Saison 2017/2018
CFC / 3. Liga



 
SC Preußen Münster
SC Preußen Münster1:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
17. Spieltag - 3. Liga - Saison 2017/2018
Freitag, 24. November 2017, 19:00 Uhr
Preußenstadion, Münster
Zuschauer: 6.042
Schiedsrichter: Bläser (Niederzier)
SC Preußen MünsterTorfolgeChemnitzer FC
T Körber
A TritzGelbrote Karte
A Kittner
A Schweers
A Menig
M Stoll
M Scherder (74. Rinderknecht)
M Rizzi (81. Mai)
M Kobylanski
S Rühle
S Grimaldi (77. Warschewski)

Trainer: Möhlmann
1:0 Scherder (49.)

T Kunz
A Leutenecker
A MbendeGelbe Karte
A Trapp
A Scheffel
M Hansch (56. Baumgart)
M Reinhardt (86. Breitfelder)
M Grote
M Mlynikowski (28. Aydin)
S Slavov
S Kluft

Trainer: Steffen
Spielbericht

Im Westen nichts Neues

Von Lenny

Der Chemnitzer FC verliert das zweite Sechs-Punkte-Spiel in Folge. Diesmal unterlagen die Himmelblauen dem SC Preußen Münster. Und erneut konnte man keinen eigenen Treffer erzielen. Nach 90 Minuten hieß es 0:1.

Zum zweiten Mal hintereinander spielte der Chemnitzer FC gegen den Tabellenachtzehnten, also gegen jenes Team, welches unter dem ominösen Strich steht. Waren es in der Vorwoche die Kickers aus Würzburg, ist es nun der Sportclub Preußen Münster – und der hat seit fünf Spielen kein Spiel mehr gewonnen, was jedoch weniger Aussagekraft besitzt als die Bilanz des Chemnitzer FC gegen eben diesen Verein. So gastierten die Himmelblauen bis dato sieben Mal im altehrwürdigen „Preußenstadion“ und konnten dort nur einmal als Sieger den Platz verlassen.

Wie schon in der Vorsaison mussten die himmelblauen Anhänger freitags die Reise ins mehr als 500 Kilometer entfernte Münster unternehmen; dem kamen auch letztlich 170 Damen und Herren nach, die aber nur in der Anfangs- und Schlussphase etwas lauter waren. Auf der Gegenseite hörte es sich logischerweise etwas anders an – und das vor allem, weil sich drei Wochen zuvor die beiden Ultra-Gruppen – „Fiffi-Gerritzen-Kurve“ und „Deviants“ – entschlossen, nebeneinander im Block zu stehen und geschlossen aufzutreten. Hintergrund dieser Maßnahme ist unter anderem, die Ausgliederung der Profi-Abteilung zu verhindern. Zum Heimspiel gegen Fortuna Köln traten sie erstmals seit 2009 wieder hinter dem Banner „Eine Kurve – ein Verein: Eingetragener Verein!“ als Einheit auf.

Der zweite Auftritt folgte gegen den Chemnitzer FC und wurde mit einer Pyro-Aktion eingeleitet. Im Block zündete man hinter einer Folienbahn mit der Aufschrift „Eingetragener Verein“ Blinker und weißen Rauch, außerhalb des Stadions gingen einige Raketen in den Abendhimmel. Anschließend war man dauerhaft beim Support und setzte dabei regelmäßig Doppelhalter und Schwenkfahnen ein. Im zweiten Durchgang zeigte man zudem das Spruchband: „Stark bleiben Uwe und Andy – Wir stehen hinter Euch!“.

CFC-Coach Steffen gehen die etatmäßigen Stammkräfte aus, so musste er sowohl auf Kapitän Endres als auch auf Top-Torjäger Frahn verzichten. Für die beiden wurden Mbende und Mlynikowski aufgeboten, sodass Kluft nach vorn rücken konnte und als hängende Spitze neben Slavov spielte. Letztgenannter hatte in der ersten Halbzeit auch via Drehschuss die beste, zugleich aber auch einzige Chance für die Himmelblauen. Münster war wesentlich aktiver und hatte mehrere Möglichkeiten. Eine resultierte unter anderem aus einem Stellungsfehler von Mbende, Kunz stellte aber sein Können bei dieser und weiteren Aktionen entsprechend unter Beweis und war damit der beste CFC-Akteur. Mlynikowski wiederum wurde Mitte der Halbzeit gegen Aydin ausgewechselt.

Es war dessen ungeachtet also, mehr oder weniger, nur eine Frage der Zeit, bis die Platzbesitzer in Führung gehen – und in der 49. Minute war es final soweit. Leutenecker konnte eine Hereingabe nur halbherzig mit dem Kopf klären, und diese landete ausgerechnet auf dem Schlappen von Scherder, der kompromisslos auf dem nassen Geläuf abzog. Sein Pfund ging an Freund und Feind vorbei und schlug unhaltbar ein. Riesenjubel auf der einen Seite, ratlose Gesichter mit – aufgrund des schwachen Auftritts – wenig Hoffnung auf der anderen.

Mit – erst Baumgart, später Breitfelder – erhielt die Jugend eine Chance und war folglich auch daran beteiligt, dass sich die Himmelblauen dem Ausgleich annäherten. Slavov flog erst nach einer gefährlich nah an das Tor geschlagenen Ecke an diesem vorbei, danach schoss Trapp drüber. Die beste Möglichkeit gehörte Baumgart, dessen Schuss leider nur an den Pfosten klatschte. Aus der Überzahl, resultierenden aus einer Ampelkarte in der Schlussminute, konnten die Himmelblauen kein Kapital mehr schlagen. Wie schon in der vergangenen Saison verlässt der Chemnitzer FC das „Preußenstadion“ in Münster mit 0:1 – und kassierte in der aktuellen Spielserie die dritte Pleite in Folge, zu welcher am nächsten Spieltag eine weitere dazukommen könnte. Dann gastiert der 1. FC Magdeburg auf der „Festung Fischerwiese“, die – nach dem Derby-Sieg gegen den Halleschen FC – auch das Ost-Duell bei den Himmelblauen gewinnen möchten.

Immerhin hinterließen die 170 himmelblauen Anhänger ein wichtiges Statement. So sprach man sich mit dem Spruchband „50+1 muss bleiben!“ für die damit verbundene Regel aus, mittels derer geregelt ist, dass Kapitalanleger oder Großunternehmen die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften – in dem Fall: Fußballvereinen – nicht übernehmen können.

Wertung: 3,0 (der Preußen wegen)

Bester Himmelblauer: Kunz

Trainerstimmen

Horst Steffen (CFC) bei mdr.de:
"Die ersten 20 Minuten habe ich ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Mit der ersten Chance der Münsteraner kippte für uns die Partie. Wir hatten nur wenig Entlastung und Ballbesitz. Bis zur 70 . Minute hatte ich nicht das Gefühl, dass wir ein Tor schießen. Erst gegen Ende hat sich meine Mannschaft etwas befreien können. Ich hatte die Hoffnung, dass wir mit einer Torgelegenheit vielleicht doch noch einen Punkt mitnehmen könnten. Das 0:1 ist eine herbe Enttäuschung und ich muss das erst einmal sacken lassen."

Benno Möhlmann (Münster) bei mdr.de:
"Wir haben das läuferisch und kämpferisch bis zur 80. Minute gut auf den Platz gebracht. Wir waren in den Zweikämpfen präsent und konnten viele Chancen erarbeiten. Leider machen wir zu wenig aus unseren Möglichkeiten und so mussten wir bis zum Schluss zittern. Ich denke aber, dass der Sieg verdientermaßen in Münster geblieben ist."

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