Saison 2019/2020
CFC / 3. Liga



 
FC Würzburger Kickers
FC Würzburger Kickers3:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
34. Spieltag - 3. Liga - Saison 2019/2020
Freitag, 19. Juni 2020, 19:00 Uhr
flyeralarm Arena, Würzburg
Schiedsrichter: Haslberger (St. Wolfgang)
Vorbericht

CFC als klarer Außenseiter zu formstarken Kickers nach Würzburg …

Von Timo Görner

… die recht aussichtsreich im Aufstiegsrennen stehen und vor allem durch ihre torhungrige Offensive mit einem herausragenden Akteur überzeugen. Für die Glöckner-Truppe wird eine starke Leistung vonnöten sein, um etwas mitzunehmen.

Die Saison unseres Gegners bislang:

Die Würzburger sind eines der Teams im nach wie vor dicht gedrängten Feld der Aufstiegskandidaten, als aktueller Tabellenvierter für die Relegation zur 2. Bundesliga berechtigt. Der FC Bayern II. davor darf bekanntermaßen nicht aufsteigen. Diese hat man ja bereits einmal erfolgreich gegen den derzeitigen Spitzenreiter bestritten. Verantwortlich dafür eine starke Phase seit Spieltag 18, den Lauf konnte man auch nach der Corona-Pause fortsetzen und sich oben festsetzen. Bilanz seitdem: 10 Siege – 4 Remis und nur 2 Niederlagen. Die allerdings im eigenen Stadion.

Nach Spieltag 17 sah es schlechter aus. Nach dem 0:1 in Rostock standen die Rot-Weißen als 16. mit 20 Punkten 1 Platz über dem Strich, vor dem CFC. Im eigenen Stadion wurde in 8 Spielen 4x verloren, dass zum Teil gegen Mannschaften, die nicht gerade zu den Staffelfavoriten zählen mit Großaspach (0:3) und Zwickau (0:2). Auch gegen Duisburg (0:2) und Uerdingen (1:2) gab es nichts Zählbares. Knapp die Siege gegen Meppen und Münster (3:2), 1860 (2:1). Erfolgreich der Heimauftakt gegen die Bayern II (3:1). Auf Reisen gelangen ebenfalls knappe Dreier in Mannheim und Kaiserslautern. Deutlich dafür zum Teil die 3 Schlappen in Magdeburg, Ingolstadt (0:3) und Braunschweig (2:5).

Ambitionen nach oben waren bis Ende der Herbstrunde 2019 weniger möglich. Danach wurde sich deutlich gesteigert. Überzeugend die Gastspiele in Halle (5:2) und Großaspach (6:0), stark auch die Heimauftritte gegen Ingolstadt und Braunschweig – 3:1. Beleg für das Potential der Mannschaft. In Zwickau ließ man sich auch vom Rückstand nicht entmutigen. Drehte das Spiel zum 2:1. Im letzten Spiel vor dem "Fußball-Shutdown" gab es ein 0:0 gegen Mannheim. Wurde ein "Big-Point" im Aufstiegsrennen verpasst. Mit 41 Punkten waren es 3 auf Platz 2, das als 10. Die Kickers zählten zu den Befürwortern einer Fortsetzung der Saison. So kam man auch gut aus der Pause, blieb oben mit dabei. Optimal der Start in Meppen mit dem 3:1, die Franken enorm effektiv gegen gleichwertige Gastgeber. Auch der überraschende Rückschlag gegen Magdeburg (0:1) wurde weggesteckt. An der Grünwalder Straße wurde die Serie der 60er nach 16 Spielen ohne Niederlage abrupt beendet. In Würzburg wurden die letzten beiden Heimspiele gegen Absteiger Jena (4:2) und Kaiserslautern (2:0) gewonnen.

Als platzbauende Gemeinschaft sind die Kickers die Nr. 5 der Liga, sind hier ein wenig schwankend mit 9 Siegen und 6 Niederlagen. 23 Gegentore in 16 Spielen sind keine Spitze der Liga. 7 sind hier besser, u. a. der CFC. Auswärts steht man ähnlich da, liegt der Saldo bei 7-7-5 als sechstbeste Mannschaft mit 32:28 Toren. Insgesamt wurden 60:51 Tore verbucht. Mehr Treffer hat nur die II. des FC Bayern erzielt, die Offensive unseres Gegners präsentiert sich enorm stark. Die Defensive muss sich etwas steigern, will man am Ende ganz oben landen. 10 konnten hier weniger kassieren.

Im DFB-Pokal kam das Aus in Runde 1 erst n. E. mit 4:5 gegen Hoffenheim, im Bayern-Pokal sollte es im Halbfinale eigentlich am 21.04.2020 beim SV Viktoria Aschaffenburg gehen. Mögliche Gegner im Endspiel wären Regionalligist FC Memmingen und Ligarivale 1860 München.

Delegierungen seit dem Hinspiel:

Es gab 4 Ab – und 3 Neuzugänge.

Innenverteidiger Lion Schweers (24) wurde an Regionalligist SV Elversberg ausgeliehen, soll dort Spielpraxis bekommen. Er kam erst im Sommer 2019 aus Münster. Leonard Langhans (21) im offensiven Mittelfeld zog es mangels Perspektive in die Regionalliga Bayern zum TSV Aubstadt. Auch Patrick Breitkreuz (28/VSG Altglienicke) wechselte in die 4. Liga, der Angreifer kam in Würzburg kaum noch zum Zug. Für den Türken Hüseyin Cakmak (21/Hessen Kassel) ging es in die Oberliga.

Für die Abwehr kam als Manndecker Niklas Hoffmann (22/FC St. Pauli II) aus der Nord-Staffel wie auch Jonas David (20) vom Hamburger SV II. Er ist aktueller U-20-Auswahlspieler des DFB. Saliou Sané (27) wurde für den Angriff geholt, in Karlsruhe nur mit einem Kurzeinsatz und dort ohne Möglichkeiten. Ausgebildet in der Jugend von Hannover 96.

Die sportliche Leitung:

Michael Schiele (42) hat seit mittlerweile knapp 2 ½ Jahren das Sagen bei den Profis. Sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2020. Seine Arbeit wird im Umfeld geschätzt, die Bilanz solide mit 107 Spielen - 56 Siegen – 21 Remis und 30 Niederlagen bei 208:142 Toren. Co-Trainer ist nach wie vor der ehemalige Nürnberger Profi Rainer Zietsch (55) neben Philipp Eckart (30). Die Torhüter betreut Ex-Keeper Robert Wulnikowski (42). Am 20.01.2020 dann der Einstieg von Felix Magath (66) als "Global Sports Director". Für den gebürtigen Aschaffenburger eine Rückkehr in die Heimatregion. Mittelfristiges Ziel ist, den Verein zurück in die 2. Bundesliga zu bringen.

Das Kollektiv:

Für das Tor stehen 4 Akteure im Kader, von denen Vincent Müller (19) mit aktuell 20 Einsätzen die meisten Berufungen erhielt, dahinter der Niederländer Eric Verstappen (25/14). Noch ohne Spiele sind Leon Bätge (22) und Nico Stephan (19). Beim Re-Start in Meppen begann Müller, der zur Halbzeit gegen Magdeburg verletzt draußen blieb und durch Verstappen ersetzt wurde. Aktuell ist Müller wieder die Nr. 1, so jedenfalls gegen Kaiserslautern. Tendenz so auch am Freitag. Seit Anfang Oktober 2019 ist Müller die Nr. 1.

Die Innenverteidigung sieht bislang Kapitän Sebastian Schuppan (33) – starke 6 Tore –, Jonas David (20), Daniel Hägele (31) als die wichtigen Spieler. Auf der rechten Seite ist es Luke Hemmerich (22) neben Frank Ronstadt (22). Auf Links hat sich Robert Herrmann (26) durchgesetzt, dahinter kommt Leroy Kwadwo (23).

Im defensiven Mittelfeld heißt es "Jugend voran", vertrauen die Trainer meist auf Simon Rhein (21) und Patrick Sontheimer (21). Dave Gnaase (23) konnte sich hier mehrmals empfehlen. Auf Rechts spielt der Deutsch-Italiener Fabio Kaufmann (28) eine überragende Saison, kommt auf 12 Tore und 13 Vorlagen. Bei 60 wurde er zum "Matchwinner" mit seinem Doppelpack zum Sieg. Gegen Jena gelang ihm dies erneut. Der Spieler, welcher die Partien für sein Team entscheiden kann. Als Linksaußen spielt der Kosovare Albion Vrenezi (26/5) eine gute Saison, steht vor Dominik Widemann (23). Yassin Ibrahim (20) wurde nach Kurzeinsätzen zu Beginn durch Verletzung aus dem Rennen geworfen.

4 können Mittelstürmer oder hängende Spitze bedienen. Die Nase vorn hat hier Luca Pfeiffer (23), traf 10x ins gegnerische Tor und leistete in 7x Fällen vor Vorarbeit. Dominic Baumann (25/3) ist Ergänzungsspiele wie auch Saliou Sané (27/3) und Maximilian Breunig (19/1), der die komplette Herbstrunde wegen Stauchung der Wirbelsäule ausfiel und beim 6:0 in Großaspach mit 1 Tor und Vorarbeit glänzend wieder kam. 28 Spieler inkl. 4 Keeper sind Durchschnitt der Liga. 23,9 Jahre im Schnitt unterbietet nur die II. des FC Bayern. Beleg für eine junge Mannschaft, in der mehrere Aktive wie Müller, Sontheimer, David, Rhein, Hemmerich und Ronstadt zum Stammpersonal zählen.

Eine recht vielversprechende Mannschaft mit Zukunft. Möglich aber, dass er eine oder andere bei einem Nichtaufstieg höhere Aufgaben anpeilt. So läuft z. B. der Vertrag von Fabio Kaufmann zum Saisonende aus.

Die Einkaufsbilanz:

20 Spieler wurden bis heute geholt, der Umbruch im Kader insgesamt gut gemeistert.

Von denen haben sich Vincent Müller (1. FC Köln U19), der "Doppelpack" aus Aue mit "Leihgabe" Robert Herrmann und Luke Hemmerich, Frank Ronstadt (Werder Bremen II), Jonas David (Hamburger SV), Simon Rhein (1. FC Nürnberg), Albion Vrenezi (Regensburg) sowie Luca Pfeiffer (Paderborn) durchgängig oder über weitere Strecken durchgesetzt. Erfreulich vor allem bei Spielern wie Müller, David, Rhein, Ronstadt die aus unterklassigen Ligen bzw. Nachwuchsmannschaften kamen. Pfeiffer gilt sicherlich als "Volltreffer", ist für die Offensive eine Verstärkung.

Fazit: ganz ordentlich. Auch wenn der Anteil der Spieler, die zum Stammkader wurden, relativ gering ist. Relativiert sich, wenn man bedenkt das 10 der Neuzugänge aus dem eigenen oder fremden Nachwuchs kamen.

Gewinner dieser Saison:

Dürften die angesprochenen jungen Spieler sein.

Das Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Innenverteidiger Jonas David (20) fehlt seit Ende Mai wegen muskulären Problemen wie auch Stürmer Saliou Sané (27). Erwähnenswert: Patrick Sontheimer und Fabio Kaufmann sahen gegen Kaiserslautern jeweils die fünfte gelbe Karte. Das Duo ist somit am Freitag gelbgesperrt.

Bilanz gegen den FC Würzburger Kickers:

Sieht dürftig aus, in bislang 5 Spielen sind wir noch ohne Sieg und konnten erst 1 Treffer verbuchen. In Chemnitz hieß es 0:1, 0:3 und 0:0 im Hinspiel. In Franken hieß es zweimal Remis, im Herbst 2015 kam der CFC in der Schlussphase noch zum glücklichen 1:1 nach frühem Rückstand, im letzten Auswärtsspiel der Abstiegssaison 2017/2018 erkämpfte sich die damalige Bergner-Truppe ein 0:0. Einziger Torschütze der Himmelblauen gegen die Würzburger ist Tim Danneberg.

Bemerkenswert, in bislang 3 Spielen auf dem Würzburger Dallenberg ist der CFC noch ohne Niederlage. Nimmt man das 1:0 zum Auftakt nach der Corona-Pause gegen Jena dazu.

Perspektive für das Spieljahr:

In dieser 3. Liga scheint alles möglich, gegen einen Spitzenplatz der Kickers sprechen 6 Heimniederlagen, die launische Defensive und der Wechsel von Negativ – und Positivserien in den letzten 3 Jahren. Bekommt man das alles in den Griff, kann man noch mal ganz oben landen. Tendenz mindestens Platz 3 ist durchaus machbar.

Das Umfeld / Stimmung / Wirtschaft:

Auch in Würzburg hat man die 2. Bundesliga im Blick, der man ja bereits 1 Saison angehört hat. Positiv bleibt, dass im Gegensatz zu den Clubs aus Aachen, Trier, Aalen, Frankfurt/M. der Absturz weiter runter vermieden werden konnte. Sollte der Sprung nach oben diese Saison verpasst werden, wäre dies aber kein Beinbruch. Ziel der Vereinsführung bleibt auch die Lösung der offenen Stadionfrage, die aktuelle Spielstätte mit der "FLYERALARM Arena" würde keine Genehmigung für die 2. Bundesliga erhalten. Die Kapazität beträgt derzeit 13.090 Zuschauer, 15.000 sind eine Etage höher mindestens anzubieten. Mit nur 2.882 Sitzplätzen und 10.208 Stehplätzen liegt man auch hier unter den geforderten Kriterien. Zumal aufgrund behördlicher Auflagen wegen Anwohnerklagen nur 10.006 Eintritt bekommen. Dazu fehlt die komplette Überdachung. Als Standort für ein neues zweitligareifes Stadion wurde zuletzt auch wieder der Dallenberg ins Spiel gebracht, konkret direkt neben dem aktuellen. Problematisch bei der Finanzierung, im Gegensatz zu Thüringen z. B. darf sich das Land nicht an diesen Investitionen beteiligen. Unterstützung wäre wenn dann von der Kommune möglich, die bereits deutlich Bereitschaft signalisiert hatte. Für den Neubau wären 36 Mio. € fällig. Ein Umbau der jetzigen Anlage käme nach den letzten Schätzungen deutlich teurer. In den bisherigen Heimspielen strömten im Schnitt 5.403 auf den "Dalle", damit liegt man fast exakt zum CFC mit 5.369. Kaum eine Veränderung zur Vorsaison mit damals 5.450. Für den besten Besuch sorgten die beiden Münchner Vereine mit 1860 (8.346) und dem FC Bayern II zum Saisonauftakt bei 7.748. Deutlich über dem Schnitt auch das Gastspiel des SV Waldhof Mannheim mit 7.012. Vor der "Corona-Pause". Wesentlich weniger interessant befanden die Fans die Auftritte des FC Viktoria Köln (3.855) und des FSV Zwickau (4.255). Daran wird sich durch die "Geisterspiele" auch nichts mehr ändern. Die Lizenz auch für die 2. Bundesliga wurde beantragt und erhalten. Über Auflagen oder Bedingungen wurden keine Angaben gemacht, die angesprochene Stadionproblematik dürfte aber mit im Spiel sein.

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich
FC Würzburger Kickers Chemnitzer FC
5Tabellenposition16
54
33
1,6
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
40
33
1,2
16 (48,5%)
11 (33,3%)
Siege
Niederlagen
10 (30,3%)
13 (39,4%)
60 : 51
1,8 : 1,5
Tore
Tore pro Spiel
47 : 50
1,4 : 1,5
6:0 gegen SG Sonnenhof Großaspach (A)Höchster Sieg3:0 gegen Hallescher FC (H)
2:5 gegen Eintracht Braunschweig (A)Höchste Niederlage2:4 gegen SV Meppen (H)
N-s-S-u-SDie letzten SpieleN-n-N-n-S
4 Spiele in Folge ungeschlagenAktuelle Serienkeine
Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele50321:5
Heimspiele30120:4
Auswärtsspiele20201:1
Ligaspiele50321:5
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

2015/20163. Liga11. SpieltagFC Würzburger Kickers - Chemnitzer FC1:1 (1:0)
2015/20163. Liga30. SpieltagChemnitzer FC - FC Würzburger Kickers0:1 (0:1)
2017/20183. Liga16. SpieltagChemnitzer FC - FC Würzburger Kickers0:3 (0:0)
2017/20183. Liga35. SpieltagFC Würzburger Kickers - Chemnitzer FC0:0 (0:0)
2019/20203. Liga15. SpieltagChemnitzer FC - FC Würzburger Kickers0:0 (0:0)

Die Webseiten des Gegners

http://www.wuerzburger-kickers.de/ - Die offizielle Vereinsseiten