit dem Verteidiger ist nicht ausgehend vom Verteidiger, sondern vom Stürmer selbst, denn er läuft an den Oberkörper des Verteidigers – dieser kann sich jedoch nicht in Luft auflösen. Der Kontakt ist keinesfalls als Foulspiel zu bewerten, vielmehr ein Zweikampf der fußballtypisch ist. Hier wäre es richtig gewesen, weiterlaufen zu lassen. Somit liegt eine Fehlentscheidung vor. [..]

Bild-Chemnitz

Darum ging es in Münster schief

Lähmt die Kohle-Krise jetzt auch die Beine und die Köpfe der Chemnitzer Profis? Mittelfeld-Chef Tim Danneberg (30) wehrt nach dem 0:1 in Münster ab: „Das war nicht der Grund. Wir haben über 75 Minuten in Unterzahl gespielt. Wir haben wenig zugelassen, hatten wegen der nötigen Umstellungen vorn nicht mehr die erhoffte Durchschlagskraft.“ Danneberg erklärt: „Wir haben das vernommen, uns zusammengesetzt und eingeschworen. Wir sind ein geschlossener Haufen, der dem Verein und auch sich selbst sehr gern den ganz großen Coup bescheren will.“ Der CFC will im Aufstiegskampf ein erfolgreiches Saisonende erleben. Die Fans spielen für Danneberg dabei eine ganz besondere Rolle. [..] Die gute Seite der Fan-Unterstützung erlebten die Spieler bei Ankunft im Sportforum um 4.15 Uhr am Sonnabend. Danneberg: „Da standen gefühlt 150 Fans mit Bengalos, um uns zu feiern. Wir waren wieder hellwach. Das war ein intensives Zeichen, traumhaft in dieser brisanten Zeit.“

www.tag24.de

0:1! CFC vermasselt Sprung auf Platz 1

Vor dem Spiel hatte die Hoffnung, erstmals in dieser Saison die Spitze der 3. Liga zu erklimmen, noch neue Nahrung erhalten. Anton Fink meldete sich nach Knieproblemen fit und nahm wieder seine angestammte Position hinter Stoßstürmer Daniel Frahn ein. Die Freude über die Rückkehr der Nummer neun wich aber schnell, da der CFC bereits nach 16 Minuten in Unterzahl geriet. Was war passiert? Benjamin Schwarz startete zentral durch, näherte sich mit Alexander Bittroff im Schlepptau dem Strafraum, wo ihn der herausgeeilte Kevin Kunz in Empfang nehmen wollte. Schwarz legte sich das Leder rechts an Kunz vorbei und Bittroff sah sich gezwungen, kurz vor der Strafraumgrenze die Notbremse zu ziehen. Schiedsrichter Patrick Schult überlegte keine Sekunde und schickte ihn mit glatt Rot in die Kabine. [..]

MDR-Online

Frühe Rote Karte für den CFC

[..] Preußen hatte deutliche Feldvorteile, wusste die aber selten auszunutzen. Große Chancen gab es kaum. [..] Nach 35 Minuten in Unterzahl war der CFC erstmals geschlagen. Nach der Halbzeitpause bediente Schwarz Warschewski. Der drehte sich um die eigene Achse und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie (52.). Danach dominierte der SC Preußen mit Ballsicherheit und aggressiven Zweikämpfen das Geschehen auf dem Platz. Der CFC kam indes mit einem Mann weniger nicht zu nennenswerten Torchancen. Die "Himmelblauen" starteten zwar noch eine Schlussoffensive, ein Treffer gelang aber nicht. [..]

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Es ist eine bittere Niederlage. Wir haben gut begonnen, dann kam die Situation mit der Roten Karte. Wir konnten hinterher noch aktiven Fußball spielen und Nadelstiche setzen. Das Tor hat die Mannschaft nicht umgeworfen. Wir sind enttäuscht, dass wir nach der Kampf und der Laufbereitschaft nicht noch mit einem Punkt belohnt worden sind."

Benno Möhlmann (SCP) bei mdr.de:
"Toll, dass sich die Mannschaft belohnt hat. Auch wenn es wieder ein knapper Sieg war, die drei Punkte sind verdient. Nach der Führung war die Sorge sichtbar, dass wir das Spiel doch noch verlieren. Wir haben dann zu fehlerhaft agiert. Unter dem Strich sind wir ein ganzes Stück weitergekommen und wir sollten uns nun alle darüber freuen. Chemnitz hat nach der Roten Karte noch konzentrierter agiert. Uns hätte das in mancher Phase, gerade im Abschluss, auch gut getan."

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