Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:1VfR Aalen
VfR Aalen
23. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 18. Februar 2017, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.084
Schiedsrichter: Gerach (Landau)
Chemnitzer FCTorfolgeVfR Aalen
T Kunz
A Reinhardt (52. Hansch)
A Dabanli
A Conrad
A BittroffGelbe Karte
M Danneberg (59. Türpitz)
M Jopek
M Mast
M Fink
M GroteRote Karte
S FrahnGelbe Karte

Trainer: Köhler
0:1 Preißinger (11.)

Besondere Vorkommnisse:
Rote Karte für Grote wegen Schieri-Beleidigung (47.)

T Bernhardt
A Traut
A Müller
A Geyer
A Menig
M Welzmüller
M Ojala
M Deichmann (67. Vasiliadis/90. Stanese)
M PreißingerGelbe Karte
M Morys
S Wegkamp (91. Paetow)

Trainer: Vollmann
Spielbericht

Im Osten nichts neues

Von jb

Nach dem erfolgreichen Auftritt der Vorwoche sollte heute im Heimspiel nachgewaschen werden. Dafür kam der wieder fitte Anton Fink zurück in die Startelf, Hansch musste auf die Bank. Zudem fehlte Cincotta verletzt, weshalb Sven Köhler Bittroff wieder von rechts nach links stellte und Reinhardt von der Ersatzbank auf die Position der Rechtsverteidigers beorderte. Da er dies in der laufenden Saison schon mehrfach gespielt hat durchaus nachvollziehbar, zumal es bei Stenzel nach seiner Verletzung noch nicht für die Startelf zu reichen schien.

CFC - VfR Aalen 0:1Die Kulisse war leider recht mager, was zum einen an den Winterferien und zum anderen an den gefühlt sehr unangenehmen Wetterbedingungen lag – und vielleicht hatten einige Leute schlichtweg eine ungute Vorahnung und blieben deshalb fern. Die Anwesenden wollten aber dafür gut von den Himmelblauen unterhalten werden. Dummerweise hatte das niemand den Gästen mitgeteilt, denn die gaben besonders in Person des schnellen Morys über Links den Spielverderber. Bereits in der 3. Minute wurde es zum ersten Mal gefährlich, Conrad mit einem Fehlpass im Spielaufbau, Dabanli sieht einem Kopfballduell im Mittelkreis ganz alt aus und Reinhardt kann Morys nur mit Mühe folgen und ihn per Foul nahe der Eckfahne stoppen. Der Freistoß wird direkt auf den langen Pfosten gezirkelt, und Kunz musste sich ganz schön strecken um diesen Ball noch zur Ecke zu klären. Den ersten Angriff des CFC gab es in der 6. Minute zu sehen. Mast schlägt einen schönen Diagonalball in den Lauf von Grote, der aus spitzem Winkel in Mitte querlegt. CFC - VfR Aalen 0:1Dort lauerte Frahn, aber vor ihm leider noch zwei Abwehrspieler, vielleicht wäre eine Direktabnahme für Grote hier die bessere Wahl gewesen. Direkt im Gegenzug kommt wieder Morys, zieht in die Mitte und verlagert das Spiel auf die andere Seite, den Pass in den 16er blockt Conrad vor die Füße eines weiteren Aaleners, dessen Schuss Kunz kurz abprallen lassen muss und beim Nachschuss aus Nahdistanz des heraneilenden Morys Kopf und Kragen riskierte um den Rückstand zu verhindern. Obwohl Kunz dabei klar am Kopf getroffen wurde, hielt der Schiedsrichter einen Pfiff nicht für nötig. Viel schlimmer in der Situation aber wieder das Verhalten unserer Defensive. Nachdem Morys den Ball abgab blieb er im Zentrum, aber weder Danneberg noch Dabanli fühlten sich für zuständig, und Reinhardt hatte in dieser Situation noch einen weiteren Gegenspieler im Rücken.

CFC - VfR Aalen 0:1Die Hoffnung, dass dies der Weckruf für die Himmelblauen sein sollte war leider vergebens. Einen für Frahn gedachten Ball von Jopek stoppt Fink per Kopf vor die Füße eines Aaleners, Preißinger wird über die linke Angriffsseite geschickt, wobei Mast und der aufgerückte Reinhardt keine Chance mehr haben ihn zu erreichen. Jopek hätte die Chance gehabt, war aber ohne Ball langsamer als Preißinger mit, und Dabanli machte auch keinen Anstalten seinen Gegenspieler zu attackieren. Ein flacher Schuss vom Strafraumeck Richtung langer Pfosten und schon steht es 0:1 (12.). Kunz machte sich lang, sah dabei aber nicht sehr gut aus, jedoch setzte der Ball kurz vor ihm auf.
Der CFC versuchte zu reagieren, Mast setzte sich nahe der Grundlinie gegen drei Gegenspieler durch, der Ball ins Zentrum wurde jedoch geblockt. Ganz anders die Gäste, immer wieder mit Kontern gefährlich. Und auch bei einem Freistoß in Minute 18, Ojala bringt diesen aus 35 m hoch in den 16er, Dabanli verliert Wegkamp aus den Augen, dessen Kopfballablage bei Morys landet und wieder muss Kunz gegen dessen artistischen Schuss aus Nahdistanz klären. Sven Köhler konnte das so nicht länger mit ansehen und reagierte nach knapp 20 min mit einer taktischen Umstellung: Bittroff übernahm auf der rechten Seite Morys, und der heute sowohl in den Beinen als auch im Kopf langsame Reinhardt ging auf die Linksverteidigerposition. Zumindest in Sachen Gästekonter in HZ 1 war die Umstellung erfolgreich. CFC - VfR Aalen 0:1Der CFC übernahm nun die Kontrolle über das Spiel, setzt offensive Akzente, echte Torgefahr entstand dabei jedoch nicht wirklich. Fink scheiterte aus spitzem Winkel im 1:1 ebenso am Torwart wie Jopek mit einem Schuss aus 20 m oder Frahn aus Nahdistanz. Und Danneberg setzte den Ball knapp neben den Pfosten, nachdem er von Grote mit einem tollen Steilpass im Strafraum angespielt wurde. Sowohl Frahn als auch Danneberg kamen dann noch im Strafraum zu Fall, was der Schiedsrichte beide Male weiterspielen ließ. Sicherlich keine 100%igen Elfer, aber der ein oder andere Schiri hat sowas schon gepfiffen.
Kurz vor der Pause zeigten sich die Gäste doch noch mal in der Chemnitzer Hälfte, und schon wurde es wieder gefährlich. Zuerst muss Mast die Defensive unterstützen und gegen Morys den Ball ablaufen (44.), eine Minute später kam dann aber wieder keiner hinterher. So wurde der extrem auffällige Morys beim Querpass auf Ojala nicht gestört, und der hatte wiederum keinen Gegenspieler bei seinem Schuss aus 16 Metern. Es wäre das 0:2 gewesen, wenn Kunz nicht noch mit einem großartigen Reflex den Ball mit seinen Fingerspitzen um den Pfosten gelenkt hätte. Das war es dann in Halbzeit eins. Auf jeden Fall sehr unterhaltsam, wenn auch bisher mit dem aus himmelblauer Sicht falschen Ergebnis.

CFC - VfR Aalen 0:1Dies sollte natürlich ändern, der CFC kam motiviert aus der Kabine und wollte wieder die Kontrolle übernehmen. Das funktionierte genau zwei Minuten. Nach einem weiten Ball von Reinhardt wird Fink bei der Ballannahme gestört und Grote hat beim Versuch den Ball in den eigenen Reihen zu behalten gegen einen heftig grätschenden Aalener das Nachsehen. Über diese Aktion regte er sich ordentlich auf und nach ein paar Schritten neben dem Schiedsrichter gab es plötzlich einen Pfiff und dann eine Rote Karte wegen Beleidigung. Wie Fink hinterher im Interview erzählte, hat Grote wohl „Leck mich am Arsch!“ gerufen.
Klar kann man darüber diskutieren ob dies (in der heutigen Zeit) überhaupt eine Beleidung ist. Klar hätte man ihm das Ganze so auslegen können, als hätte er das nur so vor sich hingesagt. Aber er rief es offenbar gut hörbar, während er bewusst neben dem Schiedsrichter herlief. Das ist wenigstens dumm, wenn nicht sogar vereinsschädigend. Denn so wie der Herr in Schwarz bis zu diesem Zeitpunkt pfiff hätte man erahnen müssen, dass er über sowas nicht lächelnd hinwegsieht.

CFC - VfR Aalen 0:1Nun also in Unterzahl gegen eine sehr kompakt und gut stehende Gastmannschaft (die heute im Prinzip so spielte wie auch der CFC auswärts). Sven Köhler setzte nun alles auf Offensive, brachte Hansch für Reinhardt und kurz darauf Türpitz für Danneberg. Hinten verteidigte eine Dreierkette, davor agierte Jopek und 5 Offensiven versuchten die Gäste zu beschäftigen. Wenig überraschend also, dass Aalen nun doch wieder zu einigen Kontern kam. Letztlich hatte immer ein Abwehrspieler oder der mehrfach überragende Kunz immer noch ein Körperteil dazwischen, so dass es bei einem Gegentor blieb. Trotz allem Offensivpersonal sprangen für den CFC kaum Chancen heraus, Fernschüsse von Conrad (69., vorbei) und Jopek (82., gehalten) sind da schon erwähnenswert. Größter Aufreger in HZ 2 neben der Roten Karte war dann noch ein aberkanntes Tor. In der 74. Minute erläuft Fink stark einen Ball an der Grundlinie und flankt direkt in die Mitte, Frahn verlängert auf Hansch, der nimmt den Ball mit der Brust an und zieht hüfthoch mit seinem linken Fuß ab ins lange Eck und lässt das Netzt wackeln. Eigentlich ein richtig sehenswerter Spielzug, wenn, ja wenn denn nicht Frahn den Ball mit der Hand verlängert hätte - und er hatte wirklich beide Arme weit nach oben gerissen, sowas kann man gar nicht übersehen. [Anmerkung: Abends war ich noch nebenan zum Volleyball bei den CPSV-Damen, dort hätte Frahn als Zuspieler sicher auch eine gute Figur abgegeben.] Somit blieb es bei der Heimniederlage.

Fazit: Es war ein typisches Heimspiel für den CFC. Durch die Ergebnisse der Vorwoche und auch an diesem Spieltag der Konkurrenz hätte man einen guten Schritt Richtung Platz 2 machen und auch im Umfeld Euphorie entfachen können – vergeigte dies aber zum wiederholten Male. Das gute Umschaltspiel mit den schnellen Spitzen, welches auswärts so gut funktioniert, nützt einem daheim gegen einen tief stehenden Gegner nichts. Dazu gesellen sich einige haarsträubende Abwehrfehler, und die individuelle Klasse einzelner Spieler scheint ihre Nebenleute dazu zu verleiten, dann und wann einen Schritt weniger zu machen – und so steht man dann mit einem 0:1 da.

Besten Dank für die Bilder geht an Lenny von cfcfans.de.

Wertung: 3,0

Beste Himmelblaue: Kunz, Mast

Spielerstimmen

Anton Fink (CFC) beim MDR:
"Wir müssen uns jede Woche der Kritik stellen. Aber die Schiedsrichter kommen hierher und fahren dann mit dem Glauben nach Hause, alles richtig gemacht zu haben. Das kotzt mich einfach nur noch an. Es gibt Woche für Woche Situationen, die gegen uns entschieden werden."

Kevin Conrad (CFC) in der Freien Presse:
"Das hat nichts mit Auswärtsstärke und Heimschwäche zu tun. Gegen Aalen hatten wir viel mehr Ballbesitz als der Kontrahent. Die Gäste standen sehr tief in der Abwehr und haben sich nach ihrem frühen Tor nur noch hinten reingestellt. Uns fehlten im Angriff die Ideen. Deshalb verlebte der gegnerische Torhüter einen ruhigen Tag."

Trainerstimmen

Peter Vollmann (VfR) bei mdr.de:
"In diesen neunzig Minuten hat Chemnitz das Spiel komplett dominiert und wir hatten vor allem in der Anfangsphase unsere Torchancen. Als wir mit unserer Art Fußball zu spielen, Nadelstiche setzen wollten und im richtigen Moment das 1:0 hinbekommen haben. In der zweiten Halbzeit gab es mit der roten Karte für Chemnitz keinen Abriss in der Dominanz des CFC-Spiels. Unsere Tormöglichkeiten sind nur durch Konter entstanden, die wir natürlich zur Entscheidung nutzt sollen. Und am Ende waren wir der glückliche 1:0-Sieger."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft aus Ballbesitz und guten Möglichkeiten etwas Zählbares zu machen. Beim Rückstand hätten wir den Torschuss besser verteidigen müssen. Mit der roten Karte mussten wir erhöhtes Risiko gehen und hatten natürlich auch zwei, drei Großchancen zu verteidigen. Aalen hat tief und clever gestanden und wir hatten nicht das nötige Glück."

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