Saison 2017/2018
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:4VfR Aalen
VfR Aalen
3. Spieltag - 3. Liga - Saison 2017/2018
Mittwoch, 02. August 2017, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 11.115
Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn)
Chemnitzer FCTorfolgeVfR Aalen
T Kunz
A Leutenecker
A von PiechowskiGelbe Karte
A Endres
A Trapp
A Mlynikowski (42. Koch)
M Reinhardt
M Grote
M Trinks (58. AydinGelbe Karte)
S Hansch (65. Kluft)
S FrahnGelbe Karte

Trainer: Steffen
0:1 Bär (4.)
0:2 Welzmüller (13.)
0:3 Bär (18.)
1:3 von Piechowski (21.)
2:3 Frahn (40./Foulelfer)
2:4 Wegkamp (45.)

T Bernhardt
A Rehfeldt
A R. Müller
A Geyer
A Schorr
M Welzmüller
M Bär (80. Traut)
M StaneseGelbe Karte (46. Vasiliadis)
M PreißingerGelbe Karte
S Wegkamp
S Morys (65. Schnellbacher)

Trainer: Vollmann
Spielbericht

Dazu fällt einem nichts mehr ein...

Von jb

Dritter Spieltag und schon ein Spiel unter der Woche abends. Der VfR Aalen war zu Gast und dank der Kombiticketaktion für den DFB-Pokal wollten dieses Spiel über 11.000 Zuschauer bei bestem Fußbellwetter sehen. Obwohl die ersten beiden Spiele ziemlich durchwachsen liefen, vertraute Horst Steffen wieder der gleichen Anfangself.

Tja, und wie läuft das eigentlich immer, wenn der CFC mal einer großen Kulisse was bieten kann? Richtig, vollkommen bescheiden. Und so ging es dann auch gut los, in der 4. Minute kann ein Aalener unbedrängt einen Steilpass vom Mittelkreis Richtung Strafraum spielen. Bär, letztes Jahr noch beim FSV Zwickau unter Vertrag, kann die Kugel ungestört annehmen, Trapp und Mlynikowski geben nur Geleitschutz. Ein Schlenker in die Mitte, von Piechowski geht zur Seite, Endres greift nicht an und Bär schiebt einen Kullerball Richtung Tor. Dieser geht auch noch als Tunnel bei Endres und Mlynikowski durch, so dass Kunz etwas irritiert war und das 0:1 nicht mehr verhindern konnte.

Der CFC mit extrem vielen Fehlern im Aufbauspiel. Besonders von Piechowski (der ja angeblich wegen seines guten Aufbauspiels geholt wurde) und der in der zentrale wieder vollkommen überforderte Grote leisteten sich einen einfachen Ballverlust nach dem nächsten, und luden die Aalener so immer wieder zu schnellen Gegenstößen ein. Beide hätte man getrost Mitte der 1. Halbzeit auswechseln können, wenn nicht gar müssen. Aber vielleicht sind Nasen einfach mal wieder wichtiger als Leistung. Ein weiteres Fehlabspiel mit anschließendem Foul mündete in der 13. Min in einen Freistoß aus gut 30 Metern. Eigentlich kein Ding, Kunz spekuliert auf die Mauerecke und dort wäre der Ball auch hingesegelt, ja wenn nicht Hansch in der Mauer den Ball abgelenkt hätte und 2-3 andere Spiele den anschließend einfach passieren ließen. 0:2 durch Welzmüller. Die Reaktion? Null! Kurz darauf vertändelt unser verhinderter Billig-Neymar Grote wieder vollkommen unnötig den Ball in der Aalener Hälfte. Von Piechowski sieht gegen Morys ganz alt aus, so dass dieser bis zur Grundlinie durchgehen kann. Dann können FÜNF (5!!! Von P., Endres, Leutenecker, Kunz und Trapp) Leute nicht verhindern, dass ein flacher Pass zwei Meter parallel zur Grundlinie quer durch den Strafraum gespielt wird. Am langen Pfosten kam dann auch noch Mlynikowski gegen Bär zu spät, und schon stand es 0:3 (18.).

Dann hatte Aalen langsam Mitleid. Wieder ein katastrophaler Fehlpass von Grote nach hinten in den Lauf von Morys (!), trotz überzahl in der Abwehr ist kein Verteidiger näher als 8 Meter an ihm dran und er kommt unbedrängt bis an die Strafraumgrenze. Dort wusste er scheinbar nicht, ob straff schießen oder den Ball über Kunz heben soll, und so landete das Leder letztlich in den Armen unseres Torwarts.

Dann gab es nach gut zwanzig Minuten endlich mal ein Lebenszeichen der Himmelblauen. Trinks an der Mittellinie mit Querpass auf von Piechowski, und dieser läuft mit dem Ball am Fuß immer weiter (auch, weil sich von den vier zentralen Offensivkräften keiner wirklich angeboten hat) und zieht aus gut 20 Metern mit Links einfach mal ab - 1:3, schönes Tor (21.).
Dann passierte länger Zeit nicht mehr viel, aber die letzten Minuten vor der Halbzeit kam noch mal etwas Schwung rein. Trinks zog es endlich mal mit zur Unterstützung auf die Außenbahn, dort schickt er Mlynikowski steil und der flankt direkt in die Mitte. Der Ball wird abgefälscht und plötzlich ein Pfiff. Handelfmeter! Im Stadion schon sehr zweifelhaft, in der Wiederholung eine klare Fehlentscheidung. Der Abwehrspieler hat den Arm am Körper und versucht sich außerdem noch wegzudrehen. Frahn war es egal, ein frecher Lupfer in die Mitte, 2:3 (40.).
War dies nun das Signal zum Aufbruch, die Wende im Spiel? Pustekuchen! Aber erst mal gab zwei Minuten vor der Pause schon einen Wechsel. Ausgerechnet der in den letzten Minuten stärker werdende Mlynikowski musste runter, für ihn kam Koch. Merkwürdiger Zeitpunkt, eine offensichtliche Verletzung war nicht zu erkennen und von der Leistung her hätten es zwei andere auf jeden Fall mehr verdient gehabt.
Aber dann, Nachspielzeit erste Hälfte, Morys liegt kurz vorm CFC-Strafraum angeschlagen am Boden. Aalen spielt den Ball aus der Hälfte des CFC zurück an den eigenen Strafraum, wo Torwart Bernhardt den Ball annimmt und in Ruhe schaut, dann einen weiten Abschlag nach vorn macht. Die aufgerückte Dreierkette des CFC reagiert gar nicht, hat vielleicht nur ein Auge auf dem immer noch angeschlagen wirkenden Morys, während Wegkamp alle überrennt und schließlich noch Kunz umkurvt, 2:4 (45.+1).

In der zweiten Hälfte kehrte dann Ruhe ein. Aalen mit2-3 Chancen nach Kontern, die sie ungenutzt ließen. Der CFC ohne echte Torchance, lediglich Fernschüsse von Aydin (für Trinks eingewechselt, brachte zumindest etwas Belebung) und Grote jeweils über das Tor standen zu Buche.

Fazit: Das Interview von Steffen nach dem Spiel erinnerte schon stark an die letzten Wochen unter Heine.
Fakt ist: der Verein musste sparen.
Fakt ist aber auch: die sportlichen Verantwortlichen hatten mehrere Monate Zeit, sich die für das gewollte System passenden Spieler zu suchen.
Es gab bewusst nur wenige Testspiele, weil sich im Training das neue System angeblich besser lernen ließe. Und zu allem Überfluss sitzen die eigenen Nachwuchsspieler, die sich teilweise schon in der Liga etabliert hatten, nur auf der Tribüne. Vom glücklichen Dreier gegen die Schwäne darf man sich nicht täuschen lassen. Die Dreierkette scheint viel zu langsam, dazu ein katastrophales Stellungsspiel (und das liegt in den Köpfen der Spieler). Den Außenverteidigern fehlt schlichtweg die Qualität, die vom System geforderten Aufgaben zu erfüllen. Und die zentralen Mittelfeldspieler stehen sich gegenseitig im Weg rum, anstatt zu rochieren und häufig auf die Außenbahnen zu gehen.
Hier kann sich gar nicht schnell genug etwas ändern. Entweder reagiert der Trainer (System- und Personalumstellung), oder der Verein. Wenn man zu lange wartet, braucht man sich über die Lizenz in der kommenden Saison jedenfalls keine Gedanken mehr zu machen.

Wertung: 5

Bester Himmelblauer: entfällt

Pressestimmen

Kicker-Online

Vollmann: "In dieser Liga bedeutet ein 3:0 gar nichts"

Ein Doppelpack von Marcel Bär und ein abgefälschter Freistoß von Maximilian Welzmüller hatten den VfR mit 3:0 in Front gebracht. Wie entfesselt spielten die Schwaben in der Anfangsphase auf, die Vollmann später als "super" bezeichnen sollte. Einziges Manko: Zwei Minuten nach dem 3:0 hätte Angreifer Morys im Eins-gegen-eins mit CFC-Keeper Kevin Kunz alles klar machen können, schob den Ball aber in die Arme des Torhüters statt ins Tor. "Wir hätten das 4:0 machen müssen, dann wären wir wohl nicht noch einmal unter Druck gekommen", analysierte Vollmann später bei "Telekom Sport". Tatsächlich kam Chemnitz zurück: Ein Traumtor von Laurin von Piechowski und Daniel Frahns Elfmetertreffer brachten die Gastgeber wieder auf ein Tor heran. Aus Sicht von Vollmann eine wichtige Erkenntnis: "In dieser Liga bedeutet ein 3:0 gar nichts!" [..]

Freie Presse

CFC lädt den VfR Aalen zum Toreschießen ein

Das hatten sich die meisten der 11.115 Zuschauer im Stadion anders vorgestellt. Der erhoffte zweite Heimsieg der Saison war ganz weit weg. Viel mehr reift nach dieser bitteren Lehrstunde die Erkenntnis: Mit dieser Abwehr ist der Chemnitzer FC schon jetzt ein Abstiegskandidat. Entgegen seiner Ankündigung entschied sich CFC-Trainer Horst Steffen doch dafür, derselben Elf das Vertrauen zu schenken, die am Samstag bei der 2:3-Niederlage in Paderborn begonnen hatte. "Gerade am Anfang der Saison ist es auch wichtig, etwas Stabilität und Routine aufzubauen", erklärte der Coach dazu. Mit der Stabilität funktionierte es nicht. Gleich der erste gefährliche Angriff der Gäste brachte das 0:1. [..]

BILD Chemnitz

Was für Qualen gegen Aalen!

Die CFC-Abwehr wurde gegen den VfR zur Fehlerkette und Chemnitz kassiert gleich vier Treffer in einer Halbzeit. Am Ende steht eine 2:4-Pleite. Zuletzt kassierte Chemnitz übrigens im Oktober 2013 gegen Münster vier Gegentreffer. [..] Der CFC leistet sich einen kompletten Schock-Start - nach 18 Minuten führt Aalen 3:0! [..] Die Chemnitzer Abwehrkette bleibt auch in der 2. Halbzeit wacklig. Gut, dass Wegkamp und Welzmüller ihre Konter-Chancen nicht nutzenů [..]

Spielerstimmen

Kevin Kunz (CFC) bei www.tag24.de:
"Das ist ein beschissenes Gefühl für einen Torwart, wenn du drei Mal das Ding aus dem Netz holst, bevor du den Ball überhaupt einmal in der Hand hattest. In den ersten 20 Minuten ging bei uns gar nichts und alles schief. Aalen hat uns gelockt, auf Fehlpässe und Ballverluste gewartet. Davon gab es reichlich. Und dann wirst du halt ausgekontert und rennst so einem Rückstand hinterher."

Trainerstimmen

Peter Vollmann (Aalen) bei mdr.de:
"Es war ein hochemotionales und interessantes Spiel mit einem sensationellen Start für uns. Wie schnell sich aber auch die Situation wieder wenden kann, haben wir bis zum 2:3 erlebt. Im richtigen Moment mit der Pause haben wir unseren vierten Treffer markiert. In der zweiten Halbzeit haben wir Chemnitz viel zu viel Standards gegeben, wo auch immer wieder ein schneller Anschlusstreffer fallen kann. Ich war mir erst in der 88. Minute sicher, dass wir als verdienter Sieger den Platz verlassen werden."

Horst Steffen (CFC) bei mdr.de:
"Wir haben in der ersten Halbzeit mit zu vielen Fehlpässen den Gegner zu Kontern und Toren eingeladen. Beim Stand von 2:3 hatten wir noch einmal Hoffnung für dieses Spiel. Aber wir kassierten ein 2:4, das überhaupt nicht notwendig war. Im zweiten Durchgang wurde es sehr schwierig für uns, weil der Gegner uns alle Wege zustellte. Und so kamen wir leider nicht zu Chancen für den Anschlusstreffer. Mit Hinblick auf das Wochenende müssen wir definitiv unsere Fehlerzahl minimieren."

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