Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC13:12 n.E.1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig
Halbfinale - Sachsenpokal - Saison 2018/2019
Mittwoch, 24. April 2019, 19:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.489
Schiedsrichter: Sather (Grimma)
Chemnitzer FCTorfolge1. FC Lok Leipzig
T Jakubov
A Itter
A VelkovGelbe Karte (120. Blum)
A Hoheneder
A MildeGelbe Karte
M Karsanidis
M Langer
M Grote
M Garcia
S Frahn
S BozicGelbe Karte (99. Hoppe)

Trainer: Bergner
1:0 Langer (5.)
2:0 Langer (27.)
2:1 Pannier (40.)
2:2 Pommer (66.)
2:3 Schulze (102.)
3:3 Karsanidis (105.)

Elfmeterschießen:
4:3 Hoheneder
4:4 Schinke
5:4 Karsanidis
--- Steinborn (vorbei)
6:4 Blum
6:5 Urban
7:5 Grote
7:6 Schulze
--- Frahn (gehalten)
7:7 Pfeffer
8:7 Garcia
8:8 Zickert
9:8 Langer
9:9 Gottschick
10:9 Itter
10:10 Ziane
11:10 Hoppe
11:11 Pommer
12:11 Jakubov
12:12 Kirsten
13:12 Hoheneder
--- Schinke (gehalten)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Malone (114.)

T KirstenGelbe Karte
A BergerGelbe Karte (76. Ziane)
A UrbanGelbe Karte
A Steinborn
A Schinke
M MaloneGelbrote Karte
M Schulze
M Pannier (59. GottschickGelbe Karte)
M ZickertGelbe Karte
M SalewskiGelbe Karte (21. Pommer)
S PfefferGelbe Karte

Trainer: Joppe
Spielbericht

Pokalkrimi gegen Lok - Chemnitz steht im Pokalfinale

Von Matthias Mally

Pokalheimspiel unter Flutlicht bei sommerlichen Temperaturen gegen Lok Leipzig. Allein diese Rahmenbedingungen weckten die Erwartungen für ein spannenden Halbfinale im sächsischen Pokal. Der Club war gewarnt, lag das verlorene Punktspiel in Leipzig nach eigener Führung nicht so lang zurück. Dementsprechend groß waren die Hoffnungen bei den Gästen, welche von etwa 2000 Fans aus der Brausestadt begleitet wurden.

CFC - Lok Leipzig 13:12Der CFC legte los wie die Feuerwehr. Bereits nach 4 Minuten waren 2 Torabschlüsse der Himmelblauen zu verzeichnen. Einen davon egalisierte Gästekeeper Kirsten mit einer sehenswerten Rettungstat gegen Frahn. Die anschließende Ecke in der 5. Minute brachte die Hausherren in Führung. Langer köpfte zum Jubel der himmelblauen Fans ein. Anschließend beherrschte der CFC das Spiel fast nach belieben. Lok kam zu keiner nennenswerten Torchance in der ersten halben Stunde. Nachdem Gästetrainer Joppe in der 22. Minuten von SR Sather auf die Tribüne verwiesen wurde, folgte nur wenige Augenblicke später der zweite Streich vom Matti Langer. Gegen seinen Schuss aus rund 25 Metern in den rechten oberen Winkel war der ansonsten stark haltende Benny Kirsten im Tor der Lok chancenlos. 2:0 nach einer halben Stunde, ein starker CFC gegen bis dato chancenlose Gäste - was sollte da noch schief gehen? Nach Großchancen durch Milde und Bozic sowie einem Abseitstor der himmelblauen fiel kurz vor der Pause aus heiterem Himmel der Anschlusstreffer für die Gäste. Pannier nutzte eine Passivität der Abwehr um Hoheneder und netze überlegt mit einem Flachschuss ins lange Eck ein. Mit dieser verdienten Halbzeitführung ging es in die Pause.

CFC - Lok Leipzig 13:12 Zum Auftakt der zweiten Halbzeit verpasste es der spielerisch überlegene CFC, gegen die teils ruppige und oft an der Grenze zum Platzverweis agierenden Gäste entgegen zu halten. So wurde es von Minute zu Minute spürbarer, wie sich die Mannschaft um Trainer Bergner den Schneid abkaufen ließ. Der Spielfluss wurde somit zunehmend mehr von Nicklichkeiten seitens der Gäste gestört. In der 66. Minute erhielten die Himmelblauen die Quittung für die zunehmende Passivität. Nach einem Konter der Leipziger konnte Pommer ungestört einschieben. Ausgleich, nachdem der CFC die ersten 40 Minuten klar beherrscht hatte und dabei die in diesem Jahr beste Saisonleistung zeigte. In den letzten 10 Minuten hatte sowohl Chemnitz (Bozic) als auch Leipzig (Pommer) die Chance zum Sieg. Da beide vergaben, ging es in die Verlängerung. Den ersten Paukenschlag setzten die Gäste. Nach einem Freistoß köpfte Schulze zum umjubelten Führungstreffer für Lok ein. Die Antwort kam postwendend. Nur 3 Minuten später zog Karsanidis aus rund 20 Metern ab und traf, unhaltbar für Kirsten, ins obere linke Eck des Gästetores. Mit dem 3 : 3 ging es in die Pause. Höhepunkt der 2. Halbzeit der Verlängerung war die längst überfällige Gelb-Rote Karte von Malone aus Leipzig. Da nix weiteres passierte musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Die Spieler beider Mannschaften gaben sich bis auf Frahn auf Chemnitzer Seite und Steinborn auf Leipziger Seite keine Blöße und verwandelten sicher. So war es der 22. Elfmeter der die Entscheidung brachte. Jakubov wurde zum umjubelten Helden, als er den Elfmeter von Schinke hielt. Der Rest war grenzenloser Jubel über den Einzug ins Finale, gepaart mit der Vorfreude, sich dort, wieder im Heimspiel, mit Zwickau messen zu können.

CFC - Lok Leipzig 13:12Fazit: Welch ein Pokalwahnsinn. 13:12 hieß es am Ende. Die Freude und der Stolz auf die Mannschaft ist zurecht groß. Kritische Fragen dürfen trotzdem erlaubt sein: Es war spürbar, das die Himmelblauen mit zunehmender Spieldauer stehend K.O. waren. Warum David Bergner erst in der Verlängerung frische Kräfte von der Bank bringt, bleibt wohl sein Geheimnis. Ebenso ist es nicht zu verstehen, warum man sich von der harten und hinterlistigen Gangart der Gäste so hat überrumpeln lassen. Fehlendes spielerisches Vermögen wird nun mal meist durch Härte kompensiert. Warum darauf, speziell in Durchgang 2, keine Antwort gefunden werden konnte, müssen sich besonders Trainerteam als auch Spieler fragen.

Wertung: 1

Beste Himmelblaue: Bozic, Jakubov, Langer

Trainerstimmen

Björn Joppe (Lok) bei mdr.de:
"Vor zwei Wochen nach dem 4:2 gegen Chemnitz habe ich gesagt, dass es beste Werbung für Regionalliga-Fußball war. Heute war es der blanke Wahnsinn. Wir sind enttäuscht über das Ausscheiden, können aber erhobenen Hauptes aus dem Spiel gehen. Im Elfmeterschießen ist es am Ende Glückssache."

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Mein Trainerkollege hat das Potential der Mannschaft geweckt, dass haben wir schon vor drei Wochen in Leipzig gesehen. Lok ist eine Mannschaft, die nie aufgibt. Wir waren in der zweiten Hälfte angenockt und haben uns in die Verlängerung gerettet. Dass wir den Rückstand noch ausgleichen konnten, zeigt die außergewöhnliche Mentalität in der Mannschaft. Es war ein fantastischer Fußballabend."

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