Saison 2012/2013
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:2Karlsruher SC
Karlsruher SC
16. Spieltag - 3. Liga - Saison 2012/2013
Samstag, 03. November 2012, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.900
Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)
Chemnitzer FCTorfolgeKarlsruher SC
T Pentke
A le Beau
A Wilke (77. Förster)
A BankertGelbe Karte
A BirkGelbe Karte (59. Landeka)
M Pfeffer
M Hörnig (59. Jansen)
M Sträßer
M Makarenko
M Kegel
S Fink

Trainer: Schädlich
0:1 Hennings (17.)
0:2 Haas (24.)
1:2 Fink (27./Handelfer)

T Orlishausen
A Klingmann
A Haas
A Mauersberger
A KempeGelbe Karte
M PeitzGelbe Karte
M Varnhagen
M Alibaz (87. Kern)
M Calhanoglu (81. Blum)
S van der Biezen (64. Soriano)
S Hennings

Trainer: Kauczinski
Spielbericht

KSC kommt zu 3 Punkten wie die Jungfrau zum Kinde

Von Frank Neubert

Eine äußerst bittere Niederlage musste der Chemnitzer FC heute gegen den Zweitligaabsteiger Karlsruher SC hinnehmen. Trotz großem Kampf und einer deutlichen Überlegenheit in der zweiten Halbzeit verloren die Himmelblauen vor knapp 5.000 Zuschauern mit 1:2. Dabei stand das Endergebnis schon zur Halbzeit fest - das erste Gegentor legten sich die Chemnitzer nahezu selbst ins Netz, beim zweiten fehlte sowohl die Zuordnung in der CFC-Abwehr als auch der regelkonforme Blick des Referees, den Anschluss stellte der Ex-Karlsruher Anton Fink per Handelfmeter her.

Nette Überraschung - vier Busse aus Karlsruhe auf der Schütz-StraßeDen ersten Aufreger am Samstag gab es aber nicht auf dem grünen Rasen, sondern eine knappe Stunde vor Spielbeginn vor der Fanhalle. Vier Busse mit Karlsruher Anhängern rollten die Heinrich-Schütz-Straße hinauf. Umleitung über die Forststraße zum Gästeblock? Nein, die 4 Busse wendeten beim Praktiker und kamen zurück vor die Fanhalle - argwöhnisch beobachtet von der anwesenden Heimseite. Und die Ampel an der Zietenstraße stand auf Rot. Was danach folgte, wird von beiden Lagern unterschiedlich beschrieben. Aus Chemnitzer Sicht hatten es motivierte Leute aus dem Badischen auf die Fanhalle abgesehen, aus Karlsruher Sicht nutzte Chemnitz den Stopp an der Ampel, um im Gepäckfach der Busse nach Fanutensilien zu stöbern, worauf die Busse verteidigt wurden. Egal wie, am Ende gab es wohl einigen Glasbruch und ein Teil der KSC-Fans durfte nicht ins Stadion, was der geneigte Ballsportfan auch an der fehlenden akustischen Unterstützung aus dem Gästeblock bemerkt haben dürfte. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn die hohen Herren, die das absolut geniale Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" ausgearbeitet haben, ihr Fort-Knox-Papier um den Punkt "Wie die Polizei die Gästefans sicher zum Gästeblock leitet" ergänzen könnte...

Zurück auf den grünen Rasen. Beide Mannschaften gingen zunächst abwartend in die Partie. Ein guter Schuss von Kegel (6.) brachte Fahrt in die Begegnung. Chemnitz nahm die Partie immer mehr in die Hand, aber den Führungstreffer markierte der KSC. Nach einem Luftloch von Wilke kam der durchstartende Hennings an den Ball, lief allein auf Pentke zu, und markierte das 1:0 (17.). Die Himmelblauen waren danach etwas verunsichert, und das nutzten die Gäste: Nach einem Eckball übersprang Haas den kleinen Fink und markierte das 2:0 (24.). Allerdings war diesem Treffer eine KSC-Abseitsstellung vor der Ecke vorausgegangen, und bei der Ecke soll der Ball nach Augenzeugen aus dem Block 7 bereits im Toraus gewesen sein! Zum Glück kam Chemnitz schnell zurück, unter Mithilfe des KSC. Peitz nahm im Strafraum die Hand zu Hilfe, um einen Strässer-Pass abzufangen - den fälligen Elfmeter verwandelte Fink sicher (27.). In der Folgezeit spielte nur noch Chemnitz, angetrieben vom Publikum. Doch Orlishausen parierte abermals gegen Kegel. Auf der Gegenseite musste auch Pentke sein ganzes Können zeigen, um einen erneuten Treffer von Hennings aus Nahdistanz zu verhindern.

Und wieder ein sterbender KSC-Schwan...Nach dem Seitenwechsel spielte nur noch der CFC, teils unter toller Anfeuerung vom Publikum. Karlsruhe hatte mit dem Gang aus der Kabine scheinbar beschlossen, dass 2:1 über die Zeit zu wursteln. Jeder Zweikampf endete nun mit einem Hubschraubereinsatz für den jeweils stürzenden KSC-Spieler, jeder Abstoß von Orlishausen wurde zur mehrteiligen Balloper, und jede Karlsruher Auswechslung zur Pilgerfahrt nach Mekka. Damit wir uns nicht falsch verstehen, liebe KSC'er: Ja, diese taktischen Mittel sind erlaubt. Sie aber derart zu zelebrieren und dabei sogar die ständige Gnade des Schieris zu finden, ist schon außergewöhnlich. Andererseits hätte der CFC auch mal treffen und diesen finsteren Zinnober bestrafen können. Schaffte er aber nicht. Trotz mutiger Einwechslung von drei weiteren Offensivspielern und völliger Aufgabe der Abwehr klingelte es nicht im Tor der 93-94'er "Eurofighter". Makarenko per Kopf (78.) und Förster per Volleyschuss (79.) hatten die allerbesten Gelegenheiten, Sträßer wuchtete den Ball sogar noch an die Latte (86.), aber es blieb letztlich beim unverdienten und ungerechten 1:2-Endstand.

Fazit: Es bleibt eine durchwachsene Saison. Die himmelblaue Elf bekommt keine Konstanz in ihre Ergebnisse. Wohlgemerkt - in die Ergebnisse, denn die Auftritte stimmen! Nach dem Spiel gegen Saarbrücken - wo alles klappte - folgte gegen den KSC erneut eine unter dem Strich lobenswerte Vorstellung, nur dass diesmal die Chancen- und Feldvorteile nicht in einen himmelblauen Sieg mündeten. Am kommenden Samstag geht es nun zum ewig jungen Ostklassiker nach Erfurt. Vielleicht ist dort der Fußballgott und der Schieri zur Abwechslung einen Tick entspannter und lässt seine schlechte Laune nicht am CFC aus.

Bilder: gentleman

Wertung: 2,0 (guter Heimauftritt mit völlig falschen Sieger)

Beste Himmelblaue: Bankert, Fink

Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"In der ersten Halbzeit war es noch ein verteiltes Spiel. Wir haben gute Angriffe vorgetragen, aber waren schwach im Abschluss, wo wir immer die falschen Lösungswege gesucht haben. Hinzu kam, dass wir bei beiden Gegentoren kräftig mitgeholfen haben. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, Druck aufzubauen, der uns aber erst so richtig nach dem Doppelwechsel gelang. Wir haben gut nach vorne gespielt, Chancen erarbeitet, aber der Ausgleich wollte einfach nicht fallen."

Markus Kauczinski (MDR-Online)
"Ich kann mir gut vorstellen, wie es den Chemnitzern jetzt geht. Denn wir haben auch oft gut gespielt und am Ende mit leeren Händen dagestanden. Über weite Strecken war der Chemnitzer FC das bessere Team. Man hat uns deutlich die Strapazen des DFB-Pokalspiels vom Mittwoch angemerkt. Vor allem in den letzten 20 Minuten hat jeder Schritt richtig weh getan. Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft, wie sie gekämpft hat, mit dem Quäntchen Glück, was man auch braucht und einem überragenden Orlishausen, der den Sieg festgehalten hat."

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