Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
FC Viktoria 1889 Berlin
FC Viktoria 1889 Berlin4:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
33. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Sonntag, 12. Mai 2019, 13:30 Uhr
Stadion Lichterfelde, Berlin
Zuschauer: 828
Schiedsrichter: Ostrin (Eisenach)
Vorbericht

Duplizität der Ereignisse nach 20 Jahren am Ostpreußendamm …

Von Timo Görner

… im Stadtbezirk Lichterfelde im Südwesten der Stadt. In der Saison 1998/1999 bestritt der CFC am 15.05.1999 sein letztes Auswärtsspiel an gleicher Stelle. Damals bei Croatia Berlin, die nach dem 0:2 abstiegen, mittlerweile in der 6. Liga. Auch damals reiste man als Staffelsieger an, aber noch nicht als feststehender Aufsteiger. Weil noch die Relegation gegen Osnabrück anstand.

Die aktuelle Saison unseres Gegners:

2 Spieltage vor Ende kann zumindest der Klassenerhalt vermeldet werden, trotz -9 Punkte aufgrund der Insolvenz Mitte Dezember 2018, wenige Tage nach Ende der Herbstrunde, die man als 6. mit 31 Punkten beendet hatte. Urplötzlich fanden sich die Berliner im Abstiegskampf mit 8 weiteren Teams, zwar noch als 8. aber mit nur 3 Punkten auf den 17. Dazu kamen Abgänge, teils Leistungsträger mit Menz, Gjasula, Sliskovic. Ziel jetzt der Klassenverbleib, wirtschaftliche Rettung und Gewinn des Landespokals für Runde 1 im DFB-Pokal 2019/2020. Bei allen Baustellen sieht es gut aus. Bis zur Winterpause war die Heimbilanz der Trumpf, konnten 6 der 10 Spiele am Ostpreußendamm gewonnen werden. Nur die gegen Erfurt und Aufsteiger Bischofswerda (0:1) gingen verloren. Bei 17:6 Toren konnte zudem nur Bautzen weniger Gegentore vermelden. Überzeugend vor allem das 4:1 gegen Lok Leipzig neben dem 2:0 gegen den Zweiten BAK wie auch das 4:0 gegen Halberstadt. Auswärts beendete die Goslar-Truppe die Siegesserie des CFC an der Gellertstraße, wurden Punkte auch beim wieder erstarkten FCL (0:0), in Rathenow (3:2), Meuselwitz (2:0) eingefahren. Unter den Möglichkeiten die Pleiten in Fürstenwalde, Auerbach (0:1). Bei 20 Punkten zum CFC war der Staffelsieg obsolet, aber Platz 2 mit 8 Punkten machbar mit starker Rückrunde. Umso enttäuschender der Rückzug des Investors. 2019 spielt die Mannschaft eine für die Möglichkeiten passable Serie mit 18 Punkten aus 13 Spielen. Ohne Minus 9 wäre es derzeit weiter Platz 6. Die ersten 5 Duelle gingen ohne Niederlage über die Bühne, beginnend mit dem Derbyheimsieg gegen Hertha II (1:0), denen 2 Heimdreier gegen Rathenow und Meuselwitz folgten. Seitdem ist Sand im Getriebe, wurden bis heute 8 Zähler aus 9 Partien geholt. Nur 1 Sieg gegen müde Auerbacher (4:0) eingefahren. Auswärts gab es Licht in Erfurt (2:2), Babelsberg, Halberstadt (1:1). Schatten in Nordhausen (1:4), Bischofswerda (1:2). Enorm wichtig der Sieg beim BFC Dynamo (2:1 n.V.) im Halbfinale des Pokals. Am 25.05.2019 geht es im Finale gegen Tennis Borussia Berlin im "Jahn-Sportpark". Der CFC gastiert am Sonntag bei der viertbesten Heimmannschaft mit nur 1 Niederlage in 2019 –der Pokal-Revanche gegen die Weinroten (1:2) 4 Tage nach dem Semifinale- denen 10 Siege gegenüber stehen. Dazu stellen die Berliner bei 29:11 Treffern die beste Defensive im eigenen Stadion. 8x "stand die Null“. Auswärts sind 10 Gemeinschaften besser, wurden 17:23 Tore verbucht bei zusammen 46:34. Heißt Offensiv = 10. und Defensiv = 3.

Delegierungen seit dem Hinspiel:

Es gab einige Veränderungen in der Winterpause durch die bekannten Umstände. 8 haben den FCV verlassen, dafür gab es 2 Neue von denen einer erstmal wieder weg ist. Dazu wurde vor wenigen Tagen für Außenstehende und teils auch im Umfeld überraschend der Trainer beurlaubt.

In der Abwehr verließen Christoph Menz (30/Braunschweig), Thomas Konrad (29/Osnabrück), Andreas Scheidl (24/Burghausen) und Jonas Techie-Menson (19/Rathenow) die Berliner. Bis auf Menz spielten sie keine wichtige Rolle. Für den Ex-Erfurter damit der Wechsel 5 in 6 Jahren mit den Stationen Union Berlin, Dresden, Erfurt, Fortuna Köln, Viktoria. Bei den Niedersachsen bislang keine feste Größe. Im Mittelfeld nahmen der Türke Eren Basaran (20/CFC Hertha 06) und der Albaner Jürgen Gjasula (33/Cottbus) Abschied. Barasan kam nicht zum Einsatz, Gjasula mit 1 Tor und 2 Vorlagen in 9 Spielen war Ende September 2018 gekommen. Bei Energie in Liga 3 Eckpfeiler. Im Sturm zog der Kroate Petar Sliskovic (28/Aalen) ebenfalls weiter in Liga 3. Konnte den Abstieg trotz 5 Treffern nicht verhindern. Abgang Nr. 8 ist keiner. Ex-CFC-Diva Okan Aydin (24) heuerte zuvor Anfang Februar 2019 an, wurde nach 2 Tagen an den österreichischen Zweitligisten SK Austria Klagenfurt bis Ende der Saison ausgeliehen.

Einziger "echter Neuzugang" deshalb Timo Gebhart (30/Mittelfeld), bis Ende 2017/2018 beim Drittligaaufsteiger 1860 München. 2007 die Berufung in den Profikader der "Löwen" aus der A-Jugend. Danach ging es nach Nürnberg, Stuttgart, nach Rumänen zu Spitzenclub Steaua Bukarest, Rostock und 2017 zurück zu 1860. 81 Spiele in der 1. Bundesliga für den FCN und VfB stehen in der Bilanz (6 Tore). Dazu 43x in der 2. Bundesliga für 60 und den Club aus Franken. Bei den "Sternen" in Bukarest spielte er keine Rolle, verließ diese 2016 auch nach etwas mehr als 7 Monaten wieder.

Dazu kam am 30.04.2019 die nicht unbedingt erwartete Beurlaubung von Cheftrainer Jörg Goslar (55). Zumindest sportlich gab es wenig Argumente mit dem vorzeitigen Klassenerhalt trotz 9-Punkte-Abzugs aufgrund der Insolvenz und des Einzugs in das Berliner Landespokalfinale. Die Ursachen waren wohl "atmosphärische Störungen", zu Saisonende war die Zusammenarbeit bereits für beendet erklärt worden.

Der Trainer:

Aktuell gibt es eine Interimslösung mit dem vorherigen Co-Trainer in Person des Serben Alexander Arsovic (37). Erste und bislang einzige Stationen im Herrenbereich war Oberligist FC Hertha 03 Zehlendorf bis Ende April 2018. Als Spieler verließ der gebürtige Berliner 2000 die Nachwuchsabteilung von Hertha BSC Richtung Roter Stern Belgrad, weitere Vereine in Deutschland waren Babelsberg, Cottbus und vor allem unterklassige Clubs der Hauptstadt. Für den Durchbruch oben reichte es nicht. 2015 das Ende als Spieler bei Sechstligist Oranienburger FC Eintracht.

Das Kollektiv:

Im Tor ist Stephan Flauder (32) klare Nr. 1 und Kapitän. 1x durch Marek Große (25) vertreten. Für einen Torwart seltener Grund: Sperre wegen der 5. Gelben. Aktuelle Nr. 2 ist der Grieche Antonis Efthymakis (21) statt Große. Ebenfalls nach der Insolvenz geblieben ist in der Abwehrzentrale Marcus Hoffmann (31), der Vize-Kapitän. Etatmäßig gesetzt hier zu Beginn Christian Hanne (29), aktuell nicht einsatzfähig. So wurden hier mehrere eingesetzt wie Patrick Wolfgang Kapp (21), Tobias Gunte (22) und Cimo Röcker (25). Auf der rechten Abwehrseite versuchten sich in erster Linie Marco Schikora (25) und der US-Amerikaner Benyas Solomon Junge-Abiol (19). Auf Links wiederum wurde es vor allem mit Kwabe Schulz (20) und Röcker angegangen. Auf beiden Außen fehlt der Eckpfeiler. In Halberstadt hieß die Viererkette: Kapp - M. Hoffmann - Gunte – Schikora. Bei den 6ern muss seit Ende Februar 2019 auf Pascal Maiwald (19) verzichtet werden. Christoph Menz (30) als feste Größe ging nach ½ Jahr. Der junge Mc Moordy Hüther (19) kam seit März zu 7 Berufungen in die Stammformation, zusammen jetzt 8. Der Türke Ugurcan Yilmaz (24) wäre noch zu nennen, in Halberstadt von Beginn an dabei mit 3 Vorlagen. Für den offensiven Teil setzte Goslar auf 3 hinter der 1 Spitze. Für die Zentrale konnte sich Daniel Kaiser (28/1) die meisten Einsätze erarbeiten. Auf Links Timur Gayret (20/4). Winter-Neuzugang und Hoffnungsträger Timo Gebhart (30) fungiert als "Allzweckwaffe ". Effektiv mit 2 Toren und 2 Vorlagen in 9 Spielen, nicht immer gesetzt. Hauptkonkurrent hier Aykut Soyak (24/4), an 8 Treffern beteiligt. Auf Rechts erhielt Rafael Brand (24) öfters das Vertrauen, aber auch kein Fixspieler. Rudolf Ndualu (19) ist Ergänzungsspieler. Im Angriff liegt der CFC mit Frahn, Bozic eindeutig vorn. Nick Scharkowski (27) ist der Beste mit 6 Toren in 26 Spielen. Der Türke Batikan Yilmaz (19) steht bei 2. Boris Hass (22) ist noch ohne diese. Durch die Wechsel im Winter ist der Kader auf 23 Spieler verkleinert. 24,1 Jahre im Schnitt sind eines der jüngeren Aufgebote.

Das Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Ersatzkeeper Marek Große (25) zog sich Ende März 2019 einen Kreuzbandriss zu, fällt noch auf unbestimmte Zeit aus. Innenverteidiger Christian Hanne (29) fehlt seit August 2018, Grund: Syndesmosebandriss. In den ersten 5 Spielen jeweils im Stammkader. Im defensiven Mittelfeld muss Pascal Maiwald (19) seit Ende Februar 2019 pausieren, gleiche Ursache wie Große. Stand zuvor immerhin 12x in der Anfangself. Bitter für ihn, aus dem eigenen Nachwuchs diese Saison in die 1. Mannschaft befördert, war er sehr gut im Rennen um die Etablierung.

Die Einkaufsbilanz:

24 Neue waren bis zur Winterpause verpflichtet worden, 2 in der Pause zwischen den Jahren. Von den 24 konnten sich Stephan Flauder (TeBe Berlin), Marcus Hoffmann (CFC), Christoph Menz und Cimo Röcker (Fortuna Köln), Marco Schikora (1.FC Germania Egestorf/Langreder), bis zur Verletzung nach erst 5 Spielen Christian Hanne (1. FC Lok Leipzig), Jürgen Gjasula, Aykut Soyak (SC Paderborn 07), Timur Gayret (Hertha 03 Zehlendorf), Nick Scharkowski (SC Viktoria Hamburg), Rafael Brand (BFC Dynamo), Petar Sliskovic (Hallescher FC) durchgängig oder über weite Strecken der Saison durchsetzen. Erfreulich, dass mit Pascal Maiwald und Mc Moordy Hüther zwei interne Wechsel aus der eigenen A-Jugend eine gute Spielzeit absolvieren, mehrmals in der Anfangsformation standen. Fazit: recht ordentlich.

Gewinner der Saison bislang:

Sind wohl junge Akteure wie Maiwald, Hüther, Gayret, welche sich einige Einsätze erarbeiten konnten. Nick Scharkowski kam aus der Oberliga, schaffte den Sprung in die 4. Liga.

Prognose:

Der Klassenerhalt ist Stand jetzt bei 1 Absteiger aus der 3. Liga im Nordosten mit 13 Punkten zum 17. bereits sicher. Selbst wenn Jena und Cottbus "runtergehen sollten" kann nichts mehr anbrennen. Maximal Rang 7 wäre noch zu erreichen mit 2 Siegen in den kommenden Spielen. Spannender bleibt das Landpokalfinale gegen den starken Oberligisten von Tennis Borussia, der aber mit seiner sowieso eher kleinen Fanszene aktuell heillos zerstritten ist und deshalb wohl kaum Support von den Rängen erwarten darf. Tipp dort: Viktoria gewinnt den Pokal.

Bilanz gegen den FC Viktoria Berlin:

Bislang steht nur die Niederlage aus dem Hinspiel zu Buche.

Das Umfeld:

Die Insolvenz Mitte Dezember 2018 war ein Schock für die Verantwortlichen nach den ambitionierten Plänen zumindest für die kommende Saison. Machte zugleich das Dilemma im Berliner Fußball unterhalb der 2. Bundesliga deutlich. Vereine wie der BAK, FC Viktoria, TeBe oder auch BFC Dynamo fristen ein Mauerblümchendasein neben den beiden "Platzhirschen" Hertha BSC und Union. Deren wirtschaftlicher und sportlicher Aufstieg durch Sponsoren und Zuschauereinnahmen enorm schwer zu stemmen ist. Die Lösung sind in erster Linie Mäzene wie beim BAK oder der Einstieg von Investoren. Beim FCV verlor der chinesische Geldgeber überraschend schnell das Interesse und blieb die Zuwendungen für eine teils gut besetzte Mannschaft schuldig. Was die Finanzierung des Spielbetriebes gegen die Wand fuhr. Damit befanden sich 3 der Staffel im Insolvenzverfahren. Ende Januar 2019 konnte die Weiterführung zumindest bis zum Ende gesichert werden, durch einen neuen Investor (eine inländische Firmengruppe), wie man vermeldete ohne Einzelheiten zu nennen. Damit bleibt es auch bei der Ausgliederung der Profiabteilung. Der Zuspruch ist überschaubar, liegt vor dem CFC-Gastspiel im Schnitt bei 483 und damit auf dem Level des Vorjahres (469). Auch hier waren Erfurt und Lok die Spiele mit den meisten Zuschauern. Erfurt sahen 1.023, Lok 914. Enttäuschend der Andrang beim Derby gegen den BFC (455). Aktuell ist das "Stadion Lichterfelde" für 4.300 zugelassen mit 1.800 Sitzplätzen – 800 unter'm Dach. Die Auswärtsfahrer Mai 1999 werden sich erinnern. Für die 3. Liga würde es keine Zulassung geben. Der zweite Nutzer ist der Turn- und Sportverein Lichterfelde.

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich
FC Viktoria 1889 Berlin Chemnitzer FC
10Tabellenposition1
40
32
1,3
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
74
32
2,3
13 (40,6%)
9 (28,1%)
Siege
Niederlagen
24 (75,0%)
6 (18,8%)
46 : 34
1,4 : 1,1
Tore
Tore pro Spiel
73 : 32
2,3 : 1,0
4:0 gegen VfB Germania Halberstadt (H), VfB Auerbach (H)Höchster Sieg5:0 gegen ZFC Meuselwitz (A)
1:4 gegen FSV Wacker Nordhausen (A)Höchste Niederlage2:4 gegen 1. FC Lok Leipzig (A)
u-N-u-S-uDie letzten SpieleS-s-S-n-U
3 Spiele in Folge ungeschlagenAktuelle Serien2 Spiele in Folge ohne Sieg
Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele10010:1
Heimspiele10010:1
Auswärtsspiele00000:0
Ligaspiele10010:1
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

2018/2019Regionalliga Nordost16. SpieltagChemnitzer FC - FC Viktoria 1889 Berlin0:1 (0:0)

Die Webseiten des Gegners

http://www.viktoria-berlin.de/ - Die offizielle Vereinsseiten