Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
FC Oberneuland 1948
FC Oberneuland 19481:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
32. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Sonntag, 15. Mai 2011, 13:30 Uhr
Sportpark Vinnenweg, Bremen
Zuschauer: 606
Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin)
FC Oberneuland 1948TorfolgeChemnitzer FC
T Toboll
A Pekrul
A Ibelherr
A Esche (51. Winkelmann)
A Yücel
M ÖzkayaGelbe Karte
M Muzzicato
M Titz
M Burdenski (69. Fidan)
S Kadah
S Ghasemi-NobakhtGelbe Karte (74. van Humbeeck)

Trainer: Reinders
1:0 Burdenski (57.)
1:1 Richter (58.)
1:2 Garbuschewski (89.)

T Pentke
A Bankert
A Richter
A Trehkopf
A Löwe
M Wilke (71. Tüting)
M Peßolat
M Garbuschewski
M Schlosser (51. Schaschko)
S Dobry (71. Fröhlich)
S Förster

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Von Frank Neubert

Leute, Leute! So wird man alt! Der Aufstieg in höhere Ligen mag ja an sich eine wunderbare Sache und Chance auf tolle Zeiten sein, aber in der derzeit dargebotenen Form mag man eher sagen: Bitte nicht noch einmal! Zumindest in den nächsten zehn Jahren. Es sei denn, die Freie Presse hat ein Interesse daran, den Anzeigenteil wegen kürzlich verstorbener Chemnitzer zu verdoppeln! Nee, dann lieber in der nächsten Dekade ein gemütliches Vor-sich-hin-Dümpeln auf den Plätzen 8 bis 12, so wie es der gute alte FCK in der DDR vorgelebt hat. Leute, das Ding in Oberneuland ging ja mal gar nicht!

Jubel über den schnellen Ausgleich!CFC-Coach Gerd Schädlich hoffte im Vorfeld der Partie auf eine offensiv geführte Begegnung, weil der Gastgeber zum Punkten verdammt war. Nur mit einem Sieg bestand für den FCO die theoretische Möglichkeit, die Klasse noch halten zu können. Und so spielten die Randbremer dann auch. Über die gesamten 90 Minuten fragte man sich, wieso die Nordlichter eigentlich im Tabellenkeller stecken. Laufbereitschaft, Giftigkeit, Strafraumszenen - der Tabellenvorletzte wollte seine letzte Chance unbedingt beim Schopfe packen. Und der Club? Der konnte mit den angebotenen Räumen nix anfangen. Meilenweit rückte der FCO auf, drückte den CFC teils in die eigene Hälfte, doch das himmelblaue Mittelfeld verstand es über die gesamte Spielzeit höchst selten, mit schnellen Spielzügen zu reagieren und zu gefährlichen Szenen vor dem FCO-Tor zu kommen. Gut, gleich zu Beginn segelte Förster knapp an einer Flanke vorbei, und etwas später wurde Löwe beim Sprint in den Strafraum zu Boden gerissen (Schmickartz lag mit "Weiterspielen" völlig falsch!), doch der Rest an Chancen resultierte nur aus Standards. Die beste himmelblaue Chance hatte Richter nach einer Ecke - sein Kopfball klatschte an die Querlatte (28.). Blasse Gesichter gab es unter den ca. 500 mitgereisten Fans vor allem bei offensiven Aktionen der Gastgeber. Viel zu oft turnten deren Akteure munter durch den CFC-Strafraum und vergaßen dabei - zum Glück - das Toreschießen.

Auch die Hoffnung, daß der Club mit neuem Elan aus der Kabine kommen würde, erfüllte sich nicht wirklich. Die angezogene Handbremse aus Hälfte Eins wurde auch in den zweiten 45 Minuten nicht gelöst. Ärger gab es auch im Gästeblock, denn Capo Walze, der in Hz 1 mit dem anwesenden Feiervolk eine feine Stimung entfachte, mußte auf Wunsch der um Leib und Leben bedrohten Linienrichterin und dem daraufhin beauftragten Wichtig-Mensch des Security-Personals vom Zaun herunter und sich auf die unterste Stufe des kleinen Gästeblocks stellen.

Siegesjubel mit den 500 Club-FansIn der 51. Minute reagierte Schädlich auf die müde Vorstellung seiner Kicker. Schlosser raus, Schaschko rein, und der vom Deutschen Meister BvB umworbene Löwe rückte auf der linken Seite nach vorn. Doch diese sinnvolle Maßnahme sollte - vorerst - nicht fruchten, denn plötzlich lag das Leder nach einem Mißverständnis zwischen Schaschko und Pentke im himmelblauen Kasten! 1:0 für den FCO! Blankes Entsetzen im Gästeblock. Und das Schlimme: Die Führung war nicht einmal unverdient! Aufstieg adé? Ein Tränenmeer in Himmelblau!? Nein!! Richter!!! Der Schockstarre im Gästeblock folgte eine Gefühlsexplosion - der CFC-Kapitän staubte quasi im Gegenzug nach einem Freistoß von Garbuschewski aus ca. 8 Metern ab und traf zum 1:1! Wie wichtig dieser Treffer war, sah man am Freudenknäuel der Mannschaft und dem Sprint von Pentke, der bei seinem Jubel bis in die FCO-Hälfte zum Torschützen rannte und diesen umschlang.

So, und nun? War das 1:1 endlich der Weckruf zu großen Taten in Himmelblau? Nee, nicht wirklich. Der Mob im Gästeblock brüllte sich zwar die Seele aus dem Leib - "Spitzenreiter, Spitzenreiter", aber der richtige Hallo-wach-Effekt stellte sich bei den Chemnitzer Ballvirtuosen immer noch nicht ein. Wilke und Dobry machten für Tüting und Fröhlich Platz. Auch diese Verstärkung der Offensive bewirkte nicht viel, auf der Gegenseite sorgte dagegen der eingewechselte van Humbeck für Gefahr (77.). Das Spiel plätscherte vor sich hin und die Pessimisten begannen bereits, die rechnerischen Möglichkeiten der letzten beiden Spieltage zu erörtern. Himmelblaue Götterdämmerung in Golfsburg? Blick auf die Uhr: Noch zwei Minuten! Ein Foul. Richter wird auf der linken Außenbahn zu Fall gebracht. Freistoß für den Club. Garbuschewski am Ball. Das Leder in der Luft - angeschnitten. Und Tooooooooooooorrrrrrrrrrrrrr!!! An Freund und Feind vorbei segelt die Pille zum Entsetzen von Keeper Toboll genau in die untere rechte Ecke! Kollektive Eruption im Gästeblock - 500 People liegen sich kreuz und quer in den Armen und können sich nur mühsam entknoten. Was für ein Paukenschlag! Eiskalt zugeschlagen! Der Dusel eines Spitzenreiters! Total abgedreht! Eine Minute später pfeift Schmickartz die Partie ab.

Fazit: Der Club hat sich zu drei weiteren Punkten geduselt. Höllisch wichtig, weil die kleinen Golfsburger immer noch im Rückspiegel auf der linken Spur zu sehen sind! Während in der RL-West mit 69 Punkten der Aufstiegsplatz bereits an Preußen Münster vergeben ist (Herzlichen Glückwunsch!) und in der RL-Süd der SV Darmstadt 98 mit 56 Punkten (!) auf dem ersten Platz liegt, ist der Club mit sage und schreibe 76 Punkten (!!) immer noch nicht durch. Doch nun folgt das "Spiel der Spiele". Die himmelbauen Pfennigfuchser gegen die Brause-Millionäre aus Markranstädt. 17 von 18 RL-Trainern sahen die Büchslinge vor der Saison auf Platz 1. Diesen Platz an der Sonne belegt aber nach 32 Spieltagen der Chemnitzer FC! Und nun, am kommenden Samstag, kann man nicht nur mit dem nächsten Dreier die Saison veredeln und nach 12 Jahren den Wiederaufstieg in den Profi-Fußball schaffen, sondern auch noch beweisen, daß Geld eben doch kein Tore schießt! Männer - von Bankert bis Wilke - der Heldenstatus wartet auf euch!!!

Wertung: 4

Bester Himmelblauer: Garbuschewski

Pressestimmen

MDR-Online

Chemnitz mit dem Glück des Tüchtigen

[..] Die erste FCO-Möglichkeit ergab sich für Ibelherr in der 21. Minute, der jedoch aus 18 Metern über den CFC-Kasten schoss. Auf der Gegenseite war es Garbuschewski, der zunächst mit zwei Eckbällen (25.) für Wirbel sorgte. Doch seine Abnehmer hatten kein Zielwasser getrunken. Erst ging ein Richter-Kopfball über das Tor, dann schoss Peßolat vorbei. Die dickste Chance in der ersten Hälfte hatte Richter, dessen Kopfball jedoch in der 35. Minute an die Latte klatschte. [..] Nach dem Wechsel kam dann aus Chemnitzer Sicht die kurzzeitige Ernüchterung, als der FCO durch Burdenski in Führung (57.) ging. Doch der Regionalliga-Spitzenreiter antwortete prompt. Nach einem Löwe-Freistoß war Richter zur Stelle und hämmerte die Kugel unter die Querlatte. Zum Mann des Tages avancierte dann Garbuschewski zwei Minuten vor Toresschluss. Sein Freistoß wurde immer länger, ging an Freund und Feind vorbei und schlug am langen Pfosten zum Siegtreffer ein. [..]

Freie Presse

CFC spannt seine Fans auf die Folter

[..] Warum entspannt, wenn es auch spannend geht? FußballRegionalligist Chemnitzer FC tat gestern viel für eine dramatische Schlussphase beim FC Oberneuland, gewann erst kurz vor Ultimo durch einen Treffer von Ronny Garbuschewski (89.) mit 2:1. [..] "Dass uns Wolfsburg unter Zugzwang setzt, hat offenbar einige Spieler nervlich belastet. Wir hätten auch verlieren können. Aber egal, ob letztlich verdient oder nicht: Jetzt haben wir ein Endspiel daheim gegen RB Leipzig. Da wollen wir den Aufstieg perfekt machen", sagte CFC-Abwehrmann René Trehkopf nach der Zitterpartie. Mehrere Zentnerlasten seien abgefallen, so der 31-Jährige, als Teamgefährte Garbuschewski mit seinem zehnten Saisontor das erlösende 2:1 erzielte. [..]

Weser-Kurier

Oberneulands Abstieg ist besiegelt

Gegen Ende der Partie erinnerten die Fans des Gegners an die Folgen der 90 Minuten. "Nie mehr vierte Liga", sangen die rund 400 Anhänger des Chemnitzer FC am Vinnenweg. Das galt natürlich in erster Linie für den CFC, der mit dem 2:1 (0:0)-Auswärtserfolg beim FC Oberneuland einen großen Schritt in Richtung Aufstieg gemacht hatte. Es hatte allerdings auch für die Bremer selbst eine Bedeutung. Nach der Niederlage gegen den Spitzenreiter ist der Klassenerhalt auch theoretisch nicht mehr drin. [..] Immer wieder waren dem Gastgeber druckvolle Phasen gelungen, oft kam der FCO gefährlich vor das Tor des Gegners. Was beide Teams unterschied? Vielleicht ein Tick Abgeklärtheit. Denn am Ende trat der CFC etwas souveräner auf und machte eben nicht die entscheidenden Fehler. [..] Zwei Mal patzten die Bremer, wo sie es besser gelassen hätten: Zunächst beim Ausgleich, als Burdenskis Führung beinahe postwendend der Treffer durch Richters Abstauber zum 1:1 fiel. [..] Und vor dem Tor zum Endstand hätte Orhan Özkaya rund 30 Meter vor dem eigenen Tor besser nicht den Zweikampf gesucht. Er verlor den Ball nämlich, beging ein Foul, und der folgende Freistoß von Garbuschewski flog an allen Spielern vorbei und deshalb überraschend für Jonas Toboll ins lange Eck des Tores. [..]

Radio Bremen

FC Oberneuland muss in die 5. Liga

[..] Im Spiel gegen den Tabellenführer Chemnitzer FC hatten die Oberneuländer durchaus Chancen zum Sieg. In der 57. Minute war die Mannschaft von Uwe Reinders durch Fabian Burdenski mit 1:0 in Führung gegangen. Doch im Gegenzug gelang den Chemnitzern nur eine Minute später der Ausgleich durch Andreas Richter. Das entgültige Aus und damit auch der Abstieg ereilte den FC Oberneuland zwei Minute vor dem Ende. Ronny Garbuschewski traf in der 88. Minute zum 1:2-Endstand.


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