Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
FSV Budissa Bautzen
FSV Budissa Bautzen0:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
9. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Sonntag, 23. September 2018, 13:30 Uhr
Müllerwiese, Bautzen
Zuschauer: 1.782
Schiedsrichter: Sather (Grimma)
FSV Budissa BautzenTorfolgeChemnitzer FC
T Ebersbach
A Mack
A Patka
A Hoßmang
A Krahl (85. Krautschick)
M Ciapa
M Treu (85. Merkel)
M WeißGelbe Karte
M Schlicht
S BönischGelbe Karte (75. Langr)
S Schmidt

Trainer: Gütschow
0:1 Bozic (79.)

T Jakubov
A Itter
A Velkov
A Hoheneder
A Gesien
M Karsanidis (77. Milde)
M LangerGelbe Karte
M T. Müller
M GarciaGelbe Karte (85. Mauer)
S Bozic (90. Hovi)
S Frahn

Trainer: Bergner
Spielbericht

Neunter Sieg im Neunten Spiel

Von jb

Das ist nicht nur die Statistik der bisherigen Regionalligasaison, sondern auch die Pflichtspielstatistik des CFC gegen Budissa Bautzen. Scheint so etwas wie unser Lieblingsgegner zu sein. Zuletzt waren es zwei Siege im Landespokal, und vor gut 10 Jahren gab es hier das (vorerst) letzte Oberligaauswärtsspiel des CFC, natürlich erfolgreich. Dies trug sicher seinen Teil dazu bei, dass sich am heutigen nasskühlen Herbsttag etwa 1000 Himmelblaue Schlachtenbummler auf in die Oberlausitz machten (offiziell 955 im Gästeblock, und auch auf der Tribüne sah man einige bekannte Gesichter).
Auf dem Rasen ersetzte Karsanidis den gelbgesperrten Grote im zentralen Mittelfeld, außerdem lief der nominelle Offensivspieler Gesien wieder als linker Verteidiger für den angeschlagenen Fabian Müller auf. Der Gästeblock startete mit einer Fähnchenchoreo, erst himmelblau und dann weiß, passend dazu ein Spruchband am Zaun zum Thema „e.V.“. Wie nicht anders zu erwarten zog sich das Thema während des gesamten Spiels durch den CFC-Block, der #NOTMYINSOLVENZVERWALTER war dabei das Hauptthema mit Spruchbändern wie „Siemon? Glieder Dich aus!“. Damit demonstriert die Mehrheit der anwesenden CFC-Fans, was sie vom Verhalten des Herrn S. so hält.

Auf dem grünen Viereck entwickelte sich eine Partie, die sich grob gesagt durch einen Mangel an Höhepunkten auszeichnete. Der CFC übte durch Ballbesitz Spielkontrolle aus, Bautzen stand sicher und verlegte sich aufs Kontern. So auch gleich in der dritten Minute, Bönisch blockt Itter robust weg, Mack geht mit dem Ball in den Strafraum und verzieht seinen Schuss links am Tor vorbei. Die erste von zwei CFC-Chancen in der ersten Halbzeit bereits in der 19. Minute nach einer Garcia-Ecke, Karsanidis schießt einen abgeblockten Ball von der Strafraumgrenze aufs Tor, doch Ebersbach (der sein Können über viele Jahre im CFC-Nachwuchs lernte) kann den abgefälschten Schuss abwehren. Weiter ging es mit dem Mittelfeldgeplänkel, bis zur 33. Minute. Bei einem Angriff über die rechte Seite können Garcia und Gesien die Flanke nicht verhindern, verlieren dann noch Budissa-Stürmer Ciapa aus den Augen, der kommt an einen abgewehrten Ball und setzt ihn aus kurzer Distanz an die Latte – Glück für den CFC.
Danach wurde die bis dahin intensive aber faire Partie ruppiger und hektischer. Die CFC-Kicker verlegten sich jetzt mehr auf Diskussionen mit und Gemecker gegen den Schiedsrichter. Der versuchte es mit gutem Zureden und dann mit Ermahnungen, aber einige Himmelblaue sind da scheinbar beratungsresistent. Garcia (bei einem Freistoß für (!) den CFC) und Langer (der CFC hatte Ballbesitz (!), aber er forderte einen Einwurf…) holten sich jeweils Gelb ab. Bergner und speziell Ristic an der Linie waren dabei aber auch ganz schlechte Vorbilder.
Dann wurde es doch noch mal sportlich. Frahn kam zu einer Kopfballchance, setzte den aber zu hoch an. Ansonsten war unser Kapitän viel unterwegs, weil keine verwertbaren Bälle in der Spitze ankamen holte er die sich teilweise selbst aus dem Abwehrzentrum zwischen Velkov und Hoheneder ab. Und Bautzen hatte mit unseren Außenverteidigern die Schwachstellen schnell ausgemacht und immer wieder ausgenutzt, der Defensivneuling Gesien und der zu offensive (oder wahlweise in der Rückwärtsbewegung zu langsame) Itter wurden immer mal wieder überlaufen.

Kurz vor der Halbzeitpause begann dann auch ein kurzer Regenschauer, der bei Wiederanpfiff vorbei war. Auf Heimseite suchten die Zuschauer Schutz unterm Tribünendach und den Schirmen an den Imbissbuden. Und im Gästeblock vergnügte man sich im Regen mit dem „Klaus-$iemon-Gründe-Bingo“ im Infozine 1143. Das Heimspielheft aus gegebenen Anlass mit einer Sonderausgabe. Und während Herr S. jegliche Kommunikation mit den Mitgliedern und Fans ablehnt und seine Vorstellungen über die Zukunft nicht teilen möchte (außer mit denen, wo er es für unumgänglich hält), haben die Redakteure des 1143 eine recht objektive Auflistung von Contra und Pro (jaja, tatsächlich liebe Skeptiker und Aluhutträger) einer Ausgliederung aufgelistet, zudem zahlreiche Beispiele, wie es bei anderen deutschen Vereinen gelaufen ist (gut oder schlecht). Dabei wurden die größtenteils bekannten Katastrophenszenarien à la HSV oder gar 1860 München sogar weggelassen.

Unverändert kamen beide Teams aus der Kabine zurück, und am Gästeblock prangte nun ein großes „Siemon ausgliedern“ für die restlichen 45 Minuten. Auf dem Rasen ging es zäh weiter, Bautzen wieder mit der ersten Chance, der Kopfball stellte kein Problem für den souveränen Jakubov dar. Nach gut 50 Minuten kam Frahn zu seiner zweiten Kopfballchance, setzte den Ball nach schöner Vorarbeit von Müller und Gesien leider vorbei. Dann passierte geschlagene 25 Minuten – nichts. Erst in der 76. Minute reagierte Bergner und brachte Milde für den unauffälligen Karsanidis. Das machte sich tatsächlich schnell bemerkbar, der CFC jetzt endlich mit mehr Zug zum Tor. Ein Freistoß vom Strafraumeck schiebt Langer harmlos in die Arme von Ebersbach, eine Minute später erzielt Frahn nach Vorarbeit von Bozic ein Tor – leider sah der Assistent das knappe Abseits. Und noch in derselben Minute (79.) passierte es dann doch. Endlich nahm der CFC mal Tempo auf, Itter steckt schön auf Milde durch, der fast bis zur Eckfahne geht und dann direkt in die Mitte flankt. Bozic läuft am kurzen Pfosten ein und köpft den Ball ins Netz zum umjubelten Siegtreffer.
Mauer (positiv auffällig) und Hovi kamen noch zu Kurzeinsätzen. Budissa versuchte es mit einer Schlussoffensive, aber mehr als ein Freistoß knapp neben das Tor passierte nicht mehr.

Fazit: Die sportliche Bilanz ist weiter makellos. Das Wie des heutigen Sieges muss intern aber klar aufgearbeitet werden, denn das war spielerisch und taktisch sehr mager. Außerdem sollten sich einige Spieler sowie das Trainerteam mal dringend mit ihrem Auftreten auseinandersetzen. So viel sinnloses Gejammer und Gemecker sind bei der sportlichen Ausbeute absolut unverständlich, und der Gesamtsituation (teurer Luxuskader im Vergleich zu vielen anderen Vereinen der Liga) völlig unangemessen.
Das nächste „Spiel“ findet am Mittwoch im Gerichtssaal statt, am Samstag gilt es dann die ramponierte Lok weiter auf das sportliche Abstellgleis zu schieben.

Wertung: 3

Beste Himmelblaue: Jakubov, Frahn

Spielerstimmen

Ioannis Karsanidis (CFC) in der Freien Presse:
"Ich habe erst in der Mannschaftssitzung unmittelbar vor dem Spiel erfahren, dass ich in Bautzen von Beginn an dabei bin. Das hat natürlich sehr gut getan."

Paul Milde (CFC) bei TAG24:
"So wünscht man sich das natürlich, dass man hereinkommt und dann gleich so eine Aktion hat. Dejan vollendet richtig klasse."

Trainerstimmen

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Der Gegner stand tief, hat uns kaum Räume gegeben. Wir hatten in der ersten Hälfte nur eine Möglichkeit. Wir haben zu lange gebraucht, um den nächsten Pass zu spielen. Wir haben in der Halbzeitpause gesagt, dass wir mutiger auftreten müssen. Das ging nicht so glatt, wie wir uns das gedacht haben. Meine Mannschaft hatte Angst, in Konter zu laufen. Ich freue mich für Paul Milde, der das 0:1 vorbereitet. Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir gewinnen. Es war ein interessantes Spiel. Wir sind sehr gern hergekommen."

Torsten Gütschow (Budissa) bei mdr.de:
"Glückwunsch an den CFC. Wir wussten um die Schwere der Aufgabe. Chemnitz hat das neunte Spiel in Folge gewonnen. Ich bin trotzdem von meiner Mannschaft begeistert. Wir haben sehr kompakt gestanden. Wir haben versucht, mit wenigen Kontakten in die Box zu kommen. Wir haben mit Leidenschaft gespielt und sind als Mannschaft aufgetreten. Das Ergebnis ärgert uns. Wir waren mindestens ebenbürtig. Wir werden darauf aufbauen. Das nächste Spiel werden wir mit dem gleichen Biss annehmen und versuchen wieder, einen Dreier zu holen."

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