Nach dem sensationellen Auswärtssieg in Leipzig unter der Woche gastierte Carl – Zeiss – Jena am Freitagabend im Stadion an der Gellertstraße. Vor über 8000 Zuschauern sollte der nächste Sieg eingefahren werden. Die Chancen dafür standen nicht so schlecht. Während die Himmelblauen einen großartigen Saisonstart hingelegt haben und ungeschlagen um die Tabellenspitze spielt, holte der Gast aus Thüringen aus den ersten 5 Spielen 9 Punkte und fand sich vor diesem Spiel im Mittelfeld der Tabelle wieder. Benjamin Duda wechselte die Startelf das erste mal in dieser Saison und brachte mit Fesser, Vogt und Berlinski frische Kräfte in dieser englischen Woche.

Nachdem aus Protest, bezogen auf die Aufstiegsregelung, der Ball rollte, hatte Chemnitz durch Alberico die erste Torchance. Im Gegenzug erfolgte dann der kleine Stimmungskiller – Führung für Jena durch Munser, der aus halbrechter Position sein 4. Saisontor erzielte. Fortan sah man über die gesamte Spielzeit einen überlegenen CFC. Immer wieder erfolgten vor allem über Vogt, Alberico und Fesser sehenswerte Ballstafetten, welche in der 1. Halbzeit noch nicht in zählbares umgesetzt werden konnten. Von Jena kam außer der Führung nichts mehr. Hitzig wurde es kurz vor der Pause, als der bereits verwarnte Eshele deutlich mit der Hand am Ball war und folgerichtig Gelb – Rot sah. Mit einem Rückstand, aber einem Spieler mehr auf dem Feld, ging es in die Kabinen.
In der 2. Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor. Während der Gast aus Thüringen überhaupt nicht mehr zu Entfaltung kam, erspielten sich die Hausherren Chance um Chance oder aber zeigten stets spielerisch und kämpferisch starke Ansätze. Oftmals war es der letzte Pass und die entscheidende Genauigkeit in den Aktionen, die Jena auf einen bereits zu diesem Zeitpunkt unverdienten Auswärtssieg hoffen liesen. Auch die eingewechselten Spieler (Marx, Pistol, Grimaldi und Stockinger rein, Alberico, Geipel, Fesser und Eppendorfer raus) fügten sich nahtlos in das offensiv geführte Spiel der Himmelblauen ein. Allein Berlinski hatte eine Vielzahl an Chancen, die entweder vom starken Gästekeeper Liesegang entschärft wurden oder aber ihr Ziel nur knapp verfehlte. Trotz Unterzahl und drückender Überlegenheit der Himmelblauen hatte Gäste – Stürmer Werner kurz vor Schluss die Entscheidung auf dem Fuß, traf nach dem einzigen Konter in Halbzeit 2 jedoch nur die Latte.

Nachdem es immer wieder Spielunterbrechungen in diesem hitzigen Duell gab und es zudem Mitte der 2. Halbzeit eine sehenswerte Pyroshow in der Südkurve zu sehen entschied sich Schiedsrichter Lukawski für 9 Minuten Nachspielzeit. Die hatte es in sich. Spätestens jetzt warf der CFC alles nach vorn. In der 93. Minute dezimierten sich die Gäste erneut selbst. Der Ex – Chemnitzer Reddemann flog mit Gelb – Rot vom Platz. Fortan drückte der CFC und erzwang schließlich in der 97. Minute den höchst verdienten Ausgleich durch David Vogt. 2 Minuten später hatte Pistol sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber erneut an Liesegang. Nach Abpfiff kochten die Emotionen auf dem Rasen über, was eine rote Karte für den immer wieder negativ auffallenden Gäste – Coach Grote nach sich zog.
Fazit: In einem einseitigen Spiel verdiente sich die Truppe von Benjamin Duda einen hochverdienten Punkt und bleibt weiterhin ungeschlagen. Jena kann sich bei ihrem Torwart und der himmelblauen Ungenauigkeit im Abschluss bedanken, das dieses Spiel nicht im Debakel für den FCC endete. Der CFC überzeugte nicht nur kämpferisch und spielerisch, sondern glaubte bis zum letzten Moment an den zählbaren Erfolg und belohnte sich völlig verdient.