Saison 1989/1990
FCK / DDR-Oberliga



 
FC Sion
FC Sion2:1FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt
2. Runde - UEFA-Cup - Saison 1989/1990
Donnerstag, 19. Oktober 1989, 20:00 Uhr
Stadion "Tourbillon", Sitten
Zuschauer: 11.200
Schiedsrichter: Lo Bello (Italien)
FC SionTorfolgeFC Karl-Marx-Stadt
T LehmannGelbe Karte
A Sauthier
M Lopez
M F. Rey
M O. Rey
M Bacchini
M Brigger
M Piffaretti
S Cina (46. Petrella)
S BaljicGelbe Karte
S Lorenz

Trainer: Ives Debonnaire
0:1 Laudeley (25.)
1:1 Brigger (48.)
2:1 Piffaretti (66.)

T Schmidt
A Barsikow
A Illing
A D. Müller
A Laudeley
M Steinmann
M Keller
M ZiffertGelbe Karte
M Köhler (77. Mehlhorn)
S Mitzscherling (83. Wienhold)
S Heidrich

Trainer: Hans Meyer
Pressestimmen

FuWo

Spielentscheidend im Stadion "Tourbillon" war: Doppelter Wechsel

Ein Wechsel im Spielsystem des FC Sion nach dem Seitenwechsel entpuppte sich im "Tourbillon" als spielentscheidend! Trainer Ives Debonnaire schickte nach dem Pausentee den erfahrenen Paul Brigger [..] auf dessen ursprünglichen Posten in die Sturmmitte. Dafür ließ sich Center Mirsad Baljic nun weit zurückfallen, leitete immer wieder die Angriffszüge der Gastgeber ein. "Etwas waren wir davon schon überrascht, obwohl Sion beim Punktspiel in Zürich gegen Grashoppers die letzten 20 Minuten auch schon mit vier Stürmern operierte", so Assistenztrainer Christoph Franke. [..] Kapitän Detlef Müller, der dem Jugoslawen in der ersten Spielhälfte klar den Schneid abgekauft hatte, ärgerte sich mit am meisten: "Wir konnten uns einfach nicht so schnell wie nötig auf die Variante der Schweizer einstellen."

Brigger trifft über Schmidt zum 1:1So wechselte nach der Pause vor den 11200 bereits verärgerten Zuschauern nicht nur die Szenerie, sondern auch die Führung. Und nicht zufällig war Brigger erst als Torschütze und dann als Vorbereiter an den beiden Sioner Treffern beteiligt. Wie diese Tore fielen, mißfiel aber nicht nur FCK-Coach Hans Meyer: "Dem 1:1 ging gleich ein fünffacher Fehler unserer Spieler voraus". Für ihn blieb besonders deshalb etwas Unzufriedenheit zurück, "weil wir zwei solch grundverschiedene Halbzeiten boten". Wobei die Schützlinge von Ives Debonnaire die zweiten 45 Minuten auch mit dem entsprechenden Engagement und der Zielstrebigkeit angingen, wie er selbst und Hans Meyer es bereits in der ersten Hälfte erwartet hatten.

Da aber drückten die Himmelblauen aus Karl-Marx-Stadt dem Geschehen klar den Stempel auf. Bereits nach 40 Sekunden zwang Rico Steinmann den Sioner Torwart Lehmann zur ersten Glanztat, in der 19. Minute konnte der Nationalspieler nach herrlichen Doppelpaß mit Köhler erst in allerletzter Sekunde von Olivier Rey gestoppt werden, und schließlich erzielte Laudeley nach ebenso perfektem Zusammenspiel mit Heidrich die FCK-Führung! Von der Spritzigkeit, der Schnelligkeit und der Raumaufteilung der Gäste zeigten sich die Unterwalliser sichtlich geschockt. "30-35 Minuten boten wir eine erstklassige Auswärtsleistung", sah es nicht nur Meyer, die nahtlos an den EC-Auftritt bei Boavista Porto anknüpfte. "Karl-Marx-Stadt war sehr gut organisiert, und wir hatten große Mühe, Tempo zu machen", gestand Debonnaire.

Den doppelten Wechsel drückte der 33jährige Trainer so aus: "In der ersten Halbzeit spielten wir wie Junioren, in der zweiten wie Männer". [..] Zum Glück behielten Libero Barsikow (mit sehr gutem "Auge") und Torhüter Schmidt (am ersten Gegentreffer allerdings beteiligt) die Übersicht! Und in den letzten zehn Minuten befreiten sich die Sachsen sogar noch einmal vom Druck der Walliser. "Nur um ein paar Zentimeter rutschte ich an Barsikows Vorlage vorbei", kommentierte Lutz Wienhold jene Szene, die den Schweizern ein letztes Mal den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Vielleicht hat er sich "sein" Tor für das Rückspiel in Karl-Marx-Stadt aufgehoben. Übrigens: Neben Wienhold fiel auch der andere FCK-Einwechsler Ulf Mehlhorn noch auf. Positiv - und das nicht zum ersten Mal! [..].

(Jens Mende)

Foto: FuWo

Trainerstimmen

Hans Meyer (FuWo)
"Wenn vorher jemand ein 1:2 vorausgesagt hätte, wäre damit ein Nahziel gekennzeichnet worden. Wir haben unser Auswärtstor gemacht; mit 1:2 im Europacup läßt sich leben. Für das, wozu wir derzeit in der Lage sind [..] haben wir eine optimale erste Halbzeit geboten. Unsere Spieler zeigten sich nicht nur diszipliniert, sondern sicherten auch die Bälle, was uns später nicht mehr gelang. Ich bin deswegen unzufrieden, weil wir nach Halbzeit eigentlich so weiterspielen wollten, als wenn es noch 0:0 steht. Doch mit dem dummen 1:1 ist es uns sehr, sehr schwer gefallen, dem Druck standzuhalten. In dieser Phase ging unsere Konzeption nicht mehr auf, aber wir haben uns zumindest entschlossen dem dritten Gegentor entgegengestemmt. Mit dem 1:2 sind unsere Chancen vor hoffentlich dann 25.000 bis 30.000 jedoch intakt, auch wenn es sehr schwierig wird."

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