
Sein Debüt gab der aus Brünlos stammende FCK-Kicker beim bedeutungsvollen 3:1-Sieg in Aue am 26.März 1988. Als er nach einer Stunde erfolgreichen Spiels den Platz verließ, ahnte noch niemand, daß mit ihm ein Leistungsträger und eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Chemnitzer Fußballs der letzten Jahre heranreifen würde. Nur ein halbes Jahr später spielte sich der Linksbeiner in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, als er beim Karl-Marx-Städter 4:3-Jahrhundertsieg in Dresden 2 Tore (10., 19. Minute) schoß. "Knallbonbons machten wach" betitelte das Sportecho am 16.1.1989 ein Porträt über den schußstarken Mittelfeldspieler, der fortan aus dem FCK-Stamm nicht mehr fortzudenken war. "Was ihn auszeichnet, sind Fleiß und Konsequenz im Training", lobte ihn damals Christoph Franke, der ihn im Nachwuchsbereich betreute. Ulf zählte als sogenannter "Unechter", denn er spielte nie in einer DDR-Juniorenauswahl und fand erst über die B-Bezirksauswahl den Weg ins Leistungszentrum.

Nach der Wende bestritt Ulf Mehlhorn 204 Zweitligaspiele für den CFC. 1995 holte ihn Fortuna Düsseldorf in die 1. Bundesliga, für die er in zwei Serien 2 Tore schoß. Nach einem Intermezzo in Leipzig kehrte der gereifte Abwehrmann im Sommer 1998 zum CFC und seinem Trainer Christoph Franke zurück. Ein knappes Jahr später steht sein Verein in der 2. Bundesliga.

Es folgten Jahre mit Höhen und Tiefen. Nach dem Abstieg 2001 schaffte es der Chemnitzer FC trotz prominenter Verpflichtungen nicht, die Regionalliga zu dominieren. Zu viele Spieler kamen und gingen, mancher gute Trainer wurde gefeuert. "Von Mehlhorns Sorte könnte ich noch einige gebrauchen", diktierte 2003 Trainer Frank Rohde der Presse in die Notizblöcke. Ein Satz, der alle Fragen beantwortet. Ohne den Routinier lief nichts, und so mußte dieser sogar einmal aus der 2. Mannschaft zurückgeholt werden. In seiner endgültig letzten Saison 2004/05 stemmt sich Ulf Mehlhorn mit gegen den Abstieg, der das Ende des Chemnitzer Fußballs bedeuten kann. Für einen Mann seines Formats, seines Charakters und seiner Verdienste eigentlich ein trauriger Abschied. Bleibt zu hoffen, daß nachrückende Spieler in seine Fußstapfen treten und die Erinnerung an "Uns Ulf" wachhalten werden...