Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:1FC Viktoria 1889 Berlin
FC Viktoria 1889 Berlin
16. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Samstag, 10. November 2018, 13:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.588
Schiedsrichter: Rauschenberg (Eisenach)
Vorbericht

"Himmelblau" gegen "Hellblau" an der Gellertstraße beim Debüt des FC Viktoria

Von Timo Görner

in Chemnitz. Mit dem jungen Verein von 2013 aus der Hauptstadt stellt sich ein ambitionierter Club bei uns vor und will wie die Gegner zuvor unbedingt das erste Team sein, was gegen den Seriensieger Zählbares erreicht.

Werdegang des FC Viktoria 1889 Berlin:

Der Fanpage-Leser wird am ehesten etwas mit der Spielstätte anfangen können, das "Stadion Lichterfelde" im gleichnamigen Stadtbezirk wurde am 15.05.1999 von 400 gut gelaunten Himmelblauen bevölkert, die einen 2:0-Sieg des Staffelsiegers und späteren Zweitligaaufsteigers beim SD Croatia sahen, sich zeitweise mit einer hippeligen Polizei herumärgern mussten. Die Geschichte unseres Gegners beginnt streng genommen am 01.07.2013 mit der Fusion des BFC Viktoria 1889 aus der Oberliga und Lichterfelder FC Berlin 1892 e. V., ebenfalls Oberligist. Die zwei Sterne am Logo des Vereins erklären sich aus den deutschen Meistertiteln des BFC Viktoria 1889 anno 1908 und 1911. Mit dem Zusammenschluss sollte eine mindestens starke dritte Kraft in Berlin hinter Hertha BSC und Union geschaffen werden. Seit 2013 spielen die Hellblau-Weißen in der Regionalliga Nordost, belegten die Plätze 8 15 12 4 13. 2014 wurde der Berliner Landespokal gewonnen und damit die 1. Runde des DFB-Pokals 2014/2015 erreicht. Dort mit 0:2 gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt verloren. Der Tiefpunkt blieb Rang 15 in der gleichen Spielzeit in der damaligen 16er Staffel. Der keinen Abstieg durch die damalige Reform der 4. Ligen bedeutete. Im Mai 2018 ließ der Verein dann bundesweit aufhorchen und verkündete den Einstieg chinesischer Investoren aus Hongkong namens ASU, auch beteiligt beim französischen Erstligisten OGC Nizza.

Die letzte Saison unseres Gegners: 

Platz 13 war ein deutlicher Rückschritt zu Platz 4 zuvor. Zumal angesichts möglicher 4 oder 5 Absteiger der Abstand zur "roten Zone" gering war. 1 Spiel vor dem Ende konnte der Klassenerhalt als sicher angesehen werden. Der FCV laborierte die gesamte Saison an seiner Heimschwäche, nur Luckenwalde holte weniger im eigenen Stadion. Nach 6 Spielen sah es gut aus, die Südwestberliner hatten 9 Punkte eingefahren. Konnten 3x in Halberstadt (2:0), Leipzig (1:0) und gegen Hertha BSC II (4:1) im Ortsderby gewinnen. Verloren wurde lediglich beim BFC Dynamo (1:3). Nach 18 Spielen im Herbst 2017 waren ordentliche 27 Punkte erreicht, konnte mit 33:27 Toren vor allem offensiv als drittbester Angriff überzeugt werden. Im eigenen Stadion war der Saldo mit 3-1-3 im neutralen Bereich. Solide die Ausbeute als drittbester Gast mit 5 Siegen gegen 4 Niederlagen. In Nordhausen (2:1) und bei Lok Leipzig (1:0) wurden Achtungszeichen gesetzt, dazu kamen Erfolge in Neugersdorf und Meuselwitz. Schmerzlich das Aus in Runde 4 im Landespokal bei Oberligist SV Lichtenberg 47 (4:5 n. E.). Für das Frühjahr sollte ein Platz im vordersten einstelligen Bereich eingefahren werden, was nicht gelang. Die Tendenz negativ. Man rutschte auf Rang 13 ab. Auf Reisen ließen die Erfolge nach, lediglich in Luckenwalde (3:2) wurde noch mal gejubelt. Unter den Möglichkeiten das 0:3 bei Absteiger Neustrelitz, die Pleite im Ortsderby bei Altglienicke (1:2). Auch zu Hause klemmte die Säge, gegen Halberstadt (1:4) setzte es eine Klatsche. Hinzu kamen die verlorenen Begegnungen ohne Torerfolg gegen Nordhausen, Cottbus sowie die mageren Remis gegen Chemie Leipzig, Neugersdorf. Zu den 27 Zählern vor der Winterpause kamen 15 hinzu. Auswärts im Mittelfeld der Liga, verhagelten das Abschneiden auf eigenem Platz und die zu vielen Gegentore mit 54 das Endergebnis.

Delegierungen für diese Saison bislang: 

Es gab einen großen Umbruch mit 14 Ab und bemerkenswerten 21 Neuzugängen.

Nicht mehr dabei sind die beiden Torhüter des Vorjahres bei je 16 Einsätzen mit Dominik Kisiel (28/VfB Oldenburg) und Pascal Kühn (22/BAK). In der Abwehr verließen Chris Reher (22) und Patrick Brendel (30/4) den FCV Richtung BFC Dynamo. Im Mittelfeld beendete der Türke Ümit Ergirdi (36) seine Laufbahn, herausragend mit 11 Toren. Florian Riedel (28/VfB Lübeck) ging in die Nord-Staffel. Im Angriff zog es Tobias Hasse (22) nach Erfurt. Der Rest spielte keine oder keine wichtige Rolle.

Bei den Neuen finden sich mehrere bekannte Namen. Für das Tor kamen Routinier Stephan Flauder (32/Tennis Borussia) und Marek Große (24/Einheit Kamenz). In der Abwehr schloss sich unser kurzzeitiger Kicker Marcus Hoffmann (30) an, ebenso der Ex-Erfurter Christoph Menz (29) und Cimo Röcker (24/beide Fortuna Köln). Dazu wurden aus der Regionalliga Christian Hanne (28/Lok Leipzig), Andreas Scheidl (23/VfB Stuttgart II), Marco Schikora (23/Germania Egestorf/Langreder) geholt. Robin (19) und Jonas Techie-Menson (19) spielten in der A-Jugend des Halleschen FC. Patrick Wolfgang Kapp (21) kickte bis Juli beim FC Sochaux (Frankreich), stammt aus Hoffenheims Jugend. Im Mittelfeld heuerte der Deutsch-Albaner Jürgen Gjasula (32) an, bis Juli bei Zweitligist Fürth. Stationen zuvor Kaiserslautern, Duisburg, Freiburg. Aykut Soyak (23) war in Paderborn aktiv, Timur Gayret (19/Hertha Zehlendorf) in der Oberliga. Pascal Maiwald (19), der US-Amerikaner Benyas Solomon Junge-Abiol (19) und Mc Moordy Hüther (19) wurden aus der A-Jugend hochgezogen. Rudolf Ndualu (19) kam aus Bielefelds A-Jugend. Der zweite "Königstransfer" neben Gjasula findet sich im Angriff mit dem Kroaten Petar Sliskovic (27) aus Halle, dort mit Knieproblemen lange außer Gefecht. Rafael Brand (23/BFC Dynamo) und Boris Hass (21/Tennis Borussia) blieben in der Hauptstadt. Der Deutsch-Ghanae Nick Scharkowski (26/SC Viktoria) empfahl sich mit sagenhaften 36 Toren und 12 Vorlagen in der Oberliga Hamburg. Mit Menz, Hoffmann, Gjasula, Sliskovic, Röcker, Soyak wurden mehrere Akteure aus höheren Ligen verpflichtet.

Der Trainer: 

Jörg Goslar (54) übernahm die Mannschaft zu Beginn der Saison von Thomas Herbst (56), der 1 Jahr amtierte. 1997 begann die Trainerlaufbahn bei den Sportfreunden Ricklingen mit der A-Jugend, weiter ging es über Hannover 96 II, BV Cloppenburg, OSV Hannover im Juli 2011 zu Wacker Nordhausen. Dort Anfang September 2015 beurlaubt. Es folgten kurze Engagements beim Berliner AK 07, erneut BV Cloppenburg. Goslar gilt als streitbar, zuweilen dünnhäutig wie in Auerbach. Er ist der 9. Trainer seit der Fusion 2013. Am längsten durfte der heutige Coach des Berliner AK, Ersan Parlatan, vom 16.10.2015 bis 09.06.2017 amtieren.

Die Mannschaft: 

Die klare Nr. 1 im Tor ist Stephan Flauder (32) vor Marek Große (24), der zweimal im Landespokal ran durfte. In der Abwehr fehlt noch das echte Gerüst, die einzige Konstante ist in der Innenverteidigung Marcus Hoffmann (31). Auf den anderen Stellen gab es des Öfteren Wechselspiele und Umbesetzungen. Christoph Menz (30) wurde zuletzt neben Hoffmann aufgeboten, zuvor im defensiven Mittelfeld als "6er". Christian Hanne (29) begann als Stammkader neben Hoffmann, fällt seit Spieltag 5 verletzungsbedingt aus. Auf Rechts hatte Marco Schikora (24) immer mal die besten Karten, aber auch auf Links. Cimo Röcker (24) durfte auch schon als Manndecker ran, zuletzt auf der linken Seite im Kader wie auch der Ghanae Kwabe Schulz (20). Goslar bevorzugt eigentlich das 4-2-3-1, gegen Halberstadt wurde im 3-5-2 begonnen. Die Dreierkette hieß Kapp - Hoffmann Schikora. Kapp kam erst vor 2 Wochen. Auch im Mittelfeld hat sich noch kein Kern gebildet. Pascal Maiwald (19) als "Eigengewächs" spielte mehrmals den defensiven Part. Zuletzt auch Menz wieder. Auf der linken Außenbahn wurde es mit Timur Gayret (20) versucht, in der offensiven Zentrale ist Routinier Jürgen Gjasula Hoffnungsträger neben Aykut Soyak (23/2) mit 3 Vorlagen und Daniel Kaiser (28). Auf Rechts wäre Rafael Brand (24/2) zu nennen. Im Angriff gelten Petar Sliskovic und Nick Scharkowski als die festen Größen. Scharkowski kommt auf 4 Treffer, wartet seit fast 2 Monaten auf einen weiteren Torerfolg. Sliskovic toppt es mit 7 "Buden", erzielt in den ersten 6 Begegnungen innerhalb von 4 Partien mit einem "Dreierpack" gegen Altglienicke. Letzter Erfolg am 22.09. 27 Spieler sind das drittgrößte Aufgebot, 24,0 Jahre im Schnitt ein relativ junges, in der Akteure wie Gayret, Schulz, Maiwald zu wichtigen Leuten gehören neben den "alten Hasen" Hoffmann, Flauder, Gjasula und Sliskovic.

Die Bilanz gegen den FC Viktoria 1889 Berlin:

Steht bei 0 Spielen.

Die aktuelle Saison bislang:

Sieht die Berliner derzeit auf Platz 6 und "jenseits von Gut und Böse". Nach unten sind es 5 Punkte und 9 Plätze auf Rang 16 als ersten potentiellen Abstiegsplatz im dichten Mittelfeld. Nach oben geht momentan auch kaum etwas, selbst Platz 2 mit dem Lokalrivalen BAK ist stattliche 12 Punkte entfernt. Der Start ging daneben, in Bautzen (0:2) wurde verloren. Stark die Reaktion im ersten Heimspiel beim 4:1 gegen den damals vermeintlichen Mitfavoriten aus Leipzig. Auch in Rathenow (3:2) konnten 3 Punkte eingefahren werden. Die erhoffte Konstanz in den Ergebnissen blieb bis heute aber aus, mehr als 3 Spiele in Folge blieben die Hellblau-Weißen bislang nicht unbesiegt. Im eigenen Stadion stolperten die Hauptstädter überraschend gegen Aufsteiger Bischofswerda und Drittligaabsteiger Erfurt mit 0:1. Beim 3:3 gegen Altglienicke sorgte Benjamin Förster in der Nachspielzeit noch für den Ausgleich der VSG. 2 weitere Siege ohne Gegentor wurden gegen Neugersdorf (2:0) und Babelsberg (1:0) verbucht, am letzten Wochenende Halberstadt mit 4:0 nach Hause geschickt. Zuvor konnte in 7 Spielen nur 1x gewonnen werden, war offensiv mit 2:3 Toren Sand im Getriebe. Auf Reisen hieß es 2:4 bei Hertha BSC II und 2:0 in Meuselwitz. Im Landespokal steht am 18.11.2018 die 4. Hauptrunde beim FSV Berolina Stralau aus der sechstklassigen Berlin-Liga an. Danach das Ortsderby gegen den Berliner AK als einen der beiden Konkurrenten im Kampf um den Platz hinter Hertha und Union. Zu Hause konnte sich gegenüber der Vorsaison gesteigert werden, ist man oben mit dabei (4.). Kann bei 14:6 Toren die Defensive überzeugen. Auf Reisen sieht es fast genau entgegengesetzt aus, als Verlierer ging Viktoria noch in Fürstenwalde und Auerbach (0:1) vom Platz. 22:17 Tore sind offensiv wie defensiv recht gut, nur 4 hier jeweils besser.

Das Krankenlager/Strafbank/Parteistrafen:

In der Abwehr fallen derzeit die Neuzugänge Christian Hanne und Cimo Röcker verletzungsbedingt aus.

Prognose: 

Zumindest für diese Saison sollte der angestrebte erste Schritt nach oben nur noch realistisch sein, wenn der CFC auf anderer Ebene scheitern sollte. Von Platz 2 bis 6 scheint alles möglich, sofern ein Neuzugang wie Gjasula voll einschlägt und ein Sliskovic von Verletzungen und weiteren Sperren verschont bleibt.

Das Umfeld:

Der FC Viktoria steht in Konkurrenz um die Nr. 3 in Berlin hinter Hertha und Union gegen den BAK und den BFC Dynamo wie auch im Schatten der beiden Großen aus Charlottenburg und Köpenick. Das Zuschauerinteresse ist wie bei den anderen beiden Vereinen mäßig, begeistern sich im Schnitt 584 für die Heimspiele im "Stadion Lichterfelde" am Ostpreußendamm im Ortsteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Letzte Saison waren es 469. Den besten Zuspruch registrierten die Verantwortlichen im vorletzten Heimspiel gegen Erfurt (1.023) und zum Heimauftakt gegen Lok Leipzig (914). Den Tiefpunkt des Interesses bildete die letzte Begegnung gegen Halberstadt mit 307 nach zuvor nur 1 Sieg in 7 Begegnungen. Am Samstag dürfte sich eine kleine Abordnung auf den Weg machen. Die Ambitionen und Entwicklungen seit Ende Mai 2018 sind bekannt, die "Advantage Sports Union" Hongkong verkündete den Einstieg. Kopf des Unternehmens ist Alex Zheng (50), milliardenschwerer Hotelier der "Plateno Group". Pikant, die ASU ist auch mit 80% am französischen Erstligisten OGC Nizza beteiligt und verdiente dort zuletzt mit 33,70 Mio durch eine positive Transferbilanz mit, u. a. durch den Verkauf von Alassane Plea nach Mönchengladbach. So lohnten sich die Investitionen zumindest durch Spielerwechsel, wenn es schon an Titeln nichts zu gewinnen gab. Ob sich dies hier auch so entwickelt, bleibt abzuwarten. Die Gründe für den Einstieg werden nicht nach außen getragen, denkbar, dass Berlin für die Pläne der Gruppe ein wichtiger Standort ist. Im August wird ein Hotel der Firmengruppe in Berlin-Schönefeld eröffnet. Mit 1.600 Mitgliedern in den 65 Teams stellen die Berliner die größte Fußballabteilung in Deutschland. Dem Club steht Christoph Schulte-Kaubrügger vor, Fachanwalt für Insolvenz und Sanierungsrecht vor. Ironisch gesehen gibt es damit am Samstag ein "Duell der Insolvenzverwalter".

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich
Chemnitzer FC FC Viktoria 1889 Berlin
1Tabellenposition6
45
15
3,0
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
21
15
1,4
15 (100,0%)
0 (0,0%)
Siege
Niederlagen
6 (40,0%)
6 (40,0%)
43 : 10
2,9 : 0,7
Tore
Tore pro Spiel
22 : 17
1,5 : 1,1
5:0 gegen ZFC Meuselwitz (A)Höchster Sieg4:0 gegen VfB Germania Halberstadt (H)
Höchste Niederlage2:4 gegen Hertha BSC Berlin II (A)
s-S-s-S-sDie letzten SpieleS-u-N-n-S
15 Siege in Folge
15 Spiele in Folge ungeschlagen
2 Spiele in Folge ohne Gegentreffer
Aktuelle Serienkeine
Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele00000:0
Heimspiele00000:0
Auswärtsspiele00000:0
Ligaspiele00000:0
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Die Webseiten des Gegners

http://www.viktoria-berlin.de/ - Die offizielle Vereinsseiten