Saison 2019/2020
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:01. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg
5. Spieltag - 3. Liga - Saison 2019/2020
Freitag, 16. August 2019, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.598
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart)
Chemnitzer FCTorfolge1. FC Magdeburg
T Jakubov
A Itter
A Reddemann
A Schoppenhauer
A Milde
M Sarmov
M T. Müller
M Langer
M Garcia (88. Tallig)
M Bonga
S Bozic (46. Sturm/53. Tuma)

Trainer: Bergner
Tore Fehlanzeige

T Brunst
A ErnstGelbe Karte
A Gjasula
A T. Müller
A PerthelGelbe Karte
M Jacobsen
M LaprevotteGelbe Karte (71. PreißingerGelbe Karte)
M Bertram
M KvesicGelbe Karte (84. Costly)
M Osei Kwadwo (77. Chahed)
S Beck

Trainer: Krämer
Spielbericht

Beinahe Normalität auf dem Platz

Von dFT

Es bleiben bittere Wochen, die der CFC dieser Tage erlebt, bittere Wochen, die wohl die letzten des CFC werden, wie wir ihn kennen. Ein wenig Normalität fand unter Flutlicht auf dem Platz statt, auf dem in der himmelblauen Welt aber schon längst keine Wahrheit mehr ist.

Auf jenem Platz war der 1.FC Magdeburg zu Gast, frisch abgestiegen aus Liga 2, runderneuert und mindestens in der Offensive nominell ambitioniert mit Bertram, Kvesic, dem ewigen Beck. Wie immer begleitet von einem sehr zahlreichen (an die 2000) und sehr lautstarken Anhang, der weitgehend Heimspiel auf der Fischerwiese hatte.

Das Spiel zunächst wie ein Abziehbild des Pokalschlagers gegen den HSV. Tief stehende Himmelblaue, die 30 Meter vorm eigenen Tor dichte Linien aufzogen, sich wechselseitig sehr stark unterstützten, dabei aber offensiv gar nicht stattfanden. Erst in Minute 6 gab es den ersten überhaupt halbwegs bis zum gegnerischen Strafraum vorgetragenen Angriff zu notieren, erst gegen Ende der ersten Hälfte wurde das Spiel etwas offener, weil sich die Himmelblauen nun bisweilen auch Angriffsversuche zutrauten. Dabei versuchte man durchaus auch etwas, tauschten Garcia und Bonga zB nach etwa einer halben Stunde die Positionen. Der Effekt blieb überschaubar. Dieses Prädikat verdiente auch das Magdeburger Spiel. Die wie der HSV in Schwarz gewandeten Bördekicker hatten meist den Ball, versuchten es auch oft über die Flügel – und erzielten damit keinen Gewinn. Einmal tankte sich Bertram durch und scheiterte an Jakubov, einmal sauste ein Querpass durch den verwaisten 5m-Raum, in Minute 37 brennt es lichterloh im Chemnitzer Strafraum, wird gleich 3x geblockt und abgewehrt. Das war die Magdeburger Ausbeute.

Erfreulicherweise kam in Halbzeit 2 auf deren Seite auch nichts mehr dazu. Gesamtprädikat: enttäuschend für deren Ambitionen. Beck nur am Lamentieren, später holten sie auch ihre alte Hacker-Mentalität raus. Da waren entweder die bisherigen Gegner aus anderem Holz oder der CFC kommt mit seiner destruktiven Defensivtaktik doch wie erhofft als unangenehmer Gegner daher. Bleibt die eigene Torgefährlichkeit – und da musste der Chronist in Halbzeit 2 gleich mehrfach zum Stift greifen. Ganz dickes Brett 1: schnell ausgeführter Freistoß, der durchgebrochene Garcia passt auf den völlig freien Tuma am Elfmeterpunkt, der am Magdeburger Keeper scheitert. Ganz dickes Brett 2: nach prima Flanke nickt Bonga am langen Pfosten lehrbuchmäßig, nur bekommt Brunst mit gigantischem Reflex noch die Hand an den Ball. Große Chance 3: Langers Kopfball an die Latte. Schade, schade, schade.

Sportlich bleibt festzuhalten, dass Reddemann und Sarmov, der wieder den Libero gab, aus einer guten Defensive herausragten, mit viel Ruhe und Ballsicherheit auch die brenzligen Situationen souverän lösten. Die ganze Elf im Spiel gegen den Ball durchweg aufmerksam und sehr engagiert, einzig Bozic haderte etwas lustlos mit dem überschaubaren Offensivspiel in Hälfte 1, blieb zur Pause draußen. Die Umstellung belebte das Spiel, Bonga zentral durchaus eine Option, auch Tuma mit Giftigkeit (wahrscheinlich noch das HFC-Gen gegen die Magdeburger).

In Summe mehr als erwartet und doch zu wenig angesichts des Chancenplus.

Tschja. Und das drumrum? Das ist gezeichnet von dem Gebaren Siemons. Dieser Totengräber hat keinen Schimmer, was er hier zerstört. Die Südkurve nur zu 1/3 gefüllt, man versuchte auch mal was, hatte aber letztlich nur gegen Ende etwas Oberwasser. Die Huhn verkündete, dass Gerd‘l krank sei. Großes Gelächter und die sofortige Diagnose: der leidet am gleichen Muskel wie Frahn. Polster macht hinter der Süd zwei Buden gar nicht erst auf, weiß, dass dort ohnehin nur wenig Umsatz mit dem miesen Catering zu erzielen ist (Btw: Frau Polster, für Sie ist beim Chemnitzer FC kein Platz mehr.) Obwohl die Boykotteure also fehlen, schallen immer wieder mal „Siemon-raus“-Rufe durchs Stadion. Scheinbar sind nun zum Ferienende aber auch die Letzten aus ihrem (ca. einjährigem) Urlaub zurück und verstehen diese Rufe immer noch nicht. Heftige Wortgefechte und Schubsereien auf der Gegengerade während des Spiels und eine ausgewachsene Schubserei in der 6A nach Schlusspfiff zeigen, wie viel verbrannte Erde dieser **** aus Düsseldorf hier hinterlässt. Hau ab, Siemon! Du machst den Fußball in Chemnitz kaputt. Das weiß jeder, das wussten sogar die Magdeburger Anhänger, solidarisierten sich mittels einer Tapete („Ob Tebe, Chemnitz etc.: die Rechte der Vereinsmitglieder wahren“) und FC-Karl-Marx-Stadt-Rufen, bekamen dafür Applaus vom ganzen Stadion.

Wohlan, am Montag steht das schwerste Spiel des CFC in seinen 53 Jahren Existenz bevor, ein Spiel, bei dem der Gegner aus den eigenen Reihen von vornherein betrügt. … Alles Mist.

Wertung: 3,5

Beste Himmelblaue: Reddemann, Sarmov

Pressestimmen

kicker.de

Langer trifft nur die Latte - CFC bleibt sieglos

Der Chemnitzer FC wartet weiter auf den ersten Sieg. Am Freitagabend zeigte der Aufsteiger zwar eine ansprechende Leistung, kam gegen den 1. FC Magdeburg aber nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Gerade in der zweiten Hälfte wusste Chemnitz zu überzeugen, ließ aber beste Torchancen aus. Kurz vor Schluss hatten die Himmelblauen dann auch noch Pech. [..] Nach dem Seitenwechsel wurde Chemnitz zwingender. Brunst hatte zunächst keine Mühe, als Itter ihn mit einem Flachschuss prüfte (54.), dann forderte der CFC Strafstoß: Bertram hatte den eingewechselten Tuma im Sechzehner angerempelt, doch Schiedsrichter Martin Petersen ließ weiterspielen (57.). [..]

mdr.de

Chemnitz vergibt ersten Sieg

[..] Vor allem für den Chemnitzer FC galt es, angesichts der sowohl sportlich, finanziell als auch personellen Unruhe im Umfeld, ein Ausrufezeichen zu setzen. Nicht unbedingt hilfreich war da der Boykott einiger stimmungsgewaltiger Fans, die damit ihren Unmut über die aktuelle Entwicklung ihres Vereins zum Ausdruck bringen wollten. [..] Nach etwa 30 Minuten kam der CFC besser ins Spiel. Vor allem Tarsis Bonga sorgte für Belebung. Sein Dribbling (32.) blieb jedoch erfolglos, ebenso wie seit Schuss aus 20 Metern (33./gehalten). Bis zur Pause blieb die Partie umkämpft. Viel spielte sich im Mittelfeld ab, sodass es nach 45 Minuten mit einem 0:0 in die Kabinen ging. [..]

blick.de

CFC trotzt Magdeburg: Ein Punkt bleibt in Chemnitz

[..] Auf der Südtribüne war während der gesamten Spielzeit reichlich Beton zu sehen. Denn sehr viele Plätze auf dem sonst stets üppig gefüllten Abschnitt des Stadions blieben leer. Verschiedene Fanclubs hatten zu der Aktion aufgerufen, um so vor der Mitgliederversammlung, die am Montag stattfindet, ihren Unmut gegenüber der gegenwärtigen Situation im Verein zum Ausdruck zu bringen. So hatte der voll besetzte Fanblock des 1. FCM keine Mühe, sich die akustische Hoheit zu erkämpfen. [..] Für Dejan Bozic, der in den ersten 45 Minuten kaum Akzente setzen konnte, mischte ab sofort Philipp Sturm mit. Doch für den Österreicher sollte es ein ganz bitterer Kurzeinsatz werden. Gerade, als sich der 20-Jährige mit ordentlicher Geschwindigkeit Richtung Magdeburger Tor auf den Weg machte, wurde er kurz nach der Mittellinie von den Beinen geholt. Dabei zog er sich eine Verletzung zu, sodass er nach sieben Minuten auf dem Platz schon wieder den Rasen verlassen musste. [..]

freiepresse.de

Weiteres Warten auf den ersten Sieg

[..] In der 25. Minute war es Tobias Müller, der für Chemnitz aus der Distanz abzog, dabei aber den gegnerischen Torwart Alexander Brunst nicht zum Eingreifen zwang. Anschließend hatte Magdeburg weiter mehr vom Spiel, auch wenn CFC- Akteur Tarsis Bonga nach einer reichlichen halben Stunde von der Strafraumgrenze abzog, aber im gegnerischen Torhüter seinen Meister fand. [..] Nach einer reichlichen Stunde hätte sich der eingewechselte Tuma seine ersten himmelblauen Meriten verdienen können, doch er scheiterte aus Nahdistanz am Keeper. Auch Bonga brachte das Spielgerät kurz darauf am Schlussmann des FCM nicht vorbei. Längst gingen die Gastgeber im Angriff mutiger zur Sache und erarbeiteten sich ein Chancenplus, mussten aber auch in der Abwehr stets hellwach sein. In der Schlussphase blieben Langers Bemühungen um den Führungstreffer unbelohnt. In der 84. Minute köpfte er nach einem Freistoß von Clemens Schoppenhauer an die Latte. [..]

tag24.de

Trotz Stimmungs-Boykotts: CFC erkämpft verdienten Punkt gegen Zweitliga-Absteiger!

Die Südtribüne blieb nach dem Boykott-Aufruf von über 50 CFC-Fanclubs halbleer. Entsprechend mau war die Stimmung im Stadion an der Gellertstraße. Wenn es laut wurde, dann aus dem Gästeblock. 1600 Magdeburger waren mit nach Sachsen gereist. [..] Die Himmelblauen brachten bis zur 25. Minute offensiv nichts auf den Rasen. Dann zog Tobias Müller aus der Entfernung ab - der Aufsetzerball ging am linken Pfosten vorbei. [..] Bergner schickte Davud Tuma auf den Rasen. Der wurde kurz nach seiner Einwechslung im Strafraum von Bertram abgeräumt. Schiedsrichter Martin Petersen entschied auf Abstoß. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß legte Rafael Garcia für Tuma auf. Brunst bewahrte die Gäste mit einem Klassereflex vor dem Rückstand (64.). Drei Minuten später die nächste Glanztat des Schlussmanns. Dieses Mal fischte er den Kopfball von Bonga weg. In der Schlussphase köpfte Matti Langer den Ball ans Aluminium. [..]

Trainerstimmen

Stefan Krämer (1. FCM) bei mdr.de:
"Mit dem Punkt sollten beide Teams leben können. Wir hatten in der ersten Hälfte viel Ballbesitz, auch nach dem Wechsel. Jedoch haben wir da viele Bälle hergegeben, sodass Chemnitz zu klaren Chancen gekommen ist. Wir hatten dann keine Durchschlagskraft. Es war gegen das tiefstehende 5-4-1-System von Chemnitz nicht einfach, durchzukommen. Da brauchen wir mehr Abschlüsse aus der Distanz, mehr Positionswechsel und mehr Eins-gegen-Eins-Situationen."

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Wir waren am Anfang zu passiv. In der zweiten Hälfte haben wir einige Umstellungen vorgenommen. Die zweiten 45 Minuten gingen klar an uns. Wir haben diszipliniert verteidigt und zwei Großchancen gehabt. Leider haben wir das Tor nicht getroffen. Tuma ist Linksfuß, vielleicht hätte er eine Flanke von der anderen Seite verwertet. Er hat ein gutes Spiel gemacht, ebenso wie Bonga. Zudem hätte es einen Elfmeter geben müssen. Das Spielglück war heute nicht auf unserer Seite. Gute Besserung an David Sturm, er hatte unfassbare Schmerzen und wird uns jetzt erstmal fehlen."

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