Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:1SC Fortuna Köln
SC Fortuna Köln
25. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Freitag, 03. März 2017, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.776
Schiedsrichter: Schröder (Hannover)
Chemnitzer FCTorfolgeSC Fortuna Köln
T Kunz
A Bittroff
A Dabanli
A Conrad
A Cincotta
M Danneberg
M Fink
M Türpitz (89. Baumgart)
M Mast
S Hansch (84. Reinhardt)
S Frahn

Trainer: Köhler
0:1 Dabanli (21./Eigentor)
1:1 Hansch (23.)
2:1 Danneberg (64.)
3:1 Mast (84.)

Besondere Vorkommnisse:
Kunz hält Foulelfmeter von Brasnic (76.)

T Boss
A Engelman
A Uaferro
A Mimbala
A RöckerGelbe Karte
M Pazurek
M Schröder (77. Souza)
M Bender (72. Brasnic)
M Theisen
M KesselGelbe Karte (77. Alibaz)
S Dahmani

Trainer: Koschinat
Spielbericht

Mit dem zwölften Mann das Spiel gedreht

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC kann wieder zu Hause siegen. Die Himmelblauen bezwingen vor 6.776 Zuschauern auf der Fischerwiese den SC Fortuna Köln mit 3:1. Kurios: Der CFC erzielt im vierten Heimspiel in Folge gegen die Kölner dieses Ergebnis.

CFC - Fortuna Köln 3:1CFC-Trainer Sven Köhler muss mal wieder seine Elf umbauen. Neben dem gesperrten Dennis Grote (Rot/2 Spiele) fehlt auch der am Knie verletzte Björn Jopek. Wenigsten ist Stefano Cincotta wieder mit an Bord. Von Beginn an dabei sind auch Philipp Türpitz auf der rechten Seite und Florian Hansch als Sturmpartner neben Daniel Frahn. Anton Fink und Tim Danneberg bilden das zentrale Mittelfeld.

So geht es am lauen März-Freitagabend 19 Uhr auf der Fischerwiese los. Die Gäste zeigen sich sehr engagiert und drängen die Hausherren in die eigene Hälfte. Das Ganze sieht gefährlicher aus als es ist, beruhigt aber die leicht nervöse himmelblaue Anhängerschar auch nicht unbedingt. Auf dem Platz regiert eher Gebolze statt planvollem Fußball. Ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Tor setzt dann nach einer Viertelstunde Philipp Türpitz. Fünf Minuten später erzielt Berkay Dabanli die Führung, aber leider für Köln (21.). Zuvor hatte Hansch mit einem miesen Zuspiel Cincotta und Kevin Conrad in Bedrängnis gebracht, Kölns Dahmani schoss schließlich aufs Tor und Dabanli fälschte unglücklich ab.
Doch der Rückstand tut dem Spiel gut, insbesondere, weil Chemnitz nur zwei Minuten später furios antwortet: Türpitz steckt auf den startenden Hansch durch, der lässt seinen Gegenspieler sowie den Torwart aussteigen und schiebt dann ein (23.). Der junge Stürmer hatte also seinen Fehler umgehend wiedergutgemacht und auch sein erstes Heimtor erzielt.
Die Partie wird nun endlich ansehnlich, auch wenn auf beiden Seiten noch viel Stückwerk regiert. Viel zu oft landen Anspiele direkt in des Gegners Füße, im Aus oder Standards in den Händen des Torwarts. Trotzdem haben Fink (33.) und Conrad (45.) gute Chancen auf weitere Treffer, doch es bleibt beim 1:1 zur Pause.

CFC - Fortuna Köln 3:1 Nach dem Seitenwechsel geht es engagiert von beiden weiter, doch der Makel der vielen Fehlabspiele bleibt. So arbeitet sich die Partie mit der einen oder anderen Chance auf beiden Seiten in die 60 Minute vor. Die Himmelblauen haben nun ein paar gute Szenen und plötzlich ist das Publikum da. Das ganze Stadion singt „’67 war’n wir Meister…“ und die Mannschaft gibt Gas. Fink zirkelt einen aussichtsreichen Freistoß in die Mauer; doch gleich anschließend gibt es wieder Freistoß, diesmal nahe der Eckfahne. Mast bringt die Flanke herein, aus dem Hintergrund fliegt Danneberg heran und köpft das Leder in die Maschen. Das bereits euphorisierte Publikum bringt das Stadion unter dem Jubel zum Beben und die Anzeigetafel verkündet das 2:1 in Minute 64. Das sind die Situationen, in denen man vom zwölften Mann spricht.
CFC - Fortuna Köln 3:1 Der CFC ist jetzt in Schwung, leistet sich aber auch kleine Leichtfertigkeiten. So geht Cincotta gegen Dahmani zu ungestüm vor und da das Ganze im Strafraum stattfindet, entscheidet Schiedsrichter Schröder aus Hannover auf Elfmeter. Der vor wenigen Minuten eingewechselte Marc Brasnic hat den Ausgleich nun vor Augen, doch Kevin Kunz fliegt ins richtige Eck und pariert den Strafstoß (76.). Erneuter Jubel im Stadion und Brasnic muss später (81.) sogar verletzt wieder das Feld verlassen, so dass die Fortuna das Spiel in Unterzahl beendet. Der CFC macht derweil den Deckel drauf: Fink auf Mast, der setzt sich herrlich durch und drischt noch viel schöner den Ball in die Maschen. 3:1, 84. Minute. Das war’s!

Nach fünf Partien ohne Heimsieg war dieser Erfolg ganz wichtig für den CFC. Dass die Himmelblauen nun zumindest bis Samstag auf Platz drei stehen, kaschiert aber die Baustellen. Denn gerade in Halbzeit eins regierte viel Stückwerk auf dem Rasen. Besonders die vielen Fehlabspiele bringen die Mannschaft immer wieder in unnötige Bedrängnis und hindert sie am Spielaufbau. Da nützt die beste kämpferische Leistung nichts. Auch wenn hinter manchem Fehlpass eine gute Idee und etwas Risiko steht, so muss die Fehlerquote deutlich reduziert werden. Denn andere Mannschaften wissen die Schnitzer besser zu nutzen, als Köln es heute vermochte. Gerade auch die Verteidiger müssen hier stark an sich arbeiten, dabei aber auch bei ihren eigentliche Aufgaben Sicherheit zulegen.

Wertung: 2,5 (Spannendes Spiel, aber mit zu viel fußballerischem Stückwerk)

Beste Himmelblaue: Kunz, Mast, Publikum

Trainerstimmen

Uwe Koschinat (Köln) bei mdr.de:
"Der CFC stand genauso unter Druck wie wir nach den Niederlagen gegen Kiel und Erfurt. Nach unserer langen Liste von verletzten und gesperrten Spielern, verletzte sich vor Spielbeginn auch noch Kristoffer Andersen. Wir haben mutig nach vorn verteidigt und eine glückliche Führung erzielt. Leider haben wir ein schnelles 1:1 kassiert. In der zweiten Hälfte war mir klar, dass der CFC, wenn er auf seine Fankurve spielt, die Fähigkeit besitzt, aus dem Nichts einen Gang höher zu schalten. Mit den vielen Standards für Chemnitz lag das 2:1 förmlich in der Luft. Mit Glaube und Moral hat sich meine Mannschaft den Elfer erarbeitet, aber die Ausführung passt in das aktuelle Bild der Saison. Am Ende war das Spiel mit dem 1:3 und nur noch zehn Akteuren durch. Für mich machen Fahrten nach Chemnitz keinen Spaß mehr. Das zermürbt."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Meine Mannschaft hatte sich viel vorgenommen. Und das gegen einen Gegner, den wir trotz der letzten zwei Niederlagen nicht unterschätzt haben. Nach dem kuriosen Rückstand, wo eine Mannschaft auch zerbrechen kann, habe ich mich besonders für Florian Hansch gefreut, der nach dem Fehler beim Rückstand den schönen Ausgleich markiert hat. Mein Team hat immer für diesen Sieg gefightet und bis zum 2:1 viele gefährliche Torszenen erarbeitet. Vor dem Elfmeter hätte Philip Türpitz das Spiel mit seiner Großchance schon entscheiden können. Wir müssen uns bei Kevin Kunz bedanken, denn dank seiner Glanzparade ist das Spiel nicht gekippt."

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