Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:1 n.V.FSV Zwickau
FSV Zwickau
Halbfinale - Sachsenpokal - Saison 2016/2017
Mittwoch, 19. April 2017, 19:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.725
Schiedsrichter: Albert (Tannenbergsthal/Muldenhammer)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Zwickau
T Kunz
A Bittroff
A Dabanli (39. Danneberg)
A Mbende
A CincottaGelbe Karte (46. Koch)
M Reinhardt
M Jopek
M Mast
M Fink
M Grote
S HanschGelbe Karte (79. Frahn)

Trainer: Köhler
1:0 Jopek (10.)
1:1 König (85.)
2:1 Mast (93.)

T Brinkies
A Acquistapace
A Wachsmuth
A Miatke
A Göbel
M Schröter (56. Koch)
M Frick (72. GenauschGelbe Karte)
M Lange (56. ÖztürkGelbe Karte)
M Könnecke
S NietfeldGelbe Karte
S KönigGelbe Karte

Trainer: Ziegner
Spielbericht

Großer Kampf wird spät belohnt

Von dFT

Pokalfinale, Pokalfinale – wir fahren wieder mal zum Pokalfinale. Das stand in Zahlen geschrieben an der Anzeigetafel, als Schiedsrichter Albert, der sich den Unmut beider Lager zuzog und vom Spiel doch gar nicht genug bekommen konnte, spät am Abend das Spiel abpfiff. Zwickau kann heimfahren, an der Pappe basteln, Chemnitz dagegen im Mai den letzten Schritt in den DFB-Pokal 2017/18 gehen.

CFC - FSV Zwickau 2:1 n.V.Frostig war es in Chemnitz. All die Unentschlossenen wurden eine Stunde vor Anpfiff durch einen ergiebigen Graupelschauer überzeugt, lieber doch hinterm Ofen zu bleiben und dort die Tomaten anzuzüchten oder Goethes Osterspaziergang zu rezitieren. Und so blieben zu viele Plätze im Stadion frei. Das galt auch für die himmelblauen Kaderplätze, wobei insbesondere in der Defensive mit Endres, Scheffel, Dem und nun auch noch Conrad eine veritable Formation nach wie vor ausfiel, sodass selbst Stenzel, grad so wieder hergestellt, auf der Bank Platz nahm.

Zwickaus Coach Torsten Ziegner orakelte von gegenseitigem Respekt und meinte damit die Anerkennung der gegnerischen Leistung. Auf dem Platz war davon seitens der Roten insofern nichts zu spüren, als dass diese nicht nur von Beginn an selbstbewusst weit vorn auf unsere ballführenden Spieler gingen und dies auch über lange Strecken des Spieles erstaunlich fit durchhielten (beeindruckend), sondern auch in einem miesen, dreckigen Auftreten, wie man es von Zwickau inzwischen gewohnt ist. Permanent am Austeilen, am Schieben, Zerren, Treten, permanent am Weinen, Beschweren, Lamentieren. Jedwede Gelegenheit nutzend, Meter gutzumachen („Fouls“ an der Torauslinie führten mehrfach zu Freistoßausführungen durch Brinkies an der Strafraumgrenze, Einwürfe wurden bis weit in die zweite Hälfte hinein grundsätzlich 10m weiter vorn ausgeführt, usw.), ständig auf der Suche nach dem geschenkten Elfmeter. Respektlos ist das, Herr Ziegner. Bringt man euch sowas im Trainerlehrgang bei? Lächerlich, dass ausgerechnet du dich dann zur Schiedsrichterkritik hinreißen lässt, aber an der gestörten Wahrnehmung scheinen im Sachsenring-Lager alle zu leiden, da der Gästeblock zur Erheiterung des Stadions sich nicht entblödete, den Unparteiischen der Schiebung zu bezichtigen, der sich im Gespann mit seinen Assistenten sehr, sehr viele kleine Fehler leistete (etwa 70:30 zu Ungunsten der Himmelblauen), von den Roten auf der Nase rumtanzen ließ.

CFC - FSV Zwickau 2:1 n.V.Die Himmelblauen nahmen den Schlagabtausch an, ohne Abtastphase ging es gleich voll zur Sache. Hansch brachte erneut viel Feuer in die vorderste Linie, rechtfertigte seine Aufstellung auch im Vergleich zu Frahns Gefährlichkeit nach dessen Einwechslung (der für sein Spiel wohl am meisten von allen mehr Laufstärke bräuchte). Viel lief zunächst über die linke Seite mit Cincotta und Grote, Fink interpretierte seine Rolle als hängende Spitze sehr engagiert, die Abwehr stand auch. Eine der frühen Szenen nutzte der CFC im Anschluss an einen Freistoß zur Führung, als Jopek den abgewehrten Ball nach Ablage durch Grote mit einem schönen Schlenzer veredelte. Auch die Folgeminuten sahen noch einige mehr oder weniger gefährliche CFC-Aktionen, bevor Zwickau die Himmelblauen ab etwa Minute 20 stärker in die Defensive drängte, außer Ecken und einem Schuss aus dem Hinterhalt durch den Schachter in den Sachsenring-Reihen (Sachen gibt’s!) aber nichts nennenswertes herausholte. Nennenswert dagegen noch zweierlei. Ein mächtiges Pfund des defensiv ein wenig wackligen Bittroffs kurz vor der Pause, der Brinkies zur Glanzparade zwingt. Und mit Dabanli ein Neuzugang im Krankenlager. Innenverteidiger, logisch. Reinhardt, bis dahin sehr aufmerksam und solide auf der 6, rückt nach hinten, nimmt sein gutes Spiel mit. Danneberg übernimmt seinen Posten. Die Pausenführung absolut verdient.

CFC - FSV Zwickau 2:1 n.V.In der Pause wechselt Köhler zum zweiten Mal, bringt Koch für den gelbbelasteten Cincotta und damit zwar etwas weniger offensive Giftigkeit, dafür aber defensive Stabilität. Was auch notwendig wird, weil der CFC die Zwickauer nun herauslocken will. Das sieht bisweilen unorthodox aus, auch bringen sich die Himmelblauen mit ihren Dreiecken bis hinter zu Kunz einige Male durch Ungenauigkeiten in die Bredouille. Und doch ergeben sich dadurch immer wieder auch mal Lücken in der roten Defensive, die aber von unseren Jungs nicht genutzt werden konnten (Hansch, Fink). Zwickau verstärkte die Offensive, zumindest nominell, brachte Koch und Öztürk. Beachtlich, was die dort inzwischen im Kader haben. Als Mitte der zweiten Hälfte Mbende, der ein ganz starkes Spiel machte, verletzt am Boden bleibt, geht die Rätselei los. Wie könnte man denn jetzt noch umstellen, um wenigsten formell noch einen Abwehrverbund aufzubieten? Keine Lösung. Aber Mbende kann nach Behandlungspause auch weitermachen, das große Duell gegen König fortführen. In der Schlussphase erhöht Zwickau die Schlagzahl, kommt nun ab etwa Minute 70/75 auch zu ersten, vereinzelten Abschlüssen aufs Tor, fordert bei jeder Aktion im Strafraum Elfmeter (dabei sind derlei Geschenke den Bördebauern vorbehalten) und verlängert den kalten Abend tatsächlich, als König in der einzigen Szene, in der Mbende nicht bei ihm ist (um auf der Außenbahn zu stören, weil die Ordnung verloren gegangen war), einköpfen kann. Schade, angesichts der langsam in den roten Bereich kippenden Akkus auf Chemnitzer Seite aber nicht gänzlich überraschend, da Zwickau in dieser späten Phase mehr zum zusetzen hatte und dies auch in stetig wachsenden Druck ummünzte, wobei das Chancenplus auch in Hälfte zwo bei den Hausherren lag. Mit Kunz rückte aber in dieser späten Phase des Spiels ein Akteur zunehmend ins Blickfeld, der zuvor kaum geprüft wurde und seiner Mannschaft mit sehr guten Paraden (den Göbel-Freistoß holt nicht jeder Schlussmann aus dem Winkel!) und resoluten Aktionen (mehrmals faustet Kunz den Ball kompromisslos aus der Gefahrenzone) Sicherheit und die zweite Luft brachte.

CFC - FSV Zwickau 2:1 n.V.Die Verlängerung begann mit einem Paukenschlag. Nach einer Reinhardt-Ecke (erstaunlich, welche Rollen unser Innenverteidiger (!) bei Ecken übernahm!) landet der Ball bei Mast an der Strafraumgrenze und wird von dort auf die Reise ins Glück gebracht. Die Führung zieht Zwickau den Zahn, vielleicht macht sich deren hoher Laufaufwand nun auch bemerkbar, wahrscheinlich gibt das Tor unseren Jungs die Frischzellenkur. Letztlich wehrt unsere Defensive jetzt alles souverän ab, gewehrt Zwickau keine Chancen mehr, spielen unsere erfahrenen Spieler endlich mal wieder ihre Erfahrung aus, nehmen Zeit von der Uhr, halten den Ball möglichst lange in den Reihen und weit weg vom Kunz-Kasten. Und so kann Sachsenring auch die zwei Extraminuten nach Ablauf der 120 Minuten nicht mehr nutzen, pfeifft SR Albert das Spiel schließlich ab. Grandiose Party der vom Spiel gezeichneten Akteure in Himmelblau, die kaum noch die Körner im Tank haben, zur Feier vor die Südkurve zu hinken. Daumen hoch für diesen Einsatz und den absolut verdienten Finaleinzug. Und für alle, die sich um Tomaten und Goethe gekümmert haben: Pech gehabt, falsche Entscheidung getroffen.

Besten Dank für die Bilder geht an Lenny von cfcfans.de.

Wertung: 2,0 (rassig, spannend, großer Kampf)

Beste Himmelblaue: Mbende, Fink, Reinhardt

Trainerstimmen

Torsten Ziegner (FSV) bei mdr.de:
"Es war ein hart umkämpftes Halbfinale. Man hat gemerkt, dass es für beide Teams um extrem viel ging. Wir haben in diese Partie wahnsinnig viel investiert und sind natürlich nach der Niederlage sehr enttäuscht. Meine Mannschaft hat einen großen Kampf geboten, den CFC immer wieder auch zu Fehlern gezwungen und sich mit dem Ausgleich kurz vor Toreschluss die Verlängerung verdient. Dann war es doppelt ärgerlich. Zum einen das Tor und vor allem, dass es davor kein Eckball war. Es ist vor allem ärgerlich, dass es der sächsische Fußballverband nicht geschafft hat, bei einem Duell zweier Drittligisten, auch das entsprechende Schiedsrichterniveau aufzubieten."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. Meine Mannschaft erneut den Ausfall eines Innenverteidigers gut kompensiert. Zwickau war vor allem bei Standards sehr gefährlich. Nach unserer Führung in der Verlängerung, haben wir dieses enge Spiel auch mit einer Portion Glück über die Runden bekommen."

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