Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:0FSV Wacker Nordhausen
FSV Wacker Nordhausen
12. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Sonntag, 07. Oktober 2018, 13:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.578
Schiedsrichter: Burda (Berlin)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Wacker Nordhausen
T Jakubov
A Gesien
A Hoheneder
A Velkov
A Itter
M GarciaGelbe Karte (87. Hovi)
M GroteGelbe Karte
M LangerGelbe Karte (71. Karsanidis)
M T. Müller
S Frahn
S Bozic (68. Milde)

Trainer: Bergner
1:0 Frahn (49.)
2:0 Grote (66./Handelfer)

T Glinker
A KovacGelbe Karte
A PropheterGelbe Karte
A Esdorf
A Göbel (70. Andacic)
M Becker
M Pluntke
M KauffmannGelbe Karte (56. Genausch)
M SobottaGelbe Karte
S KammlottGelbe Karte
S Beil (67. MerkelGelbe Karte)

Trainer: Uluc
Spielbericht

Wacker besiegt

Von Pelzhut

Wow. Das ist derzeit alles ein bisschen Wahnsinn bei unserem himmelblauen Fußballverein. Wann gab es denn so etwas schon einmal: 12 Spiele, 12 Siege und eine Mannschaft, die – anders als in vorherigen Saisons – nicht nur bereit ist, zu begeistern, sondern begeistert! Als ein Bollwerk gegen jedwede Niederlagen, mit gutem Kombinationsfußball, langem Atem und schönen Toren.

Das Spiel gegen wackere Nordhausener war dabei eines der besten in der bislang überaus erfolgreichen Saison. Gegen einen starken Gegner wurde vor allem in der Anfangsviertelstunde deutlich, dass ein erneuter Sieg alles andere als ein Selbstläufer werden würde. Nach etwa 20 Minuten, zeitlich mit dem Stimmungsbeginn der - nach eigenen Angaben aktiven - Fanszene, war dann auch die CFC-Abwehr im Spiel angekommen und die Mannschaften neutralisierten sich ab Mitte der ersten Halbzeit überwiegend. So richtig zwingende Chancen für die eingemieteten Hausherren ergaben sich nicht, was auch daran lag, dass der Ball fast ausschließlich ab durch die Mitte ging und wenig Beflügelndes über links oder rechts kam.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Chemnitz den Druck. Bald hatte der sogenannte Fußballgott ein Einsehen, bediente sich seinem irdischen Vertreter, also Daniel Frahn, der lupfte mit dem Hinterkopf einen Freistoß zum 1:0 ein und die Gemeinde feierte! Danach machte Nordhausen einmal mehr ordentlich Betrieb, erspielte sich klare Chancen und wir hatten Glück, dass wahlweise Pfosten, Latte, individuelles Unvermögen und ein sehr gut aufgelegter Jakubov im himmelblauen Tor der Torsehnsucht des Gegners einen Strich durch die Tabellenrechnung machten. Nervig war, dass mancher Nordhäuser stetig am jammern oder am foulen war und dass der Schiedsrichter trotz großzügig und nicht immer nachvollziehbar ausgeteilter gelber Karten diesem destruktiven Treiben kaum Einhalt geben konnte oder wollte. Nachdem erneut Frahn im Strafraum agierte und ein sich durch auffällige Fallsucht bereits unbeliebt gemachter Nordhausener Spieler zur Ballabwehr die starke Linke zur Hilfe nahm, erzielte im fälligen Strafstoß der bärenstarke Kapitän Grote mit rechts und Recht das 2 zu 0 und damit den Endstand. Chancen gab es fortan auf beiden Seiten noch einige, doch der CFC spielte die Führung gut über die Zeit. Dabei wurde er unterstützt von gut aufgelegten Rängen, wenngleich des „Boykotts“ wegen ohne Schwenkfahnen (Wem schadet man hier eigentlich? Simon, sich selbst oder der Mannschaft?). Wäre nicht der Beginn der Herbstferien gewesen, hätte verdienterweise vermutlich eine 6 vor der Zuschauerzahl gestanden.

Am Ende folgten Jubel, Uffta und glückliche Gesichter. Und dennoch lässt sich diese grandiose Saison nicht wermutstropfenlos genießen, bleiben komische Gefühle bei und viele Fragen offen: Wie geht es wirtschaftlich und strukturell weiter mit dem CFC? Ist Sport tatsächlich im Verein am schönsten und die Rechtsform entscheidend für die Identifikation mit meinem Fußballclub? Warum geriert sich der gegenwärtige Hauptverantwortliche gutsherrenartig als Alleinherrscher, für den die nach außen proklamierten Werte ‚Toleranz und Vielfalt‘ intern wenig Beachtung finden? Wieso werden, entgegen der Prinzipien modernem Change Managements, die aktuellen und notwendigen Veränderungsprozesse weder ausreichend kommuniziert noch erklärt? Warum werden die betreffenden Akteure, also die Fans, nicht angemessen im Prozess mitgenommen? Die nächsten Wochen werden manche Fragen klären. Hoffen wir, dass es auf allen Gebieten erfolgreich weitergehen oder werden möge.

Wertung: 2,0.

Beste Himmelblaue: Grote, Garcia, Itter

Trainerstimmen

Volkan Uluc (Wacker) bei mdr.de:
"Die erste Halbzeit war ein sehr gutes und stabiles Auftreten meiner Mannschaft. Leider konnten wir unsere Doppelchance Beil/ Kauffmann nicht zur Führung nutzen. Bis zur Halbzeit neutralisierte sich das Spielgeschehen. In der zweiten Halbzeit verlieren wir in der Vorwärtsbewegung leichtfertig den Ball, der zum Freistoß führte und zum Gegentreffer. Diesen haben wir sehr naiv verteidigt. Der Ball war gefühlt eine halbe Ewigkeit in der Luft unterwegs. Danach haben wir es leider verpasst durch die Chance von Beil und dem Lattentreffer von Genausch, den Ausgleich zu markieren. Der Elfmeter für Chemnitz war für mich eine Fehlentscheidung, denn auf so kurzer Distanz auf Handelfmeter zu entscheiden, dazu gehört sehr viel Phantasie. Damit war das Spiel auch entschieden, da uns kein Anschluss gelang."

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Wir hatten 20 Minuten benötigt, um mit der richtigen Aggressivität ins Spiel zu finden. In dieser Zeit haben wir auch zwei Möglichkeiten von Wacker Nordhausen gut überstanden. Wir haben taktisch umgestellt von zwei Sechsern auf einen Sechser und haben die erste Halbzeit danach ausgeglichen gestaltet. In der zweiten Halbzeit wollten wir noch einen Gang nach oben schalten und haben gegen einen hochwertigen Gegner gute taktische Lösungen gefunden. Nach der Führung hat uns Jakubov mit Glanzparaden im Spiel gehalten und der Elfmeter hat uns endgültig auf die Siegerstraße gebracht. Es war ein Sieg gegen eine sehr gute Mannschaft aus Nordhausen."

<< 11. Spieltag 3. Runde Sachsenpokal >>