Gerichtsprozess: Menz war mit Geldkoffer nach Sarajevo unterwegs

02.12.2010, 14:10 Uhr | 3748 Aufrufe
Beim derzeit laufenden Gerichtsprozess gegen den ehemaligen CFC-Manager Siegmar Menz, der sich seit November vor dem Landgericht Chemnitz wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung verantworten muss, wurde gestern Christoph Franke in den Zeugenstand gerufen. Das Chemnitzer Urgestein wies laut der heutigen Freien Presse eine Mitverantwortung von sich und verwies auf seine ausschließliche Verantwortung für den sportlichen Bereich. In seiner Amtszeit als Zweitliga-Trainer des CFC (bis September 2000) kam es zu den Verpflichtungen der Balkankicker Nebojsa Krupnikovic (verpflichtet im Oktober 1999), Mario Ivankovic (Mai 2000) und Alen Avdic (Juni 2000). Dabei sollen jeweils Handgelder gezahlt worden sein sollen, die später nie auf Steuererklärungen oder Gehaltslisten auftauchten. Als vierter Spieler soll Samir Muratovic (November 2000) mit einem Handgeld nach Chemnitz gelotst worden sein, doch da hieß der Trainer bereits Josip Kuze. Der Fiskus beklagt insgesamt einen geschätzten Schaden von einer Viertelmillion Euro.

Nach Frankes Aussage lag die Verantwortung für die Spielertransfers beim damaligen Präsidium, welches für die Unterzeichnung der Verträge zuständig war. Neben Ex-Manager Siegmar Menz waren ursprünglich auch die Ex-Präsidenten Lutz Waszik und Claus-Peter Nofri angeklagt, beide Verfahren wurden bereits gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Zur Verpflichtung von Avdic konnte Franke nur beisteuern, dass der Transfer damals schnell über die Bühne gehen musste, weil noch ein anderer Verein Interesse an dem Bosnier hatte. Im Beisein des Trainers wurde mit der Baufirma Nitzsche & Weiss ein Darlehensvertrag über 500.000 Euro abgeschlossen, worauf Menz eine erste Rate von 200.000 Euro in einem Koffer zum FK Sarajevo brachte, um den Transfer zu besiegeln. "Das Geld war meines Wissens aber nicht für den Spieler bestimmt, sondern als Ablöse für den Club", kommt Franke in der heutigen Chemnitzer Morgenpost zu Wort. Menz schwieg zu den getätigten Aussagen. Mit einem Urteil wird erst im nächsten Jahr gerechnet.

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» News vom 02.11.10: Nur noch Ex-Manager Menz auf der Anklagebank

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