Saison 2006/2007
CFC / NOFV-Oberliga



 
ZFC Meuselwitz
ZFC Meuselwitz1:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
17. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2006/2007
Sonntag, 25. Februar 2007, 14:00 Uhr
Bluechip-Arena, Meuselwitz
Zuschauer: 2.957
Schiedsrichter: Cyrklaff (Neuhausen)
ZFC MeuselwitzTorfolgeChemnitzer FC
T Dix
A Bronec
A DimterGelbe Karte
A Mees
M Kotowski
M Hinze (61. Scannewin)
M Großmann
M Gemazashvili (46. Weinert)
M Hildebrandt (76. Ulbrich)
S SonnenbergGelbrote Karte
S Miltzow

Trainer: Oevermann
0:1 Sambou (40.)
1:1 Scannewin (78.)

T Klömich
A Kunert
A Baumann
A Thönelt
A SieberGelbe Karte
M Wölfel (82. Bachmann)
M Adamu
M Tomoski
M SambouGelbe Karte
S SinabaGelbe Karte (61. Schlosser)
S Kellig (53. De Napoli)

Trainer: Müller
Spielbericht

Vom Punktgewinn, der ein gefühlter Punktverlust war...

Von Frank Neubert

Mit einem Pünktchen im Gepäck ist der CFC zum Auftakt der Frühjahrsrunde aus dem ostthüringischen Meuselwitz zurückkehrt. Wenn jemand vor dem Spiel dem Tabellenzweiten aus Chemnitz prophezeit hätte, beim heimstarken Tabellenvierten ZFC einen Punkt zu entführen, hätte man sich im himmelblauen Lager wohl zufrieden gezeigt. Angesichts des Spielverlaufes und des schwachen Auftritts des Gastgebers reisten die ca. 1.200 Chemnitzer aber mit dem Gefühl ab, in Thüringen zwei wichtige Punkte im Aufstiegsrennen verschenkt zu haben.

Heftige Debatten und so manche Irritationen hatte es vor dem Spiel darüber gegeben, wieviel Sinn es macht, sich der Fraktion der Zugfahrer wegen der von der Bahn nicht mehr betriebenen Strecke zwischen Altenburg und Meuselwitz anzuschließen. Auch die Autofahrer rätselten, ob es nun besser sei, über die A72 oder die A4 in den östlichsten Zipfel Thüringens zu düsen. Kurz und gut, pünktlich zur Anstoßzeit in der Bluechip-Arena waren Alle da. Die Bahn hatte ihren Ersatzbus aus der Garage geholt und die KFZ-Lenker hatten mit Gimmel, Tribula, Drogen und Schnauderhainichen ihre Sammlung kurioser Ortsnamen bedeutend erweitern können.

Die beschauliche Arena im Stadtteil Zipsendorf war mit knapp 3.000 Zuschauern gut gefüllt, darunter auch der Schiedsrichterbeobachter des Thüringischen Fußballverbandes, Adolf Prokop - den älteren Fans noch gut bekannt als einer der verhasstesten Pfeifenmänner der alten DDR-Oberliga. Im Gegensatz zu den alten Zeiten leitete Referee Cyrklaff die Partie der beiden Spitzenteams der jetzigen Oberliga aber fair und unaufdringlich.

Auf dem Rasen spielte sich in der ersten Halbzeit wenig Spektakuläres ab. Beide Teams begannen mit Respekt voreinander und einer gewissen Zerfahrenheit im Spielaufbau. Gelungene Kombinationen waren auf beiden Seiten Mangelware. Die Diskussionen auf den Rängen darüber, ob nun die lange Winterpause daran Schuld wäre, oder schlicht und ergreifend die Angst, nicht verlieren zu wollen, wurden in der 21. Minute jäh unterbrochen, als plötzlich Sonnenberg und Miltzow vor Klömich auftauchten und im Duett die erste Großchance des Spiels versemmelten. Der Club war zu diesem Zeitpunkt etwas aktiver geworden und schickte sich an, die Thüringer bereits im Mittelfeld zu stellen. Mit zunehmender Spielzeit erhöhte sich dieser himmelblaue Druck, ohne das allerdings echte Torchancen heraussprangen. Kurz vor der Pause dann die dazu passende Situation: Wölfel haut den Ball quer durch den ZFC-Strafraum, Dix klärt zu kurz, und am langen Pfosten lungert Sambou herum, der nur noch zum 1:0 für die Guten einzuschieben braucht. Quasi ein Tor aus dem Nichts - aber aufgrund der Spielanteile keinesfalls unverdient.

Unverständlicherweise sah sich der CFC nicht in der Lage, das leichte Übergewicht aus Halbzeit 1 auch im zweiten Durchgang aufrecht zu erhalten. Vielmehr schaute man zu, wie sich jetzt der ZFC immer mehr in Richtung des himmelblauen Kastens orientierte. Man versuchte, die Thüringer auszukontern, was aber nur in zwei Fällen richtig gut gelang. Zuerst hatte der kurz vor Ablauf der Transferfrist von Jena ausgeliehene De Napoli das 2:0 auf dem Fuß (61.), und kurz danach kratzte Meuselwitz' Keeper Dix eine Tausendprozentige von Schlosser (66.) noch aus dem Dreiangel. Und so kam es, wie es kommen musste - der redlich bemühte, aber keineswegs zwingende ZFC kam in der 78. Minute zu einem ähnlich überraschenden Tor wie der CFC. Der Zipsendorfer Neuzugang Scannewin steht nach einer zu kurzen Abwehr von Klömich goldrichtig und schiebt unter dem zu Boden hechtenden Baumann hinweg zum 1:1 ein. Nicht unverdient, aber vollkommen unnötig. In den verbleibenden 12 Spielminuten versuchte der CFC nun den Traum vom Auswärtsdreier doch noch zu retten. Wie, als ob ein Schalter umgelegt worden wäre, war plötzlich wieder Saft im CFC-Spiel. Trotz einiger Chancen (Baumann-Kopfball nach Ecke) gelang die erneute Führung nicht. Am Ende blieb es beim 1:1, welches aus Chemnitzer Sicht nicht nach Punktgewinn, sondern eher nach Punktverlust roch.

Fazit: Der CFC hat zum Auftakt der Restrückrunde auf dem Platz eines Mitfavoriten einen Punkt erzielt. Das ist gut. Die Chance auf die alleinige Tabellenführung, welche mit einer couragierteren Leistung in der zweiten Halbzeit durchaus möglich gewesen wäre, wurde vertan. Das ist schlecht. Egal. Es gilt für den Club, auf die nächsten zwei Spiele zu schauen. Das Heimspiel gegen Auerbach sollte, bei allem Respekt vor dem Gegner, dazu genutzt werden, sich entsprechendes Selbstvertrauen für die nächste Auswärtspartie zu verschaffen. Mit einem Sieg gegen den VfB würde man mit breiter Brust nach Leipzig fahren können, zum Spitzenspiel gegen Sachsen ins Zentralstadion. Gelingt es dort, den selbsternannten Staffelfavoriten auf Distanz zu halten, wird niemand mehr dem Remis von Meuselwitz nachtrauern.

Wertung: 3,0

Beste Himmelblaue: Kunert, Sambou, Bachmann

Pressestimmen

Offizielle HP des ZFC
Nur ein Punkt in schwachen Spitzenspiel [..] Das war wirklich kein Leckerbissen. [..] Einen Sieger hatte diese hektische und nicht schön anzusehende Partie auch nicht verdient. Der ZFC legte den Respekt vor Chemnitz nie richtig ab und fand zudem auch nie zu seinem gefürchteten Passspiel. Die Himmelblauen ihrerseits beließen es auch bei einigen schön anzusehenden Ansätzen. [..] Positiv: Fast 3.000 Zuschauer &

MDR Online
Spitzenspiel bleibt ohne Sieger [..] In einer zerfahrenen Partie ohne viele Höhepunkte hatte der CFC die größeren Anteile. [..] Nach der Pause hätte Chemnitz alles klar machen können, aber De Napoli schoss aus sechs Metern über das Tor (66.).

Freie Presse Online
CFC verpasst den Sprung an die Spitze [..] "Ein Remis beim Tabellenvierten ist keine Schande. Aber wir hatten genug Chancen, um als Sieger den Platz zu verlassen", sagte CFC-Trainer Joachim Müller. [..]

Freie Presse Chemnitz
Nichts mit Tabellenspitze [..] Sauer zeigte sich CFC-Mannschaftskapitän Mike Baumann. Das bezog sich vor allem auf die zweiten 45 Minuten. "Irgendwie hatte ich das Gefühl, von da an haben wir das Fußballspielen eingestellt. Der Ausgleich war fast vorprogrammiert. Wir hatten uns, wie man sagt, das Zepter aus der Hand nehmen lassen." [..]

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