Saison 2012/2013
CFC / 3. Liga



 
SpVgg Unterhaching
SpVgg Unterhaching4:3Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
19. Spieltag - 3. Liga - Saison 2012/2013
Freitag, 23. November 2012, 19:00 Uhr
Sportpark, Unterhaching
Zuschauer: 1.800
Schiedsrichter: Thomsen (Kleve)
SpVgg UnterhachingTorfolgeChemnitzer FC
T Riederer
A Odak
A Hummels
A Hofstetter
A Schwabl
M Willsch (88. Moll)
M Yilmaz
M Welzmüller
M Thee
S Niederlechner (83. Haberer)
S Rohracker (51. Voglsammer)

Trainer: Schromm
0:1 Förster (4.)
1:1 Niederlechner (9./Foulelfer)
2:1 Niederlechner (31.)
3:1 Niederlechner (45.)
3:2 Fink (60./Foulelfer)
3:3 Kegel (69.)
4:3 Thee (74.)

T Pentke
A Birk
A Bankert
A Wachsmuth
A Stenzel (77. Hörnig)
M Makarenko (56. Landeka)
M Sträßer (77. Jansen)
M KegelGelbe Karte
M Pfeffer
S Förster
S Fink

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Pech in der Nebelschlacht - unglückliche Niederlage im Sportpark

Von Frank Neubert

Die Althaken werden sich erinnern - Nebel wie damals in TurinBoah, was für ein Spiel! Mit 4:3 verliert der Chemnitzer FC einen offenen Schlagabtausch, in dem man zur Pause wie ein begossener Pudel, nach 70 Minuten wie ein großer Kämpfer und zum Abpfiff wie ein tragischer Held aussah. Diese Drittligapartie hätte auch 5:3, 4:6 oder gerechterweise 4:4 ausgehen können.

Schädlich vertraute dem System mit den zwei Stürmern wie gegen die Kickers aus Stuttgart. Und genau diese beiden Herren - Fink & Förster - sorgten für die frühe Führung: 4. Minute, Fink legt quer auf Förster, und der Aufstiegsheld knipst zum 1:0 in Unterhaching. Großer Jubel unter den rund 500 himmelblauen Fans im Gästeblock, die aufgrund des vorherrschenden Nebels - für die altgediente Generation sei das Stichwort "Turin" in den Raum geworfen - Mühe hatten, die Partie komplett verfolgen zu können. Leider hatte die frühe Führung nur kurz Bestand, denn bereits in der 9. Minute stocherte Bankert zwischen den Beinen von Niederlechner herum, worauf Schieri Thomsen auf Elfmeter entschied. Der Gefoulte nutzte die Chance und glich zum 1:1 aus. Der Tabellenvierte agierte nun laufstark und demonstrierte vorbildliches Umschalten bei Ballbesitz. Niederlechner gelang bis zum Pausenpfiff ein lupenreiner Hattrick - das 3:1 fiel per Konter direkt mit dem Halbzeitpfiff. Das die Partie mit offenem Visier geführt wurde, beweist die leider nicht ganz so erfolgreiche Statistik der Himmelblauen: 25. Minute - Makarenko trifft den Pfosten; 39. Minute - Finks Schlenzer geht um Haaresbreite am Pfosten vorbei.

Die Jungs holen sich nach Spielende Trost am ZaunDer Club kam mit Power aus der Kabine und zeigte deutlich an, bei den Rand-Münchnern etwas reissen zu wollen. Ein Foulelfmeter in der 60. Minute befleissigte dieses Vorhaben. Förster wurde gelegt, Thomsen pfiff, und Fink verwandelte zum Anschlußtreffer. Nur noch 3:2. Und der Club drückte. Selbst der Nebel lichtete sich leicht, um jetzt den 1.800 Besuchern im Sportpark die Chemnitzer Aufholjagd zeigen zu können. Und diese Jagd wurde belohnt - 70. Minute, Kegel nutzte die Drangphase des CFC zum umjubelten 3:3! Leider folgte umgehend die kalte Dusche nur vier Minuten später, als Thee aus gut 15 Metern zum 4:3 einnetzte! Dieser vermeintliche K.o. stachelte den CFC erst recht an, der sich eine Viertelstunde vor dem Abpfiff mit wütenden Angriffen gegen die Niederlage wehrte und genügend Chancen zum Remis oder gar zum Sieg erspielte. Ein Fink-Knaller blieb in der Abwehr hängen (77.), ein Kopfball von Förster landete knapp neben dem Pfosten (80.), und in der 81. Minute klärte Haching-Keeper Riederer zweifelhaft auf der Linie.

Chemnitz drückte, aber der Ausgleich wollte nicht fallen. Und der Gastgeber setzte immer wieder zu gefährlichen Nadelstichen an. In der 87. Minute lag der Ball zum 5:3 im Chemnitzer Netz, allerdings hatte der Unparteiische zuvor auf Abseits entschieden. Nur eine Zeigerumdrehung später rummste ein Geschoss von Benny Förster an die Unterkante der Latte, doch statt des verdienten Treffers zum 4:4 sprang das Leder ins Spielfeld zurück. In der Schlussminute stürmte sogar Philipp Pentke - es war sein 100. Spiel für die himmelblauen Farben - mit nach vorn, leider blieb es bei der knappen Niederlage im zweitschönsten deutschen Freistaat.

Fazit: Mit dieser Partie ist das letzte Spiel der Hinrunde in der Saison 2012-13 gespielt. Und dieser Kick war ein Spiegelbild aller 19 Auftritte des CFC. Nach vorn oft "hui", in der Abwehr dagegen zu oft "pfui". Genialen Momenten folgten krasse Aussetzer, guten und siegreichen Spielen folgten schmerzhafte Niederlagen. Mit 25 Punkten und dem 11. Platz liegt der Club sicher im Mittelfeld. Für eine 2. Saison als Aufsteiger nicht schlecht, aber es war auch mehr drin. Drei Spiele bleiben noch im Jahr 2012, endlich Konstanz in die gezeigten Leistungen zu bekommen und sich - hoffentlich - weitere Punkte für das schnelle Erreichen der 45'er Marke anzufressen.

PS: Kleiner Tipp zur bevorstehenden, eiskalten Winterzeit - sperrige Fichten sind grundsätzlich draußen aufzubewahren! Und wer "Rücken" hat, sollte mal zum Doc gehen!

Bilder: gentleman

Spielerstimmen

Anton Fink (Kicker-Online):
"Ein Unentschieden wäre zumindest möglich gewesen. Stattdessen sind wir für unser gutes Offensivspiel nicht belohnt worden."

Trainerstimmen

Claus Schromm (MDR-Online):
"Ich denke auch, dass das ein intensives Spiel für uns Trainer war. Wir sind mit einem verdienten 3:1 in die Halbzeit gegangen. In einigen Phasen vor, aber speziell nach der Pause haben wir uns zu sehr hinten reinfallen lassen. Da war der Ausgleich fast absehbar. Mit einem sehr guten Konter haben wir den Sieg für uns herausgespielt. Da der CFC in der Schlussphase noch drei, vier große Chancen hatte, hätte das Spiel keinen Sieger verdient gehabt. Komplinent an meine Mannschaft für die tolle Hinrunde bisher und an den CFC an seine offensive und gute Spielweise, was man nicht so oft in Liga drei sieht."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Für die Zuschauer war das bestimmt ein äußerst interessantes Spiel. Für uns Trainer weniger, zumindest für mich. Wir sind gut ins Spiel gekommen. Die Führung verlieh uns leider keine Sicherheit. Wir hatten zu viele Ballverluste und waren generell defensiv nicht so stabil. Damit gingen wir trotz guter Chancen für uns mit einem 1:3-Rückstand in die Halbzeit. Nach dem Wechsel haben wir eine gute Reaktion gezeigt, waren präsenter und haben verdient den Ausgleich erzielt. Wie wir diesen wieder hergegeben haben, war einfach naiv. Das Spiel hätte durchaus auch 5:5 ausgehen können."

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