Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC4:2SV Wehen Wiesbaden
SV Wehen Wiesbaden
33. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 15. April 2017, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.532
Schiedsrichter: Fritsch (Bruchsal)
Chemnitzer FCTorfolgeSV Wehen Wiesbaden
T Kunz
A Bittroff
A Dabanli
A Conrad (5. Mbende)
A CincottaGelbe Karte
M Reinhardt
M Jopek (74. Danneberg)
M Mast
M Fink
M Grote
S Hansch (79. Frahn)

Trainer: Köhler
0:1 Mayer (2.)
1:1 Hansch (15.)
1:2 Schäffler (19.)
2:2 Mast (35.)
3:2 Hansch (72.)
4:2 Frahn (92.)

Besondere Vorkommnisse:
Mayer schießt Handelfer neben das Tor (55.)

T Kolke
A FunkGelbe Karte (62. Mrowca)
A Mockenhaupt
A Dams
A Mintzel (86. Schnellbacher)
M AndrichGelbe Karte
M Pezzoni
M Müller (71. Schwadorf)
M LorenzGelbe Karte
S Schäffler
S Mayer

Trainer: Rehm
Spielbericht

Frahn bricht seinen Fluch im Osterspektakel

Von Erik Büttner

Es war ein ziemliches Spektakel, was da am Ostersamstag auf der Fischerwiese von statten ging: Sechs Tore und ein umstrittener Elfmeter boten am Ende einige Unterhaltung. Doch besonders in Halbzeit eins konnte sich so mancher Zuschauer das Gähnen schwer verkneifen. Am Ende aber waren alle Himmelblauen glücklich und das 4:2 auch verdient. Der CFC ist mit diesem Ergebnis auch seit vier Spielen ungeschlagen.

CFC - SV Wehen Wiesbaden 3:2CFC-Trainer Sven Köhler hatte zwei Osterüberraschungen in der Aufstellung: Der glücklose Daniel Frahn musste dem jungen Florian Hansch Platz in der Startelf machen. Und auch Tim Danneberg fand sich ungewohnter Weise auf der Bank wieder. Für ihn bekam Julius Reinhard seine Chance. Dass die Entscheidungen gar nicht so unglücklich waren, sollte sich später zeigen. Zunächst aber wurde das Bild anders gezeichnet.

Keine 90 Sekunden dauerte es, da lag das Leder im Tor von Kevin Kunz. Die Chemnitzer Defensive befand sich da noch im Tiefschlaf: Berkay Dabanli ließ sich auf der Außenbahn vernaschen. Innen pennten Björn Jopek und Julius Reinhard und auch Stefano Cincotta gab seinem Gegenspieler viel zu viel Raum. So hatte Wiesbadens Patrick Mayer keine Mühe, seine Mannschaft sehr früh in Führung zu bringen (2.). Da das Gegentor noch nicht Unglück genug war, zog sich Kapitän Kevin Conrad auch noch eine Muskelverletzung zu und musste bereits in Minute fünf durch Emanuel Mbende ersetzt werden. Hängende Köpfe auf den Rängen ließen erste Gedanken aufkommen, ob man nicht doch lieber gleich an die österliche Kaffeetafel aufbricht, zumal der CFC nicht viel tat, was Hoffnung machte. CFC - SV Wehen Wiesbaden 3:2Der SV Wehen Wiesbaden agierte spritziger, Chemnitz vertändelte nahezu jeden Ball beim Versuch des Spielaufbaus und wirkte wie gerade verkatert dem Bett entstiegen. Doch plötzlich lag der Ball im Tor. Grote hatte sich links schön durchgesetzt, eine gute Flanke in die Mitte geschlagen und dort einen dankbaren Florian Hansch gefunden, der das Leder halb im Fallen unter die Latte nagelte (15.).

Die Freude über den Ausgleich währte aber nur kurz. Vier Minuten später blockte der CFC eine Ecke unglücklich in die Mitte, wo Alf Mintzel den Ball - gewollt oder auch nicht - genau auf Manuel Schäffler spielte und der seinen weltallgleichen Platz zu einem sehenswerten Hammer ins CFC-Tor nutzte (19.). Das Spiel war nun wieder vor Hanschs Ausgleich angekommen. Das hieß, ein müde wirkender CFC versuchte verkrampft Offensivaktionen zu Stande zu bringen, scheiterte aber immer wieder an Pässen, die überall hin gingen, nur nicht zum eigenen Spieler. In dieser Phase schien selbst Torwart Kevin Kunz mehr Qualität in der Ballbehandlung zu zeigen, als 80 Prozent seiner Mannschaftskollegen. Wiesbaden agierte zwar optisch etwas spritziger, zeigte aber auch, dass sie nicht zu Unrecht am Tabellenende stehen. Und so wurde es dann um die 30. Minute im Stadion merklich ruhig.

CFC - SV Wehen Wiesbaden 3:2Zehn Minuten vor der Pause entbrannte aber aus dem Nichts Jubel von den Rängen. Wieder hatte Grote nach schönem Zusammenspiel mit Cincotta geflankt, am langen Pfosten Dennis Mast gefunden, der den Ball in die Maschen (35) nickte. Der Ausgleich zum 2:2 bewahrte die 5.532 Zuschauer vor dem Einschlafen und brachte saure Mienen in die 30 Gästefangesichter. Hansch hätte kurz vor dem Pausenpfiff sogar das Spiel kippen können, scheiterte aber an Wiesbadens Torwart Markus Kolke (44.). Das Spiel war Ende der ersten Halbzeit sehr unterhaltsam geworden, das aber eher aufgrund mangelnder denn vorhandener Qualität beider Mannschaften.

CFC - SV Wehen Wiesbaden 3:2Aus der Pause kam der CFC deutlich munterer. So funktionierte das Zusammenspiel besser und auch in der Defensive wurde konzentrierter gearbeitet. Mbende ließ Conrads Ausfall fast vergessen, auch wenn er bislang sehr ungewöhnliche Lösungen für defensive Herausforderungen fand. Richtig heiß wurde es dann wieder in Minute 54 als Schiedsrichter Tobias Fritsch auf einmal auf den Elfmeterpunkt zeigte. Cincotta war zuvor aus drei Metern von Phillip Sven Müller der Ball an den Ellenbogen geschossen worden; es war wohl der Trend des Spieltages, solche Szenen als Elfmeter zu werten. Die Proteste der CFC-Spieler nützten natürlich nichts, höchstens um den Schützen Mayer zu verwirren. Denn der setzte den Strafstoß neben das Tor und es blieb beim gefeierten 2:2 (55.).

Diese Szene setzte beim CFC und insbesondere auch bei Stefano Cincotta neue Kräfte frei. Chemnitz suchte nun die Führung und wurde in Minute 72 fündig. Nach einem Einwurf flankte Bittroff weit in Wiesbadens Sechzehner, Grote zog volley ab, wurde aber geblockt. Doch der Ball fiel genau Hansch vor die Füße, der die Lücke zwischen Gegenspieler Mockenhaupt und Pfosten fand und den Ball zum 3:2 in die Maschen wuchtete. Hansch hatte also seinen Startelfeinsatz mehr als gerechtfertigt und Grote seine dritte Vorlage auf dem Konto. Nach 79 Minuten wechselte Köhler den umjubelten Doppeltorschützen aus und brachte Daniel Frahn. Zuvor war schon Jopek zu seinem Missfallen gegen Tim Danneberg ausgewechselt worden. Doch diesmal hatte Sven Köhler eine gute Hand mit seinen Wechseln. Denn die letzten beiden Szenen gehörten den Einwechslern: Zunächst scheiterte Frahn noch nach einem Konter über Mast unglücklich an Kolke (86.). In der Nachspielzeit aber eroberte Danneberg stark einen Ball, leitete über Fink den Konter ein und Frahn schloss wie zu alten Knipserzeiten zum gefeierten 4:2-Endstand ab (90.+2).

CFC - SV Wehen Wiesbaden 3:2 So gewannen die Himmelblauen eine Partie, die auch leicht zum Heimdebakel hätte werden können. Doch Glück und Pech liegen in der engen Dritten Liga nah beieinander. Wiesbaden verpasste es aber auch, bei seinen Führungen konsequenter zu verteidigen und ließ vor allem auch den Endspurt beim Stand vom 2:3 vermissen. In den letzten 10 Minuten hatte der CFC nicht viel Mühe, die Führung zu verteidigen, wenngleich er auch die Konter hätte besser abschließen müssen. Wichtig ist aber vor allem, dass die Himmelblauen sich vor dem Sachsenpokalspiel gegen Zwickau noch eine Portion Selbstvertrauen holten. Denn eins ist auch Fakt: Um den FSV zu besiegen, müssen die Chemnitzer noch eine Schippe darauf legen. Auf Glück und Moral allein, kann man dann nicht bauen. So schlampig wie Wiesbaden wird am Mittwoch der Kontrahent nicht agieren. Die Botschaft aus der Südkurve zur Halbzeit kommt hoffentlich bei den Spielern an.

Besten Dank für die Bilder geht an Lenny von cfcfans.de.

Wertung: 2,5 (Erst ein müder Kick, nach der Halbzeit wurde es ein Spektakel)

Beste Himmelblaue: Hansch, Mast

Trainerstimmen

Rüdiger Rehm (SVWW) bei mdr.de:
"Es war ein wildes Spiel, was mit dem Ausgang in alle Richtungen offen war. Nach dem Klasse-Führungstor hatte ich auf mehr Sicherheit bei meiner Mannschaft gehofft. Aber wir waren viel zu fahrlässig in der Verteidigung. Wir sind immer gut angelaufen, aber auch oft überspielt worden. Da hofften wir immer, dass der Mitspieler den Ball bekommt. Wir waren nicht robust und körperlich genug im Spiel drin. Der Knackpunkt war der Elfmeter, den wir nicht verwertet haben. Danach kassierten wir nach einem Einwurf den Rückstand. Und agierten in der Schlussphase zu kopflos und bekamen den Konter zum 2:4. Chemnitz hat verdient gewonnen, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben und viel zu fahrlässig verteidigt haben."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Wir sind in der Anfangsphase kalt getroffen worden, mit dem Rückstand und dem Ausfall unseres Kapitäns Kevin Conrad. Aber meine Mannschaft hat sich reingehängt und lobenswert zweimal den Ausgleich markiert. Dann sind es Spiele wie immer in dieser 3. Liga, wo man in der Analyse zwei, drei, vier Situationen erwähnt, wo das Spiel in eine andere Richtung hätte gehen können. Zum Glück ging der Elfmeter vorbei, aber auch Florian Hansch hatte gute Chancen allein vor dem Keeper. Am Ende hat sich meine Mannschaft viel Moral gezeigt und sich mit dem Sieg belohnt."

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