Saison 2006/2007
CFC / NOFV-Oberliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:0FSV Zwickau
FSV Zwickau
27. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2006/2007
Samstag, 12. Mai 2007, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.720
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Zwickau
T Klömich
A Reinhardt
A Troschke
A Becker
A Sieber
M Adamu
M SambouGelbe Karte (67. Wölfel)
M SchumannGelbe Karte
M De NapoliGelbe Karte (61. Schimmel)
S Schlosser (75. Sinaba)
S Kellig

Trainer: Vogel
1:0 Schlosser (39.)
2:0 Kellig (82.)

T Soukup
A Werner
A Trochocki
A TrehkopfGelbe Karte
A Kubik
M KöcherGelbe Karte (65. Strobel)
M Troche
M Jazwinski
M Moses
S Meyer (35. ArztGelbe Karte)
S Fuchsenthaler (75. Balg)

Trainer: Dietzsch
Spielbericht

Ein hoffnungsvoller Tag der Erinnerungen

Von Erik Büttner

Es war ein Spiel voller Erinnerungen, dieses 59. Derby zwischen dem Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau. In der Woche vor dem Spiel jährte sich zum 40. Mal der vorzeitige Gewinn der bisher leider einzigen Meisterschaft der Himmelblauen. Aus diesem Anlass hatte der CFC die komplette Meisterelf geladen und vor dem Anpfiff geehrt.
Und dann weckte diese Partie natürlich auch Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten auf der Fischerwiese an jenem denkwürdigen 8.Mai 1999. Chemnitz sicherte sich damals mit einem 4:0 den Staffelsieg, der schließlich mit dem Zweitligaaufstieg veredelt wurde. Und auch der Wettergott schien am Erinnern seinen Spaß zu haben. Wie 1999 schickte er pünktlich zum Anpfiff einen Regenschauer zur Fischwiese – anders wie vor 8 Jahren zeigte er aber zwischen einigen Regenattacken auch ab und an die Sonne. Als dann im aktuellen Derby Marcel Schlosser den Führungstreffer erzielte, da war die Erinnerungsszene nahezu perfekt. Auch anno ’99 fiel genau in jeder 39. Minute ein Tor, nur damals war es schon das 3.

Doch genug in Erinnerungen geschwelgt, die Realität hieß vor dem Duell der Westsachen für Chemnitz Oberliga und ein nahezu verspielter Wiederaufstieg. Um das letzte Hoffnungsglühen am Leben zu halten, musste ein Sieg gegen die abstiegsbedrohten aber seit 4 Spielen ungeschlagenen Zwickauer her. Doch vor der Partie meldeten sich Boris Tomoski und Christian Kunert mit Knieproblemen ab. Die hatte auch Patrick De Napoli, er konnte aber auflaufen. Dazu fielen mit Mike Baumann (Sperre) sowie Sascha Thönelt (Fußgelenkverletzung) beide Stamminnenverteidiger aus. Und so wurde Tobias Becker in die Innenverteidigung neben Danny Troschke versetzt, Julius Reinhardt aus der A-Jugend feierte seine Saisonpremiere und im Mittelfeld konnte sich Yakubu Adamu wieder einmal als „Staubsauger“ beweisen. Alle 3 bewältigten ihre Aufgaben bis auf Kleinigkeiten tadellos, was besonders bei Adamu und Reinhardt bemerkenswert ist.
Ungeachtet der personellen Schwierigkeiten legte der CFC los wieder Feuerwehr und zog Zwickau gleich den Zahn, dass für sie in diesem Spiel irgend etwas gehen würde. De Napoli (2.), Kellig (3.) und Schlosser (4.) verpassten es jedoch den Anfangsschwung mit einem Treffer zu vergolden. Und so konnte sich der FSV um die 20. Minute etwas aus dem „Chemnitzer Schwitzkasten“ befreien und durch Köcher ein erstes Mal gefährlich vorm insgesamt wenig beschäftigten Torhüter Sebastian Klömich auftauchen. Doch trotz nun befreiter spielender Zwickauer und etwas nachlässiger gewordener Chemnitzer gab der CFC weiter den Takt vor. Adamu (22.) und Kellig (24.) vergaben abermals. Doch dann ließ Kubik den Ball auf dem nassen Rasen unter der Sohle hindurchrutschen, Schlosser stand goldrichtig, um die Einladung anzunehmen und sich mit einem trockenen Schuss ins linke untere Eck zu bedanken (39.). 1:0 für Chemnitz und auf den Rängen herrschte feuchte, himmelblaue Glückseligkeit. Das 2:0 hätte die Halbzeitszenerie perfektionieren können, doch De Napoli gelang an diesem Tag nicht viel und so landete sein von Gerard Sambou aufgelegter Schuss reichlich neben, statt im leeren Tor.

Aus der Pause kam der FSV mit neuem Schwung. Und so musste Klömich gleich sein ganzes Können aufbieten um den Ex-Chemnitzer Sebastian Arzt am Ausgleich zu hindern. Doch die Himmelblauen bekamen die Lage recht schnell in den Griff. Zwar ließen sie Zwickau das Spiel machen, waren aber mit ihren Kontern gefährlicher als der FSV. Trotzdem musste die CFC-Defensive stets hellwach sein, denn auf dem regengetränktem Spielfeld rutscht eben auch schnell mal ein Ball durch...
Mitte der 2. Halbzeit ersetzte CFC-Trainer Vogel dann den schwachen De Napoli durch den A-Junioren Felix Schimmel (61.), den auch nicht überzeugenden Sambou durch Wölfel (67.) und schließlich noch Schlosser durch Bakary Sinaba (75.). Und der stand noch keine 60 Sekunden auf dem Platz, da kam er nach einer Ecke völlig frei durch den FSV-Strafraum gesegelt und hatte das 2:0 auf dem Kopf, doch der Ball strich über die Querlatte hinweg. Und so musste die CFC-Anhängerschaft noch weitere 6 Minuten etwas bangen, ehe wieder Sinaba zum Solo über die linke Seite ansetzte von der Grundlinie auf Kellig passte, der 3m vorm Tor nur noch den Fuß an den Ball halten musste (82.). Einige Zwickauer wollten bei diesem 2:0 eine Abseitsstellung ausgemacht haben, nicht so aber Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin. Der konnte jedoch die Begegnung nicht wieder anpfeifen, weil sich Teile der FSV-Mitgereisten dem Protest ihrer Spieler anschloss und dies mit in den CFC-Block fliegenden Knallern und Plastikflaschen untermauerten. Schieri Siebert schien die Partie zumindest unter- wenn nicht gar abzubrechen zu wollen. Doch die Lage auf den Rängen beruhigte sich nach Eingriff der Polizei wieder und so fand die Intervention der CFC-Verantwortlichen Gehör und die Partie wurde beendet. Und es blieb beim 2:0, auch wenn Klömich in der Schlussminute noch einmal Kopf und Kragen riskieren musste und die FSV-Angreifer letztendlich an ihrem Unvermögen scheiterten.

Das Einzigste was an Parallelen zu 1999 fehlte, war die Feier des Staffelsiegs. Der schien nach dem Abpfiff und dem verkündeten Sieg von Eilenburg (3:0 bei Jena II) in noch weitere Ferne zu rücken. Was aber keiner ahnen konnte, war, dass Spitzenreiter Cottbus II sein Spiel bei Dresden-Nord verlor (0:2) und damit Chemnitz’ Chancen wieder gestiegen sind. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der CFC seine restlichen Partien tadellos gestaltet. Das sollte möglich sein. Freilich ist die junge himmelblaue Elf keine, die ihre Gegner an die Wand spielen kann. Aber sie gewinnen (wieder) ihre Spiel und das war auch in der Aufstiegssaison so. Nichts desto trotz werden die finalen 3 Begegnungen kein Spaziergang werden und allen Einsatz der himmelblauen Akteure erfordern. Wenn das gelingt, werden wir vielleicht doch noch das schon verflossen geglaubte himmelblaue Sommermärchen erleben – Träumen ist erlaubt...

Wertung: 3 (Flottes Oberligaspiel mit ein paar Holpersteinen)

Beste Himmelblaue: Adamu, Reinhardt, Kellig

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