Saison 2005/2006
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:1VfL Osnabrück
VfL Osnabrück
7. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2005/2006
Samstag, 03. September 2005, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.600
Schiedsrichter: Bornhöft (Bad Segeberg)
Chemnitzer FCTorfolgeVfL Osnabrück
T SüssnerGelbe Karte
A Kunert
A EnsrudGelbe Karte
A Ahlf
A Göhlert
M StarkGelbe Karte
M Görke
M Homola
M Schumann
S Salonen (79. RollederRote Karte)
S Mayer (83. Schmidt)

Trainer: Demuth
1:0 Görke (54./Elfer)
2:0 Mayer (63.)
2:1 Menga (72.)

Besondere Vorkommnisse:
Rot für Rolleder (87.)

T BerbigGelbe Karte
A Koch
A Wedau
A de Jong
A Ewertz (76. Schäfer)
M Flottmann
M EnochsGelbe Karte (63. Kügler)
M Joppe (63. Menga)
M Feldhoff
S NouriGelbe Karte
S ReichenbergerGelbe Karte

Trainer: Wollitz
Spielbericht

Der Frank-Mayer-Tag

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer 2:1-Erfolg über den VfL Osnabrück war der Tag des Frank Mayer. Alles begann mit seiner Vorstellung im Programmheft. Dann ackerte er über 83 Minuten und erntete bei seiner Auswechslung zurecht Standing Ovations.

Die Himmelblauen zeigten sich engagiert im ZweikampfDoch zunächst schien das Tor für Mayer wie verrammelt. Nach 9 Minuten hob er den Ball nach einer Schumann-Flanke freistehend über das Osnabrücker Tor. Nach 6 Minuten in Halbzeit 2 war er nicht konsequent genug im Abschluss und vertendelte den Ball vor VfL-Torwart Tino Berbig. Doch wie bemerkte ein Zuschauer im Block 3: "Der hat 2 solcher Szenen, aber beim dritten Mal trifft er eben." Genau so sollte es in der 63. Minute kommen. Mayer wurde mit einem Pass auf der linken Seite angespielt, ließ Osnabrücks Daniel Flottmann stehen und zirkelte schließlich den Ball zum 2:0 an Torwart Berbig vorbei. Dem Tor folgten wütende Proteste der Gäste, denn Mayer hatte bei der Ballannahme ganz klar die Hand zur Hilfe genommen. Schiri David Bornhöft konnte es nicht sehen, Mayer selbst sagte später "Ich kann nichts machen, wenn mir der Ball an den Arm springt" und lenkte mit einem Augenzwinkern seine Aussage in die richtige Richtung. Was Mayer tut, hat eben Hand und Fuß...
Das Mayers Tor vorausgehende Duell mit Flottmann war übrigens zu diesem Zeitpunkt keine Neuheit. Schon 10 Minuten vorher hatte der Osnabrücker 1,94m-Hüne gegen den CFC-Angreifer den Kürzeren gezogen. Mayer hatte sich nach Anspiel von Salonen mit dem Leder in zentraler Position auf eine Tour durch den Strafraum begeben, als Flottmann ihm sein Bein in den Weg stellte. Mayer nahm die Einladung dankend an und Schiri Bornhöft entschied umgehend auf Strafstoß. Auch diese Entscheidung stieß unter den Gästen auf großen Unmut. Zu unrecht, denn die Entscheidung des Schiris war hart, aber richtig. Görke führte aus und drosch den Ball in die Tormitte; Chemnitz feierte das hochverdiente 1:0.
Verdient hatte sich der CFC die Führung vor allem mit einer starken kämpferischen Leistung. Osnabrück besaß mehr Spielanteile, schaffte es jedoch nicht, das massive himmelblaue Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Ein Schuss von Björn Joppe (5.), den Steffen Süssner ohne Probleme hielt und eine 1000%ige Möglichkeit von Thomas Reichenberger (2.) waren über 70 Minuten die einzigsten Torchancen des VfL. Und wer solche "Riesen" vergibt - Reichenberger stand nach misslungener Abseitsfalle völlig allein vor Süssner und schob am Tor vorbei - der muss im Nachgang nicht mit dem Schicksal hadern.
Doch mitnichten mauerten die Hausherren nur. Mit einem herrlichen Spielzug über Jiri Homola setzte Schumann, wie oben schon erwähnt, Mayer in Szene (9.). Und Görke brachte mit einem Freistoßhammer Berbig in arge Schwierigkeiten. Er konnte nur prallen lassen und sich bei Daniel Göhlert bedanken, dass der im Nachfassen den aufsetzenden Ball knapp über das Tor schoss.
Die Himmelblauen steigerten sich wie ihre Anhänger von Minute zu Minute und hatten unmittelbar nach dem Seitenwechsel ihre beste Phase, die mit den beiden Toren gekrönt wurde. Erst nach dem 2:0 wachten die Gäste auf und spielten beim 2:1-Anschlusstreffer durch den eingewechselten Addy-Waku Menga auch einmal ihr Potential aus. Nach einem klugen Pass durch Chemnitz' Abwehrkette stand Menga allein vor Süssner, versetzte ihn und schob locker ein.
Osnabrück bemüht sich weiter um den Ausgleich, fand aber kein Mittel die CFC-Defensive zu brechen. Da half auch die Überzahl nicht mehr. Denn wieder einmal reduzierten sich die Gastgeber durch eine Blödheit selbst. Der eingewechselte Steve Rolleder ließ sich von Alexander Nouri, der das gesamte Spiel schon durch plumpe Schauspieleinlagen und Provokation unangenehm aufgefallen war, zu einem Ellenbogencheck hinreißen und kassierte dafür glatt Rot. In 6 Spielen 4 Feldverweise - davon 3 wegen Meckern, Ballwegschlagen oder einer Tätlichkeit - sind bei der dünnen Personaldecke des CFC einfach unverantwortlich. CFC-Trainer Dietmar Demuth muss dieser Disziplinlosigkeiten unbedingt Einhalt gebieten.

Matchwinner Frank MayerDoch um 15:46 Uhr interessierte das erst einmal keinen Chemnitzer mehr. Denn zunächst wurde der erste und verdiente Heimsieg des CFC im Spieljahr 2005/06 überschwänglich bejubelt. Auf Osnabrücker Seite herrschten dagegen Wut und Trauer. Trauer über die verlorene Partie, und das Ende einer Serie. Denn hätte Osnabrück in Chemnitz nicht verloren, wäre der VfL seit einem Jahr auf Gegners Platz ungeschlagen gewesen. Wut hatten die Lila-Weißen natürlich vor allem auf Schiedsrichter Bornhöft, aufgrund seiner Elfmeter-Entscheidung und des nicht geahndeten Handspiels. Doch man muss ganz klar resümieren, dass die Gäste aus ihrem Potential nicht genug gemacht hat. Für eine Mannschaft, die sich den Aufstieg auf die Fahne geschrieben hat, agierte Osnabrück einfach zu einfallslos. Dagegen kämpfte beim CFC jeder für jeden und die einzelnen Spieler taten nach ihren Möglichkeiten das ihrige für den Sieg. Und besser, als mit Frank Mayers Worten im Programmheft, kann man das Fazit nicht formulieren: "Harte Arbeit wird belohnt, auch gegen Teams wie Osnabrück."

Wertung: 2,5 (Ein spannendes, wenn auch nicht immer hochklassiges Regionalligaspiel)

Beste Himmelblaue: Mayer, Görke, Ahlf

Pressestimmen

Chemnitzer BLICK
CFC: Endlich für Leistung belohnt [..] gegen den Aufstiegsaspiranten aus Osnabrück überzeugten die Himmelblauen nicht nur durch die starke Leistung einer - trotz zahlreicher Verletzter - intakten Mannschaft, sondern ließ phasenweise auch spielerische Potenzial erkennen.

Morgenpost am Sonntag
"Himmelblaue" sind wieder da! Frank Mayer der Matchwinner [..] Nach dem Wechsel machten die starken Sachsen richtig Dampf. Der VfLer Daniel Flottmann konnte Kampfmaschine Mayer nur noch foulen (54.), den fälligen Elfmeter hämmerte Thorsten Görke ins rechte obere Eck. Und zwölf Minuten später kröne "Frankieboy" Mayer seinen Super-Auftritt mit einem sensationellen Sturmlauf auf der linken Seite und kanonierte aus 16m volley in die Maschen.

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