Saison 2001/2002
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC4:4KFC Uerdingen
KFC Uerdingen
34. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2001/2002
Samstag, 18. Mai 2002, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.650
Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)
Chemnitzer FCTorfolgeKFC Uerdingen
T Süßner
A Göhlert
A FrankeGelbe Karte (65. Demir)
A Mehlhorn
M Prymula
M Podszus (65. Rolleder)
M Ratkowski
M Walther
M FröhlichGelbe Karte (85. König)
S Meissner
S Krieg

Trainer: Schulz
0:1 Abdulai (3.)
0:2 Firmino (7./Handelfer)
1:2 Podszus (9.)
1:3 Firmino (28.)
1:4 Özkaya (58.)
2:4 Fröhlich (63.)
3:4 Demir (77.)
4:4 Walther (79.)

T Peiser
A Koenen
A VriesdeGelbe Karte (46. Sauerland)
A Maaß
M Özkaya (79. Rodruigez)
M Pinhaio
M Puschmann
M Kowski
S Firmino
S Abdulai
S Fiore (63. Ebers)

Trainer: Luhukay
Spielbericht

Mit 8 Toren in den Urlaub

Von Erik Büttner

15:47 Uhr - Abpfiff der Saison 2001/2002. Abpfiff einer Saison, über deren wechselvollen Verlauf sicher an anderer Stelle noch mal die Rede sein wird. Abpfiff der Saison aber nur auf rein sportlich Gebiet, denn das etwas, was man gemeinhin als Sommertheater bezeichnet, nicht ausbleiben wird, das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Einen kleinen Vorgeschmack gab es schon heute vor, während und nach dem Spiel. Die Ultras präsentiert zu Spielbeginn zwei Spruchbänder mit den Aufschriften "Waszik, hör auf zu lügen!" und "Bitti - Opfer einer Intrige!!!". Nach dem Abpfiff blockierten ca. 30, 40 Fans die Ausfahrt des Parkplatzes der "Offiziellen" und forderten lautstarke, wie schon im Verlauf der Partie, Wasziks Abgesang beim CFC.

Matthias Schulz musste im letzten Spiel neben den Langzeitverletzten auch auf Biermann und Hiemann verzichte. Für sie kamen Podszus und Süssner ins Team. Dann zwei Minuten gespielt, Krieg mit der ersten Chance, gehalten. Der Gegenzug, ein Blick, ein Pass, plötzlich steht Franke allein gegen zwei Uerdinger Stürmer, das 1:0 nur noch Formsache.
Kurz drauf: Freistoss Uerdingen, Franke mit der Hand am Ball - Elfmeter und Gelb. Firmino tritt an, Süssner noch am Ball, aber letztlich ohne Chance - 0:2 nach 9 Minuten. Aber der CFC kam wieder zurück ins Spiel. Prymula setzt zum Flankenlauf an, bringt den Ball wunderschön auf den langen Pfosten, dort steht Podszus und köpft ein. Wieder Hoffnung im Stadion, zumindest für 57,3 Sekunden.
Die Abwehr des CFC heute ein Gebilde aus Unfähigkeit und Unlust. Lediglich Steffen Süssner war es zu verdanken, dass die Uerdingen nur noch einmal nach Schlafeinlage von Ingo Walther trafen. Mit 1:3 ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel zunächst das selbe Spiel. Die Abwehr der Himmelblauen selten bis überhaupt nicht im Bilde. Die Uerdinger stürmten was das Zeug hielt. Und immer wieder banges Warten auf die Zwischenstände aus Düsseldorf (gegen Aue) und Köln (gegen Osnabrück), schließlich drohte der Verlust des wichtigen 6. Platzes.
Die Gäste aber jetzt nicht mehr so konzentriert wie noch in Halbzeit 1, und so reichte es dann auch zunächst nur für das 1:4. Wieder waren die KFC-Angreifer in Überzahl gegen die sogenannte Abwehr des CFC gewesen.
Dann auf einmal, aus heiterem Himmel das 4:2 für die Heimmannschaft. Fröhlich schlenzte einen Freistoss unhaltbar für Uerdings Keeper Peiser ins Tor. Der Jubel des CFC-Anhangs noch recht verhalten. Es konnte ja noch keiner ahnen, dass noch reichlich spannende Minuten bevor standen.
Matthias Schulz aber hatte bereits Lunte gerochen und setzte nun auf Sekt oder Selters. Mit Rolleder und Demir kamen zwei Stürmer, vom Platz gingen aber in Person von Podszus und Franke (seine Auswechslung wurde vom Publikum schon vor der Halbzeitpause gefordert!) zwei Defensivleute. Meissner zog sich dafür ins Mittelfeld zurück.
Die Wechsel zeigten Wirkung, Uerdingen nun unter Dauerdruck, Konter brachten kaum noch Gefahr. Dazu taten die Spieler des KFC alles, um auch die Zuschauer auf der Fischerwiese zu reanimieren. Nach der Schauspieleinlage eines Gegenspielers transportierte Ingo Walther diesen direkt ins Aus (wohl zur Behandlung ;-) ). Das Publikum hatte seinen Spaß dran. Weitere kleine Nicklichkeiten brachten Walther dann so richtige auf die Palme, seine Aggressionen nutzte er aber gut, in dem er die Zuschauer und Mitspieler animierte. Nun angetrieben von den 2600 kam der CFC sogar zum 3:4 Anschluss. Demir hatte, wieder am langen Pfosten, eingeköpft.
Zwei Minuten später: Fröhlich tendelt mit dem Ball vor Strafraum rum, spielt weiter auf Mehlhorn, der auf Walther, Walther legt sich das Leder vor, zieht einfach mal ab, abgefälscht und TOR! Einen 3-Tore-Rückstand ausgeglichen - Kompliment! Die Spieler liefen nach diesem Tor geschlossen auf den Fanblock zu und präsentierten unter ihrem Trikots T-Shirts mit dem Konterfei Bittermanns und einem "Danke Bitti"...
Zurück zum Spiel, schließlich war noch knapp eine Viertelstunde zu spielen. Der CFC drängte auf den Siegtreffer. Schulz brachte mit König für Fröhlich den 5. Stürmer auf den Platz. Doch am Ende stand das 4:4.

Fazit: Der CFC zeigte im letzten Spiel noch einmal Moral. Bog einen scheinbar aussichtslosen Rückstand noch gerade. Das aber schon etwas glücklich, den 1 Stunde lang waren die Gäste in allen Belangen überlegen. Am Ende zählt aber der 1 Punkt und der bedeutet Platz 6 und wichtige Sponsorenprämien. Bleibt zu hoffen, das diese sinnvoll genutzt werden und die Spielklasse für den CFC auch in der nächsten Saison Regionalliga Nord heißt...

Wertung: 2 (für 8 Tore und ein hoher Unterhaltungswert)

Bester Himmelblauer: Süßner

Pressestimmen

Kicker-Online
CFC krönt ein Finale furioso - Nach einer Stunde sah Uerdingen wie der sichere Sieger aus, nach 90 Minuten jubelten nur die Chemnitzer. Der CFC brachte es zum ersten Mal seit 1973 wieder fertig, auf eigenem Platz einen Drei-Tore-Rückstand wettzumachen und sicherte sich den 6. Tabellenplatz. Vor der Schlussoffensive war die Abwehr des Chemnitzer FC allerdings ein einziger Torso.

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