Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
FC O'lausitz Neugersdorf
FC O'lausitz Neugersdorf3:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
31. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Samstag, 27. April 2019, 13:30 Uhr
Sparkassen-Arena, Neugersdorf
Zuschauer: 571
Schiedsrichter: Rauschenberg (Eisenach)
FC O'lausitz NeugersdorfTorfolgeChemnitzer FC
T HavranekGelbe Karte
A Vanek
A RosaGelbe Karte
A PetrickGelbe Karte
A SislerGelbe Karte
M TrägerGelbe Karte
M Dittrich
M MarekGelbe Karte (73. SchmidtGelbe Karte)
M KnechtelGelbe Karte
S von Brezinski
S Djumo (90. Bravo)

Trainer: Hentschel
1:0 Rosa (12.)
2:0 Träger (63./Foulelfer)
2:1 Bozic (64.)
3:1 Djumo (78.)
3:2 Langer (94.)

T Mroß
A Itter
A Hoheneder
A Blum
A KarsanidisGelbe Karte (77. Tallig)
M Garcia (65. Milde)
M Grote
M LangerGelbe Karte
M Beyreuther
S Hoppe (46. Frahn)
S BozicGelbe Karte

Trainer: Bergner
Spielbericht

Der Taumel nach dem Taumel

Von dFT

Binnen dreier Tage erlebten die Himmelblauen (wieder mal) ein Wechselbad der Gefühle. Eben noch berauscht von einem nervenaufreibenden Pokalhalbfinale in großem Rahmen, fand man sich nun auf dem Sportplatz des FC Oberlausitz Neugersdorf wieder, wo man sich gegen die abstiegsbedrohten Gastgeber auch rechnerisch den Staffelsieg holen wollte und patzte auf ganzer Linie.

Bei annehmbaren normalfrühlingshaften äußeren Bedingungen fanden sich auf den niedrigen Rängen offiziell 571 Zuschauer ein, davon sicher etwas mehr als die Hälfte im eng vergitterten Gästebereich. Die freundlichen Gastgeber blieben nicht nur an Einlass und Imbissbude entspannt, sondern ließen auch problemlos in den Innenraum, wenn die Zaunsfahnen durch die engen Gitterstäbe nicht zu befestigen waren. Angenehm auch der Stadionsprecher, der sprachlich Lokalkolorit einbrachte und Kunstpausen setzte, um im Programmheft nach Vornamen der Gästespieler zu fahnden.

David Bergner tauschte aus seiner Stammformation gleich vierfach aus. Mroß durfte wieder für Jakubov in den Kasten, Blum ersetzte Velkov, der in der Winterpause verpflichtete Beyreuther kam zu seiner Punktspielpremiere in Himmelblau und Hoppe begann anstatt Frahn. Leider blieb auch die tolle Leistung der ersten Hälfte des Lok-Spiels draußen. Zwar bemühte sich der CFC gleich um Spielkontrolle, wurde dabei aber gegen den tief stehenden Gegner mangels Ideen und mangels Bewegung ohne Ball nur sehr selten zwingend. Neben ein paar halbwegs zu Ende gespielten Angriffen (diese liefen dann meist über außen, während die langen Bälle durch die Mitte ausnahmslos ohne jeden Ertrag blieben) ist nur ein Kopfball Hoppes nach Flanke von Garcia zu nennen, der auf dem Gebälk landete und den Neugersdorfer Torwart zu einer schmerzhaften Rettungstat am Pfosten herausforderte. Das war viel zu wenig für einen Spitzenreiter, der nächstes Jahr dritte Liga spielen will. In den ersten 25 Minuten versuchte auch der FCO, eigene Angriffe zu initiieren. Dabei gelang es immer wieder mal, sich bis an den Strafraum durchzuspielen und nach einem ersten Warnschuss von Djuma in Minute 9, den Mroß stark entschärfte, klingelte es beim zweiten ernstzunehmenden Versuch: nachdem der FCO auf unserer rechten Abwehrseite frei zum flanken kam, schob Rosa den Ball in der Mitte locker in die Maschen. Ab Mitte der ersten Hälfte gelang es dem Club besser, die Neugersdorfer Angriffe zu unterbinden, bis unmittelbar vor der Pause Mroß bei einem abgefälschten Schuss nochmal all sein Können aufbieten musste.

Zur zweiten Halbzeit schickte Bergner Frahn statt des agilen, aber auch nicht effektiven Hoppe aufs Feld und vor allem brachte der CFC nun deutlich mehr Einsatz mit. Folge waren einige schon eher ernstzunehmende Angriffe, die aber doch allesamt nicht zum Torerfolg führten. Neugersdorf meldete sich nun nur noch mit seltenen Kontern, die dann aber jeweils für Gefahr sorgten. Der erste Versuch Djumas konnte gerade noch abgelaufen werden, beim zweiten half nur noch ein Foul: Strafstoß, der trotz des langen Trainings am Mittwoch zum 0:2 aus himmelblauer Sicht führte. Praktisch mit dem ersten Angriff nach dem erneuten Anstoß gab es endlich eine Lücke in der guten FCO-Defensive, die Grote zum Pass auf Bozic und dieser zum sofortigen Anschluss nutzte. Danach nahm Bergner Garcia raus, hoffentlich war da nicht eine Verletzung Ursache. Auch weiterhin war der Wille, das Spiel noch zu drehen, nicht abzusprechen. Aber ebenfalls weiterhin fiel den Akteuren dafür viel zu wenig ein. In dieser Phase machte noch am ehesten Beyreuther auf sich aufmerksam, der mehrmals mit schnellen Flankenläufen und guten Flanken und Ecken aufwarten konnte. Hinten blieb das Risiko der Konter und eine Viertelstunde vor Schluss schien dann die Vorentscheidung gefallen: Djuma war bei einem guten langen Ball zu schnell für unsere Defensive und behielt vor Mroß die Nerven: 1:3. Hier und da hätten die Himmelblauen gern noch den einen oder anderen Frei- oder gar Strafstoß vom guten Unparteiischen haben wollen, doch waren da teilweise auch plumpe Aktionen wie jene von Bozic dabei, die den Schiedsrichter in tatsächlich zweifelhaften Situationen dann eher gegen den CFC entscheiden lassen. In der Schlussphase erhöhten die Jungs nochmal die Schlagzahl und verkürzten in der Nachspielzeit nach einer Ecke durch Langer tatsächlich noch. Da direkt danach Schluss war, war dies jedoch nur noch eine Notiz für die Statistik.

Es bleibt dabei. Wirklich konstant und sicher bekommt der CFC sein Spiel nicht auf den Rasen. Es fehlte an Ideen und Bewegung ohne Ball, zu oft war das nur reactio statt actio, kam der eine und der andere auch erst in Bewegung, wenn der Ball auf ihn zukam. Wenn man statt der langen Bälle mal über die Außenbahnen agierte, beschwor man noch am ehesten Gefahr herauf. Grote bleibt der absolute Fixpunkt unseres Spieles. Insofern ist sein Wechsel im Sommer sehr schwerwiegend. Andererseits ist das vielleicht der notwendige Anstoß, die Spiellenkung breiter zu verteilen, eine variablere Spielidee zu entwickeln.

Wertung: 3-4

Beste Himmelblaue: Grote und Beyreuther, der durchaus auf sich aufmerksam machen konnte.

Trainerstimmen

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Wir werden die Niederlage vernünftig auswerten. Die Spieler sind vom Kopf her müde und erstmal durch. Wir haben jetzt nach dem Pokalspiel nicht so viel Regenerationszeit gehabt, während der Gegner sich richtig vorbereiten konnte und seine Möglichkeiten voll ausgeschöpft hat. Fünf Torchancen und dann drei Tore, das ist in der Liga schon außergewöhnlich. Wir haben es dann nicht mehr geschafft, mit der Zielstrebigkeit im Abschluss und deswegen gehst du als Verlierer vom Platz."

Thomas Hentschel (FCO) bei mdr.de:
"Großes Kompliment an die Mannschaft. Was sie heute reingehauen hat. Heute haben die Tugenden und der Zusammenhalt gestimmt. Unsere Chancen haben wir konsequent genutzt. Kulminationspunkt war das 1:2, da hätte die Partie noch einmal kippen können. Für unsere Verhältnisse haben wir fast optimal gespielt. Unter meiner Regie haben wird zudem erstmals nachgelegt und nach einem Sieg den zweiten Dreier geholt."

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