Saison 2019/2020
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:11. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern
13. Spieltag - 3. Liga - Saison 2019/2020
Sonntag, 27. Oktober 2019, 13:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.242
Schiedsrichter: Bacher (Amerang-Kirchensur)
Chemnitzer FCTorfolge1. FC Kaiserslautern
T Jakubov
A Itter
A HohenederGelbe Karte
A ReddemannGelbe Karte
A Milde
M T. MüllerGelbe Karte (58. Langer)
M BohlGelbe Karte
M Garcia (87. Awuku)
M Tallig (76. BozicGelbe Karte)
S BongaGelbe Karte
S HosinerGelbe Karte

Trainer: Glöckner
1:0 Hosiner (9.)
2:0 Bonga (14.)
3:0 Hosiner (35./Handelfer)
3:1 Pick (45.)

T Grill
A Sternberg
A KrausGelbe Karte
A Thiele
A Skarlatidis (59. Röser)
M Pick
M SchadGelbe Karte
M Kühlwetter
M Sickinger (75. Hemlein)
S Bachmann (43. Fechner)
S Gottwald

Trainer: Schommers
Spielbericht

Der FCK ist wieder da!

Von Pierre Schönfeld

Ost-FCK gegen West-FCK. Noch nie waren die Himmelblauen in einem Pflichtspiel auf den vierfachen deutschen Meister getroffen. Nur beim Abschiedsspiel von der alten Fiwi im Januar 2014 kickte man gegen den ersten "Westverein" von Michael Ballack. Damals fielen keine Tore.

CFC - 1. FC Kaiserslautern 3:1Der 1. FC Kaiserslautern von heute hat andere Probleme als damals in den glorreichen Bundesligazeiten. Wie die Himmelblauen kämpfen die Lauterer gegen den Abstieg aus der 3. Liga und so mutierte das Pflichtspiel-Premierentreffen zu einem 6-Punktespiel. Nach packenden und hochemotionalen 90 Minuten gewannen die Himmelblauen gegen die Roten Teufel mit 3:1. Und besser noch, da parallel Grossaspach gegen Braunschweig verlor, überholte die Glöckner-Elf Grossaspach und Lautern und kletterte erstmals über den entscheidenden Strich in der Tabelle.

Bei echtem "Fritz-Walter"-Wetter und vor 7.200 Zuschauern drückten die Himmelblauen von Beginn aufs Gas. Milde setzte mit einem Fernschuss, der knapp über den Lauterer Kasten ging, das erste Achtungszeichen (5.). Nur fünf Minuten später war es wieder Milde, der über links ging, flache Hereingabe und in der Mitte stand Hosiner goldrichtig und verwandelte direkt. 1:0 für den Ost-FCK! Dann die 14. Minute - der CFC wieder im Angriff. Garcia zog von der Strafraumgrenze ab, Lauterns Keeper Grill konnte bei glitschigem Boden nur abklatschen und Bonga verwandeln. 2:0 für die Himmelblauen! Der West-FCK sah bis dato keinen Stich. Was auch an der resoluten Zweikampfführung der Himmelblauen lag. In der 22. Minute allerdings hatte der CFC Glück. Müller war gegen Lauterns Sickinger mit offener Sohle rüde eingestiegen. Schiri Bacher liess Gnade vor Recht gelten und gab nur Gelb. In der 34. Minute gab es eine Ecke von Garcia, die wurde von Lauterns Hintermannschaft abgewehrt und dann nahm Bohl aus 20 Metern Maß. Seinen Hammer wehrte Grill spektakulär ab, der Nachschuß von Bonga landete aus Nahdistanz am Arm von Lauterns Kraus. Bacher zeigte auf den Punkt. Ein Elfer den man nicht zwingend geben musste. Hosiner war's egal, er verwandelte souverän zum 3:0. CFC - 1. FC Kaiserslautern 3:1Dann gab's eine längere Unterbrechung. Lauterns Bachmann, der auch schon das himmelblaue Trikot getragen hatte, musste auf einer Trage verletzt runter. Von den CFC-Fans gab's dabei aufmunternden Applaus. Es gab dann vier Minuten Nachspielzeit und da machte der sonst stark aufspielende Milde einen dummen Fehler. Sein Rückpaß auf Jakubov geriet zu kurz, Pick umkurvte unseren Keeper und schob zum 1:3 ein.

Wer in der zweiten Hälfte einen anstürmenden West-FCK erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Im Gegenteil, die Himmelblauen hielten die Roten Teufel weitgehend vom eigenen Strafraum fern. Im Mittelfeld wurde mit hoher Intensität um jeden Ball gekämpft, insgesamt gab es 9 gelbe Karten, davon 7 für den CFC. Hosiner hatte mit einem Kopfball nach einem Freistoß die beste Chance das Ergebnis auszubauen (55.). Auf der Gegenseite parierte Jakubov einen Kopfball des eingewechselten Ex-Dynamo Röser (83.). Dann war Schluss, grenzenloser Jubel bei den himmelblauen Fans, während einige der etwa 800 Gästefans lautstark ihren Unmut bekundeten. Nun stehen die Lauterer auf einem Abstiegsplatz. Es ist zu hoffen, dass am Ende der Saison beide FCK über dem ominösen Strich stehen.

Fazit: Was für ein großartiger und was für ein wichtiger Sieg! Die Mannschaft zeigte gegen den FCK auf was es im Abstiegskampf ankommt, kämpferisch war das allererste Güte. Doch auch spielerisch blitzten insbesondere in der ersten Hälfte immer wieder tolle Aktionen auf. Wenn man jemanden aus einer homogenen Mannschaft herausheben möchte, dann den souveränen Abwehrchef Niklas Hoheneder, Paul Milde, der über links Betrieb machte und die Urgewalt auf der rechten Seite Tarsis Bonga. Wenn man an diesem Tag etwas kritisieren möchte, dann die Harakiri-Pässe in der eigenen Abwehr wie beim 1:3.

Wertung: 2,0.

Beste Himmelblaue: Bonga, Hoheneder, Milde

Trainerstimmen

Boris Schommer (1. FCK) bei Magenta Sport:
"Ich hab der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, wenn sie nicht versteht, dass man von der ersten Minute an kämpfen und fighten muss, dann werden wir keine Punkte mehr holen. Wir haben heute in den ersten 25 Minuten das Spiel verloren, weil sie da noch nicht so gekämpft haben, wie sie es dann in der zweiten Halbzeit getan haben. Man muss sich das Glück auch erarbeiten. Heute hat der Schiedsrichter zudem 50:50-Situationen für den Gegner entschieden. Das müssen wir uns auch erarbeiten. Wir müssen aber auf uns selbst schauen, und mit der Leistung der ersten 20 Minuten kann man kein Spiel gewinnen."

Patrick Glöckner (CFC) bei Magenta Sport:
"Ich bin absolut stolz auf die Mannschaft - über 90 Minuten. Wir haben den Gegner so bearbeitet, wie man das bei solchen Bedingungen tun muss. Bedingungen meint die Platzverhältnisse, aber auch die Tabellensituation. Wir hatten etwas Druck, die Mannschaft war defensiv aber brutal klar und in der Offensive brutal torgefährlich. Die Laufwege bei den Toren waren so, wie wir es uns erhofft haben: über die Außen ins Zentrum kommen, im Rücken des Außenverteidigers. Beim 1:0 waren wir vier Mann in der Box, das zeigt, dass die Jungs gewillt waren, ein Tor zu erzielen. Wir sind auf einem guten, soliden Weg. Ich sage den Jungs immer: Wenn sie alles investieren und bereit sind, über die Grenzen zu gehen, werden wir am Ende über dem Strich stehen. Dass wir jetzt schon über dem Strich stehen, ist eine schöne Momentaufnahme."

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