Bratwurst, kühles Bier und jede Menge Fußball

20.08.2004, 15:55 Uhr | 1245 Aufrufe
Zum 128. Stammtisch konnte am 17.8. wieder eine illustre Gästeschar im Gartenheim "Erdenglück" begrüßt werden. Neben den Spielern Sebastian Meyer, Steve Rolleder und Rückkehrer Kay-Uwe Jendrossek, war vor allem der Leiter der Geschäftsstelle, Peter Müller, ein begehrter Gesprächspartner.
Karin Kräher übernahm diesmal die Organisation allein, da Axel Salzmann im wohlverdienten Urlaub weilte. Erfreulicherweise wurde der Stammtisch nicht abgesagt, sondern lediglich ein wenig umorganisiert. Statt der üblichen kalten und warmen Küche, gab es diesmal, der Jahreszeit angepasst, Roster und Steaks vom Grill. Außerdem sollte der Sommer genutzt und im Freien geplaudert werden. Ein paar Regentropfen kurz vor Beginn ließ die "Schönwetter-Fans" letztendlich aber doch noch ins überdachte Heim einkehren.

Als erster Gesprächspartner gesellte sich Peter Müller an den Tisch. Zunächst kam die kurzfristig "verlängerte" Sperre von "Sek" zur Sprache. Das ganze wurde mehr oder weniger durch Müller's Eingebung bekannt, der am Freitag vor dem Spiel noch mal sicherheitshalber beim DFB nachfragte, und dort nach mehreren Gesprächen und DFB-internen Nachfragen, das mittlerweile bekannte, unerfreuliche Ergebnis erfuhr. Sämtliche Versuche, den Einsatz doch noch zu ermöglichen (z.B. spielte Aue ja bereits Freitag Abend) schlugen leider fehl. Als nächstes berichtete Müller Neues zu Tilo Wächtlers Platzverweis, der an diesem Tag seine Stellungnahme eingereicht hatte. Die von Peter Müller geäußerte Hoffnung einer relativ geringen Sperre, hat sich mittlerweile bestätigt. Schließlich galt "Wächt" als Ersttäter, war nach eigener Aussage provoziert worden, und der Schlag war bei weitem nicht so dramatisch, wie man nach der Schauspieleinlage des Braunschweiger Spielers vermuten konnte.
Nächstes Thema war die mittlerweile leidige Problematik der Vorbereitungsspiele, die immer wieder auswärts ausgetragen werden. Dies hat laut Müllers Aussage vor allem finanzielle Gründe. Als Beispiel führte er das Spiel gegen Erfurt an, für das die Thüringer eine Antrittsprämie forderten. Um die finanzielle Belastung nicht aus der eigenen Kasse begleichen zu müssen, wurde das Spiel mehr oder weniger nach Zschopau verkauft. Peter Müller versicherte allerdings, dass dahingehend etwas getan werden soll, obwohl zum einen nach der Saison der Platz in der Fischwiese saniert wird, und zum anderen bisher auch augenscheinlich hochkarätige Gegner, wie vor Jahren Lazio Rom oder AEK Athen, nicht die gewünschten Zuschauer anlockten. In so einem Fall stehen Kosten und Nutzen natürlich in einem sehr schlechten Verhältnis.
Abschließend kam man noch auf das brisante Thema Fanarbeit zu sprechen. Es wurde deutlich, dass hier noch jede Menge Gesprächs- und Nachholbedarf besteht. Vordergründig soll und muss in nächster Zeit die gesamte Problematik Fanrat/Fanprojekt intensiver bearbeitet werden. So ist z.B. angedacht, dass die Versorgung in der Fanhalle von den Fans (Fanrat/Fanprojekt) selbst in die Hand genommen werden soll. Das Ganze zwar zu verbraucherfreundlichen Preisen, aber dennoch so, dass ein kleiner Gewinn für die Fanarbeit übrig bleibt.

Nächster Gast am Tisch war Sebastian Meyer, dessen Aktion vom Samstag natürlich Hauptthema war. Er beteuerte nochmals seine Unschuld, gab aber gleichzeitig zu, in der Situation falsch reagiert zu haben. Auch die nachträgliche, telefonische Bestätigung seines Gegenspielers (man kennt sich durch den gleichen Berater), dass keine Berührung vorlag, hilft dem CFC nicht wirklich weiter. Basti zeigte sich dennoch optimistisch, dass bei einer gleich guten Leistung wie gegen Braunschweig, gegen Wolfsburg der erste Dreier eingefahren werden kann, vorausgesetzt, im Sturm platzt endlich der Knoten. Persönlich hofft er auf eine ähnlich gute Saison wie in der Rückrunde unter Joachim Müller, als er einen besonders starken Rückhalt vom Trainer spürte, was für ihn als sensiblen Spieler extrem wichtig sei. Auch wenn er dies nicht offen zugab, schien ihm dieser Rückhalt in der letzten Saison etwas zu fehlen.
Zu seinen Wechselabsichten befragt, bestätigte er ein konkretes Angebot aus Karlsruhe (von Rainer Krieg vermittelt). Dort musste er allerdings ein Probetraining verletzungsbedingt absagen. Damit hatte sich das (glücklicherweise) erledigt. Allerdings strebt Sebastian natürlich danach, irgendwann in einer höherklassigeren Liga aufzulaufen, wobei ihm dies mit dem CFC natürlich am liebsten wäre. Abschließend wurde ihm noch der Auftrag zu Teil, gegen Wolfsburg mit 2 Toren maßgeblich zum ersten Sieg beizutragen. Schau' mer mal...

Danach galt es mit Kay-Uwe Jendrossek einen Rückkehrer zu begrüßen. Das erste Thema war natürlich schnell gefunden. Er schilderte ausführlich, wie es zu dem vermeintlichen Dopingvergehen kommen konnte. Er bekam nach einer Verletzung ein Schmerzmittel gespritzt. Dessen Einnahme ist zwar gestattet, muss aber beim DFB angezeigt werden. Für eine solche Anzeige ist der behandelte Arzt zuständig. In diesem Fall war es der CFC-Doc Dr. Burghausen, welcher die Anzeige (warum auch immer) versäumt hatte. Mittlerweile sind die Fragen zwischen den beiden aber geklärt. Etwa 8 Wochen später wurde "Sek" getestet, mit dem bekannten Ergebniss, dass Spuren einer "verbotenen" Substanz gefunden wurden. Nach einigen unangenehmen Fragen der Auer Führungscrew und vielen Nachforschungen konnte der Vorfall aufgeklärt werden. Leider war zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Vorverurteilung durch die Medien und auch den Verein schon erfolgt. Letztendlich führte vor allem diese Geschichte zu seinem Abschied aus dem Lößnitztal, wo vor allem ein Imageschaden befürchtet wurde. In diesem Zusammenhang kritisierte Kay-Uwe auch die regionalen Medien, die zwar das vermeintliche "Doping" als großen Aufmacher präsentierten, aber das Ergebnis (Freispruch vom Doping, aber Versäumnis bei der Meldepflicht) beinahe unterging. Auch persönlich hat ihn vor allem die ungerechtfertigte Verurteilung durch verschiedene Kreise sehr belastet.
Man kam noch auf "Sek's" einstigen Abschied aus Chemnitz zu sprechen. Damals ging es der Vereinsführung in Person von Lutz Waszik vor allem darum, Jendrossek und Torsten Bittermann zu trennen, da beide relativ lautstark Kritik äußerten, welche durch die Abservierung eines Spielers eingedämmt werden sollte. Kay-Uwe meine rückblickend, dass die Art und Weise der Äußerungen sicher nicht ganz korrekt war, und dass er heute anders handeln würde.
Mit der Vorgabe die erforderlichen Tore in Wolfsburg aufzulegen, wurde er verabschiedet, und mit Steve Rolleder ein potentieller Kandidat zur Chancenverwertung begrüßt. Er zeigte sich zunächst selbstkritisch, was seine bisherige Torquote betrifft und gelobte für die Zukunft Besserung. Schließlich wäre dies auch für seine persönliche, sportliche Entwicklung besser, wo für ihn als Stürmer die Tore nun mal den Hauptausschlag geben. Als Ziel nannte er die 2. Bundesliga als nächsten Schritt, welcher aber nicht der letzte sein muss. Allerdings wollte er sich nicht über konkrete Angebote aus der näheren Vergangenheit äußern. Er versicherte aber, niemals für den Verein aufzulaufen, den es eigentlich gar nicht gibt. Aus diesem Verein sollte übrigens in Person von Ersin Demir, eine Verstärkung für den Sturm ausgeliehen werden, aber nach Aussage von Peter Müller, war Gerd Schädlich nicht bereit, ihn frei zu geben.
Ähnlich zurückhaltend war Steve's Äußerungen auf die, zugegeben recht provokante Frage, nach dem ihm angehefteten "Hooligan"-Image, was ihm mehr oder weniger egal sei. Ganz interessant ist übrigens, dass "Rolle" selbst eine Vergangenheit in der Chemnitzer Fanszene hat, war er doch in guten alten Zeiten (2. Liga im Sportforum) Mitglied im Fanclub "Die ewig Treuen". Stellt sich nur die Frage, wie weit es mit der Treue der anderen Mitglieder ist, schließlich scheint der Fanclub irgendwie in der Versenkung verschwunden zu sein.

Als in allem war es wieder eine gelungene Veranstaltung. Der Dank geht insbesondere an Karin Kräher, und an das "Küchenersatzteam", welches für die kulinarische Versorgung vom Holzkohlegrill gesorgt hat. Immerhin gab es schließlich auch für jeden Gast eine Roster gratis.
Der nächste Stammtisch findet ausnahmsweise an einem Mittwoch (15.9.) statt. Grund für die Verschiebung ist das verlegte Punktspiel des CFC gegen Wuppertal, welches am Dienstag (14.9.) ausgetragen wird.

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