Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:1FC Rot-Weiß Erfurt
FC Rot-Weiß Erfurt
35. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 29. April 2017, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.386
Schiedsrichter: Müller (Löchgau)
Chemnitzer FCTorfolgeFC Rot-Weiß Erfurt
T Kunz
A BittroffGelbe Karte
A Reinhardt
A MbendeGelbe Karte
A KochGelbe Karte
M Jopek
M Danneberg
M Mast (65. Baumgart)
M Fink
M Grote
S Hansch (75. Frahn)

Trainer: Köhler
1:0 Grote (22.)
1:1 Uzan (77.)

T Klewin
A MenzGelbe Karte
A MöckelGelbe Karte
A Erb
A Odak
M VocajGelbe Karte (73. Bieber)
M AydinGelbe Karte
M BergmannGelbe Karte
M TyralaGelbe Karte (46. Kammlott)
M BrücknerGelbe Karte
S Uzan (84. Benamar)

Trainer: Krämer
Spielbericht

Unansehnliches Schaulaufen

Von jb

Da nach der Niederlage in Kiel nun auch die kühnsten Optimisten die letzten Aufstiegshoffnungen begraben haben, trudelt die Saison ihrem Ende entgegen. Mal abgesehen vom Pokalfinale bedeutet dies vier Mal Schaulaufen. Oder zumindest könnte es so sein, vorausgesetzt die Spiele sehen nicht so aus wie heute.

CFC - Rot Weiß Erfurt 1:1Vorm Spiel gab es noch „Geburtstags“grüße der etwas anderen Art. Olaf Kadner ist seit fast auf den Tag genau 20 Jahren Stadionsprecher des CFC. Herzlichen Glückwunsch, Olaf! Sichtlich und hörbar gerührt blickte er zur Anzeigetafel, von der Olaf Thon einen Glückwunsch aus Gelsenkirchen überbrachte (Kadners zweiter Herzensvereins sind ja die West-Schachter). Du machst deine Sache gut, auch wenn natürlich nicht jeder Satz den Geschmack jedes Einzelnen der im Schnitt > 6.000 Zuschauer trifft (geht ja auch gar nicht).
Und sonst so? Ach ja, irgendwie war ja auch noch Fußball. Da Conrad verletzt ist und Frahn wieder nur auf der Bank saß führte Danneberg die Himmelblauen heute als Kapitän aufs Feld. Tja, und dann passierte etwa 20 Minuten lang: nichts. Kaum Bewegung in den himmelblauen Reihen, daher kaum ein Spielaufbau möglich. Die rechte Seite komplett verwaist, da sich Mast häufig in die Mitte orientierte und Bittroff viel zu weit vorne unterwegs war. Viele Bälle quer durch die eigene Abwehrreihe, und häufig auch zurück zu Kunz. Und wenn es dann doch mal vorwärts ging, beendeten Jopek und Fink diese Versuche sofort mit Fehlpässen. Wirklich gruselig, zum Glück war Erfurt in der ersten Hälfte einfach noch viel schlechter als der CFC. Immerhin stand die Innenverteidigung, wieder mit Reinhardt und Mbende, sicher und ließ keine Gelegenheit der Gäste zu.

CFC - Rot Weiß Erfurt 1:1 Angesichts dieses Verlaufs muss folgende Szene als erste Torchance herhalten: Grote tritt einen Freistoß aus 25 m hoch in den Strafraum, Mbende steigt am höchsten, trifft den Ball aber nicht richtig und der geht etwa fünf Meter am Tor vorbei (20. Minute). Völlig überraschend brandete zwei Minuten später Jubel auf den Rängen auf. Ein hoher Ball segelt Richtung Strafraum, Möckel kann den Ball unter Bedrängnis von Hansch nur zentral vor die Füße von Grote köpfen, und der hebt die Kugel aus 20 Metern geschickt über den zu weit vorm Tor stehenden Klewin ins lange Eck – 1:0 (22.). Das Ganze übrigens mit seinem schwächeren rechten Fuß. Und die Gäste? Machten die Räume eng und attackierten die Himmelblauen früh, brachten aber Offensiv nichts zu Stande. Bis zur 31. Minute dauerte es, bis zum ersten Mal ein Ball Richtung Kevin Kunz unterwegs war. Beim völlig harmlosen Freistoß von Tyrala hatte unser Schlussmann keinerlei Mühe, genauso wie bei einem Schussversuch aus 20 Metern ein paar Minuten später. Der CFC hatte dann bei einem Konter noch vor der Pause die Großchance die Führung auszubauen. Mast verlängert einen weiten Ball auf Fink, der steckt schön für Hansch durch, doch Klewin ist einen Tick schneller am Ball. Keine Ahnung wieso, aber Hansch wirkte in der Situation etwas unentschlossen, dabei hat er solche Tore diese Saison schon gemacht.

CFC - Rot Weiß Erfurt 1:1Angesichts der Harmlosigkeit der Erfurter freute man sich eigentlich auf eine entspannte zweite Hälfte, hatte der CFC doch auch ohne spielerischen Glanz alles gut im Griff. Aber Pustekuchen. Ähnlich wie die kräftigen Regenschauer durch das Stadion fegten nun plötzlich die Gäste durch den Chemnitzer Strafraum. In der 53. Minute wurde es das erste Mal so richtig gefährlich, Flipper im CFC-16er. Drei oder vier Mal bekommt man den Ball nicht weg, immer wieder ist ein Gästebein dazwischen und versucht den Ball Richtung Tor zu bringen, am Ende vergebens. Aber kaum war der Ball mal raus aus der Gefahrenzone, kam er schon wieder zurück. Dieses Mal am Fuß des eingewechselten Kammlott, sein Schuss vom linken Strafraumeck lenkt Kunz gerade noch so um den Pfosten. Auch bei der folgenden Ecke herrscht das blanke Chaos, kann der Ball erst im 4. Versuch aus dem Strafraum befördert werden. Kommt aber auch gleich wieder postwendend zurück, und Kunz muss einen Distanzschuss über die Latte lenken. Danach noch mal eine Flanke, die am Fünfmeterraum von der CFC-Abwehr und glücklicherweise auch von drei Erfurtern verpasst wird. Damit war die Drangphase der Gäste wieder vorbei.

CFC - Rot Weiß Erfurt 1:1Der CFC tat sich weiterhin schwer das Spiel zu gestalten und lauerte lieber auf Konter. Und in der 58. Minute hätte das zum Erfolg führen können, wenn nicht gar müssen. Fink und Hansch im Doppelpass, und plötzlich steht unser Toptorjäger allein am Strafraum und schiebt den Ball vorbei an Klewin Richtung Tor. Die Kugel geht an den Pfosten, und mit einer schnellen Reaktion kann Klewin den abgeprallten Ball halten. Ungläubiges Kopfschütteln unter den himmelblauen Anhängern. Aber zur Verteidigung unseres Fußballgottes a.D.: im Stadion (zumindest von der Gegengerade aus) nicht zu sehen, hatte Klewin den Ball noch mit den Zehenspitzen leicht abgelenkt, sonst hätte der genau gepasst. Also guter Versuch von Fink, großartige Tat des Gästetorwarts. Nach 67 Minuten kam Baumgart für Mast, bemerkenswert, dass Frahn nicht die erste Einwechslung war. Und er hatte gleich eine gute Chance, der nun eher zentral agierende Grote flankte von rechts, und Baumgart verpasst den Ball nur knapp.

Kurz darauf dann der Ausgleich. Wie aus dem Nichts, denn nach der kurzen Drangphase nach der Pause war von den Gästen nichts mehr zu sehen. Ein langer Ball aus der Erfurter Hälfte landet bei Uzan, Jopek trabt ein paar Meter nebenher, Danneberg geht gleich mal zwei Schritte zur Seite und macht so Platz für einen Schuss aus etwa 22 Metern. Dieser eigentlich harmlose Versuch wird von Mbende unglücklich abgelenkt, sodass Kunz auf dem falschen Fuß erwischt wurde und den Ball nur noch mit den Fingerspitzen ablenken, aber den Einschlag ins Netz nicht verhindern konnte.
Der CFC versuchte nun das Ergebnis zu korrigieren, Jopek mit einem Fernschuss (gehalten) und Baumgart mit einem Kopfball (zur Ecke abgelenkt) scheiterten jedoch. Die größte Chance hatte dann der eingewechselte Frahn, nach einem langen Ball von Jopek taucht er frei am gegnerischen Strafraum auf und hebt den Ball über Klewin, trifft dabei nur die Latte und kann den Ball im Nachsetzen nicht kontrollieren (85.). Kurz darauf sinkt Baumgart nach einem Zweikampf im Strafraum zu Boden, er wurde am Hals getroffen und hatte Probleme Luft zu bekommen. Kein Foul, aber ein unglücklicher Zusammenprall. Was danach auffiel, leider negativ, war die Tatsache, dass sich kein Mitspieler um den am Boden liegenden Stürmer kümmerte. In Anbetracht diverser Unfälle mit verschluckten Zungen war dies nicht nachvollziehbar. Die letzten Zwei Aktionen des Spiels gehörten dann noch mal den Gästen. Zuerst erzielte Kammlott ein Tor aus Abseitsposition, eingeleitet wurde die Szene durch einen leichtfertigen Ballverlust von Jopek. In der Nachspielzeit segelte nochmals ein Ball quer durch den Chemnitzer Strafraum, mögliche Abnehmer kamen aber zu spät.

Ein Lob geht heute einzig und allein an die provisorische Innenverteidigung. Mbende hat wieder alles abgeräumt was hoch Richtung Abwehr kam, und Reinhardt hat ringsherum alles rausgeputzt. Auch wenn die Erfurter Offensive kein Gradmesser ist, sah das ganz gut aus.

Fazit: Einige Spieler tun im Moment alles, aber auch wirklich alles, um dem Verein die Siegprämie zu sparen. Angesichts der finanziellen Situation eine noble Geste. Wenn dem nicht so wäre, müsste man ernsthaft die Charakterfrage stellen. Trotzdem ist natürlich bei zwei Aluminiumtreffern auch eine ordentliche Portion Pech beim Ergebnis dabei.

Wertung: 3,5

Beste Himmelblaue: Mbende, Reinhardt

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