DFB-Präsident Zwanziger fordert dritte Bundesliga für den CFC

30.10.2006, 21:01 Uhr | 1412 Aufrufe
Am heutigen Montag weilte auf Einladung von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, initiiert durch längerfristige Bemühungen des CFC, der DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger in unserer Stadt. Am Nachmittag hielt er im Chemnitzer Rathaus vor geladenem Publikum eine einstündige Rede über die Komplexität und die Attraktivität des Fußballsports im Saal der Stadtverordnetenversammlung, wo sonst die Weichen zum Wohl der Stadt gestellt werden. Als Gäste waren dabei Funktionäre und Aktive von verschiedenen Sportvereinen der Stadt, Vertreter von Politik und Wirtschaft, als auch ehrenamtliche Helfer und eine Handvoll Fans eingeladen.

Dr. Zwanziger im StadtverordnetensaalIn ihrer Begrüßungsrede verwies Barbara Ludwig auf die großen sportlichen Meriten von Chemnitz, welche u.a. in insgesamt 550 gewonnenen Medaillen von Sportlern aus dieser Stadt bestehen, verwies ebenso auf die Höhen und Tiefen des Chemnitzer Fußballs, und dankte schließlich dem DFB-Präsidenten für eine gelungene WM, welche auch die Herzen der Chemnitzer hatte höher schlagen lassen. Stolz erwähnte die Oberbürgermeisterin die Idole der deutschen Herren- und Damennationalmannschaft, Michael Ballack und Anja Mittag, und deren Chemnitzer Wurzeln. Dabei wurde die persönlich anwesende Anja Mittag im Saal nochmals begrüßt.

Theo Zwanziger nahm in seiner Rede den Faden mit der WM 2006 dankend auf und ging auf die WM-Bewerbung vor gut 14 Jahren ein. Drei große Ziele hätte man damals vorrangig im Auge gehabt: Die Verbesserung der Infrastruktur deutscher Stadien, die positive Darstellung des wiedervereinigten Deutschlands, und natürlich eine entsprechend erfolgreiche sportliche Präsentation der Nationalmannschaft. Dies alles sei sehr gut gelungen. Zwanziger verknüpfte dann die positiven Effekte der WM mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteilen. Die Baumaßnahmen an den Stadien vor der WM, die erhöhten Steuereinnahmen während des Fußballfestes und danach, die vielen Menschen, die in und um die Stadien herum friedlich miteinander gefeiert hätten - der DFB-Präsident zeigte viele Facetten auf, in welche der Fußball positiv abstrahlt und selbst weitab vom Stadion noch eine wichtige Rolle spielt.

Der gebürtige Rheinländer wandte sich in seiner freien Rede dann dem NOFV und dem CFC zu. Er verglich den Osten der Republik mit dem fußballverrückten Nordrhein-Westfalen, welches auch voller Traditionsvereine stecke, die eine sehr wechselhafte Geschichte vorzuweisen hätten. Zwanziger lobte ausdrücklich die Bemühungen in Magdeburg und Dresden, für ihre großen städtischen Vereine endlich moderne Arenen zu schaffen, und brachte dabei zum Ausdruck, daß keinesfalls jede Stadt ein Stadion bauen sollte, welches den Ansprüchen der Nationalmannschaft mit einer Platzkapazität von über 45.000 Zuschauern genügen müsse. Nein, auch kleinere, modernisierte Stadien würden ihren Zweck erfüllen und könnten z.B. darauf hoffen, daß dort Spiele der deutschen Nachwuchsmannschaften oder der Frauen-Nationalmannschaft austragen werden.

Der DFB-Chef redet über Fußball und GesellschaftDer DFB-Chef erläuterte dann den Zusammenhang zwischen einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit und einer höherklassig spielenden ersten Mannschaft, welche als Flaggschiff der Stadt, bestenfalls der Region fungieren müsse. Talente zu fördern, wäre gut, aber wenn diese stets den Heimatverein verlassen, wäre diese gute Arbeit eben nur die Hälfte wert. Speziell zu Peer Kluge meinte Zwanziger, der sich als Gladbachfan outete, daß er es gern sehen würde, wenn der junge Mann in Chemnitzer Diensten stehen würde. Und schon nahm Zwanziger den CFC in die Pflicht: Ein Verein mit einer derart guten Nachwuchsarbeit müsste in Zukunft mindestens in der dritten Bundesliga zu Hause sein. Aber dazu zählten eben auch alle Rahmenbedingungen, womit der DFB-Mann wieder den Kreis zu den schon erwähnten neuen Stadien, und den daraus resultierenden Aufgaben von Politik und Wirtschaft, schloß.

Die letzten Ausführungen der Rede drehten sich um die aktuellen Schlagzeilen im deutschen Fußball, welche nach Zwanzigers Meinung die gute Stimmung nach der erfolgreichen WM bereits jetzt mächtig trübten - Thema Rassismus und Gewalt. Der DFB-Boss deutete zwar an, daß man sehr wohl wisse, in einer Medien-Gesellschaft zu leben, aber diese Begründung wäre viel zu einfach. Der Deutsche Fußballbund, so kündigte Zwanziger an, wird rigoros gegen Vereine vorgehen, die in dieser Hinsicht immer wieder auffallen, und dabei auch vor Punktabzügen und Platzsperren nicht zurückschrecken. Ergänzend fügte Zwanziger an, daß man sich dadurch auch Reaktionen seitens der "normalen" Fans erhoffe, die durch die Strafmaßnahmen ihren Verein gefährdet sähen.

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