Saison 1998/1999
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC4:0FSV Zwickau
FSV Zwickau
33. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 1998/1999
Samstag, 08. Mai 1999, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Zwickau
T Ananiev (66. Fröhlich)
A Laudeley
A Bittermann
A Mehlhorn
M KujatGelbe Karte
M KöhlerRote Karte
M König (75. Liebers)
M WienholdGelbe Karte (62. Jörg Schmidt)
M Jendrossek
S Tetzner
S Ullmann

Trainer: Franke
1:0 Ullmann (30.)
2:0 Kujat (36.)
3:0 Kujat (39.)
4:0 Ullmann (87.)

Besondere Vorkommnisse:
Rote Karte für Ragne (65.)
Rote Karte für Köhler (85.)

T Groß (11. Reschke)
A Pinder
A RagneRote Karte
A BeuchelGelbe Karte
M NierlichGelbe Karte
M Keller
M Cramer
M Ziegner
M Jank (46. Hoppe)
S Popovic
S MildeGelbe Karte

Trainer: Dörner
Spielbericht

Zehntausend feiern den neuen Meister

Von Pierre Schönfeld

Der Chemnitzer FC ist der neue Meister der Regionalliga Nordost. In einem mitreißenden Spiel vor der Rekordkulisse von 10.000 Zuschauern wurde der FSV Zwickau am vorletzten Spieltag mit 4:0 bezwungen. Die Himmelblauen sind somit für die Aufstiegsspiele zur zweiten Bundesliga gegen den Meister der Regionalliga Nord qualifiziert.

In der festlich geschmückten Fischerwiese spürte man schon vor dem Anpfiff die besondere Bedeutung dieses Spiels. Bereits eine Stunde vor Spielbeginn war das Stadion gut gefüllt, am Ende waren 10.000 Fans gekommen. Und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen: sie erlebten ein rauschendes Fußballfest.
Es waren gerade mal 10 Minuten gespielt, da mußte der FSV den ersten Schock verdauen. FSV-Keeper Groß war mit Alexander Tetzner zusammengeprallt und verletzte sich dabei so stark, daß er nicht weiterspielen konnte. Für ihn kam Reschke ins Spiel. Nur zwei Minuten darauf machte Zwickau deutlich daß sie nicht nur nach Chemnitz gekommen waren, um dem neuen Meister zu gratulieren. Der kreuzgefährliche Milde setzte sich über links gegen Bittermann und Laudeley durch, paßte zu seinem Stürmerkollegen Popovic. Dieser hatte freie Schußbahn, Ananiev schon geschlagen, doch im letzten Moment warf sich König in seinen Schuß. Glück für den CFC. Auf der Gegenseite versuchte es Ullmann mit einem Weitschuß, welcher aber rechts am Tor vorbeiging (17.). Drei Minuten später Eckball Tetzner - Kopfball Bittermann. Auch vorbei. Dann wieder der FSV. Ein Konter lief über Cramer, dieser paßte zu Milde. Der Ex-Dresdner nahm halbrechts Maß, sein Schuß ging nur knapp am rechten Winkel vorbei. Bis dahin ein Klasse-Spiel mit leichten Vorteilen für Zwickau was sich auch in den beiden folgenden Szenen zeigte. Cramer zog aus 20 Metern ab, aber kein Problem für Toni (25.). Zwei Minuten darauf versuchte es Pinder mit einem Freistoß - doch das Geburtstagskind im Chemnitzer Kasten (wurde 34) zeigte erneut seine ganze Klasse.
Dann kamen die neun Minuten, welche den Chemnitzer Fans noch lange in Erinnerung bleiben werden. In diesen neun Minuten schossen sich die Himmelblauen zur Meisterschaft. Den Anfang machte Ullmann. Ein Freistoß von König köpft Ulle unhaltbar für Reschke ins rechte Eck - die Führung (30.). Zwickau hatte sich noch gar nicht wieder gefangen da klingelte es erneut. Der bärenstarke Tetzner setzte sich über links durch, flankte gefühlvoll auf Kujat, welcher nur noch den Kopf hinhalten braucht - 2:0 (36.). Riesenjubel bei den Chemnitzer Fans. Doch es kam noch besser. Nur drei Minuten später war es erneut Tetzner (in dieser Form für den CFC unersetzbar), welcher Kujat mustergültig bediente und dieser setzte dem FSV das dritte Ei ins Nest. Mit einem Riesenapplaus gings in die Pause.

Pünktlich zu Beginn der zweiten Hälfte öffnete Petrus seine Schleusen - und wie. Es goß wie aus Kannen - die gesamte zweite Halbzeit. Was der Riesenstimmung auf der Fischerwiese aber keinen Abbruch tat. In einer mordsmäßigen Lautstärke trieben die CFC-Fans ihre Lieblinge nach vorne, eine La Ola-Welle jagte die nächste. Und der CFC kam stark aus der Kabine. Gleich nach Wiederanpfiff hatte Ullmann die Riesenchance zu erhöhen. Frei vor Reschke stehend versuchte er es mit einem Lupfer, doch der FSV-Keeper pflückte den Ball herunter. Eine Minute später zog Wienhold aus ca. 20 Metern ab, Reschke auf dem Posten. Nach 54 Minuten war es dann soweit. Gemeinsam mit Stadionsprecher Olaf Kadner zählten die CFC-Fans die letzten Sekunden zum neuen Superrekord herunter: 1.000 Minuten ohne Gegentor. Wahnsinn!
Kompliment an die Zwickauer. Sie hatten sich noch nicht aufgegeben: Nierlich versucht's mit einem Schuß, scheitert aber an Ananiev - Popovic schießt drüber. In der 65. Minute steht Zwickau nur noch mit zehn Mann auf dem Spielfeld. Ragne sieht nach grobem Foulspiel an Ullmann von Schiri Heynemann die rote Karte. Dann darf das Geburtstagskind Feierabend machen. Unter dem Jubel der Fans verläßt Toni Ananiev nach 66 Minuten das Spielfeld. Für die restliche Spielzeit darf der Stammkeeper der Hinserie, Daniel Fröhlich, in den Kasten. Die Himmelblauen drehten nochmal auf, der eingewechselte Liebers mit der Riesenchance zum 4:0, doch sein Schuß klatschte an die Querlatte (83.). 5 Minuten vor Spielende mußte auch ein CFC-Spieler vorzeitig duschen gehen. Sven Köhler bekam nach einem eher harmlosen Foul die Rote Karte gezeigt. Die Himmelblauen zeigten sich nicht geschockt, sondern gaben noch einmal Vollgas. Ein herrlicher Schuß von Tetzner läßt das Tor von Reschke erzittern (86.). Drei Minuten vor Spielende trat die kleine Zaubermaus noch eine Ecke von rechts, Ullmann stieg am höchsten und es stand 4:0.
Der Schlußpfiff ertrinkt im Jubel der CFC-Fans: We are the champions. Sie sind stolz auf ihre Jungs, dem neuen Meister im Nordosten: Chemnitzer FC.

Fazit: Es war ein Wahnsinnsspiel das für Gänsehaut sorgte, die Krönung einer Riesensaison der Himmelblauen. Kompliment an Zwickau. Sie waren ein würdiger Gegner, zeigten vor allem in der ersten halben Stunde eine ganz starke Leistung. Der CFC zeigte eine hervorragende Mannschaftsleistung bei der man eigentlich keinen extra hervorheben sollte. Will man es trotzdem tun muß man den Namen Alexander Tetzner nennen. Drei Tore vorbereitet, beinahe selber eins erzielt - Tetze war einfach weltklasse.
Mitten hinein in den überschwenglichen Jubel kamen die mahnende Worte von Kapitän Bittermann. Noch hat man nichts erreicht, der Titel des Nordost-Meisters ist vollkommen wertlos, wenn er nicht mit einem Erfolg in den Aufstiegsspielen gegen den Nordmeister vergoldet wird. Deshalb wird bei den Himmelblauen nur kurz gefeiert werden, bevor alle Aufmerksamkeit den zwei wichtigsten Spielen seit drei Jahren gilt. Damit es nächste Saison auf der Fischerwiese heißt: "Zweite Liga - Chemnitz ist dabei!"

Wertung: Note 1,0 (Ein rauschendes Fußballfest auf der Fischerwiese auch dank eines starken Gegners)

Beste Himmelblaue: Ananiev, Tetzner, Kujat, Ullmann

Pressestimmen

Freie Presse
Nach dem Meistersekt spielt der Club um Sekt oder Selters
"We are the Champions, sang die CFC-Fangemeinde im Chor mit den Spielern."
"In der ersten Halbzeit wurde das Spiel sogar auf den Kopf gestellt. Während die Gäste das Geschehen bestimmten, sich Chancen herausspielten und die größte durch Veselin Popovic (12.) kläglich vergaben, machte der CFC aus vier Möglichkeiten drei Tore.

Blick am Sonntag
Danke Herr Franke: CFC ist Nordost-Meister

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