Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
VfL Osnabrück
VfL Osnabrück3:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
28. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 18. März 2017, 14:00 Uhr
Stadion an der Bremer Brücke, Osnabrück
Zuschauer: 7.277
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
VfL OsnabrückTorfolgeChemnitzer FC
T Gersbeck
A Engel
A Appiah
A Willers
A Dercho
M Syhre
M C. Groß
M Sangare (85. Renneke)
M Reimerink
S Heider
S WriedtGelbe Karte (67. Rüzgar)

Trainer: Enochs
1:0 Sangare (23.)
2:0 Heider (65.)
3:0 Engel (69.)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Cincotta (68.)

T Kunz
A Reinhardt (46. Bittroff)
A Mbende
A Conrad
A CincottaGelbrote Karte
M Danneberg
M Grote (89. Koch)
M Türpitz
M Fink
M Baumgart
S HanschGelbe Karte

Trainer: Köhler
Spielbericht

Wir bauen auf und reißen nieder…

Von jb

und haben Diskussionen immer wieder. Die Inkonstanz der gezeigten Leistungen als einzige Konstante begleitet den CFC scheinbar auch im letzten Saisondrittel. Am Mittwoch noch mit einem nicht komplett überzeugenden aber völlig verdienten Sieg, heute mit dem 0:3 am Ende sogar noch gut bedient.

VfL Osnabrück - CFC 3:0Die angespannte Personalsituation war ja hinlänglich bekannt, gleich drei gesperrte Spieler sowie diverse Verletzungen führten dazu, dass nur sechs statt der erlaubten sieben Spieler auf der Bank platznahmen, darunter der angeschlagene Frahn und der dritte Torwart Kevin Tittel als Feldspieler (!).
Sollte es nach der Verletzungspause von Bittroff Zweifel an einem 90-minütigen Einsatz gegeben haben, blieb für die Abwehr nur die Wahl zwischen Reinhardt und Koch. Ersterer hat die Position des Rechtsverteidigers diese Saison schon mehrfach gespielt, allerdings nicht wirklich überzeugend. Aber auch im Mittelfeld gab es Überraschungen. Nicht bei den Namen, dafür bei den Positionen (Grote zentral, Türpitz links).

VfL Osnabrück - CFC 3:0 Für diese Verlegenheitself sah die Anfangsphase dann aber ganz gut aus. Die erste Großchance gehörte dem CFC, nach Pass von Grote zog Fink aus etwa 20 m ab, und Gersbeck konnte den Ball gerade noch so um den Pfosten lenken. Der CFC hatte die Kontrolle über das Geschehen auf dem tiefen und holprigen Platz, dem der gelegentliche Regen noch mehr zusetzte. Es dauerte bis zur achten Minute, bis die Hausherren sich mal vor das Tor von Kevin Kunz bemühten. Reinhardt verliert auf seiner Seite das Duell gegen Dercho, dessen Flanke geht Richtung Elfmeterpunkt. Dort könnte Cincotta klären, rutscht jedoch weg und der eingerückte Sangare kann den Ball schön quer vor das Tor legen – zur großen Erleichterung der rund 250 Fans im Gästeblock tritt Wriedt in der Mitte am Ball vorbei.
Direkt im Gegenzug wieder eine Chance für den CFC, Türpitz vergab aus guter Position. Und weiter die Himmelblauen, wie schon zu Beginn prüfte Fink mit einem Fernschuss Gersbeck, der den Ball auf dem nassen Boden prallen lassen musste, leider konnte dies niemand verwerten. Osnabrück bis dahin mit weniger Spielanteilen, jedoch den größeren Chancen. In der 20. min rollte wieder ein Angriff über die linke Seite, der zurückeilende Hansch, Reinhardt und der aufgerückte Mbende können wiederum Dercho nicht an einem Pass in die Mitte hindern, und im Zentrum verteidigt Conrad nicht gut gegen Wriedt – der dieses Mal den Ball trifft, diesen aber knapp neben das Tor setzt.
VfL Osnabrück - CFC 3:0 Die Hausherren kamen nun auf den Geschmack, und in Minute 24 war es dann passiert. Wieder Angriff über Links, dieses Mal Heider und Wriedt. Wieder geht für Reinhardt alles zu schnell, der am Mittwoch noch so gute Mbende agiert völlig orientierungslos, Conrad schafft beim Versuch ihn zu unterstützen ein großes Abwehrloch in der Zentrale, und Cincotta bekommt wieder den nachrückenden Sangare nicht in den Griff, der dieses Mal den Ball selbst verwertet – 1:0.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass unsere beiden defensiven Mittelfeldspieler ihre überforderten Abwehrkollegen halbherzig bis gar nicht unterstützten.

Nun drehte sich das Spiel endgültig. Angesichts der wackeligen CFC-Defensive begann Osnabrück nun mit einem sehr zeitigen Pressing, ein geordneter Spielaufbau kam bei den Himmelblauen fast gar nicht mehr zustande. Osnabrück reichte das zu, eigene Angriffe gab es auch kaum noch. Nach einer guten halben Stunde dann Gelächter im Stadion, brachten es doch Mbende bei einem Abwehrversuch und Türpitz mit einem „Torschuss“ beide innerhalb kürzester Zeit fertig, den Ball 2x über das Dach der flachen, alten Tribünen zu jagen.
Die letzte Aktion vorm Pausentee dann wieder für den CFC. Nach einer Ecke spielt ein Osnabrücker einen fatalen Fehlpass, Hansch erläuft diesen und vergibt leider aus Nahdistanz. Eventuell wäre ein Querpass zu Fink oder den heranlaufenden Danneberg die bessere Wahl gewesen.

VfL Osnabrück - CFC 3:0 In der Pause wechselte Sven Köhler dann den heute überforderten Reinhart aus und brachte Bittroff. Ohne Reinhardt lief es anders, aber am Ende auch nicht besser. Aus der Kabine kam auch wieder der Anfangselan vom Spielbeginn. Cincotta und Türpitz bringen den Ball auf Links nach vorn, Grote flankt ins Zentrum auf Baumgart, der gestört wird und den Ball somit nicht verwerten kann. Kurz darauf die nächste Möglichkeit für unsere Nr. 29, dieses Mal wird er flach mit einem Steilpass geschickt, aber wieder ist ein Osnabrücker knapp vorher am Ball.
Mal abgesehen von einem harmlosen Freistoß vergehen 20 Minuten in HZ 2, bevor es mal wieder von den Hausherren was zu sehen gibt. In einer Defensivsituation erobert der CFC den Ball, Fink will schnell nach vorne spielen und fabriziert einen Fehlpass, ein hoher Ball gegen die vorrückende CFC-Abwehr erreicht Heider, der sich in einem harten Zweikampf gegen Conrad durchsetzt und volley zum 2:0 trifft (65.). Jubel auf der Heimseite, Ärger beim CFC. Die Aktion hätte auch als Foul gewertet und mit Freistoß CFC fortgesetzt werden können.

Nun wurde es noch ärgerlicher, drei Minuten später kreuzt Cincotta im Laufduell direkt vor der CFC-Bank den Laufweg von Heider, der etwas theatralisch fällt. Nach kurzem Zögern zieht der Schiedsrichter die Gelbe Karte, und da Cincotta bereits verwarnt war die Rote hinterher. Ob die nun überzogen war oder nicht ist hinterher auch egal, allein das Foul an sich war in dieser Situation völlig unnötig.
Den fälligen Freistoß trat Wriedt weit über den Fünfmeterraum hinweg, der einlaufende Engel kann von Bittroff nicht gestört werden und seinen Kopfball kann Kevin Kunz nicht mehr entschärfen, und Ball mit Torwart landen im Netz, 3:0 (69.).

VfL Osnabrück - CFC 3:0 Es hätte jetzt noch viel deutlicher werden können. Obwohl Grote jetzt auf die Linksverteidigerposition rückte und Fink zurückgezogen wurde, kombinierten sich die Hausherren mehrfach gefährlich vor das CFC-Tor. Der auffällige Sangare vernaschte Türpitz, Conrad und auch noch Bittroff, seinen Schuss konnte Kunz halten. Auch Heider wollte es nochmals wissen, wieder war Kunz der Sieger. Zu Gute halten kann man den Himmelblauen, dass sie nicht aufgaben. Die letzten 10 Minuten ergaben sich noch drei kleine Chancen, Fink und Grote je mit einem Fernschuss (vorbei) und nochmals Fink nach Doppelpass mit Türpitz (aus Nahdistanz an Gersbeck gescheitert), aber wirklich zwingend war davon nichts.

Zum Abschluss noch ein Lob an den Gästeblock, von der ersten bis zur letzten Minute gut durchgezogen und gegen den Heimsektor immer gut hörbar gewesen.

Fazit: Viel zu leicht ausrechenbar, keine Ideen in der Offensive. Kein Wunder, dass die Zuschauer immer weniger werden. So braucht man den Blick nicht nach Oben richten. (So in etwa ein Dialog zwischen zwei Zuschauern – wohlgemerkt Osnabrückern – vor dem Anpfiff. Kann man so getrost auch für den CFC übernehmen.)

Besten Dank für die Bilder geht an Lenny von cfcfans.de.

Wertung: 4

Bester Himmelblauer: entfällt

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei www.noz.de:
"Eine 0:3-Niederlage fühlt sich natürlich nicht gut an. Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, spiegelt das Resultat vielleicht nicht alles wider. Wir haben schon versucht, in der ersten Viertelstunde sehr aktiv zu sein, hatten gute Spielanteile und gefährliche Aktionen vor dem Tor. Im Laufe der ersten Halbzeit haben die Osnabrücker dann immer wieder über ihre linke Seite für Gefahr gesorgt. So fällt auch das 1:0 für den VfL. Der Knackpunkt war das 2:0, unsere Spieler haben ein Foulspiel gesehen. Ich kann die Situation nicht beurteilen. Das 3:0 unmittelbar nach der Gelb-Roten Karte war die Entscheidung. Wer am 3:0 gewinnt, hat am Ende auch verdient gewonnen."

Joe Enochs (VfL) bei www.noz.de:
"Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Chemnitz hatte mehr Spielanteile und die ersten Chancen. Wir sind dann besser in die Partie gekommen. Die Führung war etwas glücklich. Nach der Pause stehen wir enorm unter Druck, ohne große Torchancen zuzulassen. Ob dem 2:0 durch Marc Heider ein Foul vorangegangen ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls gewinnen wir nach dem zweiten Tor an Sicherheit - und kommen zum 3:0. Wir haben gegen einen Gegner gewonnen, der sehr viele Spieler ersetzen musste. Wir sollten jetzt auf dem Teppich bleiben. Es war ein verdienter und hart erarbeiteter Sieg. Wir sind gut beraten, das einen Tag lang zu genießen - und dann nach vorne zu schauen."

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