Saison 2006/2007
CFC / NOFV-Oberliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:2VFC Plauen
VFC Plauen
11. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2006/2007
Sonntag, 05. November 2006, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.570
Schiedsrichter: Wenkel (Mühlhausen)
Chemnitzer FCTorfolgeVFC Plauen
T Klömich
A Kunert
A Baumann
A Thönelt
A Sieber (87. Troschke)
M Sambou
M Adamu (60. Kellig)
M SchumannGelbe Karte (67. Tomoski)
M Becker
S Schlosser
S Sinaba

Trainer: Müller
0:1 Zapyshnyi (11.)
0:2 Reimann (41.)
1:2 Kellig (73.)

T Okrucky
A FahrenholzGelbe Karte
A Hujdurovic
A NollGelbe Karte
A Gillert
M Schulze (90. Roth)
M Hölzel
M Stiefel
M RischGelbe Karte (82. Berger)
S Reimann (90. Persigehl)
S Zapyshnyi

Trainer: Persigehl
Spielbericht

Im Dauerregen die erste Halbzeit verschlafen

Von Erik Büttner

Es gibt schon seltsame Spezies auf diesem Planeten. Eine davon stellt sich zum Beispiel an einem Sonntagnachmittag bei gefühlten –25 °C, den durch böigen Wind gepeitschten Dauerregen im Gesicht, auf die Ränge eines Fußballstadions. Wenn es dann doch wenigstens noch ein Erfolgserlebnis bringen würden. Doch die meisten der gut 2500 Zuschauer (die Hälfte derer hatte wenigstens ein Dach über den Kopf), die der Partie zwischen dem Chemnitzer FC und dem VFC Plauen beiwohnten, gingen nicht nur triefend nass, sondern auch mit der Enttäuschung einer Niederlage nach Hause. Der CFC hatte die Begegnung mit dem VFC 1:2 und damit auch sein erstes Heimspiel in dieser Spielzeit verloren.

Der Club kam 1 Stunde lang nicht richtig ins SpielChemnitz, mit Sinaba für Kellig, startete gleich mit einem Achtungszeichen. Sieber zog noch in der 1. Minute einfach mal aus gut 30m ab und brachte damit Plauens Torwart Okrucky schon mal ein wenig ins Schwitzen. 4 Minuten später bekam Sinaba den Ball, legte quer auf Sambou, der aber verzog ordentlich. 11 Minuten waren gespielt, da zeigte sich auch Plauen: Gewühl im CFC-Strafraum, Sieber semmelte über den Ball und Zapyshnyi schob den ihm vor den Füßen liegenden Ball ins Tor hinein. 0:1 wie aus heiterem Himmel.
Die CFC-Elf zeigte sich einigermaßen geschockt. In den folgenden 25 Minuten ging nicht mehr viel zusammen. Einzig ein Kopfball von Thönelt im Anschluss an eine Ecke, den aber Okrucky gut hielt, ist erwähnenswert. Natürlich spielte der frühe Treffer dem VFC auch in die Karten. Denn die Vogtländer konnten sich nun schön in die Abwehr stellen und den CFC das Spiel machen lassen. In der Spitze warteten Reimann und Zapyshnyi nur darauf, dass Chemnitz beim Abspiel patzte. Und Chemnitz tat ihnen den Gefallen. Verlief bei den ersten beiden Malen noch alle glimpflich, so ging es dann in der 40. Minute in die Hose. Nach einer missglückten Ecke machte sich Reimann auf und davon. Thönelt hatte zumindest die Verfolgung aufgenommen, grätschte dann aber viel zu früh, an statt Reimann weiter zu bedrängen. Reimann hatte nun Platz und keine Mühe mehr Klömich zu umkurven. Und so stand es schon vor der Pause 0:2.
Sinaba hatte dann noch vor dem Seitenwechsel nach einer Ecke die Chance zum Anschluss. Doch wieder spielte er zu umständlich. Spätestens jetzt hätte auch CFC-Trainer Müller auffallen müssen, dass 1 Kontertor (gegen Cottbus) und 3 Tore gegen eine nicht oberligataugliche Mannschaft (Pößneck) noch keinen Stürmer ausmachen, der auch in harten Oberligaspielen etwas bewirken kann. Doch Müller ließ Kellig auf der Bank schmoren und Sinaba im Spiel.

Aus der Pause kam Chemnitz mit viel Schwung. Doch der verpuffte schnell. Aber wenigstens war das verständlicher Weise (Kälte, Regen und Rückstand sind keine stimmungsfördernde Mischung) sehr ruhig gewordene Publikum wieder hörbar. Doch alle Chemnitzer Mühen nützten nichts. Der Geist war willig, doch das Fleisch war schwach. Besonders bei Sinaba, der auch einen dicken Patzer vom immer unsicher werdenden Okrucky nicht nutzte. Dafür hatten Hölzel (64./gehalten) und Risch (67./drüber) das 3:0 auf dem Fuß.
Bis zum Schluss wurde an einen Punktgewinn geglaubtNach einer Stunde Spielzeit kam dann endlich Kellig. Runter musste der glücklose Adamu. Und als dann auch noch Tomoski für den völlig indisponierten Schumann kam (67.), kehrte auch endlich ordentlich Feuer ins CFC-Spiel ein. Doch als in der 70. Minuten Schlosser mit einem Kopfball nur die Querlatte traf, hakten viele schon das Spiel ab. Wie verriegelt schien das Tor, hatten doch die Vogtländer schon 2x zuvor das Leder von der Linie gekratzt. Die Resignation war aber etwas verfrüht, denn 3 Minuten später lag der Ball im Plauener Tor. Eine Ecke von Tomoski verlängerte Schlosser auf Kellig, der am langen Pfosten lauerte und einschob.
20 Minuten blieben dem CFC noch, um das Spiel zu drehen. Und Chemnitz drehte auf. Nur 2 Minuten nach dem Tor bekam Tomoski eine seiner Ecken postwendend zurück. Er versuchte es noch mal und heraus kam eine sich auf das Tor drehende „Bananenflanke“, Okrucky griff ins Leere und der Ball landete im Tor. Riesenjubel bestimmte die Szenerie auf den Rängen – doch nur kurz. Denn Schieri Wenkel wollte eine Behinderung des Torwarts durch Kellig ausgemacht haben. Kellig stand zwar bei ihm und streckte ihm auch den Hintern etwas entgegen, doch den Patzer legte der VFC-Torwart ganz ohne fremde Hilfe hin. CFC-Trainer Müller regte sich in dieser Szene so sehr auf, dass er fortan das Geschehen von der Tribüne aus verfolgen musste.
Doch die Aufregung kannte noch kein Ende. 84 Minuten waren gespielt, da lag der Ball wieder im Plauener Kasten. Und wieder erkannte es der Schieri nicht an. Diesmal sollte es eine Abseitsstellung vom Schützen Sinaba gewesen sein – die TV-Bilder bestätigten den ersten Eindruck, dass es wohl so gewesen sein mag. Doch Sinaba sollte noch eine Chance bekommen. Sein Schuss in der 89. Minute stellte dann aber für Okrucky nicht das große Problem dar. Und so blieb es beim 1:2, da half es auch nichts, dass das Publikum in den letzten Minuten gut mitging und auch die CFC-Bank geschlossen stehend an der Seitenlinie mitfieberte.

Chemnitz hatte das Spiel aufgrund einer schwachen ersten Halbzeit verloren. Nach dem Rückstand zeigten sich die himmelblauen Kicker zwar bemüht, doch der letzte Biss fehlte und so konnte der nötige Druck auf Plauen nicht aufgebaut werden. Dazu kamen Unkonzentriertheiten, mit denen sich die Himmelblauen selbst das Leben schwer machten. Außerdem fehlte einer, der seine Mitspieler aus der Lethargie holte und mitriss. Müllers Einschätzung im MDR-Fernsehen, seine Mannschaft sei aufgrund der Unerfahrenheit in Rückstand geraten, habe sich dann aber toll zurückgekämpft, traf deshalb auch nicht ganz Kern. Denn erst nach den Einwechslungen von Kellig und Tomoski fand Chemnitz zu seinem Spiel. Dass es dann nicht mehr für den Ausgleich reichte, war zwar unglücklich, aber nicht ungerecht.

Wertung: 3,0 (Ein mittelprächtiges Oberligaspiel, dass erst am Ende gut wurde.)

Beste Himmelblaue: Kellig, Tomoski, Klömich

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