Kommentar

09.12.2019
Für Verein und Heimatstadt - ein Kommentar zur MV
Es ist geschafft! Der Chemnitzer FC e.V. hat einen neuen Aufsichtsrat. Das was im August noch scheiterte, klappte diesmal im ersten Anlauf überzeugend. Der CFC hat wieder handlungsfähige Gremien. Ein wichtiges Signal an die Stadt, die Fans, Mitglieder, Sponsoren und Freunde unseres geliebten himmelblauen Vereins.

Von der Presse gelobt wurden die Professionalität und der reibungslose Ablauf der Veranstaltung. Das Lob ist durchaus gerechtfertigt. Nicht gerechtfertigt hingegen ist der Vergleich mit der Mitgliederversammlung im August, den die Freie Presse in ihrem Ticker als "Chaos-Versammlung" bezeichnete und in den Augen von Romy Polster ein Desaster war.

Denn es war weder das eine noch das andere.

Dafür, dass die Organisation der Mitgliederversammlung im August unter schwierigsten Bedingungen organisiert werden musste und die Atmosphäre äußerst angespannt war (wir erinnern uns: Finanzierung nur durch Spenden möglich, massive Attacken gegen den Notvorstand und die MV durch den Insolvenzverwalter bis hin zur Haftandrohung, massive Einflussnahme auf die Kandidatenliste), verlief die Veranstaltung zu weiten Teilen mehr als geordnet ab. Die Emotionen kochten bekanntlich erst hoch, als die Wahl zum Aufsichtsrat durch den kurzfristigen Rücktritt eines Gesellschafters, scheiterte.

Und es war am Ende auch kein Desaster, so schmerzhaft die gescheiterte Wahl für die meisten Mitglieder war. Vielmehr war es ein "Lehrstück der Demokratie" wie es auch ein Mitglied am Samstag trefflich formulierte. Ein klares Signal, dass die Mitglieder eben nicht bereit sind, sich Erpressungen zu ergeben. Das man die Mitglieder mitnehmen, sie überzeugen muss. Auch aus den Eindrücken vom August konnte diesmal eine wirklich konsensfähige Liste aufgestellt werden.

Und so ist dem neu gewählten Aufsichtsrat und dann natürlich auch dem neu bestellten Vorstand Erfolg und ein glückliches Händchen in allen Belangen zu wünschen. Es bleibt zudem zu hoffen, dass der Dialog zwischen Vereinsverantwortlichen, Gesellschaftern und Fans so, wie von Herrn Rümmler angekündigt, fortgesetzt wird. Dass die Verantwortlichen lernen, auch mit kritischen Stimmen der Fans konstruktiv umzugehen. Und man nicht in Panik gerät, wenn diese beispielsweise beim Thema "reguläre Mitgliedschaft", den Finger berechtigt in die Wunde legen. Alte Feindschaften gehören zudem begraben - zum Wohle unseres Vereins.

Wenn sich der Autor dieser Zeilen noch etwas wünschen darf (ist ja auch bald Weihnachten), dann dass die Worte von Neu-Aufsichtsratsmitglied Tino Kermer berücksichtigt werden, den Verein nicht nur als reines Wirtschaftsunternehmen zu betrachten.
Ja, die Zahlen müssen stimmen. Doch die Seele eines Vereins sind seine Fans und Mitglieder. Die wesentliche Richtung sollten sie bestimmen. Der CFC lebt durch seine Tradition - als FCK und CFC. Und der Club ist Teil der Stadt Chemnitz.

In diesem Sinne - für Verein und Heimatstadt!

Euer Charlie S.