Offener Brief des Fanszene Chemnitz e.V. an die Gremien des CFC

10.04.2021, 19:42 Uhr | 160 Aufrufe
Genau drei Jahre ist es her, als der Chemnitzer FC e.V. am 10. April 2018 Insolvenz einreichen musste.

Dieses Datum nahm sich der Fanszene e.V. zum Anlaß um sich am heutigen Samstag in einem offenen Brief an die Gremien des Chemnitzer FC e.V. zu wenden. Intention des Schreibens ist "[..] in der Zukunft die Rechte der Mitglieder immer wieder einzufordern sowie zu stärken und vor allem den Gremien frühzeitiger und genauer "auf die Finger" zu schauen [..]".

In ihrem offenen Brief, der auch von zahlreichen Fanclubs des CFC unterzeichnet wurde, fordert die Fanszene, dass der Verein, um die Vorstandsvorsitzende Romy Polster, die vielfach beschworene Transparenz mit Leben füllt. Wichtige Fragen, wie die nach der organisatorischen und finanziellen Neuaufstellung des Vereins, sind aktuell noch unbeantwortet. Auch zu der Frage, ob und wie hier die Mitglieder einbezogen werden sollen, gibt es noch keine Aussage aus den Gremien.

Der Impuls, den die Fanszene mit ihrem offenen Brief gegeben hat, scheint (ob Zufall oder nicht) unmittelbar bei den Gremien des CFC angekommen zu sein. Denn quasi parallel zur Veröffentlichung des Briefes der Fanszene lud der Chemnitzer FC e.V. zur Mitglieder- und Fan-Videkonferenz für Montag, den 19. April um 18 Uhr. Hier möchte der Vorstand die "wichtigen Fragen aller interessierten Mitglieder und Fans beantworten". Wer daran teilnehmen möchte, soll sich bis Donnerstag, den 15. April, 10 Uhr, bei der Adresse administration@chemnitzerfc.de mit Namen und Mailadresse melden. Hat man das getan, bekommt man hierüber die Zugangsdaten. Fragen können vorab im Rahmen der Anmeldung eingereicht werden.

Man darf gespannt sein, wie offen und transparent Vorstand und Aufsichtsrat die Fragen der Fans am 19. April beantworten werden.

Der offene Brief des Fanszene Chemnitz e.V.

„Himmelblau verpflichtet“; ein Jahrestag und mehrere Fragen

Ein offener Brief an die Gremien des Chemnitzer FC e.V.


Es jährt sich nun zum dritten Mal, dass der damalige Vorstand des CFC e.V. am 10.04.2018 einen Insolvenzantrag stellen musste, um den Verein von einer erdrückenden Schuldenlast und knebelnden Verträgen zu befreien. Die Fans und Mitglieder des Vereins habendie Insolvenz nicht nur nicht verursacht, sondern mit einer beispiellosen Spendenaktion letztlich das Ende der Insolvenz ermöglicht und den Verein gerettet. Grund genug, in der Zukunft die Rechte der Mitglieder immer wieder einzufordern sowie zu stärken und vor allem den Gremien frühzeitiger und genauer „auf die Finger“ zu schauen. Es geht also nicht um Meckerei oder das Stiften von Unruhe, sondern um die himmelblaue Verpflichtung, aus den Fehlern der jüngeren Vereinsgeschichte zu lernen. Und das bedeutet,nach dem Ende der Insolvenz nicht wieder blind zu vertrauen, sondern permanent Offenheit, Aufklärung, Kontrolle sowie satzungsgemäße Beteiligung einzufordern.Warum wählen wir die Form eines offenen Briefes?

Weil diese Fragen uns alle angehen und interessieren. Diskussionen „hinter verschlossenen Türen“ sind daher ebenso ungeeignet, wie kleinere Gesprächsrunden. Zudem sind wir davon überzeugt, dass sich neues Vertrauen in den Verein nicht ohne, sondern nur mit den Mitgliedern und Fans herstellen lässt. Dies kann aber nicht funktionieren, wenn die Vielfach angekündigte Transparenz nicht in wesentlichen Punkten auch mit Leben gefüllt wird. Und ein Verein, in dem Leben herrschen soll, kann und muss dieses Maß an Öffentlichkeit für sachliche, inhaltliche Fragen auch aushalten.

Was wir aktuell vom Verein wahrnehmen, sind diverse Versuche, den Verein in der Öffentlichkeit wieder in ein besseres Licht zu rücken und positive Schlagzeilen zu schreiben. Das ist nachvollziehbar, kann jedoch nur dann eine nachhaltig positive Entwicklung befördern, wenn zugleich die Basis, eine solide Neuaufstellung des Vereins, nicht vernachlässigt wird.Die einzige Information, die wir als Mitglieder des Vereins nach Abschluss der Insolvenz persönlich erhalten haben, ist die Aufforderung, den „Pflichtbeitrag“ für die gesamte Saison 2020/2021 zu zahlen.

In der Insolvenz des Vereins wurde darüber informiert, dass die Beitragspflicht der Mitglieder für die Dauer des Insolvenzverfahrens ruht. Dies würde dazu führen, dass ein Pflichtbeitrag erst für die Zeiträume nach Eintragung der Fortsetzung des Vereins in das Vereinsregister am 5.3.2021 wieder geschuldet wäre. Hat sich an dieser Rechtslage etwas geändert? Sofern nicht: wäre es dann nicht richtig und ein Gebot der Offenheit gegenüber den Mitgliedern, zutreffend über die Rechtslage zu informieren, Pflichtbeiträge nur anteilig ab 5.3.2021 einzufordern und für die davor liegende Zeit der Saison ggf. um Zahlung als freiwilliger Beitrag/Spende zu bitten?

Darüber hinaus erfolgten bislang jedoch keinerlei Informationen über die erforderliche grundhafte organisatorische und finanzielle Neu-Aufstellung des Vereins. Dies führt zu folgenden weiteren Fragen:

Mit welchen Maßnahmen im Bereich der Vereinsstruktur sowie der betriebswirtschaftlichen Betreuung wird die organisatorische und finanzielle Selbständigkeit des Vereins und ein nachhaltiges, solides Wirtschaften sichergestellt? Welche Kontrollmechanismen wurden zur Verhinderung erneuter Fehlentwicklungen installiert? Wie ist der aktuelle finanzielle Status des Vereins? Wann und wie soll die Rückführung des in der Insolvenz über die GmbH laufenden Nachwuchses in den Verein erfolgen? Mit welchen Kosten plant der Verein insgesamt sowie insbesondere für den Nachwuchs? Mit welchen Einnahmen soll die Finanzierung abgesichert werden? Wie ist der Stand der Budgetsicherung?

Welche Werte misst der Verein den noch von ihm gehaltenen, veräußerbaren Gesellschaftsanteilen an der GmbH bei? Wie ist der Stand von Verkaufsverhandlungen?

Wie soll eine regelmäßige Information und Einbeziehung der Mitglieder erfolgen? Wie und wann werden die Mitglieder bei der Erarbeitung einer neuen Satzung eingebunden? Wie ist der Stand der Planungen für die Nachholung der Mitgliederversammlung 2020?

Da wir uns selbst eine Position zu den einzelnen Punkten erarbeiten wollen und diesbezüglich auch immer wieder von Mitgliedern und Fans angefragt sowie um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten werden, bitten wir um zeitnahe Prüfung und Information.


Surftipp:
» Der offene Brief auf der Homepage des Fanszene Chemnitz e.V.

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