Saison 2017/2018
CFC / 3. Liga



 
VfB Auerbach
VfB Auerbach2:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Achtelfinale - Sachsenpokal - Saison 2017/2018
Dienstag, 31. Oktober 2017, 13:30 Uhr
VfB-Stadion, Auerbach
Zuschauer: 1.280
Schiedsrichter: Hempel (Großnaundorf)
VfB AuerbachTorfolgeChemnitzer FC
T Stef. Schmidt
A Lietz
A Sieber
A Heger
A Seb. Schmidt (93. Löser)
M KötzschGelbe Karte
M Novy
M StockGelbe Karte (46. Wild)
M MatternGelbe Karte
M SchlosserGelbe Karte
S Zimmermann

Trainer: Hiemisch
1:0 Heger (45.)
1:1 Aydin (46.)
2:1 Wild (69.)

Besondere Vorkommnisse:
Kunz hält Foulelfmeter von Schlosser (83.)

T Kunz
A Leutenecker
A Endres
A Trapp
A MlynikowskiGelbe Karte (63. Koch)
M GroteGelbe Karte
M Reinhardt
M Hansch
M Aydin (72. Kluft)
S Frahn
S Slavov

Trainer: Steffen
Spielbericht

Halloween im Vogtland: VfB Auerbach wirft CFC aus dem Sachsenpokal

Von Frank Neubert

Normalerweise hätte man nach dem Schlusspfiff bestürzte, hitzige und aufgeregte CFC-Fans am Zaun des Gästeblocks erwartet. Aber außer vereinzelten zornigen Rufen und ein paar Flüchen auf dieses "Kuhnest" kam da nicht viel. Zu schlecht war das gesehene Gekicke der Himmelblauen und der Sieg der Gastgeber einfach nur verdient. Mit versteinerten Minen und pappensatten Gesichtern bewegte sich der himmelblaue Tross zurück zum Parkplatz, spuckte noch ein paar mal zu Boden und rollte über die A72 heim nach Chemnitz. Endstation im Achtelfinale, in Auerbach. Wie schon einmal vor 11 Jahren unter Joachim Müller, damals flog man allerdings erst im Elfmeterschiessen heraus.

VfB Auerbach - CFC 2:1CFC-Coach Horst Steffen riskierte nichts und schickte die Drittliga-Formation auf den Rasen, allerdings bekam Aydin den Vorzug vor Kluft. Vielleicht hätte er doch lieber umstellen sollen, denn die Liga-Garnitur machte genau dort weiter, wo sie gegen Großaspach und Erfurt aufgehört hatte - nämlich mit pomadigen und glücklosem Fußball. Viel zu oft wurden die Bälle verschleppt, in die Füße des Gegners gespielt und auf dem Weg zum Tor mehr auf Zufall als auf Ideen gesetzt. Ja, der Rasen war ein Acker, Zauberfußball in keinster Weise zu erwarten - aber der Gegner, der in der laufenden Regionalliga-Saison erst einen Sieg (!) geschafft hatte, musste ebenso mit diesem "Rübenfeld" klarkommen.

VfB Auerbach - CFC 2:1Bereits nach sechs Minuten hätte der VfB führen können, als Kunz einen Ball zu kurz abwehrte und Lietz zu aufgeregt abzog - der Ball flog als Bogenlampe über das CFC-Tor. Auerbach zeigte keinerlei Respekt und ließ sich auch den derzeitigen Abstiegsplatz in der Liga nie anmerken. Mit Marcel Schlosser, dem langjährigen Himmelblauen, hatte der VfB einen vorbildlichen Routinier und Antreiber in seinen Reihen, den man sich mit seinem Einsatz und seiner Energie an solchen Tagen immer noch in einem CFC-Trikot wünschen würde. In der 40. Minute gab es den ersten Eckball für den Club, gefährlich aufs Auerbacher Tor geschossen wurde in der ersten Hälfte überhaupt nicht. Wie es geht, zeigte der Gastgeber fast mit dem Pausenpfiff - eine Flanke erreichte den allein gelassenen Heger am langen Pfosten, der keine Mühe hatte, nach Zuspiel von Zimmermann Kunz zu überwinden.

Die Kabinenpredigt von Horst Steffen musste gewirkt haben, denn mit dem Wiederanpfiff war plötzlich ein Aufbäumen, ein himmelblauer Wille zu erkennen. Es klingelte auch gleich, als Aydin mit einem schönen Lupfer den ehemaligen CFC-Keeper Stefan Schmidt überlistete. Der Club war jetzt richtig am Drücker, Aydin knallte das Leder gleich noch einmal an den Pfosten (53.), den Nachschuss versemmelte Slavov leider fahrlässig. VfB Auerbach - CFC 2:1Aber mehr fand vom CFC an diesem Tag nicht statt. Auerbach biss sich zurück ins Spiel, wirkte schnell wieder williger und beseelter als der Club. Als Wild aus 20 Metern ungestört abziehen durfte und links unten traf (69.) waren die Messen eigentlich schon gelesen. Schlosser verpasste es, den Deckel draufzumachen, als er nach einem Foul von Koch an Wild per Elfer an Kunz scheiterte (83.). Aber das 3:1 war auch gar nicht nötig, denn vor den langen Bällen der Himmelblauen musste niemand Angst haben. In der 93. Minute flog noch ein letzter CFC-Freistoß am VfB-Kasten vorbei, danach durfte im Vogtland ausgiebig und hochverdient gejubelt werden.

Fazit: Gewiss, man kann in Auerbach verlieren. Die Reise ins Vogtland ist eines der unangenehmsten Lose, die man im Sachsenpokal erwischen kann. Allerdings darf man schon erwarten, dass ein Drittligist genügend Mentalität und Power mitbringt, dem Regionalligisten die Stirn zu bieten. Zu sehen war leider nur die Fortsetzung der Partie gegen Erfurt, wo bei den Himmelblauen auch nur wenig zusammenpasste. Der Club sollte schleunigst zusehen, dass er an die guten Leistungen gegen Halle und Lotte anknüpfen kann, sonst droht in Kürze erneut der Tabellenkeller. Eigentlich hätte diese Partie eine feine Vorbereitung auf Meppen sein können, denn auch dort stehen die Kühe gleich hinterm Stadionzaun. So bleibt nur die Hoffnung, dass der CFC am Samstag im nächsten "Dorf" besser unterwegs ist.

Wertung: 4,5

Bester Himmelblauer: Schlosser (aber der trug das falsche Trikot)

Pressestimmen

Freie Presse

Tag der Außenseiter im Sachsenpokal: Auerbach schlägt CFC, Chemie den FSV

Der Jubel beim VfB Auerbach war am Dienstagnachmittag riesig: "Es ist geil, endlich mal so ein großes Spiel gewonnen zu haben", sagte Danny Wild. Der 26-Jährige hatte mit seinem Flachschuss in der 69. Minute das Siegtor zum 2:1 (1:0) gegen den Chemnitzer FC erzielt. [..] Der Erfolg der in der Liga seit sieben Wochen sieglosen Auerbacher ging in Ordnung. Der VfB begann vor 1280 Zuschauern mutig und hatte durch Felix Lietz (6.) und Marc-Philipp Zimmermann (14.) die ersten Chancen, die Kevin Kunz im Chemnitzer Tor vereitelte. Sein Gegenüber Stefan Schmidt wurde in der ersten Halbzeit nur einmal gefordert und klärte gegen Myroslav Slavov aus Nahdistanz per Fußabwehr (27.). [..] "Es ist ein Riesengefühl für die Spieler, für die Fans und für alle im Verein. Die Mannschaft hat im zweiten Spiel auf tiefem Boden innerhalb kürzester Zeit eine enorme Bereitschaft an den Tag gelegt und sich dafür belohnt", freute sich Auerbachs Trainer Michael Hiemisch. CFC-Coach Horst Steffen sprach von einem enttäuschenden Auftritt seiner Elf: "Die erste Halbzeit war zäh. Nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, dass wir mehr Bälle vors VfB-Tor bringen. Wir haben aber nicht die richtigen Mittel gefunden." [..]

MDR-Online

Auerbach ist die Endstation für den Chemnitzer FC

[..] Im gesamten Spielverlauf war kein Klassenunterschied zwischen den Teams zu erkennen. Die Auerbacher machten in der Anfangsphase das Spiel und hätte bereits nach sechs Minuten in Führung gehen können. Doch Felix Lietz war vor dem Tor nicht abgeklärt genug. Mit dem Halbzeitpfiff gelang den Gastgebern doch das 1:0: Ein Rückgabe von Marc-Philipp Zimmermann vollendete Vaclav Heger aus acht Metern. [..] Direkt nach der Pause schlug der Favorit zurück. Eine Bogenlampe von Okan Aydin senkte sich zum 1:1 in die Maschen. In diesen Minuten hatte der CFC seine stärkste Phase. Marc Endres traf aus 18 Metern den Pfosten und den Nachschuss von Aydin rettete VfB-Schlussmann Stefan Schmidt mit einer Klasseparade. Dem eingewechseltten Danny Wild gelang mit einem 22-Meter-Geschoss die erneute Führung (69.). In der Schlussphase hätte Marcel Schlosser alles klar machen können, scheiterte mit einem Elfmeter aber an CFC-Schlussmann Kevin Kunz. [..]

Chemnitzer Mopo

Sensation in Auerbach! Heger und Wild kegeln den CFC aus dem Pokal

Die Vogtländer waren griffiger, leidenschaftlicher, wollten den Sieg mehr als der Drittligist. Sie konnten es sich in der Schlussphase sogar erlauben, einen Elfmeter zu verschießen. [..] Die zweiten Hälfte begann, wie die erste endete: Mit einem Tor, diesmal für den CFC. Das 1:1 war glücklich und auch nicht ganz astrein. Myroslav Slavov räumte bei einer Flanke Lietz mit dem Ellenbogen ab, der Pfiff blieb aus, Okan Aydin (46.) angelte sich das Leder, abgefälscht aus 18 Metern landete es im hohen Bogen im VfB-Kasten. [..] Aber Auerbach verstand es immer, gefährliche Nadelstiche zu setzen. So auch nach 69 Minuten: Nach einem Konter zog der zur Pause eingewechselte Danny Wild trocken aus 20 Metern ab und traf - 2:1 für den VfB. Chemnitz drängte nun, die besseren Möglichkeiten hatte der Gastgeber. Zimmermann (72.) und Schlosser (74.) vergaben aber. Die größte besaß wiederum Schlosser (83.), der mit einem äußerst schwach geschossenen Foulelfmeter an Kunz scheiterte. [..]

Trainerstimmen

Michael Hiemisch (VfB) bei mdr.de:
"Heute mussten wir Farbe bekennen: entweder als Sieger oder als Verlierer vom Platz gehen. Der Sieg ist ein Riesen Gefühl für uns - für die Spieler und das Funktionsteam."

Horst Steffen (CFC) bei mdr.de:
"Insgesamt war es ein enttäuschender Auftritt von uns. Wir müssen uns viel mehr Torchancen erspielen. Der Sieg für Auerbach geht in Ordnung."

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