Lichtblicke im himmelblauen Spiel: Cottbus - CFC 3:1

29.07.2004, 17:22 Uhr | 1528 Aufrufe
Einlauf der MannschaftenBei idealem Fußballwetter trafen die Himmelblauen am Dienstag in Finsterwalde auf den Zweitligisten FC Energie Cottbus. CFC-Coach Wuschi Rohde, welcher noch händeringend nach Verstärkungen für sein Team sucht, nutzte die Gelegenheit um zwei weitere Kandidaten zu testen. Neben Carl Priso, einem großgewachsenen französischen Offensivspieler wurde überraschend auch Nico Kanitz, 24jähriger Mittelfeldspieler und zuletzt beim FC Sachsen unter Vertrag, getestet. Gegen Energie spielte Priso im offensiven Mittelfeld, Kanitz kam auf der linken Seite (Fille-Position) zum Einsatz.

Die erste Chance vor 1450 Zuschauern im "Stadion des Friedens" erspielte sich Energie über Reghecampf, der aus halbrechter Position knapp am Tor vorbeischoß (9.). Danach versuchte sich zweimal Rost, doch seine Schüsse gingen über das Gehäuse von Steffen Süßner. Auf der Gegenseite kam plötzlich Schindler zu einer Schußchance, doch auch er verzog knapp (18.). Danach verflachte das Spiel zusehends und erst eine Ecke von Stark auf Priso, dessen Kopfball gerade noch geklärt werden konnte, brachte wieder etwas Belebung in die Partie. Energie erhöhte jetzt den Druck. In der 33. Minute konnte Karl bei einem Energie-Angriff gerade noch vor Iordache klären. Vier Minuten später klingelte es im Kasten von Steffen Süßner. Freistoß Mokhtari, Kopfball Szelesi und der Ball war im Netz, 1:0 für Cottbus. Energie versuchte jetzt schnell nachzulegen, konnte aber dicke Einschußchancen von Mokhtari und zweimal Reghecampf nicht in einen Torerfolg ummünzen. Dann zappelte der Ball plötzlich im Tor von Piplica, nachdem Lenk abgezogen hatte. Doch der bundesligaerfahrene Schiri Lutz-Michael Fröhlich gab den Treffer nicht, da er wohl ein Foul gesehen hatte. So ging es mit dem 0:1 aus himmelblauer Sicht auch in die Kabine.

Wuschi Rohde mit den angeschlagenen Karl und Arzt, die zur Halbzeit rausmusstenIn der Halbzeit mußte Wuschi Rohde wechseln. Für die angeschlagenen Arzt und Karl kamen Gillert und Wächtler ins Spiel. Nachdem einige Minuten nur wenig Aufregendes passierte nahm plötzlich Gunkel nach einer Ecke von Reghecampf den Ball direkt, doch Süssner parierte den Ball mit einer Glanzparade (66.). In Folge wurden die Himmelblauen mutiger und versuchten es auch mal mit Kombinationsfußball über Schindler und Stark. Doch Lenk als einziger Stürmer in der 2. Halbzeit hatte es nicht leicht, sich durchzusetzen und rieb sich im Duell mit den Abwehrspielern von Energie immer wieder auf.
78 Minuten waren gespielt, da klingelte es erneut im Kasten von Steffen Süßner. Der überragende Reghecampf hatte flach nach innen gepaßt, Ex-Dynamo Jungnickel sich gegen Ahlf durchgesetzt und den Ball an Süßner vorbei ins Netz geschoben, 2:0! Doch nur zwei Minuten waren endlich mal die Himmelblauen am Zug. Freistoß von halblinks durch Stark in den Strafraum getreten, Wächtler stieg am höchsten und überwindet den Cottbuser Schlußmann Piplica. Nur noch 1:2! Auf der Gegenseite kam Szelesi zu einer guten Schußchance doch Süßner war auf dem Posten. Dann die 86. Minute, erneut Freissoß für den Club, aus einer ähnlichen Position wie beim Anschlußtreffer. Wieder trat Stark an, brachte den Ball scharf nach innen, doch diesmal war Piplica eher als ein Chemnitzer am Ball. Im Gegenzug zogen die Cottbusser einen Konter auf, doch Gillert hatte aufgepasst und den Energie-Angriff geklärt. Nico Stein kam jetzt noch für Priso, doch er konnte nur noch das 3:1 für Energie bestaunen. Der Cottbusser Verteidiger Hysky hatte sich mit in den himmelblauen Strafraum begeben und die Kugel per Fallrückzieher an den Innenpfosten befördert. Dieses kuriose Tor zum 3:1 für Energie Cottbus beendete die Partie.

Fazit: Mit dem 1:3 gegen dem ambitionierten Zweitligisten Energie Cottbus haben sich die Himmelblauen zumindest ergebnistechnisch achtbar aus der Affäre gezogen. Allerdings hat Wuschi Rohde in den knapp anderthalb Wochen bis zum Saisonstart gegen Werder noch viel Arbeit vor sich. Läuferisch und kämpferisch sah das gegen Cottbus schon recht gut aus. Auch die Ecken und Freistöße, meist getreten von Rene Stark, brachten häufig Gefahr für das gegnerische Tor. Doch im Bezug auf das Spielerische wurden in Finsterwalde die Klassenunterschiede deutlich. Nur äußerst selten versuchten sich die Himmelblauen im schnellen direkten Kombinationsfußball, ebenso selten konnte man sich erfolgreich im 1 gegen 1 durchsetzen. Hier wurden die verletzten Kreativkräfte Fillinger und Meyer sehr vermißt. Das Urteil zu den beiden Testkandidaten fällt durchwachsen aus. Priso war bemüht, doch wirkte er im Spiel noch wie ein Fremdkörper und wurde von seinen Mitspielern auch nicht gesucht. Einige Male konnte er seine Kopfballstärke andeuten. Die "echte Verstärkung" wie sie vom CFC gesucht wird, war Priso somit (zumindest in Finsterwalde) nicht. Damit liegt der Autor allerdings konträr zur Meinung von CFC-Trainer Wuschi Rohde, der die Leistung des Franzosen "mit der kann schon was" beurteilte. Mittlerweile wurde Priso ja auch verpflichtet. Wünschen wir wir ihm, dass er den Autor dieses Berichtes Lügen straft ;o). Wesentlich besser gefiel Nico Kanitz, der auf der linken Seite immer wieder für Betrieb sorgte und im Zweikampf giftig und insgesamt sehr laufstark agierte. Er könnte eine Alternative auf der linken Außenbahn sein. Bleibt den Himmelblauen zu wünschen, dass sie im Laufe der Woche die letzten Personalien festmachen und beim abschließenden Test am kommenden Samstag in Feucht bereits die potentielle Stammelf testen können.

Statistik:

FC Energie Cottbus - Chemnitzer FC 3:1 (1:0)
FC Energie Cottbus: Piplica - Szelesi, Hysky, Gunkel, Löw - Reghecampf, Rost, Ogungbure - Mokhtari (68. Dörry) - Jungnickel (83. Lindner), Iordache
Chemnitzer FC: Süssner - Karl (46. Gillert) - Jendrossek, Ahlf - Kanitz, Stark, Schindler, Priso (88. Stein), Midzaiti - Lenk, Arzt (46. Wächtler)
Gelbe Karte: Szelesi / -
Schiri: Fröhlich
Zuschauer: 1.450 im Stadion des Friedens, Finsterwalde

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