Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:1ZFC Meuselwitz
ZFC Meuselwitz
32. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Samstag, 04. Mai 2019, 13:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.860
Schiedsrichter: Kluge (Zeitz)
Chemnitzer FCTorfolgeZFC Meuselwitz
T Mroß
A ItterGelbe Karte
A Hoheneder
A Velkov
A Milde
M Karsanidis (91. Blum)
M GarciaGelbe Karte (66. Mauer)
M Langer
M T. Müller (87. Hoppe)
M GroteGelbe Karte
S Frahn

Trainer: Bergner
1:0 Frahn (54.)
1:1 Rudolph (59.)

T Kroner
A Lubsch
A Le BeauGelbe Karte
A StrietzelGelbe Karte
A RaithelGelbe Karte
M RudolphGelbe Karte
M Yajima (91. Watahiki)
M Stenzel
M Albert (77. Weinert)
M Bürger (68. Trübenbach)
S DartschGelbe Karte

Trainer: Weber
Spielbericht

Die emotionsloseste Meisterschaft aller Zeiten

Von Pierre Schönfeld

Es war exakt 15:19 Uhr als auf der altehrwürdigen Fiwi alle Dämme brachen. Die Aufforderung von Olaf Kadner doch noch 2 Minuten zu warten, bis sich Schiri und Bullen in die Kabine begeben hatten, ging unter in einen geradezu orgiastischen Jubel. Binnen weniger Sekunden füllte sich das heilige Grün, stürmten von allen Seiten die himmelblauen Fans auf den Rasen. Es war endlich geschafft, der Chemnitzer Fußballclub in die dritte Bundesliga aufgestiegen.

CFC - ZFC Meuselwitz 1:1 So begann einst mein Spielbericht zum denkwürdigen Drittliga-Aufstieg anno 2011. Er mutet an wie aus einer längst vergangenen Zeit. Die alte Fiwi gibt's nicht mehr. Doch auch vieles was diesen Verein so lieben- und lebenswert gemacht hat, ist nicht mehr da. Zerstört von einer weltfremden, egozentrischen und ignoranten Machtpolitik des Insolvenzverwalters.

Was für ein Kontrast zu 2011 war nun dieser Samstagnachmittag am 4. Mai 2019. Wieder hat der CFC den Aufstieg in die dritte Liga geschafft. Diesmal bereits am drittletzten Spieltag. Ein 1:1 gegen den Zipsendorfer FC Meuselwitz reichte, um die Konkurrenz, allen voran den Berliner AK, auf die Plätze zu verweisen. Die Mannschaft um Kapitän Dennis Grote hatte Großartiges geleistet, die Liga dominiert, eine kleine Schwächephase souverän gemeistert und zudem noch das Pokalfinale nach einem dramatischen Spiel im Halbfinale gegen die Leipziger Lokmannschaft erreicht.

CFC - ZFC Meuselwitz 1:1Die Umstände vor diesem Spiel waren Besondere. Der NOFV hatte ausgerechnet dieses Spiel für seinen Bestrafungsaktion wegen der Trauerzeremonie am 9.3. ausgesucht und die komplette Südtribüne gesperrt. Kollektivstrafen gibt's nicht mehr? Nicht beim Nordostdeutschen Fussballverband.
Und damit ja keiner von aktiven Fans auf die Idee kommt, nun in anderen Bereichen des Stadions Stimmung zu machen oder "Flagge zu zeigen" wurden vom IV Transpis und Blockfahnen auf der Gegengerade verboten. Der Fanstand auf dem Stadionvorplatz, wo immer das subversive 1143 auslag, musste gleich mit dran glauben.
In Verkennung der allgemeinen Stimmungslage wurde zudem vorsorglich vor einem Platzsturm gewarnt.

Und so waren nur 2.860 Zuschauer im Stadion. Minusrekord am Tag der Meisterschaft! Einen Minusrekord gab es folgerichtig auch in Sachen Stimmung. Ein paar von den Ultras hatten sich im Block 1 versammelt, stimmten hin und wieder einen Gesang an oder riefen gegen Siemon & Co.
Das wiederum wurde von anderen mit Pfiffen quittiert und es kam zu lautstarken Wortgefechten zwischen Siemon-Befürwortern und -Gegnern. Die Anhängerschaft ist zutiefst gespalten. Zwischen denen, die die Dinge in erster Linie aufgrund des sportlichen Erfolges im Lot sehen.
Und denen, die die Machenschaften des IV, das Ausbooten langjähriger treuer Mitarbeiter, das Kaltstellen der Vereinsgremien, die Ignoranz gegenüber den Mitgliedern und das Bekämpfen der aktiven Fans nicht hinnehmen wollen.

CFC - ZFC Meuselwitz 1:1Ballsport gab es auch. In einer höhepunktarmen ersten Hälfte hatte Tobias Müller die große Chance den Club in Führung zu bringen. In der 32. Minute zielte er knapp neben das Tor. Torjäger Daniel Frahn schliesslich schoß den CFC in der 54. Minute nach schöner Vorarbeit von Dennis Grote in Front. Die Zipsendorfer, bei denen mit Stenzel, Le Beau und Dartsch drei Ehemalige in der Startelf standen, antworten nur 5 Minuten später mit einem satten Schuß von Rudolph von der Strafraumgrenze zum Ausgleich. Beide Mannschaften hätten anschliessend gewinnen können. Mroß zeigte in der 81. Minute gegen den eingewechselten Trübenbach sein Können und Velkov köpfte kurz vor Schluss nur an den Pfosten.

Dann war Feierabend an diesem tristen, naßkalten, Samstagnachmittag. Kirmesmusik wurde eingespielt und Frau Huhn feierte den Regionalliga-Meister. Auf der Anzeigetafel, die bald in Auerbach stehen wird, erschien ein entsprechendes Jubel-Bild. Die Spieler zogen sich die Meister-T-Shirts an und applaudierten in Richtung leere Süd-Tribüne. Eine feine Geste! Anschliessend zogen die Spieler an der Gegengerade vorbei und vor den Ultras gab's noch ne kleine Uffta.

Das war er nun, der entscheidende Tag der Meisterschaft. Der eigentlich ein absoluter Höhepunkt sein sollte. Für den Autor, der schön über 30 Jahren zu den Himmelblauen geht, war es hingegen die mit Abstand emotionsloseste Meisterschaft aller Zeiten. Früher war alles besser? Manchmal schon.

Wertung: 5,0. Ein trauriger Tag.

Bester Himmelblauer: Grote

Trainerstimmen

Heiko Weber (ZFC) bei mdr.de:
"Wir hätten gerne nochmal in diesem schönen Stadion gespielt, aber Chemnitz ist zu gut für diese Liga. Meine Mannschaft hat so gespielt, wie ich das wollte. Wir haben nicht gemauert, wir haben wenig zugelassen, wir wollten Chemnitz feiern lassen aber nicht verlieren. Beides haben wir geschafft."

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Das Spiel spiegelt die gesamte Saison wider. Meine Jungs hätten mehr als die knapp 3.000 Zuschauer verdient gehabt. Wir wollten gewinnen, waren in der ersten Halbzeit aber nicht zielstrebig genug. Nach dem 1:0 haben wir ein paar Schritte zu wenig gemacht. Folgerichtig fällt dann noch der Ausgleich. Aber am Ende haben wir den Spatz in der Hand mitgenommen. Jetzt sind wir einfach nur, dass wir da sind, wo wir sind. Die Jungs sollen einfach nur feiern."

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