Saison 2017/2018
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:0VfL Osnabrück
VfL Osnabrück
5. Spieltag - 3. Liga - Saison 2017/2018
Samstag, 19. August 2017, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.710
Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg)
Chemnitzer FCTorfolgeVfL Osnabrück
T Kunz
A Leutenecker
A Scheffel
A Endres
A Trapp
A Koch
M Trinks (60. BaumgartGelbe Karte)
M Reinhardt (74. von Piechowski)
M Aydin
S Frahn
S Hansch (64. Kluft)

Trainer: Steffen
Tore Fehlanzeige

T Gersbeck
A  Sangare
A Appiah
A Susac
A Engel
M  Heider
M Arslan
M GroßGelbe Karte
M Reimerink (63. Tigges)
S  Danneberg
S SavranGelbe Karte (83. Kristo)

Trainer: Enochs
Spielbericht

Vorne pfui und hinten pfui - dieses Mal aber mit Glück

Von jb

Heimspiel gegen die die bisherige Schießbude der Liga. Also eine gute Gelegenheit, die von Steffen gelobten Vorzüge des taktischen Systems in der Offensive zu zeigen. In der Startelf wieder Tom Scheffel, der damit für seine beherzte Vorstellung gegen die Bayern belohnt wurde. Außerdem erwartungsgemäß Trinks für den verletzten Grote.
CFC - VfL Osnabrück 0:0Zumindest die erste Halbchance kam auch schnell zustande, Aydin versuchte sich nach gerade 10 Sekunden mit einem Schuss aus 30 Metern, leider etwas zu ungenau. Und damit ist auch bereits die Hälfte aller CFC-Torschüsse in Halbzeit 1 (!) beschrieben. Was danach kam, war offensiv wieder absolut unterirdisch. Es folgte wie gegen Aalen ein starkes Pressing des Gegners, welches die himmelblaue Defensive immer wieder zu Fehlern zwang. Die erste Chance der Gäste in Minute vier, Endres blockt einen harmlosen Ball genau vor die Füße von Sangaré, dessen Schuss aus gut 30 m nur sehr knapp das Tor verfehlte, allerdings wäre Kunz auch zur Stelle gewesen.

CFC - VfL Osnabrück 0:0Es folgte eine Serie von 4 Eckbällen des VfL, wobei der erste durch einen Stockfehler von Kunz eingeleitet wurde. Wäre dieser drei Meter weiter in der Mitte passiert, wäre es ein Tor gewesen. Aus den Eckbällen ergaben sich zwei Großchancen für die Gäste, die Kunz gut vereiteln konnte.
Unsere Nummer 22 blieb ungewollt im Mittelpunkt des Chemnitzer Spiels, so als er in der 13. Minute im 1 gegen 1 mit vollem Körpereinsatz kurz vor Savran klären konnte. Der CFC kam kaum bis zur Mittellinie. Die Vorgabe, alle Situationen unbedingt spielerisch lösen zu müssen, führte immer wieder zu Rückpässen und durch das hohe Anlaufen der Osnabrücker zu Ballverlusten. Zudem scheinen einige Spieler auch ziemliche Schnelligkeitsnachteile zu haben. Dazu zählen Leutenecker (wobei ja gerade die Position des Außenbahnspielers in diesem taktischen System eine eher überdurchschnittliche Schnelligkeit und Kondition verlangen) und auch Trinks. Letzterer geht zudem noch gefühlt allen Zweikämpfen aus dem Weg, was immer wieder zahlreiche schnelle Konter des Gegners begünstigt.

CFC - VfL Osnabrück 0:0In der 20. Minute wagte sich der CFC dann doch mal wieder in die gegnerische Hälfte. Reinhardt schickt mit einem tollen Pass aus dem Mittelkreis Hansch auf die Reise, dieser umkurvt noch einen Gegner und flankt dann in die Mitte. Dies allerdings mit dem schwächeren linken Fuß viel zu weit ins Toraus.
Nach einer knappen halben Stunde entwickelte sich das Ganze zu einem Mittelfeldgeplänkel. Zum einen, weil der CFC nun etwas besser stand, zum anderen weil bei den Gästen nach der Anfangsoffensive die Kraft etwas nachzulassen schien. Lediglich die beiden Fankurven zogen unverdrossen weiter durch, wobei speziell der Südkurve ein Lob gebührt, angesichts des Krampfes, der da auf dem Grün von den Himmelblauen geboten wurde. Von der Gegengerade waren da bei einigen verunglückten Aktionen schon erste Pfiffe zu hören, was allerdings auch verständlich ist. Insgesamt ein sehr magerer Besuch von gerade mal 5700 Zuschauern, darunter 150 Gäste.
CFC - VfL Osnabrück 0:0Wie aus dem Nichts dann eine Chance für den CFC. Koch endlich mal mit einer Offensivaktion, einem der geforderten Diagonalbälle auf den anderen Außenspieler Leutenecker. Der dann mit seiner ersten gefährlichen Flanke der Saison (!), aber Frahn köpft bedrängt am langen Eck vorbei.
Kurz darauf zogen die Gäste das Tempo noch mal an. Savran fordert mit einem starken Drehschuss erneut Kunz zu einer Glanzparade, und direkt danach läuft ein Pass von Heider parallel zur Torlinie quer durch den 16er und wird nur mit viel Glück von niemandem erreicht.

Mit Beginn der zweiten Hälfte gab es dann in beiden Fanblöcken schriftlich und akustisch (Fick dich DFB!) Proteste gegen den größten Sportverband der Welt, das Ganze im Rahmen einer konzentrierten Aktion vieler deutscher Ultragruppen. Gründe zum Protest sind genügend vorhanden, mal sehen, ob sich nach den ersten Andeutungen dieser Woche tatsächlich Gespräche und Lösungen entwickeln.

Auf dem Rasen sorgte ein Freistoß von Aydin für etwas Gefahr (50.), allerdings war Gersbeck eher zur Stelle als die CFC-Offensive. Die Gäste wurden dann mit einem Volleyschuss von Groß gefährlich, stellten damit unseren Torwart aber vor keine Probleme.
CFC - VfL Osnabrück 0:0Im Anschluss die größte Möglichkeit des CFC am heutigen Tage. Kunz mit einem Abwurf auf Leutenecker, der geht ein Stück in schickt dann den Ball auf eine Reise über 40 Meter an den gegnerischen Strafraum Richtung Frahn. Dessen Gegenspieler stolpert, und Frahn steht plötzlich mit Ball allein vor Gersbeck, scheitert leider aus Nahdistanz am Torwart. Sicher hat Gersbeck hier toll reagiert, aber von Frahn muss man hier auch eine bessere Lösung erwarten.
Nach einer Stunde kam dann Tom Baumgart zu seiner ersten Einsatzchance der Saison, er ersetzte Trinks im offensiven Mittelfeld, und kurz danach kam auch Kluft für Hansch. Baumgart zeigte sich deutlich beweglicher als Trinks und war sich auch für die Defensivarbeit nicht zu schade, jedoch ohne große Wirkung nach vorne, ebenso Kluft. Die nächste Tormöglichkeit hatten allerdings die Gäste, einen 20 m Schuss entschärfte wiederum Kunz. Aydin probierte es ebenso auf der Gegenseite, sein Fernschuss verfehlte das Tor aber um mehrere Meter.
In der 70. Minute krachten Reinhart und Sangaré unglücklich zusammen, wobei Reinhardt sich verletzte und vom Platz musste, für ihn kam von Piechowski und übernahm die Position im defensiven Mittelfeld. Übrigens landete der von Reinhardt gespielte Ball bei Aydin, der Kluft schön steil schickte, welcher (frisch eingewechselt) aber problemlos von einem Osnabrücker Verteidiger abgelaufen wurde, irgendwie bezeichnend.

Nach 73 Minuten dann tatsächlich die erste Ecke für den CFC, die sorgte für etwas Verwirrung im Gästestrafraum, ebenso wie die zweite direkt im Anschluss, allerdings keine wirkliche Torgefahr. Dann großes Glück für den CFC, bei einer Flanke von rechts landet der Ball im Zweikampf mit Danneberg am ausgestreckten Arm von Scheffel, und der (insgesamt erfreulich unauffällige) Schiri lässt weiterspielen. Solche Szenen wurden auch schon anders bewertet.
Die letzte Chance des Spiels gehörte den Gästen. In der Nachspielzeit wird ein Einwurf in Höhe des Strafraums verlängert, an der Strafraumgrenze steht Engel und schlenzt den Ball Richtung langer Pfosten. Kunz konnte den Schuss mit einer überragenden Parade noch neben das Tor lenken.

Fazit: Die ersten 20 Minuten sahen ähnlich katastrophal aus wie gegen Aalen. Einziger Unterschied, dass Osnabrück seine zahlreichen Chancen nicht nutzte. Danach verlief der Partie weitestgehend im Mittelfeld, wobei die besseren Chancen weiterhin die Gäste hatten. Offensiv fand der CFC so gut wie nicht statt, und aus den zwei vorhandenen Torchancen hätte ein Frahn in der Form von vor 1-2 Jahren sicher mehr gemacht.

Wertung: 4,5

Bester Himmelblauer: Kunz

Trainerstimmen

Joe Enochs (VfL) bei mdr.de:
"Wir haben eine super 1. Halbzeit gespielt. Mit sehr vielen Torchancen, Chemnitz haben wir da nichts gestattet, abgesehen von der einen Frahn-Chance. Wir hatten einfach nicht das Glück, dass eine unserer Großchancen hereingegangen ist. In Halbzeit zwei war mir klar, dass wir diese Leistung nicht weiter auf diesem Level bringen konnten und haben auch nicht mehr so klar dominiert. Chemnitz hatte auch drei, vier gefährliche Standards, wo auch mal eni 0:1 durchrutschen kann. Nach den letzten Punktspielwochen bin ich mit dem "Zu Null" zufrieden, aber traurig, dass wir nur mit einem Punkt heimfahren."

Horst Steffen (CFC) bei mdr.de:
"Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr unzufrieden. In den ersten 30 Minuten haben wir versucht, den Ball zu spielen, was uns beim Pressing des Gegners aber nicht gelang. Danach haben wir umgestellt, auf lange Bälle und auf das Erobern der 2. Bälle. Das Beste an der 1. Halbzeit war das 0:0. In der 2. Halbzeit haben wir dann ein anderes Spiel gesehen, wo auch wir unsere Torchancen hatten. Wir hatten jede Menge Standards gegen uns, wo ich denke, dass meine Mannschaft mit einem guten Gefühl aus dem Spiel herausgeht, weil wir diese gut verteidigt haben. Es war ein 0:0, wo leider heute das Fußballspielen etwas auf der Strecke geblieben ist."

<< 1. Runde DFB-Pokal 6. Spieltag >>