Saison 2017/2018
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:0Karlsruher SC
Karlsruher SC
7. Spieltag - 3. Liga - Saison 2017/2018
Samstag, 09. September 2017, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.013
Schiedsrichter: Patrick Schult
Chemnitzer FCTorfolgeKarlsruher SC
T Kunz
A Leutenecker
A Endres
A Trapp
A Mlynikowski
M Hansch (67. Breitfelder)
M von PiechowskiGelbe Karte
M Reinhardt
M Kluft (86. Aydin)
S SlavovGelbe Karte
S Frahn (74. Scheffel)

Trainer: Steffen
Tore Fehlanzeige

Besondere Vorkommnisse:
Uphoff hält Foulelfmeter von Frahn (57.)

T Uphoff
A Bader
A Gordon
A Pisot
A Föhrenbach
M Bülow
M Mehlem
M Fink
M Wanitzek (85. Stroh-Engel)
M LorenzGelbe Karte (66. Muslija)
S Schleusener (82. Camoglu)

Trainer: Schwartz
Spielbericht

Frahn vergibt Heimdreier

Von Pierre Schönfeld

Der Club gegen Karlsruhe. Hätte man das Spiel vor der Saison ankündigen müssen, hätte man sicherlich gern Floskeln wie "David gegen Goliath" bemüht oder wie Stadionsprecher Olaf Kadner vom einstigen Erstligisten als den "FC Bayern der dritten Liga" gesprochen. Der Zweitliga-Absteiger hatte vor der Saison ordentlich in die Schatulle gegriffen und sich bekanntermaßen u.a. mit unserem ehemaligen Rekordtorschützen Anton Fink verstärkt. Nur der Wiederaufstieg konnte das Ziel in Baden sein. Die graue Drittliga-Realität ist eine andere. Mit nur 5 Pünktchen und dem schlechteren Torverhältnis rangiert der KSC sogar hinter den noch in der Findungsphase befindlichen Himmelblauen. Daß dies auch nach dem Spiel der Fall sein sollte, ist eine der guten Nachrichten dieses Spieltags.

CFC - Karlsruher SC 0:0Beide Mannschaften hatten die Länderspielpause aktiv genutzt. Der KSC in dem er seinen Trainer Marc-Patrick Meister feuerte und Alois Schwartz auf den Chefposten beorderte. Schwartz hatte zuletzt Nürnberg trainiert.
Der CFC hingegen entschied sich gegen das Trainerkarussell und setzte auf Einsichten bei Trainergespann und Mannschaft. So konnte es nach den desaströsen Leistungen zuletzt gegen Osnabrück und Haching schlicht nicht weitergehen, wo man es im Grunde nur Keeper Kunz zu verdanken hatte, nicht vollständig abgeschossen zu werden. Trainer Steffen zeigte sich einsichtig, dass seine progressive Idee mit Dreier-Abwehrkette beim vorhandenen Spielermaterial schlicht nicht funktioniert und probte schon im Test gegen Kappel ein 4-4-2. So stellte Steffen im Vergleich zur Haching-Pleite um, nahm Scheffel, Koch, Baumgart und Aydin raus und brachte dafür Mlynikowski, Hansch, Reinhardt und Kluft. Taktisch hiess das eine Viererabwehrkette mit Endres und Trapp in der Innenverteidigung, auf rechts Leutenecker und links Mlynikowski. Davor bildeten von Piechowski und Reinhardt das zentrale Mittelfeld und auf den Außen sollten Hansch und Kluft für Dampf nach vorne sorgen. Das Sturmduo bildeten Frahn und der Doppeltorschütze von Haching, Slavov.
Auch optisch gab es eine Neuerung. Die Steffen-Elf gab ihr Debüt in neuen schwarzen Trikots. Auf Seiten der Karlsruher lief Anton Fink von Beginn an im weißen Trikot mit der Nummer 30 auf - ein etwas gewöhnungsbedürftiger Anblick.

CFC - Karlsruher SC 0:0Bei den Ultras hatte man im Keller anscheinend noch ein paar Rauchtöpfe gefunden, jedenfalls zogen dicke blaue und weiße Rauchschwaden zu Spielbeginn aus der Südkurve. Die Himmelblauen behielten trotzdem klare Sicht und lieferten im Vergleich zu den bisherigen Kicks ein stark formverbessertes Spiel ab. Hinten stand die Viererabwehrkette weitestgehend sicher, mit Ausnahme einiger Unsicherheiten des Kapitäns Marc Endres. Ein absoluter Gewinn war der Einsatz von Björn Kluft, der sehr agil, ballsicher und mit vielen Ideen zu gefallen wußte. Daneben machte Slavov wie schon in Haching ein gutes Spiel und hatte auch die größte Chance vor der Halbzeit. Nach einer flachen Hereingabe von Frahn hielt Slavov den Schlappen hin, doch Uphoff konnte die Direktabnahme parieren (14.). Nur zwei Minuten später zielte Frahn aus 20 Metern und zentraler Position nur knapp neben das Gehäuse. Nach einer halben Stunde hatte von Piechowski die Riesenchance zum 1:0 als er nach einem Reinhardt-Freistoß das Leder am Tor vorbeischoß. Karlsruhe wachte erst nach einer halben Stunde auf und hatte durch Schleusener das dickste Brett zur eigenen Führung. Eine Hereingabe von Lorenz nahm die 24 des KSC in zentraler Position direkt, doch Kunz vereitelte die Chance (34.). Dann zeigte sich Anton Fink in Aktion, verfehlte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze zum Glück knapp das Tor.

CFC - Karlsruher SC 0:0Eben jener Fink sollte dann in der zweiten Halbzeit nochmal im Mittelpunkt stehen. Doch zunächst leistete sich Endres einen Riesenbock als er als letzter Mann den Ball gegen Lorenz leichtfertig verlor und damit Konter und Großchance für die Badener einleitete. Zum Glück fehlte Lorenz das Zielwasser und er knallte das Leder ans Außennetz.
Dann, 56 Minuten waren gespielt da drang Leutenecker mit Schwung in den Strafraum ein, wurde gelegt und Schiri Schult aus Hamburg zeigte auf den Punkt. Frahn schnappte sich die Kugel. Und was machte Fink? Ging zu seinem Keeper und flüsterte ihm die Elfergeheimnisse seines ehemaligen Sturmpartners. Auf den Rängen schwante den Fans schon Böses - sollte man in der Konstellation nicht viel lieber z.B. einen Kluft schießen lassen? Es kam wie geunkt - Frahn lief an, schoß nach rechts wo Uphoff keine Mühe hatte den schwach geschossenen Ball abzuwehren. Die Riesenchance auf das 1:0 und den Heimsieg waren vertan!
In einer rassigen zweiten Halbzeit hatten sowohl der KSC als auch die Himmelblauen noch gute Möglichkeit, die Partien für sich zu entscheiden. Fink leitete eine Großchance für Mehlhem ein, der im Strafraum das Leder aber über den Kasten jagte (67.). Und für den CFC hätte der eingewechselte Breitfelder das Spiel in den Schlußminuten entscheiden können. Doch seine Schüsse gingen neben (84.) und über (90.) das Tor von Uphoff. So blieb es am Ende beim insgesamt gerechten Unentschieden.

Fazit: Auch wenn's am Ende nur ein Punkt war, so war das Spiel definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Die Mannschaft kommt offenkundig mit einem 4-4-2 besser zurecht als mit dem vorherigen System. Hervorzuheben waren Kluft und Slavov, einen gebrauchten Tag hatten hingegen Frahn, Endres und Hansch. Nach diesem Spiel hat man als Fan wieder leise Hoffnung nicht als Schießbude der Liga unterm Strich zu enden. Mit Wiesbaden und Köln hat der CFC in den kommenden Tagen dicke Bretter zu bohren. Hier gilt es, die gegen den KSC gezeigten Ansätze zu bestätigen.

Wertung: 2,5

Beste Himmelblaue: Kluft, Slavov

Spielerstimmen

Daniel Frahn (CFC) bei tag24.de:
"Das war ein Schritt nach vorn. Wir hatten das Spiel im Griff, hätten drei Punkte verdient gehabt. Wir haben deutlich besser verteidigt als zuletzt, dem KSC kaum Torchancen gestattet. Ich muss den Elfmeter einfach sicherer aufs Tor bringen, dann gewinnen wir."

Anton Fink (KSC) bei freiepresse.de:
"Ich habe zu Benjamin Uphoff gesagt, dass er lange stehenbleiben soll, weil Daniel Frahn den Ball gern auch mal in die Mitte lupft. Und wenn er sich dann für eine Seite entscheidet, sollte er seine rechte nehmen. Er hat den Ball super gehalten - gut für uns."

Maurice Trapp (CFC) bei freiepresse.de:
"Gegenüber den vorangegangenen Spielen war das ein Schritt nach vorn. Wir sind kompakter und aktiver aufgetreten als vorher, jeder hat ein paar Prozent mehr gegeben. Aber der Gegner hatte auch seine Chancen, deshalb ist das Unentschieden durchaus gerecht."

Björn Kluft (CFC) bei tag24.de:
"Wir müssen mit dem Punkt leben, doch es war mehr drin. Wir hatten genügend Chancen, aber leider nicht das Glück, dass der Ball über die Linie ging. Solche Tage gibt es. Der Trainer hat mir ausreichend Zeit gelassen, die fehlende Kondition aufzuholen. Ich bin jetzt bei 100 Prozent und freue mich, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat."

Trainerstimmen

Alois Schwartz (KSC) bei mdr.de:
"Wir wollten hierher kommen und das umsetzen, was wir uns unter der Woche im Training hart erarbeitet haben. Nämlich stabiler zu stehen als zuletzt. Wir sind erstmals in dieser Saison ohne Gegentreffer geblieben. Dabei waren wir die ersten 20 Minuten nicht richtig im Spiel. In der zweiten Halbzeit, als Chemnitz auf seine Fans gespielt hat, mussten wir die Konzentration hochhalten. Obwohl Chemnitz einen Elfmeter bekommen hat, bei dem ich mir nicht sicher war, ob es einer gewesen ist, hatten wir am Ende die besseren Möglichkeiten. Das 0:0 geht in Ordnung. Aber Mehlem muss aus zwei Metern das Tor machen. Das war die beste Chance des Spiels."

Horst Steffen (CFC) bei mdr.de:
"Meine Mannschaft hat ein ordentliches Spiel abgeliefert. Ich möchte meinem Kollegen wiedersprechen. Denn die größte Chance ist aus meiner Sicht immer noch ein Elfmeter. So gelang uns nicht der Führungstreffer, der uns die Chance zu einem Sieg gebracht hätte. Leider haben wir aber auch noch zu viele Fehlpässe gespielt und den Gegner damit zum Kontern eingeladen, wo er seine gesamte Qualität zeigen konnte. Wir können mit dem Punkt leben und haben uns wesentlich besser präsentiert als zuletzt."

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