Bevor am kommenden Samstag die Kür mit dem herbeigesehnten Derby gegen die Unblauen ansteht, gab es am Sonntag die Pflicht für die optimal aus den Startlöchern gekommenen Himmelblauen zu meistern. Die Mannschaft von Benjamin Duda mußte nach Halle reisen, eine schwere Aufgabe, gilt der Vierte der letzten Saison durchaus als einer der Mitfavoriten auf den Staffelsieg. Über 1.100 Fans begleiteten den CFC und sorgten für eine grandiose Unterstützung im Leuna-Chemie-Stadion.

Chefcoach Benjamin Duda vertraute auf die Startelf, die den FSV Zwickau am letzten Freitag an die Wand gespielt hatte. Dazu stand Stürmer Ron Berlinski erstmals nach seiner Verletzung in Berlin wieder im Kader. Der Stadionsprecher begrüßte die CFC-Spieler mit Hallenser Vergangenheit Jan Löhmannsröben, Tom Baumgart und Jonas Marx freundlich. Bei Halle saß mit Robert Berger ein Ex-CFCer nur auf der Bank.
Halle begann vor knapp 7.000 Zuschauern mit Wucht und guten Gelegenheiten. Hartmann wackelte nach 11 Minuten die gesamte Chemnitzer Hintermannschaft aus und scheiterte erst aus Nahdistanz am heute sehr gut aufgelegten David Richter. Nur eine Zeigerumdrehung später ging ein Spielaufbau des CFC so richtig schön in die Hose. Richter passte entlang der Auslinie auf Löhmannsröben, der das Leder unter Bedrängnis auf den zentral stehenden Geipl weiterleiten wollte. Halles Baro spritzte dazwischen, Geipl kam zu spät - Srafstoß! Kulke lief an und traf nur den linken Pfosten. Glück für den CFC! Die Anfangsphase gehörte ganz klar den Gastgebern, aber zum Glück gibt es Trinkpausen, bei über 30 Grad mehr als berechtigt. Danach kam der Club besser ins Spiel und auch zu Chancen. Eine reichliche halbe Stunde war gespielt, da warfen sich die Hallenser direkt hintereinander in Schüsse von Alberico, Geipl und Baumgart. Kein Tor. In der 38. Minute nahm Tchouangue aus 20 Metern Maß und scheiterte am Pfosten - diesmal Glück für Halle. Dann war Pause.

Nach der Pause hatte der Club die erste Chance, doch Schüsse von Grimaldi und Alberico wurden von den Rot-Weißen abgeblockt. Nach einer Stunde wechselte Duda dreifach, brachte Fesser, Vogt und Berlinski für Alberico, Stockinger und den heute unauffälligen bisherigen CFC-Topscorer Jonas Marx. Nur wenige Minuten später hätte sich Berlinski berühmt schießen können. Einen Zuckerpass von Tchouangue nahm Berlinski mit, doch vor HFC-Keeper Bendel bekam Landgraf in der letzten Sekunde noch den Fuß dazwischen. Nur zwei Minuten später Löhmannsröben mit einer Einwurfflanke in den Strafraum auf den Kopf vom Slamar. Bendel konnte den Ball gerade noch über die Querlatte lenken. Kollektives Haareraufen bei allen, die es mit dem Club halten! Auf der Gegenseite zeigte Richter gegen den allein auf ihn zustürmenden Baro sein ganzes Können.
In den letzten Minuten der Partie drückte der Club nochmal auf die Tube und hatte noch ein Brett auf den möglichen Auswärtssieg. Fesser hatte sich schon in der Nachspielzeit wunderschön über die linke Seite durchgesetzt, seine Hereingabe verpasste jedoch Berlinski. Den Abpraller verdattelte zunächst Pistol, bevor Geipl das Leder aus 20 Metern über den Kasten donnerte. Dann war Feierabend in Halle mit einem am Ende gerechten Remis.
Fazit: Ein Punkt, den man gerne mitnimmt, auch wenn der CFC durch das Remis nun Zweiter der Tabelle ist. Am kommenden Samstag gilt's - das Derby gegen die punktgleichen Schachter steht an. Vor einer vollen Fischerwiese gibt es dann nur ein Ziel - den zweiten Derbysieg der Saison!