Saison 2008/2009
CFC / Regionalliga



 
SV Babelsberg 03
SV Babelsberg 033:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
25. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2008/2009
Samstag, 11. April 2009, 13:30 Uhr
Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam
Zuschauer: 1.812
Schiedsrichter: Rohde (Rostock)
SV Babelsberg 03TorfolgeChemnitzer FC
T Unger
A Civa (67. Oumari)
A Surma
A Müller
A Moritz
M Weidlich
M ErgirdiGelbe Karte
M Lange (83. Kutschke)
M Prochnow (55. Rudolph)
S Frahn
S Laars

Trainer: Dietmar Demuth
0:1 Kellig (35./Handelfer)
1:1 Frahn (40.)
2:1 Civa (44.)
3:1 Frahn (89./Handelfmeter)

Besondere Vorkommnisse:
Rot für Kunert nach absichtlichen Handspiel (89.)

T Klömich
A Nowak
A Emmerich
A Wilke
A Sieber
M KunertRote Karte
M Becker (71. ReinhardtGelbe Karte)
M MüllerGelbe Karte
M Schlosser (46. Hampf)
S Boltze (60. Sonnenberg)
S Kellig

Trainer: Gerd Schädlich
Spielbericht

Trotz guten Spiels wieder keine Punkte...

Von Frank Neubert

Mit nur wenig verheißungsvollen Gefühlen bestieg man am Ostersamstag die Benzindroschke gen Babelsberg, denn zu mager war der Auftritt der Himmelblauen am Dienstag im Pokal gegen Sachsen Leipzig gewesen. Wenn man sich schon gegen einen insolventen Absteiger zu Hause keine Chancen erspielen kann, was soll dann bloß im Stadion des Tabellendritten passieren? Gut zu verstehen, daß angesichts des herrlichen Osterwetters so manche bekannte Nase nicht in Potsdam anzutreffen war. Diejenigen aber, die die Reise in die ehemalige DEFA-Hauptstadt der DDR nicht gescheut hatten, wurden von der himmelblauen Elf angenehm positiv überrascht.

Steffen Kellig trifft vom Punkt zum 1:0Vom Anstoß weg suchte der Club sein Heil mit offensiv-drangvoller Fußballarbeit. Schädlich schenkte erstaunlicherweise der gleichen Elf das Vertrauen, welche vor vier Tagen im Pokal gegen Sachsen Leipzig auflief und versagte. Aber diese Jungs brannten bei bestem Sommerwetter darauf, zu beweisen, daß sie mehr konnten, als am Dienstag offenbart. Babelsberg zeigte sich überrascht und kam ob der offensiven Einstellung der Gäste kaum zu eigenen Gedanken und zum eigenen Spiel. So löblich dieser Beginn auch war, umso mehr war die Partie wiederum eine Fortsetzung der altbekannten Schwächen - es wurden wieder einmal viel zu wenig verheißungsvolle Situationen vor des Gegners Tor herausgespielt! Notierenswert waren in den ersten zwanzig Minuten lediglich zwei Distanzschüsse von Kellig (8. und 18.). Der erste Schuß flog 2 Meter über dem Tor ins Fangnetz, der zweite Versuch landete gar außerhalb des Stadions (!) an der Breitseite eines geparkten Polizei-Einsatzfahrzeuges! Nach 23 Minuten zeigte sich auch der Gastgeber - und diesmal gleich richtig: SVB-Stürmer Frahn scheiterte erst an der Latte und dann an Keeper Klömich. Diese Aktion rüttelte Babelsberg wach und den CFC durcheinander.

Die Spielanteile verkehrten sich, und nun bekam der Tabellendritte plötzlich Oberwasser. Genau in dieser Drangphase der Einheimischen die passende Gelegenheit - Moritz nimmt im Strafraum die Hand zu Hilfe und Schieri Rohde zeigte auf den Punkt! Bange Blicke im Gästeblock - wer würde die Verantwortung übernehmen? Kellig! Und der zuletzt vielgescholtene Torjäger verwandelte ganz souverän zum 1:0 für die Guten! Sauber, Kelle !! Doch die CFC-Führung beeindruckte den SVB in keinster Weise. Mit dem Lattentreffer war die Demuth-Elf aus ihrem Dornröschen-Schlaf erwacht und berannte unbeirrt das Chemnitzer Tor. Lohn dieser Mühen sollte das 1:1 sein, welches Frahn nach einem Ballverlust von Schlosser im Mittelfeld und einigen schnellen Staffetten in der 40. Minute besorgte. Doch damit nicht genug, nur 240 Sekunden später schlug das Leder erneut hinter Klömich ein: Nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß lauerte SVB-Kapitän Civa vor dem Strafraum, und der setzte den Querschläger zum glücklichen 2:1 für die Babelsberger in die Maschen!

Nun kann man Tore freilich feiern wie man will, aber was den geneigten Fußballfan (!) dann doch etwas pikierte, waren die im Heimblock bei beiden Toren geschwungenen Fahnen, welche eher an eine politische Demonstration erinnerten, als an ein Fußballspiel. Keine Frage, der Chemnitzer FC hat seit längerer Zeit Personen im Schlepptau, die eindeutig dem politisch rechten Lager zuzuordnen sind. So neulich erst gesehen gegen Sachsen Leipzig. Weshalb aber die am Karl-Liebknecht-Stadion öffentlich ausgehängte, und für den neutralen Fußballfan (!) durchaus begrüßenswerte Kleider- und Symbolordnung nur für die eine Seite der Medaille gilt, bleibt wahrscheinlich auf ewig das Geheimnis der Potsdamer. Der Ansatz, politische Bekenntnisse im Stadion zu verbieten, ist lobenswert, wird aber leider konterkariert durch eine einheimische Fanszene, die bei Toren des SVB fröhlich Fahnen der Ex-Sowjetunion schwenkt, oder mit Fahnen des Staates Israels glänzt, wo mittlerweile eine ultra-rechte Partei an der Regierung beteiligt ist. Kurz: Es wäre besser, alle politischen Provokationen im Keim zu ersticken, um alle störenden Trittbrettfahrer von dem fernzuhalten, was einem wirklichen Fan wichtig ist: Das Spiel der eigenen Mannschaft!

Und wieder nix gerissen...Mit dem Beginn der zweiten Hälfte zeigte sich erneut der Club als Herr des Handelns, und die Chemnitzer waren lange Zeit bemüht, den durchaus möglichen Ausgleichstreffer zum 2:2 zu erzielen. Nur fünf Minuten nach der Pause hatten sowohl Hampf (für Schlosser im Spiel) als auch Wilke die Chance zum Ausgleich, doch der sollte leider nicht fallen. Nach 65 gespielten Minuten unterbrach Schieri Rohde für vier Minuten die Partie, weil sich die Polit-Chaoten aus beiden Lagern mit Raketen und Knallern ihre "Sympathie" gegenseitig versichern mußten. Bahh, haut bloß ab, ihr Dödel! Erstaunlich, daß vor allem auf Chemnitzer Seite eine dicke Rauchwolke und eine Leuchtspur-Rakete am Start waren, nachdem man am Eingang sogar die Schuhe ausziehen und u.a. das Batteriefach der Kamera öffnen mußte. Lobenswert an dieser Stelle auch die Ordner und die anwesende Polizei, die auf die "Liebesbekundungen" verhalten agierten und damit die Situation locker in den Griff bekamen. Auf dem Spielfeld mühte sich der Club um den Ausgleich, aber das letzte Tor sollten die Filmstädter schießen - nach einer Ecke ist Klömich bereits geschlagen und der auf der Linie postierte Kunert hält einen Hinterhaltschuß von Kutschke per Hand auf der Torlinie auf! Klare Sache - Elfmeter für den SVB und laut Regelwerk Rot für Kunert! Frahn ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte sicher zum glücklichen 3:1-Endstand für die Babelsberger.

Fazit: Der CFC hat entgegen allen schlimmen Befürchtungen nicht enttäuscht! Leider war aber wieder einmal die Angriffswirkung zu schwach, um am Ende etwas Zählbares mit nach Chemnitz nehmen zu können. Und trotzdem - der gute Auftritt nützt insofern wenig, als das der Club immer weiter in Richtung Abstiegszone rutscht! Gegen den HFC, den Tabellenzweiten, wäre es im kommenden Heimspiel nicht nur schick und schön, sondern auch dringend erforderlich, auf der heimischen Fischerwiese einen dicken Kampf um diejenigen Punkte abzuliefern, die am Ende der Saison dazu führen können, daß der CFC die Spielklasse 'Regionalliga' überhaupt hält...

Wertung: 2,5

Beste Himmelblaue: Klömich, Nowak

Pressestimmen

MDR-Online
"Schwarze Woche für den Chemnitzer FC: Nach der unglücklichen Niederlage im Landespokal mussten sich die Himmelblauen auch beim SV Babelsberg geschlagen geben. Trotz couragierter Leistung hieß es am Ende 1:3, auch weil die Potsdamer ihre wenigen klaren Chancen eiskalt nutzten."

Trainerstimmen

Gerd Schädlich (zum MDR)
"Es geht schon an die Nieren, wie das Spiel hier verlaufen ist. Wir haben gut gespielt und 35 Minuten das Spiel klar dominiert. Auch wenn uns da noch die letzte Konsequenz fehlte, um ein Tor zu erzielen. Nach der Führung haben wir durch einfache Fehler im Mittelfeld die Babelsberger zum 1:2 kommen lassen. In der zweiten Halbzeit gelang es uns nicht, noch entscheidende Torchancen herauszuarbeiten."

Dietmar Demuth (zum MDR)
"Der CFC hat begonnen wie die Feuerwehr und ließ uns kaum zur Entfaltung kommen. Wir haben es wenigstens verstanden, da keine klaren Chancen zuzulassen. Nach dem 0:1 hat meine Mannschaft weitergekämpft und sich dadurch ins Spiel zurückgebracht. Nach dem Wechsel konnten wir das Spiel im Wesentlichen kontrollieren. Das 3:1 sicherte den nicht unverdienten Sieg."

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