Remis im dritten Test - 1:1 gegen Viktoria Berlin

22.06.2016, 23:43 Uhr | 958 Aufrufe
Das erste ernstzunehmende Testspiel der Saison 2016/2017 fand heute im Trainingslager in Templin statt. Gegner war der Regionalliga-12. der abgelaufenen Saison, neben der sportlich passenden Konstellation dürfte auch der gemeinsame Sponsor (Ahorn Hotels wirbt auch bei Viktoria, allerdings nicht auf dem Trikot) seinen Anteil an der Partie haben.

Vorab nach ein paar Worte zu Templin: da ihr alle sicher aufmerksam das Trainingslagertagebuch von Ronny lest wisst ihr bereits, dass Templin ein kleines, altes Städtchen in der Uckermark ist, sozusagen an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Damit ist auch klar was es hier gibt, nämlich viel Wald und reichlich Seen, dazu eine sehenswerte Altstadt mit einer intakten Stadtmauer. Also ideal für einen erholsamen Urlaub mit kleinen Kindern (oder Rentnern *g*), Wandern, Baden, Radfahren und mittlerweile noch einige moderne Aktivitäten mehr. Zudem kann man hier als kleines Glanzlicht die Messe der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ besuchen. Übrigens war nicht nur das in den 80ern erbaute Hotel, welches heute zur Ahorn-Kette gehört, früher ein FDGB-Ferienheim, sondern es gab in Templin sogar noch einen zweiten Plattenbauerholungskomplex für die arbeitende Bevölkerung. Dieser etwas ältere Bau fand nach der Wende keine dauerhafte Nachnutzung und wurde 2014 abgerissen. Jedenfalls war Templin schon zu DDR-Zeiten ein beliebtes Ferienziel, vielleicht kann sich ja der ein oder andere aus der Ü30-Fraktion daran erinnern…

Trainingslager in Templin, 3. Tag Das heutige Spiel fand nicht auf dem „Trainingsplatz“ im Ortsteil Röddelin statt, sondern im „Stadion der Freundschaft“ im Zentrum von Templin. Die Wikipedia weiß übrigens zu berichten, dass hier 1979 die erste DDR-Frauenmeisterschaft ausgespielt wurde, vor über 3.000 Zuschauern – erster DDR-Meister(in): BSG Motor Mitte Karl-Marx-Stadt! Ganz so viele waren es heute nicht, 121 Interessierte fanden sich ein, darunter ein gutes Dutzend Chemnitzer. Viele alte Bänke auf beiden Geraden, ein kleiner Sprecherturm – fertig ist das sportliche Kleinod. Eintritt wollte heute übrigens keiner kassieren, dafür gab es Werbeplakate für das fast zeitgleich stattfindende Spiel der Dynamos im nahen Zehdenick.

Apropos sportlich, da war ja noch was: unser heutiger Gegner bezeichnet sich ebenfalls als „Himmelblaue“, das ist zumindest kürzer als der offizielle Vereinsname (eine Fusion von 2013, Viktoria brachte die Tradition mit (immerhin 2x deutscher Meister) und Lichterfelde den „Rest“ wie Stadion und eine riesige und erfolgreiche Jugendabteilung). Bekannteste Person dürfte heute Robert Hoyzer sein (Ja, genau der!) welcher sich technischer Direktor nennen darf. Anwesend war er heute scheinbar nicht. Für Viktoria war es heute das erste Vorbereitungsspiel, soweit zu vernehmen war ohne ein einziges Training vorher. Außerdem waren auch bei denen viele Testspieler dabei, unter anderem Ozan Pekdemir, in der Saison 2014/15 für unsere II. Mannschaft am Ball.

Der CFC erwischte den besseren Start. In der 3. Minute legte Mast auf Lange ab, aber sein Versuch wird zur Ecke geblockt. Diese darf ebenfalls Mast treten und er findet den Kopf von Mbende, aber „Manu“ (jaja, so wurde er tatsächlich gerufen…) köpft über das Tor. Nach gut 10 Minuten kamen dann die Berliner zur ersten guten Chance, wobei diese ein reines Missverständnis zwischen Conrad und Schnitzler war. Der Klassiker: Abwehrspieler lässt einen langen Ball zum Keeper abtropfen, der aber raus kommt um ihn direkt zu fangen… Conrads Kopfball geht um wenige Zentimeter am Tor vorbei, Ecke. Nach einer guten Viertelstunde dann wieder der CFC, Lange bekommt den Ball flach zugespielt und versucht den Torwart auszuspielen, als noch ein Abwehrspieler hinzukommt wurde die Situation geklärt. In der 20. Minute dann die Gäste gleich zweimal gefährlich im CFC-Strafraum, zuerst kann Stenzel eine Flanke zum Einwurf klären, diesen wiederum muss Mbende knapp vor einem Gegner im 5-m-Raum klären.

Testkick gegen Viktoria Berlin (1:1)Spielerisch ging nach vorne noch nicht so viel, dafür konnten die Standards einigermaßen überzeugen, wenn daraus auch kein Tor entstand. Jopek trat die Freistöße, einen köpfte Frahn knapp über den Kasten, ein anderer ging direkt knapp am langen Pfosten vorbei. Nach 29 Minuten musste Mbende abermals im Strafraum klären, im Gegenzug versuchte Lange sich auch nochmal per Kopf, aber das sah eher nach Rückgabe in die Arme des Torwarts aus. Frahn vergab nach einer halben Stunde frei zentral vorm Tor, solche Dinger darf ein Stürmer auch schon mal verwandeln.

Dann durften wieder mal die Berliner ran, bei einem langen Ball verschätzt sich Conrad leicht, Schaaf lässt Pekdemir laufen und der zieht direkt vom Strafraumeck Richtung langen Pfosten ab – ein echtes Traumtor! Schnitzler war noch mit den Fingerspitzen dran, aber den Treffer kann man wohl als unhaltbar bezeichnen. Das brachte den CFC sichtlich aus dem Tritt, nach vorne ging erstmal nichts mehr. Dafür kam Viktoria abermals in unseren 16er, einen gut platzierten Kopfball kratzt Schnitzler noch stark aus dem unteren Toreck.

Kurz vor der Pause dann doch noch mal der CFC, bei einem Konter treibt Mast den Ball vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum, hat den Blick für den besser postierten Hansch, aber der schießt leider nur den Torwart an. Halbzeitpause, der CFC wechselt fast komplett durch. Lediglich die Testspieler und Stenzel blieben auf dem Feld. Übrigens durften sich die ausgewechselten nicht ausruhen, sondern wurden auf eine 45-minütige Fahrradrunde geschickt (wie auch das Personal der 2.HZ nach Spielende). Viktoria tauschte ebenfalls fast komplett, und das machte sich in der 2. Hälfte deutlich bemerkbar. Vermutlich hatten die Berliner in HZ 1 die stärkere Elf auf dem Rasen, anders ist der Leistungsabfall nicht zu erklären. Der CFC versuchte dies zu nutzen. Lange setzte sich gut auf rechts durch, seine Flanke wurde zur Ecke geklärt. In der 53. Minute dann der Ausgleich, Uzoma bedient Breitfelder, der von der Strafraumgrenze aus schön abzieht.

Irgendwie hoffte man, dass nun der Knoten geplatzt sei, aber Pustekuchen. Passend zum Wetter lauer Sommerfußball, Viktoria in HZ 2 mit genau NULL Torschüssen, ich glaube sie waren nicht mal im Strafraum. Und der CFC verglichen mit der ersten Hälfte mit weniger Zug zum Tor, lediglich ein Schuss von Cincotta (79. Minute) konnte noch als Chance notiert werden, ansonsten vertändelten König, Breitfelder und Türpitz mehrfach den Ball.

Ein durchaus forderndes Spiel, große Erkenntnisse gab es aber erwartungsgemäß nicht. Von den neuen Mittelfeldspielern Mast am auffälligsten und Jopek mit guten Standards. Bei den Testkandidaten Lange sehr beweglich aber nicht allzu effektiv, Schaaf mit ein paar guten Szenen (ließ sich aber mehrfach von Pekdemir überlaufen bzw. vernaschen) und Schnitzler mit 2 guten Paraden und schuldlos am Gegentor.

Statistik

FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof : Chemnitzer FC 1:1 (1:0)
Zuschauer: 121
Tore: 1:0 Pekdemir (32.), 1:1 Breitfelder (53.)
Aufstellung CFC: Schnitzler – Stenzel, Conrad (46. Koch), Mbende (46. Endres), Schaaf (69. Kaffenberger) – Hansch (46. Türpitz), Jopek (46. Uzoma), Reinhardt (46. Danneberg), Mast (46. Cincotta) – Frahn (46. Breitfelder), Lange (69. König)

Bilder vom Testspiel:

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Ein Dank geht an jb (Bericht) und Lenny (Fotos)

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