Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
Berliner AK 07
Berliner AK 072:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
25. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Sonntag, 17. März 2019, 13:30 Uhr
Poststadion, Berlin
Zuschauer: 1.127
Schiedsrichter: Unger (Halle)
Vorbericht

Spiel 3 der "Berliner Woche"

Von Timo Görner

die bislang sehr ernüchternd läuft, auch sportlich. Und wieder steht das Spiel gegen den Berliner AK unter besonderen Vorzeichen. Dank der geradezu sprachlos machenden Gedankenlosigkeit diverser Verantwortungsträger auf himmelblauer Seite, welche auch den Autor hier immer noch fassungslos hält.

Die aktuelle Saison unseres Gegners:

Der BAK mischt wie schon 2015/2016 an der Spitze mit, im Unterschied zu damals aber vermutlich ohne Belang. Im Frühjahr 2016 lieferte man sich ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem heutigen Drittligisten Zwickau quasi bis zur letzten Minute, hatte auch die Lizenz für Liga 3 beantragt. Später mit Auflagen und Bedingungen erhalten. Diesmal ist der Spitzenreiter enteilt und haben die Rot-Weißen wohl auf die Erteilung der Spielberechtigung eine Etage höher verzichtet. Noch Dezember 2018 gaben sich die Berliner optimistisch, peilten die 3. Liga an. Man sah den CFC mehr oder weniger als ungefährdet an. Der Start in eine starke Saison ambivalent, dem 1:0 in Fürstenwalde folgte die kalte Dusche im eigenen Stadion gegen Babelsberg (0:5). Als es an Spieltag 8 zum Hinspiel kam, war dies ein Spitzenspiel mit dem Tabellenführer gegen den Dritten. Der BAK ging mit 16 Punkten in die Partie, 5 weniger als unsere Farben. Gegen Bischofswerda (1:1) gab es einen ärgerlichen Patzer, dafür konnten Erfurt (1:0) und Halberstadt (3:0) im "Post-Stadion" besiegt werden. Gelang in Auerbach beim 3:2 wie 2016 ein wertvoller Dreier in der Fremde, wurde das Lokalderby beim BFC eindrucksvoll (3:0) "gezogen". In Chemnitz verloren die West-Berliner dann insgesamt verdient und enteilte der CFC. Bis zur Winterpause konnte der Abstand nicht entscheidend verringert werden, auch nicht als die Bergner-Truppe gegen Viktoria und Bischofswerda stolperte. Der BAK vergeigte eben auch gegen den ambitionierten FCV (0:2) am Ostpreußendamm. Holte lediglich 3 Punkte auf mit dem Dreier gegen Meuselwitz (3:1). Zuvor ließ man noch mal in Nordhausen (5:1) aufhorchen. Warf Wacker endgültig aus dem Rennen. Allgemein konnte auch auswärts überzeugt werden, dafür sprachen weitere Siege in Neugersdorf (4:0), Bischofswerda (3:0), im "Jahn-Sportpark" gegen Ortsrivale VSG (2:0). Im Rennen um Platz 2 mussten hingegen gegen Hertha BSC II (0:2) die Punkte abgegeben werden. Zur Winterpause lagen 12 Zähler und 18 Tore auf Himmelblau. Knackpunkt die Schere zwischen Heim und Auswärts. War man auswärts zweitbestes Team mit 22 Punkten aus 10 Spielen bei 7 Siegen und nur 2 Niederlagen, ordnete sich unser Gegner vor dem Heimpublikum auf Rang 8 ein. Erzielte mit 16 deutlich weniger Treffer als auf Reisen mit 23. Und schaffte es zum Abschluss 2018, ein 4:1 gegen Fürstenwalde (4:4) aus der Hand zu geben. Auf personelles Nachlegen in der Winterpause für eine vielversprechende Aufholjagd zum CFC wurde verzichtet, der Kader verkleinert. Es läuft weiter gut, im Punktekampf zumindest mit den Heimsiegen gegen den BFC (1:0) und Auerbach (2:0) sowie Punktgewinnen in Erfurt und zuletzt Babelsberg. In Thüringen beim 2:2 sah es durchaus auch nach einem Sieg aus. Dafür strich man im Landespokal Viertelfinale überraschend die Segel, zog gegen Ligarivale Altglienicke beim 1:4 den Kürzeren.

Delegierungen seit dem Hinspiel:

Es gab 3 Abgänge, 1 kam neu hinzu.

Abwehrspieler Enes Aydin (22) zog es zu Oberligist Tennis Borussia Berlin wie auch im Mittelfeld Kerem Bülbül (24). Im Angriff ist der US-Amerikaner Devann Yao (28) nicht mehr dabei, kickt in Luxemburg bei Erstligist FC Victoria Rosport. Alle 3 spielten in der Herbstrunde vor dem Wechsel kaum eine Rolle. Einziger und nicht mal "richtiger Neuzugang" seit dem 1:3 in Chemnitz war der Türke Orhan Yildirim (25/Mittelfeld), bis Ende der vergangenen Saison beim BAK und dann ohne Verein. Er kam in der Winterpause zurück. In der vergangenen Spielzeit feste Größe mit 28 Einsätzen bei 4 Toren und 3 Vorlagen.

Der Trainer:

Ersan Parlatan (41) hat auch im Rückspiel das Sagen und wohl auch weiter das Vertrauen der Vereinsführung aufgrund des sehr guten sportlichen Abschneidens. Sein Vertrag läuft auch noch bis zum Ende der kommenden Saison. Als sein Co-Trainer fungiert der Deutsch-Libanese Munier Raychouni (32), zuvor Jugendtrainer beim Charlottenburger FC Hertha 06.

Das Kollektiv:

Im Tor hat Pascal Kühn (22) die Nase vorn gegen Daniel Bittner (28), der 2x in der Herbstrunde im Kasten stand. Die Abwehr sieht in der Innenverteidigung Jan Koch (23) und Leander Siemann (23) mit den meisten Berufungen. Auf Links hat sich Marcus Mlynikowski (26) etabliert. Auf Rechts konnte sich Oliver Hofmann (26) zumeist das Vertrauen der Trainer sichern. Eben in der Hintermannschaft wurde zuletzt immer mal personell verändert, in Babelsberg begannen die Rot-Weißen mit der Formation: Siemann - Kauter - J. Koch - Akyörük. Der US-Amerikaner Shawn Kauter (22) ist gelernter "6er", rückt aber auch mal eine Linie nach hinten. Marvin Kleihs (24) begann auf der Hoffmann-Position ganz gut, spielt mittlerweile kaum noch eine Rolle. Im defensiven Mittelfeld ist Kapitän Tunay Deniz (25) zu Hause und eine absolute feste Größe mit starken 9 Toren und 5 Vorlagen. Dazu kommt Tim Oschmann (24). Das offensive Mittelfeld bedient vor allem Seref Özcan (22), ebenfalls torgefährlich mit 7 eigenen Treffern und 5 Vorlagen. Zuletzt der "Matchwinner" gegen Auerbach mit Tor und als Vorbereiter zum 2:0. Ömer Akyörük (25/3) ist noch zu nennen. Für die Zentrale war ab Mitte des Herbstes 2018 auch Tolcay Cigerci (24/4) eine Option. Konstantin Möllering (28) kämpft noch um seinen Durchbruch, ist zumeist Einwechselspieler. Ebenso wie der Albaner Fatlum Elezi (20). Mit Abu Bakarr Kargbo (26) aus Sierra Leone hat man einen der Topstürmer dieser Spielklasse in seinen Reihen, der bei 10 Treffern steht, zudem 7x als Vorlagengeber glänzte. Deniz, Özcan und er kommen damit auf sehr stattliche 26 Treffer, erzielten damit über die Hälfte der 44 BAK-Tore. Dahinter kommen mit Abstand Ömer Akyörük (25), Daoud Iraqi (19) und Tahsin Cakmak (21) die auf ihr erstes Erfolgserlebnis warten. Keine bekannten Name im Team, aber teilweise herausragend in dieser Regionalliga. Platz 2 ist kein Zufall.

Das Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Florijon Belegu (25) zog sich Anfang August einen Wadenbeinbruch zu, der Kosovare befindet sich seit Mitte Februar 2019 im Aufbautraining. Marvin Kleihs (24) fehlt seit knapp 4 Wochen wegen Krankheit. Youssef Sakran (20) ebenfalls. Alle 3 Personalien betreffen die Abwehr.

Die Einkaufsbilanz:

20 Neuzugänge gab es bislang. Von denen konnten sich Pascal Kühn (FC Viktoria Berlin), Marcus Mlynikowski, Jan Koch (beide CFC), Leander Siemann (1. FC Köln II), Tim Oschmann (Halberstadt), Shawn Kauter (Hertha BSC II), Tolcay Cigerci meist oder dauerhaft einen Stammplatz erkämpfen. Akteure wie Konstantin Möllering (SV Rödinghausen), Tahsin Cakmak (Hertha BSC II) sind durchaus dran, sich als feste Größen zu etablieren. Mehr hatte man sich sicher von Devann Yao (SV Meppen) versprochen der den Verein mittlerweile wieder verlassen hat. Ebenso von Marvin Kleihs (Würzburg).

Gewinner der Saison bislang:

Jan Koch bekam beim CFC wenig Einsätze, ist beim BAK eine feste Größe.

Prognose:

Noch vor wenigen Tagen hätte ich maximal Platz 2 vorausgesagt.

Bilanz gegen den Berliner AK 07:

Bislang gab es nur das Hinspiel. Auch das Rückspiel wird wohl unter besonderen Vorzeichen stehen.

Das Umfeld:

Noch Mitte Januar 2019 gaben sich die Verantwortlichen optimistisch, kommende Saison 3. Liga zu spielen. Die Lizenz wollte man damals nach eigenen Aussagen auf alle Fälle beantragen, die neue Liga im "Post-Stadion" umsetzen. Vor wenigen Tagen dann der vermeintliche Rückzug aufgrund des Rückstandes und der vorgeblichen Gewissheit, dass der CFC wirtschaftlich nicht stolpern würde. Im Hintergrund könnten aber, wenn dem wirklich so ist, auch andere Beweggründe eine Rolle gespielt haben. Der Zuspruch auf den Rängen trotz des starken sportlichen Abschneidens ist weiter überschaubar wie auch bei den anderen Berliner Clubs dieser Liga. 433 Zuschauer wurden im Schnitt begrüßt, weniger können nur Rathenow, Neugersdorf und Altglienicke aufweisen. Fast exakt zum Vorjahr mit 431. Das letzte Heimspiel gegen Auerbach wollten nur 117 Fußballfreunde sehen, auch das Lokalderby gegen den BFC Dynamo brachte mit 874 weniger als erhofft. Der BAK bleibt momentan wie die Ortsrivalen vom BFC, Viktoria und Altglienicke der kleine Stadtteilverein mit einem kleinen Publikum ohne die Ausstrahlung zumindest in größeren Teilen der Stadt wie Union oder insgesamt plus Umland wie Hertha BSC. Fußball unterhalb der 2. Bundesliga bleibt in der Hauptstadt für die Vereine abgesehen von Union ein schwieriges Unterfangen, wirtschaftliche Entwicklung nach oben bleibt nur mit Investoren oder Mäzenen möglich. Eine Ausgliederung der Lizenzspieler stand mal im Raum, dazu eine Fusion mit dem Club Italia von Weltmeister Thomas "Icke" Häßler.

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich
Berliner AK 07 Chemnitzer FC
2Tabellenposition1
48
24
2,0
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
58
23
2,5
14 (58,3%)
4 (16,7%)
Siege
Niederlagen
19 (82,6%)
3 (13,0%)
45 : 25
1,9 : 1,0
Tore
Tore pro Spiel
59 : 21
2,6 : 0,9
5:1 gegen FSV Wacker Nordhausen (A)Höchster Sieg5:0 gegen ZFC Meuselwitz (A)
0:5 gegen SV Babelsberg 03 (H)Höchste Niederlage1:2 gegen Bischofswerdaer FV 08 (A), BFC Dynamo (A)
S-u-S-u-uDie letzten SpieleS-S-U-n-s
2 Remis in Folge
7 Spiele in Folge ungeschlagen
2 Spiele in Folge ohne Sieg
Aktuelle Serienkeine
Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele11003:1
Heimspiele11003:1
Auswärtsspiele00000:0
Ligaspiele11003:1
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

2018/2019Regionalliga Nordost8. SpieltagChemnitzer FC - Berliner AK 073:1 (2:0)

Die Webseiten des Gegners

http://www.bak07.de/ - Die offizielle Vereinsseiten