Saison 2004/2005
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:0KFC Uerdingen
KFC Uerdingen
6. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2004/2005
Samstag, 28. August 2004, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.400
Schiedsrichter: Schempershauwe (Hildesheim)
Chemnitzer FCTorfolgeKFC Uerdingen
T Süssner
A Karl
A Ahlf
A JendrossekGelbe Karte
M Meyer
M Göhlert
M Zivic
M Schindler (53. Lenk)
S Pinto
S Priso (80. Kanitz)
S Fillinger (66. Meissner)

Trainer: Rohde
Tore Fehlanzeige

T Sokolov
A Paßlack
A EversGelbe Karte
A Eraslan
A Ehrhard
M Baltes
M Scherbe
M Ze Luis
M Anagnostou
S ThönesGelbe Karte (89. Noutsos)
S Heun (85. Sieah)

Trainer: Maas
Spielbericht

Kollektives Nervenflattern

Von Erik Büttner

Auch die Hilfe vorm Gegnertor von Abwehrmann Markus Ahlf brachte nichts.Nur 3 Wochen ist es her, da verließen die CFC-Anhänger nach der Partie gegen Werder Bremens Amateure das Stadion an der Gellerstraße mit verhaltenem Optimismus. Das Ergebnis 0:0. Das selbe Resultat zeigte die Anzeigetafel auf der Fischerwiese nach Abpfiff der Begegnung zwischen dem Chemnitzer FC und dem KFC Uerdingen. Doch was auf den Rasen und Rängen zusehen bzw. zu hören war, hatte rein gar nichts mehr mit der Stimmung nach dem Bremen-Spiel zu tun. Die himmelblauen Akteure schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabinen. Vom Publikum wurde schon gegen Ende der zweiten Halbzeit der Kopf von CFC-Trainer Frank Rohde gefordert. Die Spieler mussten sich während der "Abklatschrunde" teils wüste, bisweilen auch sinnentleerte Beschimpfungen vom Publikum anhören.

So absurd die Kritik teilweise war, so verständlich - zumindest aus Fansicht – war sie doch auch. Denn was der Chemnitzer FC über 90 Minuten in der Begegnung mit dem KFC geboten hatte, war alles andere als ansehnlich.
Wenigstens in Halbzeit Eins waren noch Ansätze dessen zu sehen, was gemeinhin als Fußball bekannt ist. Doch ein schwacher Falk Schindler, die noch nach Form suchenden Carl Priso und Mario Fillinger bekamen das Spiel nicht konstant in den Griff. Im Minutentakt wechselte das Spiel von zumindest Regionalliganiveau zu undefinierbarem Gestochere.
Nach der Pause entfiel dann der regionalligataugliche Teil und es war über weite Strecken nur noch planloses Gekicke. Wurde der Ball mal unter gutem kämpferischen Einsatz erobert, folgte auf den Fuß ein Fehlpass zum Gegner oder ins Nichts. Als dann das Publikum Mitte der 2. Halbzeit ungeduldig wurde, war es um die himmelblauen Spieler entgültig geschehen und die letzte Mikrospur von Selbstvertrauen war dahin. Nun galt es nur noch wenigstens noch den mageren einen Punkt zu retten.
Die Himmelblauen müssen nun schnell wieder die Füße auf die Erde bekommen.Doch dies gestaltete sich als weniger schwierig als befürchtet, denn auch der KFC Uerdingen war an diesem Tag einfach nur schlecht. Steffen Süssner musste nur äußerst selten sein Können zeigen. Die gefährlichsten Torschüsse der Uerdingen ging knapp am Gehäuse vorbei. Meist wurden jedoch Angriffsbemühungen der Gäste von der einigermaßen soliden Abwehr um Steffen Karl, Markus Ahlf und Kay-Uwe Jendrossek zu Nichte gemacht.

Neuzugang Fabio Pinto zeigte nach wenigen Tagen Mannschaftzugehörigkeit, dass er durchaus helfen kann. Doch gegen Uerdingen reihte er sich zunächst in das Unvermögen der restlichen Mannschaft ein. In Minute 38 hatte er die große Chance zum Held zu werden. Er stand in einem Strafraumgewühl goldrichtig, schlug aber zunächst über den Ball und schoss dann den schon im Fallen begriffenen KFC-Torwart Sokolov den Ball an die Hand.
In Halbzeit Zwei hätte Pinto die missratene Szene aus der 38. Minute vergessen machen können. Doch nach einem gut von Meissner abgelegten Ball brachte er allein vorm Torwart den Ball erneut nicht im Netz unter.

Nachdem bislang in den Spielen des CFC "lediglich" die Tore fehlten, kommt nun auch Nervenflattern hinzu. Für Trainer "Wuschi" Rohde ist dies das weit aus größere Problem, denn damit steigt die Fehlerhäufigkeit nicht nur im Torabschluss sondern in allen Elementen des Fußballspiels. Die Qualitäten des Übungsleiters als Psychologe sind nun (einmal mehr) gefragt. Ein wenig zu Gute kommt ihm da vielleicht, dass bereits am Dienstag mit dem Sachsenpokalspiel beim VFC Plauen ein weiterer Prüfstein auf dem Programm steht, der die volle Konzentration erfordert. Zeit für großes „Muffensausen“ ist also nicht. Vielleicht holen sich ja die CFC-Kicker im Vogtlandstadion ihr Erfolgserlebnis, was sie so dringend brauchen. Nicht auszudenken, was passiert, wenn sie es nicht holen...

Wertung: 5,0 (Regionalliga der üblen Sorte)

Beste Himmelblaue: Süssner, Ahlf

Pressestimmen

Freie Presse Chemnitz
CFC enttäuscht erneut: ideenlos - torlos - trostlos [..] Die Uhr tickt erbarmungslos. Mit jeder Spielminute, die für den CFC ohne eigenen Torerfolg verstreicht, wächst die Unsicherheit der Spieler und gleichzeitig der Unmut von Anhängern sowie Sponsoren. [..] Doch nach 90 Minuten fußballerischer Magerkost standen für die Himmelblauen wieder null Treffer zu Buche. Ein Glück, dass die Gäste ähnlich ideen- und trostlos auftraten. So sprang wenigstens noch ein Punkt heraus.

Freie Presse
Pintos traurige Kulleraugen sprechen Bände [..] Wieder kein Tor, noch nicht das erste in 450 Minuten dieser Saison. Und auch der Brasilianer passte sich dem Leid seiner Teamgefährten an. Die zwei größten Chancen des Spiels versiebte der Neuzugang des Chemnitzer FC.

BILD am Sonntag
"Pfeife" Rohde vor dem Rauswurf

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