Meistersaison: Erste Saisonniederlage nach 16 Spielen!

13.03.2017, 11:45 Uhr | 1320 Aufrufe
Programmheft zum Spiel Stendal - FCKNach dem schicken, aber etwas wackeligen Heimsieg gegen die Schachtelf (1:0) standen für den FCK 16 Spiele ohne Niederlage zu Buche. In den DDR-Fachblättern Fuwo und Sportecho fragte man sich bereits, ob durch den FCK der Oberliga-Rekord (17 Spiele ohne Niederlage) geknackt werden würde. Auch beim Auswärtsspiel in Stendal traute man dem Club zu, etwas Zählbares mitzubringen. Aber es kam anders. Der Tabellenelfte aus Sachsen-Anhalt beeindruckte die Scherbaum-Elf mit Kampf und Wucht, und brachte damit die sonstige Eleganz von Erler, Vogel und Feister zum Erliegen. 2:0 hieß es am Ende für die Eisenbahner. Für die Spitzenposition des FCK in der Tabelle hatte diese Niederlage aber keine Auswirkungen. Der ärgste Verfolger, Lok Leipzig, verlor in Halle glatt mit 3:0 und somit grüßte der FC Karl-Marx-Stadt weiterhin mit vier Punkten von der Tabellenspitze. Im nächsten Heimspiel ging es dann gegen den HFC Chemie.

17. Spieltag der Saison 1966-67
Lokomotive Stendal - FC Karl-Marx-Stadt 2:0
FCK-Aufstellung: Hambeck - Rüdrich, Feister, P. Müller, A. Müller - Posselt, Schuster, Steinmann - Lienemann, Erler, Vogel
Torschützen: 1:0 Karow (46.) , 2:0 Güssau (78.)
Zuschauer: 10.500 in der Wilhelm-Helfers-Kampfbahn

Fuwo-Tabelle nach dem 17. SpieltagFuwo-Bericht vom 14.03.67:
Stendaler Kampfkraft zerstörte Karl-Marx-Städter Eleganz
"Mit einem Punkt würden wir in Stendal schon sehr zufrieden sein", hatte uns FCK-Trainer Scherbaum noch am Vortage des Spiels gesagt und dabei wohl die derzeitige Hochform der Stendaler Elf in Betracht gezogen. Doch selbst diese bescheidenen Hoffnungen erfüllten sich für den Spitzenreiter nicht. Er stolperte an der letzten Hürde vor der Einstellung des so oft in den vergangenen Wochen strapazierten Oberligarekords, in 17 Spielen hintereinander ungeschlagen zu sein. [..] Mit seinem Elan, seiner Kampfkraft ließ der Hausherr von der ersten Sekunde an keinen Zweifel daran aufkommen, daß er gewillt war, die Eleganz des Karl-Marx-Städter Spiels nicht zum Tragen kommen zu lassen. Trainer Wittenbecher hatte eine konsequente Manndeckung angeordnet, und so bildeten sich bald einige liebevolle Paare. [..] Zu spät versuchte sich der FCK aus der eisernen Umklammerung zu lösen. Nach dem Führungstor schienen die Stendaler wie entfesselt, als daß die Gegenaktionen noch fruchten konnten. Im Gegenteil: Zweimal noch mußten Posselt und Schuster für den im übrigen großartigen Hambeck auf der Linie retten. [..]
(Günter Bonse)

Sportecho-Zeichner KuBeGo ahnte schon vor dem Spiel etwas...Sportecho:
FCK in die Knie gezwungen!
[..] Rolf Steinmann, der der in der 32. Minute den Stendaler Torhüter mit einem straffen Freistoß auf die Probe gestellt hatte, hatte kurz nach der Pause die Riesenchance zum Ausgleich für den Spitzenreiter, verpaßte aber wenige Meter vor Zeppmeisel freistehend das tückische Leder. [..] Die Kraft der Himmelblauen reichte an diesem Tage nicht gegen einen Hausherrn, der wie entfesselt von seiner Heimstärke Gebrauch machte. Spielerisch freilich blieben noch viele Wünsche offen, vor allem in den ersten 45 Minuten. DFV-Trainer Werner Wolf kommentierte in der Halbzeitpause zu Recht: „Stendal muß den Ball besser beherrschen, muß sich spielerisch steigern und sich etwas einfallen lassen, um diesen starken FCK-Riegel zu knacken. Insgesamt kann das Mittelfeldspiel auf beiden Seiten nicht befriedigen.“ Nun, Stendal ließ sich dann in der Tat etwas einfallen und zwang den Spitzenreiter erstmal in dieser Saison in die Knie, einen FCK, der am Schluß erleichtert die Niederlagen einiger Verfolger konstatierte und dessen Cheftrainer Horst Scherbaum der allgemeinen Stimmung Ausdruck verlieh: „Uns wirft die erste Niederlage nicht um!“
(Günter Bonse)


Surftipp:
» Zum Spielplan des FC Karl-Marx-Stadt in der Meister-Saison 1966-67

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