Saison 1998/1999
CFC / Regionalliga



 
VfB Leipzig
VfB Leipzig2:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
19. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 1998/1999
Freitag, 29. Januar 1999, 19:00 Uhr
Bruno-Plache-Stadion, Leipzig
Zuschauer: 3.800
Schiedsrichter: Blumenstein (Berlin)
VfB LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T Grundmann
A Edmond
A WernerGelbe Karte
A Malacarne
A Nylen
M Bancic
M dos Santos
M Dittgen (80. Vougt)
M Jülich (85. Rose)
S Hornung
S Seifert (88. Fritz)

Trainer: Thomale
1:0 Edmond (45.)
2:0 Seifert (56.)

T Fröhlich
A Laudeley
A Jan Schmidt
A KöhlerGelbe Karte
A Jendrossek
M KönigGelbe Karte (60. Liebers)
M Bittermann
M ErcegGelbe Karte (55. Ullmann)
M Mehlhorn
S Jörg Schmidt
S Kujat

Trainer: Franke
Spielbericht

Nur eine gute Halbzeit

Von Ronny Licht

Leipzig-Probstheida ist für den CFC einfach keine Reise wert. Erst das 1:4 im Pokal, jetzt das 0:2 im Punktspiel. Dabei waren rund 250 Chemnitzer Fans unter den 3800 Zuschauern eigentlich guter Dinge. Schon in der 3. Minute hätte Erceg das 1:0 machen müssen, doch anstatt den Ball ins leere lange Eck zu spitzeln wollte er ihn wahrscheinlich durch den Leipziger Torhüter Grundmann "hindurchschießen". In der 38. Minute wurde nach einem Foul des Vfblers Malarcane an Jörg Schmidt ein klarer Elfer verweigert, Kujat lupfte nach 41 Minuten den Ball nur an den rechten Pfosten.
Dafür der Schock nach geschätzten 51 Minuten (warum Schiri Blumenstein so lange nachspielen ließ, weiß er wahrscheinlich selber nicht): Fröhlich springt einem Leipziger im Strafraum in den Rücken, kann dadurch den Ball nur zwei Meter weit abklatschen. Frank Edmond sagt "Danke", zieht ab - 0:1.
Nach einer Pause ohne Glühwein (die Heizkannen des Caterers hatten bei minus 12 Grad versagt) ging das Dilemma weiter. Bittermann fabrizierte einen falschen Einwurf (48.), Erceg verunglückte eine Rückgabe zu Fröhlich (50.). In der 56. Minute schlug nach einem Eckball Frank Seifert zu - mit dem Knie stubste er den Ball unter Keeper Fröhlich hindurch ins Eck. Zwei Fehler, ein Tor: Seifert litt an Einsamkeit, er war fast ungedeckt. Und Fröhlich reagierte wie eine Packung Schlaftabletten, ließ den Ball auch noch unter dem rechten Arm durchrutschen. Danach spielte der VfB Leipzig sein Pensum herunter, ein Kujat-Heber (57.) wurde noch über die Latte gelenkt - das war´s!
Für den einzigen "Lichtblick" im Gästeblock sorgten dann die Mitglieder des VfB-Gegengerade-Pöbels: Eine grüne Leuchtrakete schwirrte mitten in die Fans, eine weitere landete hinter dem Block. Das so etwas ein Fall für den NOFV ist, scheint jedem klar - nur tut niemand etwas. Ich werde in den nächsten Tagen einen Brief an den NOFV verfassen, wer mit seinem Namen darunterstehen möchte, schicke bitte eine Mail an mich.
Zum fußballerischen Fazit: Der CFC muß einfach noch lernen, auch in Schlagerspielen was zu reißen. Auch auswärts. Ein erster Anfang war in Zwickau zu sehen, so hätte es in Leipzig auch weitergehen müssen. Wenn Christoph Franke jetzt den Torhüter wechselt muß er sich das aber genauestens überlegen. Denn Fröhlich war trotz des verpatzten Freitags hinter einer bis dahin guten Abwehr ein guter Torhüter, hielt außerdem mehr als 600 Minuten in Folge zu null. Denn falls bei Ananiev wider Erwarten Leistungsprobleme auftreten sollten, muß CF die Konsequenzen tragen. Er sollte anstatt am Torhüter zu kratzen lieber überlegen, wie er das Sturmproblem löst. Erceg ist dort einfach nicht cool genug, ein Kujat allein gewinnt keine Spiele. Sobald Mirko Ullmann wieder fit ist, muß er an alte Zeiten anknüpfen. Mit elf Gegentoren stehen wir nach 19 Spielen nicht schlecht da - aber 25 Treffer sind für einen Aufstiegskandidaten eigentlich zu wenig. Das muß sich schon gegen Plauen ändern, am Ende kann auch das Torverhältnis sehr entscheidend sein. (siehe dazu auch die aktuelle Umfrage)

Bester Himmelblauer: Laudeley

Pressestimmen

Freie Presse
Frankes süßsaure Rückkehr nach Leipzig. Von 1965 bis 1969 bestritt er immerhin 63 Oberliga-Paarungen und 9 Euro-Spiele im blau-gelben Dreß. Doch nach Nostalgie war Franke an diesem kalten Januartag 1999 nicht unbedingt zumute.

Chemnitzer Morgenpost
Erst patzte der Schiri, dann leider auch Keeper Fröhlich. Das war nicht der Abend des CFC - 0:2 vor 3800 bibbernden Zuschauern in Probstheida.

Kicker
Ein verdienter Sieg des Spitzenreiters in einem Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. [..] Die Führung Sekunden vor der Pause stellte das Spiel auf den Kopf. [..] Leipzig kontrollierte nach der Pause überlegen das Geschehen.

<< 18. Spieltag 20. Spieltag >>