Saison 2005/2006
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:3FC Carl Zeiss Jena
FC Carl Zeiss Jena
5. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2005/2006
Samstag, 20. August 2005, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.104
Schiedsrichter: Bippen (Hamburg)
Chemnitzer FCTorfolgeFC Carl Zeiss Jena
T Süssner
A Stark
A GöhlertGelbe Karte
A Ensrud (45. MayerGelbe Karte)
A Becker
M Vogel (61. Schumann)
M GörkeGelbe Karte
M Salonen (63. Kunert)
M Homola
S Okeke
S Schmidt

Trainer: Demuth
0:1 Manai (9.)
0:2 Zimmermann (52.)
0:3 Hähnge (64.)
1:3 Mayer (80.)

T KrausGelbe Karte
A Hasse
A Hujdurovic
A Maul
M Erfen (24. Holzner)
M ThielemannGelbe Karte
M ZiegnerGelbe Karte
M Werner (75. Paulick)
M Manai (85. Endres)
S Zimmermann
S Hähnge

Trainer: Weber
Spielbericht

Vom Aufsteiger vorgeführt

Von Steffen Höfer

Als CFC-Fan hat man sich über die Jahre sicherlich an einiges gewöhnt, aber wird dieser Albtraum nie ein Ende nehmen? Eigentlich könnte man den Spielbericht hier beenden und auf dutzende andere Spielberichte der letzten Jahre verlinken. Einen großen Unterschied dürfte man kaum bemerken. Andere Mannschaft, anderer Gegner und trotzdem jedes Jahr das gleiche. Trotz der Umstände fanden immerhin 5.104 Zuschauer (darunter knapp über 1.000 Jenenser) den Weg zur Fischerwiese und lieferten fleißig ihren Topzuschlag ab, der aber im Endeffekt maximal durch die Leistung des Gegners gerechtfertigt war. Die Marke von 10.000 Zuschauern wurde wohl zur Enttäuschung von Aufsichtsratchef Reißmann nicht geknackt. Verwundern wird das wohl außer ihm niemanden der schon ein paar Jahre dabei ist. Man kann wohl mit Stolz behaupten das der CFC einen großen Kern von Unerschütterlichen Fans hat, die sich dieses Spektakel auch in der 6.(Saison)folge noch "antun".

Thorsten Görke war noch einer der Besten beim CFC.Man muß natürlich fairerweise zugeben das die Vorzeichen für den CFC alles andere als günstig waren. So fehlten mit Tomoski, Berger, Devoli, Ahlf, Adamu und Mayer auf grund von Verletzungen, gleich 6 der wichtigsten Stammspieler in der Startelf. Die Personalnot trieb den Trainer sogar dazu, mit Ensrud und Vogel 2 Spieler auflaufen zu lassen, die gerade mal seit 2 Tagen wieder im Training stehen (um es vorweg zu nehmen: man merkte es auch). Das die sich quasi von selbst aufgestellte Mannschaft den Gegner nicht überrennnen würde, war wohl jedem klar. Trotzdem konnte man zumindest eine kämpferische Mannschaft erwarten, die dem gut in die Saison gestarteten Gegner einigermaßen Paroli bieten kann und zumindest vielleicht einen Punkt in Chemnitz behält.

Diese Hoffnungen wurden leider schnell zunichte gemacht. Nach einem langen Ball geht Hähnge alleine auf Süßner zu der diesen zwar erst noch abwehrt, aber dann chancenlos gegen Manai ist, der den Abpraller eiskalt nutzt (9.). Das protestieren von Spielern und Fans wegen einer angeblichen Abseitsposition von Hähnge, führte natürlich zu keinem Erfolg. Das Tor zählte und der CFC rannte mal wieder einem Rückstand hinterher. Anschließend war relativ wenig Aufbäumen beim Gastgeber zu erkennen. Man mühte sich zwar, war aber erschreckend harmlos und strahlte keinerlei Gefahr für die Gäste aus. Diese machten jetzt mit der Führung im Rücken geschickt die Räume zu und setzten immer wieder auf gefährliche Konter. Insbesondere Ziegner war dabei vom Chemnitzer Mittelfeld überhaupt nicht in den Griff zu bekommen. Immer wieder konnte er mit klugen Pässen aus dem Mittelfeld seine Stürmer in Szene setzen, welche aber die sich ergebenden Chancen nicht nutzen konnten. Die einzige Chance für den CFC in der 1.Hälfte besaß Okeke, der nach einer wunderschönen Aktion knapp am Tor vorbeizog, aber ansonsten dem Spiel wenig Impulse verleihen konnte. Mit dem 0:1 ging es aus Sicht der Gastgeber dann in die Pause, welches aber eher noch schmeichelhaft war. Über 1-2 Gegentore mehr, hätte man sich nicht beschweren dürfen.

Nach der sicherlich lautstarken Halbzeitpredigt konnte es eigentlich nur besser werden....denkt man! Beim CFC geht alles Schlechte immer noch ein Stück schlimmer. Etwaige Hoffnungen, einen kleinen Rückstand vielleicht noch umbiegen zu können, wurden wiederum schnell im Keim erstickt. Kurz nach Wiederanpfiff verwandelt Zimmermann völlig freistehend per Kopf nach Ecke (52.). Damit war das Spiel natürlich gelaufen. Jedem im Stadion war klar, dass ein CFC in dieser Aufstellung und Verfassung das Spiel nicht mehr drehen kann. So ergab man sich auch seinem Schicksal und Jena erspielte sich Chance auf Chance. In der 64.Minute war es dann mal wieder soweit, nach einem langen Ball läuft Hähnge erneut allein auf Süßner zu und verwandelt diesmal selbst eiskalt zum völlig verdienten 3:0. Damit war das Spiel natürlich endgültig entschieden. Höchste Zeit also für den CFC aufzuwachen ;-). Auf einmal fing der Gastgeber an zu spielen und vor allem zu kämpfen (warum erst jetzt?), allerdings mal wieder das alte Leid: erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu, als der Schiedsrichter dem CFC einen klaren Elfmeter nach Foul an Mayer verwehrte. Dieser war es allerdings, der die 1.Chance des CFC in der 2.Halbzeit nutzte und nach schöner Flanke von Schumann, keine Probleme hatte den Ball zum 1:3 im Tor unterzubringen (80.). Leider kam der Treffer zu spät, denn zumindest das 2.Tor lag jetzt bis zum Abpfiff förmlich in der Luft und hätte vielleicht auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die verbleibenden Minuten reichten nicht mehr aus um den Rückstand noch einmal zu drehen, was allerdings auch nicht verdient gewesen wäre. Jena war über 75 Minuten die klar bessere Mannschaft, mit der besseren Spielanlage und den besseren Chancen. Der CFC zeigte in den letzten Minuten, das er über Kampf zum Spiel finden kann. Leider tat er dies erst nachdem das Spiel schon längst entschieden war. Neuzugang Homola zeigte das er am Ball sicher ist, hatte aber verständlicherweise noch keinerlei Bindung zum Spiel. Nach 3 Niederlagen in Folge, steht der CFC jetzt unter Zugzwang...allerdings folgen nun erst einmal die großen Kaliber. Da auch kaum mit einer wesentlich verbesserten Personalsituation gerechnet werden kann, kommen wieder einmal schwere Zeiten auf den CFC zu.

Wertung: 3,5 (2 für Jena; 5 für Chemnitz)

Beste Himmelblaue: Mayer, Görke, Süssner

Pressestimmen

Freie Presse
Aufsteiger Jena lässt CFC wie Absteiger aussehen [..] "Wir stehen wieder bei Punkt null." Treffender als Co-Trainer Torsten Bittermann hätte es niemand ausdrücken können, um das zuvor in 90 Minuten Erlebte zusammenzufassen. Der Chemnitzer FC war am Sonnabend im Ost-Derby der Fußball-Regionalliga gegen den FC Carl Zeiss Jena ein Schatten seiner selbst. Die 1:3 (0:1)-Heimniederlage schmeichelt dabei sogar noch den Himmelblauen. [..] Beim Chemnitzer FC muss man damit schon nach dem vierten Spieltag das Prinzip Hoffnung bemühen. Die Mannschaft steckt nach dem Auftaktsieg in Leverkusen tief im Tabellenkeller. Herauskommen kann sie nicht, wenn über die vielen Verletzungsausfälle gejammert wird, sondern nur durch harte Trainingsarbeit.

Freie Presse Chemnitz
Nach Top-Zuschlag schlägt Jena zu [..] Diese erschreckend schwache Vorstellung des Chemnitzer FC im Ostduell der Regionalliga gegen Carl Zeiss Jena zu erklären, fällt schwer. [..] "Sie haben uns zerlegt", musste Vorstandsmitglied Thomas Steger neidlos anerkennen. [..] Statt des erhofften Aufbruchs zu neuen (Erfolgs-)Ufern steht der Club nach vier Spielen bereits wieder dort, wo er seit Jahren herumdümpelt: im Tabellenkeller.

MDR Online
Jena führt Chemnitz vor [..] Carl Zeiss Jena hat im Ostschlager beim Chemnitzer FC groß aufgetrumpft. Die spielstarken Thüringer feierten einen überlegen und nie gefährdeten 3:1-Sieg. Mit zehn Punkten aus fünf Spielen schnuppert Jena nun an der Tabellenspitze. Chemnitz steckt dagegen schon wieder mitten im Abstiegskampf.

Ost-Thüringer Zeitung
Ost-Derby klar an Zeiss-Elf [..] Abgesehen von den Anfangsminuten und einer schönen Aktion von Okeke (13.), als dieser den Ball direkt annahm und nur knapp das linkere obere Eck verfehlte, hatte der Gastgeber dem schnellen Umkehrspiel der Thüringer, bei denen auf dem im Training verletzten Zugang Michael Bochtler verzichtet wurde, so gut wie nichts entgegenzusetzen. Hähnge, Zimmermann, Werner und Co. spielten die Chemnitzer Hintermannschaft ein um das andere Mal fast schwindlig.

Thüringer Landeszeitung
Jenaer krönen starke Leistung [..] Regionalliga-Aufsteiger FC Carl Zeiss bleibt auswärts weiter eine Macht - und einer, der einst selbst an der Saale spielte (Jens König, d. Red.), glaubt jetzt sogar an Aufstiegschancen. [..] Während Jenas Abwehr sattelfest stand, von den Gastgebern aber auch kaum in Gefahr gebracht wurde, bildeten Mark Zimmermann und Sebastian Hähnge im Angriff wieder ein ganz gefährliches Duo. Die Gäste kauften den Sachsen schnell den Schneid ab, begannen überraschend offensiv und wurden auch schnell belohnt, als Manai einen Fehler von Ensrud eiskalt zum 0:1 bestrafte (9.).

Thüringer Allgemeine
Tunesische Antwort [..] Fußballweißheiten gibt es viele. Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft - lautet eine. Getreu dieser Maxime hätte der FC Carl Zeiss das Ostderby vor 5104 Zuschauern auf der Fischer-Wiese in Chemnitz eigentlich nicht mit 3:1 gewinnen dürfen. Zu viele Möglichkeiten hatten die Ostthüringer in der ersten Halbzeit vergeben oder durch schlampige letzte Pässe regelrecht verschenkt.

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